Saskia Kummerow, Juristin, Personalberaterin und Gründerin, im New Lawyers Podcast

Verfasst von Laura Hörner

Saskia Kummerow: Wie sieht ein gutes Kanzlei-Onboarding aus?

Die Juristin, Personalberaterin und Gründerin im New Lawyers Podcast

Anstatt – wie als Kind geplant – Disney-Prinzessin zu werden, arbeitet Saskia Kummerow heute als Legal Talent Specialist und hat mit einer Freundin ein Legal Marketing Unternehmen gegründet. Darüber, wie sich Kanzleien gut online positionieren können, wie ein gutes Onboarding aussieht, über den aktuellen Jobmarkt sowie viele weitere Themen spricht sie in dieser Folge des New Lawyers Podcasts mit Magdalena Oehl.

Die Nachfrage nach guten Jurist:innen bleibt hoch, gleichzeitig gehen viele Anwält:innen in Rente – und die Zahl der Absolvent:innen ist rückläufig. Als Expertin sowohl für juristisches Recruiting als auch für Legal Marketing weiß Kummerow genau, wie Kanzleien trotz Fachkräftemangel Bewerber:innen von sich überzeugen können. Im Weg stehen häufig starre Recruitingsysteme mit starkem Fokus auf Noten oder auch die unterschiedliche Erwartungshaltung von Berufseinsteiger:innen und Kanzleien. Erstere seien oft hochmotiviert, treffen dann aber auf überlastete Teams und entsprechend fehlende Einarbeitung.

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Von einem guten Onboarding-Prozess profitieren beide Seiten

Viele Jurist:innen kündigen genau deshalb gleich im ersten Jahr wieder. Sie fühlen sich orientierungslos, finden ihren Platz nicht. “Onboarding heißt halt nicht, hier ist dein Handy, hier ist dein Geschäftslaptop und Outlook ist installiert, jetzt mach mal”, erklärt Kummerow. Wichtig sei es stattdessen, Ansprechpartner:innen für die Neuzugänge festzulegen, Zuständigkeiten klar zu kommunizieren und entsprechend Kapazitäten für die Einarbeitung schaffen. Zudem können Guidelines helfen, um Wissen zu konservieren und effizient weiterzugeben.

Das Problem: Ein gutes Onboarding-Konzept zu erstellen, braucht Zeit – die Kanzleien meist nicht haben. Dabei sei dieses durchaus eine Investition in die Zukunft. Denn je schneller und besser neue Mitarbeiter:innen eingearbeitet werden, desto schneller können diese auch mehr beitragen.

Onboarding heißt halt nicht, hier ist dein Handy, hier ist dein Geschäftslaptop und Outlook ist installiert, jetzt mach mal.
- Saskia Kummerow

Kleine Kanzleien auf Social Media: “Einfach mal machen”

Nicht nur ein schlechtes Onboarding, auch fehlende Sichtbarkeit auf den sozialen Medien bringt kleinere Kanzleien in eine schlechte Position – sowohl im Recruiting als auch in der Mandantenakquise. Kummerow ist sich sicher, dass das besser geht. Ihr wichtigster Tipp für Kanzleien, die sichtbarer werden wollen: Einfach mal machen. Viele hielten sich unnötig lange mit Detailfragen im Branding und der Strategie auf, anstatt aktiv zu werden. Dabei brauche es am Anfang nicht unbedingt gleich den perfekten Plan.

Sie rät dazu, die Zielgruppe dort abzuholen, wo sie unterwegs ist. Sprich: Im Immobilientransaktionsbereich lieber auf LinkedIn, im Jungenstrafrecht lieber auf Instagram. Beginnen könne man etwa damit, Fragen zu beantworten, die Mandant:innen oft in Beratungsgesprächen vorbringen – kurz, prägnant, verständlich und am besten mindestens einmal pro Woche. Weniger gut kommen hingegen überzogene Selbstdarstellung oder das Schlechtmachen von Kolleg:innen an.

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Die Ansprüche an die Noten und den Lebenslauf sinken

Für die Zukunft sieht Kummerow noch mehr Chancen für Jurist:innen ohne den perfekten Lebenslauf und Top-Noten. Der Nachwuchsmangel sorge dafür, dass viele Kanzleien von ihren hohen Notenanforderungen abrücken. Aber nicht nur Positives gibt es für Bewerber:innen zu berichten. Der aktuelle Arbeitsmarkt sei gerade aufgrund der wirtschaftlichen Lage für Berufseinsteiger:innen eine Herausforderung.

 

Dich interessiert, wie laut Kummerow eine gute Stellenanzeige aussieht? Oder was sie Kanzleien rät, die sich in Zukunft mehr auf Recruiting oder Marketing fokussieren möchten? Dann hör doch mal rein in diese Folge des New Lawyers Podcasts!

Die Themen dieser Folge im Überblick:

 

  • Icebreaker-Frage: Was wolltest du als Kind werden?
  • Die Anfänge auf Instagram
  • Wie passen Recruiting und Marketing zusammen?
  • Brauchen Jurist:innen eine eigene Plattform?
  • Die Besonderheiten beim juristischen Recruiting
  • Wie wichtig ist der perfekte Lebenslauf noch?
  • Erwartung vs. Realität bei Berufseinsteiger:innen
  • Marketing für kleine Kanzleien
  • Lohnt sich Social Media noch für Arbeitgeber?
  • Wie und wo sollten sich Kanzleien auf Social Media präsentieren?
  • Wie startet man auf Social Media?
  • Vorurteile gegenüber Anwält:innen, die auf Social Media aktiv sind
  • Warum kündigen junge Jurist:innen oft im ersten Jahr?
  • Wie sieht ein gutes Onboarding aus?
  • Flexibles Arbeiten ist nicht immer flexibel
  • Wie sieht eine gute Stellenanzeige aus?
  • Gibt es aktuell einen Arbeitnehmer- oder einen Bewerbermarkt?
  • Ungerade Lebensläufe
  • Digitaler Bewerbungsprozess bei kleinen Kanzleien
  • KI im Anwaltsberuf und für keine Kanzleien
  • Tipps für den Fokus auf Recruiting oder Marketing
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Laura Hörner
Kulturwirtschaft Uni Passau

Als freie Autorin schreibt Laura Hörner bei TalentRocket über Themen rund um die juristische Karriere. Besonders interessiert sie sich dabei für die vielfältigen Karrierewege, die Jurist:innen offenstehen.