5 Jobmöglichkeiten für Juristen im Öffentlichen Dienst

Veröffentlicht am 05.03.2026

6 Wege für Juristen im öffentlichen Dienst

Vom Referatsleiter zum BND-Angestellten - die Möglichkeiten als Anwält:in in der Verwaltung sind vielfältig.

Jurist:innen finden im öffentlichen Dienst vielfältige Karrierewege. Der klassische Einstieg erfolgt als Volljurist:in im höheren Dienst (A13+), wobei oft ein „Befriedigend“ als Examensnote ausreicht. Alternativwege bieten das erste Staatsexamen oder Verwaltungshochschulen. Die Einsatzgebiete reichen von der klassischen Verwaltung über Führungspositionen (Referatsleitung) bis hin zu Spezialbereichen wie Polizei, BND, Bundeswehr oder der wissenschaftlichen Forschung. Die Aufgaben umfassen Rechtsberatung, Gesetzgestaltung und Management. Neben einer attraktiven Besoldung und dem Beamtenstatus bieten diese Rollen hohe Eigenverantwortung, soziale Sicherheit und Flexibilität auf kommunaler, Landes- oder Bundesebene.

Das Wichtigste in Kürze

 

  • Um im öffentlichen Dienst zu arbeiten, musst Du nicht gleich Staatsanwält:in oder Richter:in werden.
  • Auch als Verwaltungsjurist oder Referatsleiter bist Du als Jurist:in für den Staat tätig.
  • Weitere juristische Positionen findest Du bei der Polizei, der Bundeswehr oder dem Bundesnachrichtendienst (BND).
  • Nicht zuletzt kannst Du als Jurist:in auch einen Karriereweg in Forschung und Lehre einschlagen.

Der Weg in den Verwaltungsdienst

Wer in den Verwaltungsdienst möchte und Jurist:in ist, hat hierzu verschiedene Möglichkeiten in verschiedenen Stadien der Ausbildung. Der übliche Weg geht über das erste und zweite Staatsexamen und anschließend als Volljurist:in in den öffentlichen Dienst. In der Verwaltung gibt es die verschiedensten Jobs und Karrierewege für Volljurist::innen. Üblicherweise finden sich diese Jobs auf der Ebene des „Höheren Dienstes“ wieder, wodurch das Gehalt von Verwaltungsjurist:innen in der Besoldungsgruppe A13 bis A 16 bzw. B 1 bis B 11 angesiedelt ist. Doch bereits bevor ein:e Jurist:in zum/zur Volljurist:in wird, gibt es die Möglichkeit in den Öffentlichen Dienst zu gehen.

Nach dem 1. Staatsexamen und dem Erreichen des Status als Diplom-Jurist:in gibt es vereinzelt die Möglichkeit in den gehobenen Dienst, was die Stufen A 9 bis A 13 bedeutet, einzutreten. Solche Quereinstiegsmöglichkeiten sind jedoch in aller Regel mit einer Weiterbildung oder Nachschulung verbunden.

Der dritte Weg durch ein rechtliches Studium in den Öffentlichen Dienst ist der über eine Verwaltungshochschule. Dort gibt es verschiedene Studiengänge wie zum Beispiel zum Verwaltungsfachwirt:in oder zum/zur Verwaltungsfachangestellten. Auch das duale Studium zum/zur Rechtspfleger:in ist eine solche Möglichkeit, um juristisch in der Verwaltung tätig zu werden.

Aktuelle Jobs im öffentlichen Sektor:

1. Alternative: Verwaltungsjurist

Verwaltungsjurist:innen sind, der Wortlaut lässt es bereits erahnen, für den Staat in der Verwaltung tätig. Sie übernehmen verwaltende Aufgaben und werden sowohl rechtsberatend als auch rechtsgestaltend tätig. In erster Linie sind Verwaltungsjurist:innen in der öffentlichen Verwaltung auf Bundes-, Landes- oder auf kommunaler Ebene angestellt und stehen dabei im sogenannten höheren Dienst.

In der Regel werden Volljurist:innen mit bestandenem 1. und 2. Staatsexamen gesucht, einige wenige Positionen werden jedoch auch mit Jurist:innen besetzt, die nur das 1. Staatsexamen haben. Insgesamt kann festgehalten werden, dass die Anforderungen an die Noten deutlich moderater sind als beispielsweise in Großkanzleien. Ein „Befriedigend reicht in der Regel aus. Neben den juristischen Fähigkeiten wird dafür viel Wert auf Kommunikationsfähigkeit, Verantwortungsbewusstsein und auf die Fähigkeit, selbstständig und effektiv zu arbeiten, gelegt.

Verwaltungsjurist:innen verdienen durchschnittlich rund 48.000 Euro Brutto im Jahr, das Gehalt hoher Verwaltungsbeamter kann jedoch bis zu 65.000 Euro Brutto betragen. Hinzu kommt, dass es Sonderzahlungen für Kinder geben kann, das Dienstalter ebenfalls entlohnt wird und es auch Vorteile bei der Krankenkasse und der Sozialversicherung gibt.

2. Alternative: Referatsleiter oder Referent 

Wer als Jurist beim Staat Personalverantwortung übernehmen möchte, für den könnte die Stelle als Referatsleiter:in interessant sein. Dieser ist verantwortlich für Sachbearbeiter:innen und Referent:innen und ist damit vergleichbar mit einem Teamleiter – er oder sie untersteht dem/der Abteilungsleiter:in und kann entweder für ein oder gleich mehrere Teams zuständig sein.

Voraussetzung für diese Stelle ist oft, aber nicht immer, ein abgeschlossenes Jurastudium, denn wer ein Team aus Jurist:innen leiten möchte, sollte diesbezüglich natürlich eine gute Grundlage haben – sowohl im Recht als auch in den Themen, mit denen sich das entsprechende Referat befasst. Referatsleiter:innen gestalten neben der Leitung ihres Teams beispielsweise Gesetzesvorhaben aus, begleiten Zulassungsverfahren und steuern die Umsetzung von gesetzlichen Regelungen

Als Referent:in wiederum ist man dem oder der Referatsleiter:in unterstellt, befindet sich aber noch eine Stufe über dem/der Sachbearbeiter:in. Das bedeutet, dass diese den Referatsleiter vertreten und damit ebenfalls Führungsverantwortung haben. In der Bundesverwaltung sind Referent:innen zum Beispiel als Regierungsrat oder als Regierungsdirektor:innen tätig. Von Referent:innen wird oft kein Jurastudium verlangt, stattdessen sollten sie meist ein Masterstudium vorweisen können.

3. Alternative: Jurist bei der Polizei

Auch bei der Polizei können Jurist:innen als Quereinsteiger ihren Beruf oder sogar ihre Berufung finden. Die Karriereleiter bei der Polizei ist dabei für Jurist:innen nach oben hin fast offen. Selbst Polizeipräsident:innen sind in der Regel Jurist:innen. Die Aufgaben, die ein:e Jurist:in bei der Polizei übernehmen kann, sind sehr vielfältig.

Von „üblicher“ Verwaltungstätigkeit, der sich mit Dienstbeschwerden oder dem Beamten- und Arbeitsrecht befasst, über den/die Vollzugsbeamt:in im höheren Polizeivollzugsdienst bis hin zum/zur Einsatzleiter:in im höheren Kriminaldienst stehen Jurist:innen alle möglichen Türen offen.

Eingestellt werden in der Regel ebenfalls nur Volljurist:innen, in Einzelfällen und bei besonderer Qualifikation, beispielsweise einem Schwerpunkt in Kriminologie, werden auch Jurist:innen mit nur einem Examen eingestellt. Der Einstieg kann dabei auf zwei unterschiedliche Weisen stattfinden

Entweder wird der/die Jurist:in während einer mehrmonatigen Einweisung direkt in der Behörde selbst auf seine/ihre zukünftigen Aufgaben vorbereitet und eingearbeitet oder aber er nimmt an einem einjährigen Kurs an der Hochschule der Deutschen Polizei teil. Die Verdienstmöglichkeiten im polizeilichen Dienst liegen zwischen 40.000 und 70.000 Euro Brutto im Jahr. Die höchsten Positionen, wie beispielsweise ein:e Polizeipräsident:in oder ein:e Polizeiinspekteur:in können sogar bis zu 100.000 Euro Brutto jährlich verdienen.

​​​​​​​“Bei der Polizei gibt es leider noch sehr wenige weibliche Führungskräfte”

4. Alternative: Jurist beim BND    

Der BND ist einzige der drei Deutschen Nachrichtendienste*, der sogar Auslandsaufklärung betreiben darf und daher - umgangssprachlich - auch als Geheimdienst Deutschlands dient.

Als Jurist:in beim Bundesnachrichtendienst steht die Erstellung von Rechtsgutachten, die Beratung von internen Stellen in Bezug auf verschiedene Sachverhalte, die Einhaltung von Datenschutzgesetzen oder die Übernahme von administrativen und verwaltenden Aufgaben in Stabsfunktionen im Vordergrund.

Die genaue Ausgestaltung der Aufgaben ist dabei sehr unterschiedlich und unterliegt teilweise auch aufgrund der Tätigkeiten des Bundesnachrichtendienstes der Geheimhaltung. Neben den juristischen Fähigkeiten, die in der Regel durch zwei Staatsexamen mit im Schnitt mindestens 6,5 Punkten nachgewiesen werden müssen, kommt es vor allem auf Belastbarkeit, Teamfähigkeit und Gewissenhaftigkeit an.

Auslandserfahrungen und Fremdsprachenkenntnisse sind darüber hinaus von Vorteil. Auch sollte die Bereitschaft für Dienstreisen ins Ausland gegeben sein. Schließlich können sich für den Bundesnachrichtendienst auch nur Menschen mit der Deutschen Staatsbürgerschaft bewerben.

Juristische Mitarbeiter:innen des BND werden stets nach erfolgreich absolvierter Zeit als Beamter auf Probe auf Lebenszeit verbeamtet. Zudem erhalten sie eine behördenspezifische Zulage bei ihrer Besoldung. Als verbeamtete:r Jurist:in beim BND wird man zu Beginn nach der Besoldungsgruppe A13 bezahlt, was bedeutet, dass ein:e ledige:r Beamte:r zunächst rund 4150 Euro Brutto pro Monat zuzüglich Zulage erhält.

* neben dem Verfassungsschutz (BfV) und dem Militärische Abschirmdienst (MAD)

Welche Arbeitgeber gibt es eigentlich im öffentlichen Dienst?

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Verwaltungsjuristen verdienen durchschnittlich rund 48.000 Euro Brutto im Jahr, das Gehalt hoher Verwaltungsbeamter kann jedoch bis zu 65.000 Euro Brutto betragen.

5. Alternative: Lehre und Forschung        

Als landesunmittelbare Körperschaft des öffentlichen Rechts, fallen auch Jurist:innen, die an Universitäten angestellt sind in diese Rubrik. Wer Professor:in werden möchte, der kommt um Promotion und Habilitation nicht herum. Darüber hinaus bedarf es noch eines Rufs an den Lehrstuhl einer Universität.

Aufgrund dieser Voraussetzungen und den allgemeinen Voraussetzungen an die wissenschaftliche Expertise sind daher Prädikatsexamina ebenfalls Voraussetzung für diesen Werdegang. Tatsächlich werden Professor:innen nicht immer, allerdings recht häufig verbeamtet. Sie gelten aber aufgrund ihrer vielen Privilegien im Volksmund sogar als Edelbeamte. Das Auswahlverfahren von Professor:innen ist äußerst kompliziert und langwierig, so dass Lehrstuhlvertretungen, auch Vertretungsprofessuren genannt, für viele Professor:innen auf dem Weg zum eigenen Lehrstuhl die Regel sind.

Dafür eröffnet sich ein breites Feld an Forschungsmöglichkeiten und den Professor:innen kommt eine außergewöhnliche Freiheit bei der Gestaltung ihres Arbeitsalltags zu. Neben den juristischen Fähigkeiten zählt natürlich auch ein pädagogischer Aspekt, da nicht nur geforscht wird, sondern auch Wissen an Student:innen vermittelt werden muss.

Professor:innen werden in der Regel nach den Besoldungsgruppen W1, W2 oder W3 bezahlt, was durchschnittlich bei einer Professur mit W3 rund 72.000 Euro Brutto jährlich bedeutet. Hinzukommen noch etwaige Nebeneinkünfte, beispielsweise durch den Verkauf von Büchern oder das Halten von Vorträgen.

6. Alternative: Als Jurist zur Bundeswehr

Spätestens mit dem Voranschreiten den Russischen Angriffskrieges auf die Ukraine ist die Bundeswehr wieder stark in den Fokus der deutschen Öffentlichkeit gerückt. Wer eine Karriere als Rechtsberater:in bei der Bundeswehr anstrebt, kann sich auf den höheren nichttechnischen Verwaltungsdienst einstellen.

Hier werden Jurist:innen gesucht, die in der Bundeswehrverwaltung tätig sind und allgemeine Rechts- und Vertragsangelegenheiten bearbeiten, die Bundeswehr auch im Rechtsprozess vertreten können und militärische Entscheidungsträger in juristischen Sachverhalten und Grundsatzfragen beraten.

Verlangt wird in der Regel das Bestehen beider Staatsexamina mit „Befriedigend“, wobei auch ein „Ausreichend“ durch ein „Vollbefriedigend“ ausgeglichen werden kann. Bewerber:innen müssen darüber hinaus die Deutsche Staatsbürgerschaft, ein Höchstalter von 49 Jahren und die Bereitschaft, Bundesweit versetzt zu werden, mitbringen.

Gehaltstechnisch steigen Jurist:innen bei der Bundeswehr in der Besoldungsgruppe A13 h nach dem BbesG ein, was rund 4150 Euro Brutto im Monat bedeutet. Dazu können noch spezifische Zulagen und Leistungen kommen. Juristen bei der Bundeswehr werden darüber hinaus stets nach einer Probezeit auf Lebenszeit verbeamtet.

 

Nach der Arbeit in Kanzleien oder Rechtsabteilungen zählt der öffentliche Dienst zu den beliebtesten Berufsfeldern für Jurist:innen - und auch die hier genannten Möglichkeiten sind nur ein Auszug. 

Es gibt immer wieder neue freie Stellen beim Staat für Jurist:innen und die Aufgabenvielfalt ist extrem vielfältig.

Du findest dich auch hier nicht wieder?

Auch außerhalb des klassisch-juristischen Spektrums findet sich eine Vielzahl an Berufen, die sich mit einem Jura-Studium als Quereinstieg anbieten.

→ Hier zeigen wir dir 5 Berufsalternativen für Jurist:innen.

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