Gleichstellung goes Karriere

Wie Diversität und Individualität bei Linklaters gelebt wird – Partner Dr. Sebastian Daub berichtet


veröffentlicht am 23.10.2019

 

Sebastian Daub ist Partner im Corporate/M&A Team bei Linklaters in Frankfurt. Der Schwerpunkt seiner Tätigkeit liegt im Private Equity. Nach Studium und Promotion in Konstanz hat er in Atlanta (Georgia, USA) seinen LL.M. absolviert und wurde dann, mit Zwischenstops in New York, London und Berlin, mit Referendariat in Frankfurt sesshaft. Er ist verheiratet und hat eine Tochter.

 

Herr Dr. Daub, wie bleiben Sie sich selbst und Ihren Idealen als Partner einer Großkanzlei treu, welche ausschließlich die wirtschaftlichen Interessen börsennotierter Unternehmen vertritt?

Sebastian Daub: Die Frage ist sehr negativ formuliert – sie suggeriert, dass wirtschaftliche Interessen und Unternehmen zur „dark side“ gehören. In meiner Welt ist das nicht so, sie ist zum Glück wesentlich offener und differenzierter. Ein Fragezeichen mag man bei dem einen oder anderen Unternehmen sehen, aber wir nehmen auch nicht jeden Mandanten an, wenn es ethische Bedenken gibt (beispielsweise Korruption). Ansonsten sehe ich aber per se keinen Konflikt zwischen meinen Idealen und meiner Berufstätigkeit. Unternehmen, die wirtschaftlich arbeiten, dienen schließlich unserer Gesellschaft im Ganzen.

 

Wie schwierig ist es die Mandate im Büro und die Familie zuhause zu lassen oder kann das gerade nur funktionieren, wenn man beides miteinander kombiniert? Wie handhaben Sie das?

Sebastian Daub: Man muss sich sicherlich seine Freiräume schaffen, aber meiner Erfahrung nach funktioniert es nur durch eine Kombination. Ich bleibe auch im Büro Vater und bin zu Hause noch Anwalt. Manchmal kommt meine Tochter mit ins Büro oder ich verbringe nachmittags Zeit mit ihr, indem ich sie zum Beispiel zur Leichtathletik begleite. Andere Male arbeite ich von zu Hause aus, um mit der Familie Abend zu essen. Wichtig ist, eine Balance zu finden, die für alle fein ist. 

 

Bitte beenden Sie folgenden Satz: Wenn ich nicht Anwalt geworden wäre, würde ich heute ...

Sebastian Daub: … eine Galerie betreiben, am liebsten mit einem kleinen angeschlossenen Bistro.

 

Was machen Sie gerne in Ihrer Freizeit, wenn Sie nicht gerade in Ihrem Büro an einem Mandat arbeiten, Herr Dr. Daub?

Sebastian Daub: Ich verbringe gerne Zeit mit meiner Familie, besuche Ausstellungen, probiere neue Restaurants aus und bringe meinen Garten auf Vordermann.

 

Gibt es einen Dresscode bei Linklaters? Wie vereinbaren Sie diesen mit der Individualität?
 

Das Klischee von Anwälten im Anzug bzw. Kostüm wird immer mehr aufgeweicht. Es liegt jedoch in der Natur der Sache, dass man sich bei Mandantenterminen o. Ä. entsprechend kleidet.


Abseits dieser Termine sollte sich jedoch jeder in seiner Haut wohlfühlen. Um eine Top-Performance zu liefern und einigermaßen ausgeglichen zu sein, will ich mir nicht ständig Gedanken machen müssen, ob es passt oder ob ich passe. Privat trage ich am liebsten Shorts und Flip-Flops, wenn es das Wetter erlaubt. Ich mag auch Anzüge, aber dann gerne andere als im Büro.

 


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Sie sagen von sich, dass Sie sehr kunstinteressiert sind. Wie viel Zeit nehmen Sie sich neben Ihrem Beruf für Ihre Leidenschaft?

Sebastian Daub: Das kann ich schwer einschätzen. Zugegeben habe ich es lange nicht mehr geschafft, beispielsweise für die "Art Basel" eine ganze Woche frei zu nehmen. Aber Kunst hat nach wie vor einen hohen Stellenwert. Sie wird eben, wie die Familie, um die Arbeit herumgebaut oder durchaus auch verbunden.

 

Welches Kunstwerk wird an Ihrer Wohnzimmerwand auf keinen Fall zu finden sein?

Sebastian Daub: Neo Rauch und Salvador Dalí.

 

Sie sind der deutschlandweite Diversity-Partner und LGBT-Champion bei Linklaters Deutschland. Leider ist LGBT für viele immer noch ein Fremdwort. Können Sie all denjenigen, die nur Bahnhof verstehen, kurz schildern welche Aufgaben Sie haben?

Sebastian Daub: LGBT steht für Lesbian, Gay, Bisexual und Transgender. Meine Aufgabe als Diversity &Inclusion-Partner ist, innerhalb der Kanzlei dem Thema Diversity generell Aufmerksamkeit zu geben, eine Strategie zu entwickeln und am Wichtigsten: mit Kollegen und Partnern darüber zu sprechen, was wir tun können, um noch besser zu werden, indem wir Veränderungen so auf den Weg bringen, dass wir nicht nur drüber sprechen, sondern auch etwas tun.
 

Getreu dem Motto 'Diversity is a fact, inclusion is a choice' geht es für mich darum ein Umfeld zu schaffen, in dem sich jeder wohl und akzeptiert fühlt und sich keinerlei Gedanken machen muss, ob er oder sie „vom Typ her“ zu Linklaters passt.


Das gute ist: hierzu kann wirklich jeder täglich einen Beitrag leisten. Eine echte Meritocracy kann es sich doch nicht erlauben, jemanden auszugrenzen, nur weil sie/er anders ist – egal in welcher Hinsicht das „Anders“ ist.

 


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Eine Frage, die sich quasi aufdrängt: Wie sind Sie D&I-Partner geworden?

Sebastian Daub: Mir liegt das Thema einfach am Herzen. Ich lebe in einer bi-nationalen und „cross-cultural“-Ehe, bin Vater einer jungen Tochter und habe in verschiedenen Ländern gelebt. Mit diesem Hintergrund und in unserem Umfeld ist das Thema D&I für mich alltäglich. Ich möchte aktiv gestalten und mich einbringen, denn es gibt einiges zu tun.

 

Welche Herausforderung lieben Sie an Ihrer Aufgabe als D&I-Partner am meisten?

Sebastian Daub: Es zu schaffen, dass wir jenseits formaler Programme (die wichtig und richtig sind) eine Veränderung im Alltag erzielen und unserer Community zu zeigen, dass sie sich nicht verstecken müssen.

 


Standorte, Fachbereiche & Mandate

Linklaters LLP stellt sich vor


 

Kann man sagen, dass Linklaters ein wahrer Vorreiter in Sachen Diversity and Inclusion ist?

Sebastian Daub: Wir nehmen das Thema sehr ernst. Es ist seit 10 Jahren eine unserer Top-Prioritäten und es gewinnt zunehmend an Bedeutung. 10 Jahre sind im Vergleich zum 181-jährigen Bestehen der Kanzlei allerdings sehr wenig, daran muss man unsere Entwicklung messen. Wir haben viele wichtige Themen und Initiativen auf den Weg gebracht, wie beispielsweise unser globales Women Leadership Programme oder die Gründung unserer LGBT-Community. Vorreiter sind wir deshalb nicht, aber wir haben uns auf den Weg gemacht und das sehr erfolgreich, wie ich finde.

 

Bei Linklaters gibt es kein „one size fits all“. Was genau ist damit gemeint, Herr Dr. Daub?

Sebastian Daub: Uns ist bewusst, dass wir ein Team sind, das aus Individuen besteht. Unsere Teammitglieder sollen sich möglichst frei entfalten, um das Beste geben zu können. Wir haben ein gemeinsames Ziel, was wir auf möglichst vielen Wegen zu erreichen versuchen. Das ist ja gerade der Grund, warum wir Wert legen auf D&I.

 

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Was ist das Ziel von Linklaters bezüglich Diversität, Gleichstellung und Individualität? Haben Sie eine Zukunfts-Vision?
 

Mein Idealbild ist, dass Diversity und Inclusion keine Rolle mehr spielen und nicht mehr diskutiert werden müssen. Im positiven Sinne, dass wir es eben so leben und verinnerlicht haben, dass es eine Selbstverständlichkeit ist.

 

Gibt es etwas, das Sie jungen Talenten gerne mit auf den Weg geben möchten?

Sebastian Daub: Be yourself. Versteckt euch nicht in Rollen, die ihr glaubt ausfüllen zu müssen.

 

Ihr Fazit?

Sebastian Daub: Life is beautiful! Der Job, den wir machen, muss Spaß machen, sonst fehlt uns die Energie ihn gut zu machen. Und dafür sind D&I und Freiheit für mich wichtige Bestandteile.

 

Vielen Dank, Herr Dr. Daub!

 

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