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Alternative:

Studium, Examen & Zusatzqualifikationen

Alternative: "Recht-Wirtschaft-Personal" an der Ostsee

Erfahrungsbericht zu einem etwas anderen juristischen Studiengang am Meer

 

Nicht für alle ist das klassische Jurastudium das Richtige. Für all diese gibt es zahlreiche alternative Studiengänge mit rechtlichem Bezug. Einen davon möchten wir gerne vorstellen: Recht-Wirtschaft-Personal an der Uni Greifswald.
Wir haben mit einer baldigen Absolventin dieses Studiengangs gesprochen und spannende Einblicke in diese etwas andere Studien-Kombi mit Jura bekommen.

 

Seit wann studierst du schon Recht-Wirtschaft-Personal und warum hast du dich für genau diese Kombination entschieden?
Ich habe im Wintersemester 2013 mit meinem Studium begonnen. Für diese Kombination habe ich mich eher zufällig entschieden. Ich wollte gerne in den Personalbereich und bin so auf diesen Studiengang aufmerksam geworden.


Wie wichtig war dir der Jura Bezug in deinem Studium und warum?
Grundsätzlich war mir der rechtliche Bezug am Anfang des Studiums nicht sehr wichtig. Ich habe gesehen, dass der Studiengang eine gute Grundlage für den HR Bereich ist, weil man sich später auf den Bereich Arbeitsrecht spezialisiert.

Im Nachhinein bin ich sehr froh, diese Kombination belegt zu haben. Die Spezialisierung bringt mir nicht nur für meinen zukünftigen Job sehr viel, sondern kann insgesamt auch in vielen Bereichen des Lebens genutzt werden.


Hast du auch überlegt Jura direkt zu studieren? 
Nein Jura war nie eine Option für mich. Ich wusste vorher, dass ich in den BWL Bereich möchte und habe Jura lediglich als Hintergrund gebraucht.

 

Welche Bereiche der Rechtswissenschaft werden in diesem Studiengang besonders gelehrt, welche gar nicht?
Besonderes gelehrt werden alle Grundlagen. Das heißt der Schwerpunkt liegt vor allem auf Privatrecht und zum Teil auch dem Öffentlichen Recht. Später spezialisiert man sich dann auf das Arbeitsrecht. Das sind dann vor allem Individualarbeitsrecht, und kollektives Arbeitsrecht mit Tarifsvertragsrecht und Betriebsverfassungsrecht.

 

 

Wie viel des gesamten Stoffes deines Studiums macht Recht aus?

Genau Hälfte Jura, Hälfte BWL.

Zusätzlich hat man die Fächer Rhetorik, Business English und Law English.


Arbeitet Ihr auch mit dem Schönfelder?
Die meisten Studierenden nutzen keinen Schönfelder, weil wir nicht die gesamte Bandbreite an Gesetzen brauchen, die dort drin sind. Viele kaufen sich die Gesetze also einzeln. Aber selbstverständlich kann man sich den Schönfelder auch freiwillig kaufen. 


Für alle denen das noch nicht genug ist - Gibt es Möglichkeiten noch weitere juraspezifischen Fächer hinzuzuwählen?
Ja das müsste gehen, da die Vorlesungen im Bereich Jura ja auch zusammen mit den Rechtswissenschaftsstudierenden stattfinden und die gleichen Prüfungen geschrieben werden.

Ich persönlich habe mich allerdings bis jetzt mehr im BWL Bereich spezialisiert.

 

Welche Möglichkeiten bieten sich Studierenden, die nach dem Bachelor Abschluss mehr in Richtung Jura gehen wollen?
Grundsätzlich bieten sich viele Möglichkeiten, sich noch weiter in die juristische Richtung zu bewegen. So kann man beispielsweise natürlich auch das Jura-Studium noch anschließen, wenn man dafür seine Leidenschaft entdeckt hat.

Viele in meinem Studiengang spezialisieren sich im Anschluss an das Bachelor-Studium in Richtung des juristischen Bereichs und machen anschließend noch das Staatsexamen. Dafür muss man natürlich noch weitere Semester Jura studieren, aber es können die bereits geschreibenen Prüfungen in der Regel angerechnet werden.

Oft ist es außerdem möglich, seinen Master of Laws anzuhängen, hier sind aber die Voraussetzungen der jeweiligen Universitäten zu beachten.

Umgekehrt kann man natürlich auch als ehemaliger Jura-Student umschwenken und den Bachelor-Abschluss als Alternative anstreben, falls es mit den Staatsexamina nichts wird. ;)

 

Hast du dir schon vor dem Studium überlegt, was du später einmal machen möchtest? Wie sieht es jetzt aus?
Ja ich habe überlegt in den HR Bereich zu gehen. Inzwischen gefällt mir diese Richtung immer noch. Ich würde aber trotzdem vorher gerne ein paar Praktika in anderen Bereichen machen um Vergleichsmöglichkeiten zu haben.


Was sind die typischen Jobs, in die Absolventen dieses Studiengangs einsteigen?
Die meisten gehen in den BWL Bereich, das heißt vor allem HR, Marketing usw. Wobei gerade auch für den Personalbereich die juristischen Inhalte des Studiums gefragt sind und hier eine Abhebung von der Masse möglich ist. Da der Studiengang eben sehr auf wirtschaftsrechtliche und arbeitsrechtliche Aspekte eingeht, haben Absolventen die perfekte Voraussetzung für den Personalbereich.

Eine Freundin von mir arbeitet jetzt in einem Start-up und schnuppert dort sozusagen in alle Bereiche rein. Also alles ist möglich, auch andere Rechtsgebiete, sofern man sich anschließend entsprechend weiterbildet.


Wieso hast du dich für die Universität in Greifswald entschieden?

Ich habe Bilder mit dem Meer gesehen und war sofort begeistert.

Außerdem ist die Universität insgesamt eher klein und genießt einen sehr guten Ruf. Man hat das typische Studentenstadtfeeling.


Du bist schon fast fertig mit deinem Studium, was ist dein abschließendes Fazit?
Insgesamt bin ich sehr froh, mich für diesen Studiengang entschieden zu haben. Ich denke für das spätere Arbeitsleben ist er wirklich die perfekte Grundlage als Basis für den Einstieg. Allerdings muss man sich im Klaren sein, dass es wirklich ein sehr anstrengender und zeitintensiver Studiengang ist.

 

Wie zu fast jedem Studiengang gibt es auch hier verschiedene Meinungen und manchmal kommt die Kritik auf, der Studiengang wäre nichts Halbes und nichts Ganzes. Meine persönliche Einstellung ist jedoch durchwegs positiv und aus Erfahrung kann ich auch sagen, dass in meinen bisherigen Vorstellungsgeprächen interessiert und positiv auf diesen Studiengang - vor allem auf den Jura Bezug - reagiert wurde, da dieser in anderen wirtschaftswissenschaftlichen Studiengängen viel kürzer kommt.
In zwei Semestern wird der Studiengang allerdings umgekrempelt und durch einen ähnlichen ersetzt werden.

 


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26. Juli 2017

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