Erfahrungsbericht: Wie ist es, seine Wahlstation in Buenos Aires zu verbringen?

6 Fragen an... Jenny Schoeler, die an der Deutschen Botschaft in Argentinien gearbeitet hat


veröffentlicht am 20.03.2015

 

In unserer Serie „6 Fragen an...“ berichten Referendare und Referendarinnen wie Jenny von ihren Erfahrungen in ihrer Wahlstation im Ausland. Im Interview mit TalentRocket erzählen sie von den Vor- und Nachteilen eines Auslandsaufenthalts und geben wichtige Tipps!

 

Erzähl mal: wohin hat es dich in deiner Wahlstation im Ausland verschlagen und was war dein Aufgabengebiet?

Ich habe drei Monate an der Deutschen Botschaft in Buenos Aires in Argentinien verbracht und war dort zunächst im Rechts- und Konsularreferat eingesetzt. Dort ging es unter anderem darum, Staatsangehörigkeitsangelegenheiten zu prüfen und Erbscheinsanträge und Vaterschaftsanerkennungen vorzubereiten. Den letzten Monat durfte ich im Politikreferat dem Botschafter zuarbeiten und ihn dabei auch auf Empfänge etc. begleiten. Eine meiner Hauptaufgaben während der gesamten Zeit war die tägliche Auswertung der argentinischen Tagespresse und die Präsentation der Ergebnisse vor dem Botschafter und den Referenten der Botschaft.

 

Wie bist du dazu gekommen deine WahlstationimAuslandzu absolvieren? Was hat dich besonders an so einer Erfahrung gereizt?

Die Wahlstation ist eine der letzten Möglichkeiten, vor dem Berufseinstieg nochmal für längere Zeit „unbeschwert“ ins Ausland zu gehen und über den Tellerrand zu blicken. Das wollte ich mir nicht entgehen lassen, nachdem ich im Vorfeld schon sehr interessante und wertvolle Erfahrungen im Ausland gemacht hatte. Außerdem denke ich, dass ein längerer Auslandsaufenthalt auch für potentielle Arbeitgeber sehr interessant ist.

 

 

War es schwierig eine ausländische Kanzlei/öffentliche Institution zu finden, die dich für ein paar Monate aufnimmt? Wie bist du vorgegangen?

Da ich unbedingt zu einer deutschen Vertretung wollte, habe ich mich direkt beim Auswärtigen Amt beworben. Hilfreich sind dabei einschlägige Sprachkenntnisse und Flexibilität hinsichtlich des Einsatzortes (es hilft, wenn man bereit ist ggf. auch an eine deutsche Vertretung in einem weniger attraktiven Land zu gehen). Das Bewerbungsverfahren läuft sehr zügig durch, d.h. man bekommt relativ bald Bescheid, ob es klappt oder nicht.

 

Um welche Erfahrungen bist du durch diesen Auslandsaufenthalt reicher geworden, was ist dir eher schwer gefallen?

Der Auslandsaufenthalt hat mir unendlich viele positive Erfahrungen gebracht, sowohl für mich privat (interessante Menschen, tolle Reisen etc.) als auch beruflich (ich habe viel gelernt, z.B. sicheres Auftreten und selbstständiges Arbeiten und nebenher meine Sprachkenntnisse aufgefrischt).

Schwer gefallen ist mir hauptsächlich der Abschied und dass es so schnell vorbei war!

 

Was würdest du Referendaren raten, die daran denken ihre Wahlstation ebenfallsimAuslandzu absolvieren?

Beim Auswärtigen Amt und vielen anderen Institutionen und Kanzleien gibt es regelmäßig mehr Bewerber als Plätze und relativ lange Bewerbungsfristen, deswegen würde ich vor allem empfehlen, sich frühzeitig um die Station zu kümmern. Für Plätze in Kanzleien ist es nach meinen Erfahrungen sehr hilfreich, sich im eigenen Netzwerk umzuhören, z.B. bei der Kanzlei, bei der man schon die Anwaltsstation gemacht hat; oft gibt es Kooperationen mit dem Ausland, die man nutzen kann. Ggf. würde ich auch empfehlen, Initiativbewerbungen an Kanzleien im Ausland zu schicken, die erkennbar Bezug zu Deutschland haben, ggf. nach einem Anruf dort.

 

Was sind deine hot spots in Buenos Aires?

Ganz Buenos Aires ist ein einziger hot spot: Was das Nachtleben angeht, sind die Bars und Clubs in Palermo und Recoleta legendär. Man kann sehr gut essen gehen (ausser man ist Vegetarier... ). Berühmt ist Buenos Aires auch für seine Milongas, also Tango-Tanzabende. Argentinien ist als Reiseland wunderschön und auch relativ sicher. Eine Darstellung der Highlights würde den Rahmen hier aber sprengen!

 

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Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung männlicher und weiblicher Sprachformen verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten aber für beiderlei Geschlecht.

 

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