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Finnegan: Juristische Karriere Global – Auslandserfahrungen in Washington und London

Leopold Neder Schneider und Kyan-Danial Golmohammady im Interview

Sommer 2025: Leopold sagt „Hello D.C.!“, Kyan „Cheers London!“. Theorie trifft internationale Praxis, fernab von Bibliotheken, Hörsälen und Arbeitsgemeinschaften.

 

Herr Schneider, Ihr Aufenthalt in Washington DC war Teil Ihrer Wahlstation als Referendar. Was hat Sie persönlich dazu bewogen, diesen Schritt ins Ausland zu gehen, und wie hat Finnegan diese Möglichkeit geschaffen?

Leopold Neder Schneider: Dass ich ins Ausland wollte, stand für mich von vornherein fest – das ist aus meiner Sicht eine perfekte Gelegenheit, um fachlich wie persönlich dazuzulernen. Die USA waren ohnehin mein Favorit, und Finnegan kann dort eine sehr starke IP-Praxis vorweisen – daher war das ein perfect match. Da ich parallel zu meinem ersten Ref-Jahr bereits als wissenschaftlicher Mitarbeiter bei Finnegan tätig war, konnte ich meinen Wunsch frühzeitig kommunizieren. Die Planung und Organisation waren (soweit ich involviert war) zum Glück ganz unkompliziert. Bei der Standortwahl wurden letztlich auch die Bürogröße und die Ressourcen vor Ort berücksichtigt.

Wo lag Ihr fachlicher Schwerpunkt während Ihrer Wahlstation in Washington DC und was waren Ihre Tätigkeiten?

Leopold Neder Schneider: Das Konzept „Wahlstation im Ausland“ ist für die Kanzlei noch ganz frisch. Ich war der Erste, der einen längeren Zeitraum in einem der US-Büros verbracht hat, da Finnegan erst seit 2022 in Deutschland aktiv ist. Ich wurde daher primär in die Arbeit des Büros in München im Bereich Patent Litigation eingebunden, hatte aber zudem die Gelegenheit, viele wunderbare Kolleginnen und Kollegen in Washington kennenzulernen, was sicherlich auch perspektivisch zur Etablierung des Programms beitragen wird. Abgerundet wurde das durch Practice-Group-Meetings, die Teilnahme an den Events der Summer Associates und Gerichtsverhandlungen.

 

Internationale Arbeit in einer globalen Kanzlei - Was waren die markantesten Unterschiede in der Arbeitsweise, der Mandatsbetreuung oder der Kanzleikultur zwischen dem US-amerikanischen Büro und Ihren Erfahrungen in Deutschland?

Leopold Neder Schneider: Sehr angenehm war der pragmatische, hands-on-Stil, für den die USA bekannt sind. Die direkte Kommunikation und das ergebnisorientierte Arbeiten können (müssen aber nicht) einiges einfacher machen. Geringere Barrieren im Arbeitsalltag erleichtern die tägliche Arbeit – alle Gerichtsakten oder (i. d. R.) Sitzungstermine sind in Datenbanken frei verfügbar, was etwa die Recherche deutlich spannender macht.

Dadurch, dass das deutsche Büro stets sehr eng mit den US-Kollegen zusammenarbeitet, verlief der Wechsel aber ohne größere Umstellungen, da ich Stil und Kommunikation schon aus meiner Arbeit im deutschen Büro kannte.

Dadurch, dass das deutsche Büro stets sehr eng mit den US-Kollegen zusammenarbeitet, verlief der Wechsel aber ohne größere Umstellungen, da ich Stil und Kommunikation schon aus meiner Arbeit im deutschen Büro kannte.
Leopold Neder Schneider

Washington DC ist ein Zentrum für Politik und Recht. Wie gestaltete sich Ihr persönlicher Alltag abseits der Kanzlei? Was waren Ihre persönlichen Highlights in der Stadt?

Leopold Neder Schneider: Trotz dieser Bedeutung fühlt sich die Stadt im Alltag sehr entspannt an. Washington ist kompakt, sodass man zu Fuß die ganze Stadt gut erkunden kann. Im Sommer muss man allerdings das heiß-feuchte Klima mögen, was mir persönlich an keinem Tag schwerfiel. Das spiegelt sich auch in der Lage der wichtigen Monumente und Museen wider, die größtenteils entlang der Mall zu finden sind – alle Smithsonian-Museen sind übrigens kostenlos zugänglich! Darüber hinaus hat Washington sehr viele hervorragende Restaurants, Cafés und Bars, für die ich eigentlich noch viel mehr Zeit gebraucht hätte … Darüber hinaus habe ich meine Zeit für einige Reisen genutzt. Mit dem Zug kann man sehr einfach für ein Wochenende nach Philly fahren oder dank der guten Lage an der Ostküste für ein verlängertes Wochenende etwa nach NYC oder Chicago fliegen.

 

Was war die wichtigste fachliche oder persönliche Lektion, die Sie aus Ihrer Wahlstation in Washington DC für den Karriereweg bei Finnegan mitgenommen haben?

Leopold Neder Schneider: Meine bisherige Erfahrung hat sich wieder einmal bestätigt – interkultureller Austausch ist immer eine Bereicherung. Das gilt persönlich wie fachlich. Offenheit, Freundlichkeit und Initiative sind dabei die Grundbausteine, auf denen man überall aufbauen kann.

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Herr Golmohammady, Sie haben Ihr Pflichtpraktikum im Trademark-Bereich in London absolviert. Was war Ihre Hauptmotivation für diesen Auslandsaufenthalt als Student? Wie hat die Kanzlei Finnegan diese individuelle Erfahrung in ihrem Londoner Büro ermöglicht?

Kyan-Danial Golmohammady: Ich wollte herausfinden, wie sich Jura außerhalb der deutschen Bibliotheken anfühlt, mitten im Leben, in einer Stadt wie London. Finnegan hat mir durch seine globale Struktur genau das ermöglicht. Da ich bereits als Werkstudent im Münchener Büro tätig war, konnte ich nahtlos an meine bisherigen Aufgaben anknüpfen und darüber hinauswachsen. Der Austausch mit unserem Recruiting-Team und die Unterstützung der Kolleg:innen machten es mir leicht, diesen Schritt zu gehen und wertvolle Einblicke in die Arbeitsweise einer internationalen Kanzlei zu gewinnen.

Welche konkreten Aufgaben und Projekte haben Sie in London betreut? Wie unterscheidet sich die Arbeit im Markenrecht in Großbritannien von dem, was Sie aus Ihrem Studium oder der Arbeit in Deutschland kennen?

Kyan-Danial Golmohammady: Ich war kein stiller Beobachter, ich war mittendrin: Marken recherchieren, Schriftsätze prüfen, an Besprechungen teilnehmen, um danach mit denselben Leuten beim Pint einen ganz anderen Einblick in die Arbeitswelt zu bekommen. Der größte Unterschied zum Studium? Ich habe gemerkt: Markenrecht ist lebendig, es hat einen Puls und besteht aus vielen verschiedenen Abteilungen, die zusammenarbeiten. Und irgendwo zwischen Akten und Recherche habe ich verstanden, warum ich dieses Fach wirklich mag.

 

Seien Sie ehrlich: Was war die größte fachliche oder organisatorische Herausforderung, der Sie sich als studentischer Mitarbeiter in einem fremden Land und einer internationalen Kanzlei stellen mussten? Wie haben Sie diese Situation gelöst?

Kyan-Danial Golmohammady: Anfangs war alles neu: die Sprache im Büro, die Abläufe, sogar der Humor. Ich war es gewohnt, Dinge gründlich vorzubereiten, in London musste man oft sofort reagieren. Mein Trick: einfach ehrlich bleiben und nachfragen, wenn ich etwas nicht wusste. Das Team war unglaublich unterstützend, und genau dadurch habe ich schnell gelernt, wie man in einem internationalen Umfeld klarkommt. Heute weiß ich: Die beste Strategie ist nicht, alles zu wissen, sondern offen zu bleiben und mitzudenken.

 

London gilt als Hotspot für Wirtschaft und Kultur. Können Sie uns einen Einblick in das Leben in London geben? Was war Ihr liebster Ausgleich zur Arbeit und welche Ecken der Stadt haben Sie besonders ins Herz geschlossen?

Kyan-Danial Golmohammady: Mein Lieblingsausgleich war ehrlich gesagt ganz einfach: raus aus dem Büro, rauf aufs Rad und durch die Stadt. Nach der Arbeit bin ich oft an der Themse entlanggefahren, habe Streetfood auf dem Borough Market probiert oder einfach den Trubel in Shoreditch genossen. Besonders schön waren die Abende mit Kolleg:innen, ob beim Padelturnier, Movie Night oder einfach einem Pint in der Bar um die Ecke. Diese Mischung aus Arbeit, Kultur und Gemeinschaft war unbezahlbar.

Wer bereit ist, Verantwortung zu übernehmen und über den eigenen Tellerrand zu schauen, wird bei Finnegan schnell merken, dass internationale Erfahrungen nicht nur fachlich, sondern auch persönlich bereichern.
Kyan-Danial Golmohammady

Ihr Praktikum in London war eine individuelle Möglichkeit. Was würden Sie anderen Studierenden raten, die ebenfalls eine internationale Erfahrung bei Finnegan anstreben?

Kyan-Danial Golmohammady: Mein wichtigster Rat: Seid proaktiv und zeigt Initiative. Finnegan bietet großartige Möglichkeiten. Sprecht mit Kolleg:innen, zeigt Interesse und Neugier – das wird hier geschätzt. Gute Englischkenntnisse und Offenheit für neue Arbeitskulturen sind ebenso wichtig wie der Mut, Fragen zu stellen. Wer bereit ist, Verantwortung zu übernehmen und über den eigenen Tellerrand zu schauen, wird bei Finnegan schnell merken, dass internationale Erfahrungen nicht nur fachlich, sondern auch persönlich bereichern.

 

Euer Fazit?

Leopold Neder Schneider: Die USA haben sich als idealer Ort für die Wahlstation erwiesen – kulturell noch nah genug, um sich sofort zu Hause fühlen zu können, aber dennoch ganz anders. Die Größe und kulturelle Vielfalt erlauben es, in wenigen Flugstunden ganz verschiedene Städte und Landschaften zu erleben, und nichts anderes gilt für die kulinarische Landkarte. Unpopular opinion: In-N-Out wird völlig überbewertet ;)

Kyan-Danial Golmohammady: Mein Praktikum bei Finnegan London war eine prägende Station auf meinem juristischen Weg. Ich konnte internationale Markenrechtspraxis hautnah erleben und wertvolle Kontakte knüpfen. Besonders dankbar bin ich meinen Kolleginnen aus dem Trademark-Team, die mir schon früh ihr Vertrauen geschenkt und mich ermutigt haben, juristisch über den administrativen Bereich hinauszuwachsen. Diese Erfahrung hat meine Begeisterung für das IP-Recht bestärkt und meinen Wunsch geweckt, nach dem Studium international weiterzuarbeiten – idealerweise mit einem LL.M. im Ausland.

Vielen Dank Herr Schneider und Herr Golmohammady!

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