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Referendariat Jura für alle Bundesländer

Das Referendariat steht bevor, aber du weisst noch nicht wo?

Hier findest du alle wichtigen Informationen rund um das Rechtsreferendariat je Bundesland. Außerdem auch alle Links, die du für deine Bewerbungsunterlagen für den Vorbereitungsdienst brauchst.

Ebenso stehen dir im ausgewählten Bundesland alle Hilfsmittelverordnungen für deine Prüfungsvorbereitungen zur Verfügung.

 

Viele Rechtsreferendare möchten gerne den Vorbereitungsdienst in einer bestimmten Stadt machen. Dazu muss man sich beim jeweiligen Bundesland bewerben.

Hier die Infos zu den bei Rechtsreferandaren beliebtesten Städten:


Du suchst noch die passenden Gesetzestexte und Kommentare für dein Staatsexamen? Schau doch mal auf    vorbei.


Zu allererst: Die Bewerbung

Die einzige Voraussetzung zur Bewerbung für das Referendariat ist ein bestandenes Erstes Juristisches Staatsexamen. Nun muss man sich entscheiden, in welchem Bundesland bzw. an welchem OLG man sich bewirbt. Generell ist es möglich, sich überall zu bewerben, wo man möchte. Man sollte jedoch die verschiedenen Regelungen und Wartezeiten beachten. Diese unterschieden sich teilweise enorm und variieren von keiner Wartezeit bis zu zwei Jahre.

Welche Stationen werden im Referendariat durchlaufen?

1. Zivilgericht:

Zu Beginn besucht man, wie bei jeder folgenden Station auch, erst einmal eine zweiwöchige Einführungsveranstaltung. Der einzige Unterschied während dieser Veranstaltung ist nur, dass es anfangs allgemeine Informationen zum Referendariat gibt. Im weiteren Verlauf werden einem dann Grundlagen zum Zivilprozessrecht vermittelt, damit man nicht komplett ins kalte Wasser geschmissen wird. Die erste Station des Rechtsreferendariats verbringt man normalerweise entweder bei einer Kammer am Landgericht oder aber bei einem Einzelrichter am Amtsgericht. Für das Amtsgericht kann sprechen, dass es als praxisnäher erachtet wird. Dort finden in der Regel mehr Verhandlungen statt, an denen Referendare teilnehmen können, als bei Landgerichten. Meistens bekommt der Referendar einmal pro Woche eine Akte, die durchgearbeitet werden muss. Dazu müssen Urteile, Sachberichte, Gutachten und Beschlüsse erstellt werden und ein Aktenvortrag gehalten werden. Das Verfassen von Urteilen sowie der Umgang mit dem Zivilprozessrecht helfen den Referendaren dabei, sich bestens auf das bevorstehende Zweite Staatsexamen vorzubereiten.

2. Strafgericht / Staatsanwaltschaft

Während der Strafstation werden die Referendare in der Regel einem Staatsanwalt zugewiesen. Es kann jedoch auch vorkommen, einem Strafrichter zugeordnet zu werden. Leistest du diesen Teil deiner praktischen Ausbildung bei der Staatsanwaltschaft ab, wirst du regelmäßig als Sitzungsvertreter an Strafverhandlungen beim Amtsgericht teilnehmen. Schon bald wirst du als Referendar dann, ohne Staatsanwalt, dein Können zeigen dürfen. Selbstverständlich muss vor Gericht auch immer eine Robe getragen werden, die jedoch ausgeliehen werden kann. Zu deinen Aufgaben als Sitzungsvertreter gehört es, die Anklageschrift zu Beginn der Verhandlung vorzutragen, während der Verhandlung alles Relevante zu notieren, um am Ende das Plädoyer zu halten.
Wenn du mehr über die Station bei der Staatsanwaltschaft erfahren willst, lies am besten unseren spannenden Erfahrungsbericht!

3. Verwaltungsstation

Ableisten kann man die Verwaltungsstation unter anderem bei einem Rechtsamt, Landratsamt, Ministerium, einer Polizeidirektion, beim Auswärtigen Amt oder aber der Europäischen Union, für alle die es weiter weg zieht. Die zu bewältigenden Aufgaben dieser Referendariatsstation sind unterschiedlich, je nachdem bei welcher Behörde man landet. Jedoch werden die meisten Gutachten anfertigen und Stellungnahmen zu verschiedenen rechtlichen Aspekten erstellen. Weitere Aufgaben sind beispielsweise die Bearbeitung von Widerspruchsbescheiden sowie das Ausfertigen von Erstbescheiden. Während dieser Station ist auch ein Aufenthalt in der Verwaltungshochschule Speyer möglich. Dieses sogenannte Ergänzungsstudium erstreckt sich über drei Monate. Wahlweise vom 1. Mai bis 31. Juli oder vom 01. November bis 31. Januar. Die Zielsetzung des Speyersemesters besteht darin, sich für eine spätere Führungstätigkeit vorzubereiten und zu qualifizieren.

4. Rechtsanwaltsstation

Bei der Anwaltsstation hat man wieder die Qual der Wahl. Für manche, die sich noch unsicher sind, in welche Richtung sie später einmal gehen wollen, oder auch wenn man die Zeit nutzen möchte, um viele verschiedene Eindrücke zu gewinnen, lohnt es sich, die Station bei einer Kanzlei mit vielen verschiedenen Rechtsgebieten zu absolvieren. Viele interessante Großkanzleien und mittelständische Kanzleien, die in diesem Falle passen könnten, findest du in unserem Arbeitgeber-Finder. Weißt du hingegen schon ganz genau, in welchem Fachbereich du später arbeiten möchtest, wäre eine Kanzleiboutique auch eine interessante Option! Dort kannst du dein Wissen über den gewünschten Fachbereich vertiefen und dich bereits spezialisieren.

5. Wahlstation

Wie der Name schon sagt, hat man hier die freie Wahl. Die Voraussetzung ist, dass der Job in dieser Station des Referendariats einen juristischen Bezug haben muss. Weitere Einschränkungen können in vereinzelten Bundesländern gegeben sein. Referendare können die Wahlstation nutzen, um in einem bereits absolvierten Bereich noch vertiefende Erfahrungen zu sammeln. Bereits Festentschlossene können sich in ihrer Traumkanzlei beweisen und Türen für die Zukunft öffnen. Wenn einem aber bisher gar nichts so richtig gefallen hat, kann man hier auch nochmal etwas ganz anderes ausprobieren. Interessante und außergewöhnliche Optionen sind hier zum Beispiel ein Fußballclub, Plattenlabel oder der Journalismus. Auch Rechtsabteilung oder aber ein Auslandsaufenthalt z.B. in einer Kanzlei oder beim Auswärtigem Amt sind möglich.
Ließ mehr über Wahlstations-Alternativen in unserem Karriere-Magazin.

Die Reihenfolge der Stationen variiert teilweise je nach Bundesland!

Die Arbeitsgemeinschaft

Nach den jeweiligen Einführungstagen findet die Arbeitsgemeinschaft einmal ein bis zweimal wöchentlich statt. Ziel soll sein, dass den Referendaren auch weiterhin theoretische Grundlagen vermittelt werden. In den AGs werden regelmäßig Klausuren geschrieben sowie Aktenvorträge gehalten. Die Klausuren dauern in der Regel ca. 5 Stunden, der mündliche Vortrag 10 Minuten. Ein großer Vorteil der AG ist auch der Austausch unter den Referendaren, so kann jeder seine Erfahrungen schildern und eventuell zukünftige Fehler vermeiden.

Während des Referendariats ins Ausland?

In jedem Fall ist es sehr wichtig, sich ausführlich über Auslandsaufenthalte während des Referendariats zu informieren, da jeder Referendar für die Anerkennung der Ausbildungsstationen komplett selbst verantwortlich ist. Solch ein Abenteuer ist jedoch nicht in jeder Station möglich. Für mehr Informationen kannst du dir hierzu auf dieser Seite unter deinem jeweiligen Bundesland die Regelungen anschauen. Meistens ist es hingegen während der Wahlstation möglich. Dies ist wohl auch die beliebteste und vermutlich unkomplizierteste Zeit. Die schriftliche Prüfung liegt hinter einem und danach kommt „nur“ noch die mündliche Prüfung, bevor das Referendariat vorbei ist. Somit ist es auch die letzte Gelegenheit Auslandserfahrungen zu sammeln, bevor der Arbeitsalltag startet. Auch im Ausland gibt es viele Möglichkeiten. So können Referendare beispielsweise bei Botschaften unterkommen, bei ausländischen Kanzleien oder verschiedensten Organisationen. Mehr dazu in unserem Karriere-Magazin Wer sich unsicher ist, ob solch ein Auslandsaufenthalt für einen selbst sinnvoll ist oder eben nicht, sollte sich überlegen wo er seine berufliche Zukunft sieht. Für alle, die eine Karriere in einer Großkanzlei mit internationalem Flair ansteuern, ist es ratsam im Lebenslauf auch Auslandserfahrung vorzuweisen.
Erfahre mehr zum Thema Referendariat im Ausland in unseren Artikeln!

Was verdient man?

Während des Referendariats wird lediglich eine sogenannte Unterhaltsbeihilfe gezahlt, die jedoch durch Nebeneinkünfte gekürzt werden kann. Die Höhe des „Gehalts“ unterscheidet sich von Bundesland zu Bundesland. Weitere Informationen zu den Beträgen erhältst du unter dem jeweiligen Bundesland auf unserer Seite. Zu beachten ist auch, dass die entsprechenden Beträge Bruttobeträge sind. So müssen noch die Lohnsteuer, sowie Sozialversicherungsbeiträge - außer der Rentenversicherung - abgezogen werden.

Lohnt sich eine Nebentätigkeit?

Auf den ersten Blick gesehen, erscheint es sicherlich vorteilhaft, eine Nebentätigkeit während des Referendariats auszuführen. Man hat mehr Geld zur Verfügung, sammelt Arbeitserfahrung und kann Kontakte knüpfen, welche eventuell auch schon für eine der Stationen hilfreich sein können. Doch es gibt auch Nachteile. Zum einen kann das „Gehalt“ gekürzt werden. Wie viel man nebenbei verdienen darf, ist je Bundesland anders. In einigen Bundesländern darf man das bis zu 1 bis 1,5-fache verdienen, in anderen nur etwa 500 Euro. In jedem Fall muss man aber einen Antrag stellen und auf dessen Genehmigung warten, was schon mal einige Wochen dauern kann. Zum anderen ist die Zeit im Referendariat knapp bemessen und somit besteht die Gefahr, in noch mehr Stress zu geraten, als man sowieso schon hat.

Die AG-Fahrt

Referendare on Tour. Normalerweise findet die Fahrt in den letzten drei Monaten der Zivilrechtsstation statt. Erfüllt man gewisse Voraussetzungen, wird die Unternehmung sogar als Sonderurlaub angerechnet, damit niemand kostbare Urlaubstage opfern muss. Eine wichtige Voraussetzung, die immer gilt, ist, dass die Fahrt einen juristischen Bezug haben muss. Das heißt, es muss jeden Tag mindestens ein juristischer Programmpunkt vorliegen. Wen das planen der Veranstaltung zu sehr stresst, kann die Buchung in die Hände erfahrener Reiseveranstalter legen. Diese wissen auch genau, welche Kriterien erfüllt sein müssen.

Brauche ich ein Repetitorium?

Viele haben schon Erfahrungen mit Repetitorien aus dem Ersten Staatsexamen. Auch für das Zweite werden wieder solche Unterstützungen angeboten. In der Regel finden diese einmal wöchentlich abends statt. Wem das zu viel ist, aber dennoch Unterstützung braucht, kann auch einzelne Crashkurse belegen. Ob solch ein privates Repetitorium einen Mehrwert bietet, muss individuell betrachtet werden. Wird man von der AG gut vorbereitet oder werden dort eher schlechte Materialien zur Verfügung gestellt? Tut man sich schwer mit dem Stoff oder fällt es leicht? Alternativ zu einem Repetitorium kann man es auch mit privaten Lerngruppen versuchen.

Das Zweite Staatsexamen – schriftliche Klausuren

Im Zweiten Juristischen Staatsexamen bestehen zwischen den einzelnen Bundesländern erhebliche Unterschiede. Ein großer Unterschied ist beispielsweise die Anzahl der zu leistenden Prüfungen und variiert zwischen 7 in Berlin, Brandenburg und dem Saarland und 11 in Bayern. Das mag vermutlich zuerst abschrecken, jedoch ist auch zu beachten, dass dadurch eine völlig „versemmelte“ Klausur nicht allzu sehr ins Gewicht fällt, beziehungsweise mit 11 Klausuren leichter ausgeglichen werden kann. Ein weiterer Unterschied besteht bei den Wahlfachklausuren. Diese gibt es nicht in allen Bundesländern. Lediglich in Berlin, Brandenburg, Niedersachsen, Thüringen und Sachsen- Anhalt kann man eine bis zwei Klausuren wählen. Wichtig für die Prüfung sind sicherlich auch die zugelassenen Hilfsmittel. Bis vor kurzem waren in Baden-Württemberg keine Kommentare zugelassen. Das hat sich nun geändert und so dürfen nun in allen Bundesländern Kommentare mitgenommen werden, was die Prüfungen erheblich erleichtern kann, vorausgesetzt man bereitet sich gut vor und ist in der Nutzung der Kommentare geübt.

Die mündliche Prüfung

Wie zu jeder Prüfung ist es das A und O, ausgeschlafen und gut ausgestattet zu erscheinen. In einer Prüfung werden ca. drei bis fünf Personen gleichzeitig geprüft, wobei jeder Prüfling ca. eine Viertelstunde pro Rechtsgebiet hat. Insgesamt wird somit ca. eine Stunde auf ein Rechtsgebiet eingegangen. Zwischen den Blöcken beraten sich die Prüfer und die Prüflinge haben eine kleine Verschnaufpause. Es ist hier von Prüfer zu Prüfer unterschiedlich wie oft er zwischen den Prüflingen wechselt, weshalb es ratsam ist, ständig aufmerksam bei der Sache zu sein, falls man unerwartet aufgerufen wird. Bei manchen Prüfungsämtern ist es üblich, Kandidaten mit etwa dem gleichen Leistungsniveau zusammen zu prüfen. Das kann durchaus vorteilhaft sein, da man so eventuell leichter diskutieren kann und sich gegenseitig pusht.

Wie kann man sich am besten auf die mündliche Prüfung vorbereiten?

Zuerst ist es einmal ratsam, seine Mitprüflinge im Voraus zu kontaktieren und über die Erwartungen an die mündliche Prüfung zu sprechen. Für die inhaltlichen Aspekte ist es ratsam, über aktuelle Jura-Geschehnisse, wie Gerichtsurteile und relevante Nachrichten informiert zu sein. Ein weiterer Punkt, der gerne gefragt wird, sind die Examensklausuren aus den Vormonaten. Daraus nehmen die Prüfer oft einige Fälle oder Fragestellungen, die sie abfragen. Der letzte interessante Tipp sind Prüfungsprotokolle. Diese werden von jedem Prüfling über seine mündliche Prüfung bei einem bestimmten Prüfer angefertigt. Einige Prüfungsprotokolle können bei den Unis aufgetrieben werden. Auf Jura-Prüfungsprotokolle.com können Protokolle aus allen Bundesländer teils kostenfrei, teilweise gegen eine kleine Gebühr sowie eine Kaution heruntergeladen werden. Eine Alternative bietet Examensheld.de, diese Seite funktioniert eher wie eine Tauschbörse, in der man nach der Prüfung sein eigenes Protokoll im Gegenzug einreichen muss. Zu guter Letzt sollte hier auch auf die richtige Kleiderwahl geachtet werden. Am besten fährt man bei der mündlichen Prüfung mit einem klassisch dezenten Outfit, wie etwa einem dunklen Anzug /Hosenanzug und weißem Hemd/ weißer Bluse.

Nach den Prüfungen – was, wenn es kein Prädikat ist?

Das Ergebnis ist nicht wie gewünscht? Nicht den Kopf hängen lassen! Auch namhafte Kanzleien greifen auf die sogenannte „zwei-aus- vier-Regel“ zurück. Die vier Komponenten dieser Regel sind zwei Prädikatsexamen, LL.M. und Promotion. Eine weitere Möglichkeit ist die „18-Punkte- Regel“, in der man in der Summe der beiden Examina 18 erreicht haben sollte. Sollte beides nicht helfen, kann man sich noch an den Verbesserungsversuch wagen. Damit ist auf jeden Fall nichts verloren, es kann ja nur besser werden. Ist das zweite Staatsexamen also kein Prädikat geworden, gibt es immer noch Mittel und Wege in die Traumkanzlei.



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