Jung, dynamisch und kein bisschen gewöhnlich!

Einblicke: 2 Associates – 2 Wege bei GÖRG


veröffentlicht am 12.08.2019

 

Dr. Jan-Henric M. Punte, LL.M (Hull / oben links) ist Associate im Hamburger Büro von GÖRG. Er berät national und international tätige Unternehmen in den Bereichen Gesellschaftsrecht / M&A sowie im Sportrecht. Dr. Robert Brahmstaedt, LL.M (University of Sydney / oben rechts) ist Assoziierter Partner im Hamburger Büro von GÖRG. Er berät national und international tätige Unternehmen sowie Banken in den Bereichen Insolvenzrecht und Restrukturierung sowie im Gesellschaftsrecht/M&A.
 

  
Herr Dr. Brahmstaedt, Sie sind nun seit neun Jahren als Rechtsanwalt zugelassen. Haben sich Ihre persönlichen Erwartungen an den Beruf des Rechtsanwalts sowie Ihre Ziele erfüllt? Hatten Sie auch Tiefpunkte?

Robert Brahmstaedt: Meine Erwartungen haben sich größtenteils erfüllt. Es macht mir viel Spaß als Berater von Unternehmern zu agieren und kreative Lösungen für individuelle Fragestellungen zu entwickeln und umzusetzen. Enttäuschend war anfangs die Erfahrung, dass Gerichte häufig ihren eigenen Weg in Rechtsstreitigkeiten gehen, ohne sich wesentlich von den Rechtsanwälten beeinflussen zu lassen. Ich habe mich daher inzwischen auf die (vorgerichtliche) Beratung und Vertragsgestaltung konzentriert. Das eröffnet Handlungsspielräume, die man zusammen mit den Mandanten ausfüllen kann, um so den für sie „besten Weg" zu finden. Übertroffen wurden meine Erwartungen dadurch, dass ich bei GÖRG sehr schnell wirklich eigenverantwortlich Mandate bearbeiten konnte. Das ist in großen Sozietäten sicherlich nicht üblich.

 

Und immer diese Gretchenfrage: „Doktortitel oder LL.M.?“ Würden Sie sich jederzeit wieder für eine Promotion entscheiden, oder würde Ihre Wahl heute eher auf einen LL.M. fallen?

Robert Brahmstaedt: Die Entscheidung für eine Promotion will gut überlegt sein. Schließlich ist es nach dem langen Jura-Studium, evtl. sogar – wie bei mir – erst nach dem 2. Staatsexamen, noch einmal eine Menge „Lebenszeit“, die man in dieses Projekt investiert. Diese Zeit kann man – je nach individuellen Wünschen – natürlich auch anders sinnvoll nutzen, z. B. endlich in den Job einsteigen, Auslandsaufenthalte einlegen oder sich in BWL und / oder Steuern fortbilden. Vor allem letzteres ist für eine Tätigkeit in der Restrukturierung enorm wichtig. Andererseits ist der Doktortitel eine Qualifikation, die nach außen sichtbar ist und zumindest in Deutschland auch von den Mandanten wertgeschätzt, wenn nicht sogar erwartet wird. Mit einem LL.M. können Fachfremde häufig nichts anfangen. Auch sind die beiden Qualifikationen nicht in jedem Fall gleichwertig, da es LL.M.-Programme gibt, die den Titel durch das Bestehen von verschiedenen Klausuren ermöglichen, also kein Beleg für fundiertes wissenschaftliches Arbeiten sind.

 


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Betrachten Sie längere Auslandsaufenthalte wie beispielsweise während Ihres LL.M. in Sydney, Australien, als essentiell für eine erfolgreiche Karriere? Wie kam es hierzu?

Robert Brahmstaedt: Definitiv ja. Ein Studium im Ausland ermöglicht es, eine Fremdsprache auf einem völlig anderen Niveau zu erlernen als in der Schule.
 

Englisch ist für meine Tätigkeit unverzichtbar. Es kann häufig in einem Fall das Bedürfnis geben, auf Englisch zu kommunizieren, weil Gesellschafter oder Investoren einen internationalen Hintergrund haben.


Der im englischsprachigen Ausland erworbene LL.M. ist daher ein Beleg dafür, dass man die erforderlichen fachspezifischen Englischkenntnisse hat. Für mich war der LL.M. daher der richtige Karrierebaustein, der mir in der täglichen Arbeit sehr hilft.

Das gilt auch heute noch im Zeitalter internetbasierter Übersetzungstools, da auch diese richtig bedient werden wollen. In der Schule hatte ich mich leider gegen das Auslandsjahr entschieden. Daher war der LL.M. die Möglichkeit für mich, einen längeren Auslandsaufenthalt mit fundierten Englischkenntnissen und der Erweiterung des juristischen Horizonts zu verbinden.

 

Herzensangelegenheit. Herr Dr. Punte, welche juristischen Fragestellungen lassen Ihr Anwaltsherz höherschlagen?

Jan-Henric M. Punte: Besonders gerne mag ich knifflige Fragestellungen aus dem Bereich des Gesellschaftsrechts, zu denen es bislang weder Rechtsprechung noch Kommentarliteratur gibt. In diesem Fall ist man gezwungen, kreativ zu sein und eigene Lösungen zu entwickeln.

 

Sie haben neben einem LL.M. noch zusätzlich promoviert – Wie kam es zu der Entscheidung beide Wege zu beschreiten?

Jan-Henric M. Punte: Um ehrlich zu sein, war ich lange Zeit unentschlossen, ob ich promovieren oder einen LL.M. im Ausland machen sollte. Der Doktortitel hat in Deutschland einen relativ hohen Stellenwert und war daher als fachliche Zusatzqualifikation sehr reizvoll. Gleichzeitig wusste ich aus meiner Studienzeit in Spanien, wie spannend und gewinnbringend ein längerer Auslandsaufenthalt ist. Es sprachen also gute Gründe für beide Optionen. Da mir die finale Entscheidung schwer fiel, habe ich mich letztlich dazu entschlossen, sowohl den LL.M. zu machen als auch zu promovieren. Ich habe diese Entscheidung auch nie bereut und bin froh darüber, sie damals so getroffen zu haben.
 

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Der Mensch ist (k)ein Gewohnheitstier? Haben sich Ihre Herangehens- wie auch Arbeitsweisen seit Ihrer Zulassung als Rechtsanwalt verändert? Treffen Sie Entscheidungen heute anders, als Sie dies vor vier Jahren getan hätten?

Jan-Henric M. Punte: Beide Fragen kann ich mit „ja“ beantworten. Mit wachsender Erfahrung und zunehmender Verantwortung entwickelt man ein besseres Gefühl dafür, was den Mandanten wichtig ist und worauf sie besonderen Wert legen. Gerade nach der langen Studienzeit neigt man schnell dazu, sehr umfangreiche E-Mails und Vermerke zu verfassen, in denen auch noch die letzte Literaturmeinung genannt wird.
 

Insbesondere „Entscheider“ wie Vorstände und Geschäftsführer haben nur wenig Zeit (und Lust), seitenweise abstrakte Rechtsmeinungen zu lesen. Insofern ist es wichtig, die Mandanten so gut wie möglich abzuholen und ihnen prägnante Handlungsempfehlungen an die Hand zu geben.

 

Herr Dr. Brahmstaedt, Sie sind schon deutlich länger als Rechtsanwalt tätig. Wie empfinden Sie den kollegialen Umgang auch gegenüber jüngeren Kollegen?

Robert Brahmstaedt: Ich denke, dass man bei uns keine großen Unterschiede aufgrund des Alters spürt. In der täglichen Arbeit kommt es vielmehr auf das fachliche Know-How an. Auch haben wir sehr flache Hierarchien, so dass im Team gearbeitet wird und nicht nur „von oben nach unten“. Das gilt auf allen Ebenen, zwischen Partnern ebenso wie zwischen den Associates als auch miteinander. Die Kollegialität bei uns ist groß. Jeder ist bereit, auch mal für den anderen in die Bresche zu springen, Fälle zu übernehmen oder bei Terminen zu vertreten. Ich hoffe, dass ich inzwischen auch etwas von meiner Erfahrung an jüngere Kollegen weitergeben kann.

 


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Gesellschaftsrecht – verstaubtes Image oder Ihr geheimer Favorit? Wie sehen Sie diesen Bereich und was finden Sie daran besonders interessant?

Jan-Henric M. Punte: Das Gesellschaftsrecht hat keinesfalls ein verstaubtes Image. Als geheimen Favorit würde ich es allerdings auch nicht bezeichnen, da nahezu jede große Wirtschaftskanzlei diesen Bereich abdeckt. Besonders interessant macht das Gesellschaftsrecht wahrscheinlich dessen Vielschichtigkeit und Komplexität. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass sich selbst erfahrene Partner nach zwanzig Jahren Berufserfahrung das erste Mal mit bestimmten gesellschaftsrechtlichen Fragestellungen auseinandersetzen. Hinzu kommt, dass vor allem strategisches Denken und wirtschaftliche Aspekte eine enorm wichtige Rolle spielen.

 

Herr Dr. Brahmstaedt, Sie beraten hauptsächlich Unternehmen bezüglich gesellschaftsrechtlicher Fragestellungen. Stellt für Sie der Spagat zwischen Krisenbewältigung und Unternehmenskäufen eine Herausforderung dar?

Robert Brahmstaedt: Ich sehe da keinen „Spagat“. Der M&A-Prozess kann gerade in der Krise ein wirksames Sanierungsinstrument sein. Frisches Geld kann neuen Schwung geben und den Turnaround ermöglichen. Andererseits kann auch der Kauf aus einer Insolvenz heraus für den Investor Chancen eröffnen. Dafür braucht es aber spezifische Kenntnisse von den Mechanismen des Insolvenzrechts. Umgekehrt ist für den Restrukturierer gesellschaftsrechtliches Know-How unverzichtbar. M&A-Kenntnisse gehören dabei ebenso zu unserer Toolbox. Die Herausforderungen liegen eher woanders. In Restrukturierungssituation muss eine Vielzahl von Stakeholdern mit unterschiedlichen Interessenlagen an einen Tisch und zu einer gemeinsamen Lösung gebracht werden. Das ist ein sehr spannendes Feld und erfordert einerseits Kenntnisse der einzelnen wirtschaftlichen und rechtlichen „Druckpunkte“ der Parteien aber auch Mediationsfähigkeiten.

 


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Glücksgefühle versus Stresshormone. Auch wenn Sie mit Ihrer Berufswahl sehr glücklich sind, Herr Dr. Punte, in welcher Situation melden sich auch bei Ihnen die Stresshormone zu Wort?

Jan-Henric M. Punte: In der Tat bin ich mit meiner Berufswahl sehr zufrieden. Meine Stresshormone melden sich immer dann zu Wort, wenn plötzlich so viel Arbeit auf meinem Schreibtisch liegt, dass ich nicht mehr weiß, womit ich beginnen soll. Dieser Fall kommt aber glücklicherweise relativ selten vor.

 

Work ja! Life nein? Herr Dr. Punte, wären Sie als Associate bereit zugunsten eines erfüllenden Jobs auf Ihr Hobby, das Fußballspielen, zu verzichten? Wie lösen Sie diesen scheinbaren Zwiespalt?

Jan-Henric M. Punte: Ich habe zu Beginn des Referendariats aufgehört, aktiv Fußball zu spielen. Am Anfang war es eine große Umstellung, da ich früher nahezu jeden Tag Fußball gespielt habe. Heute fühlt es sich gut an, da ich insbesondere am Wochenende mehr Zeit für andere Dinge habe.

 

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Neue Mannschaft, neue Taktik? Sie haben früher für Allen & Overy gearbeitet und wechselten später zu Görg. Was hat Sie dazu bewogen?

Jan-Henric M. Punte: Der Anstoß für meinen Wechsel war letztlich die Entscheidung, von Düsseldorf nach Hamburg ziehen zu wollen. Da ich während des Referendariats sowohl die Anwalts- als auch die Wahlstation schon bei Allen & Overy absolviert hatte, kannte ich andere Sozietäten bis dato nur von einigen Praktika während meines Studiums. Daher hielt ich einen Tapetenwechsel für angebracht. Nach Vorstellungsgesprächen bei unterschiedlichen Kanzleien in Hamburg fiel meine Entscheidung letztlich auf GÖRG. Ausschlaggebend für diese Entscheidung war neben dem guten Bauchgefühl und dem attraktiven Gesamtpaket, welches mir angeboten wurde, insbesondere der sehr kollegiale und lockere Umgang der Kollegen untereinander. Alles in allem bin ich sehr glücklich, dass ich zu GÖRG gewechselt bin.

 

Würden Sie sagen, dass ein Kanzleiwechsel zugleich Garant für eine schnellere Karriere ist?

Jan-Henric M. Punte: Das würde ich so pauschal nicht behaupten.

 

Natürlich ist es für die persönliche Entwicklung sehr hilfreich, wenn man sich aus seiner Komfortzone hinausbegibt und neue Herausforderungen sucht.

 

Dass dadurch aber eine schnellere Karriere garantiert ist, würde ich nicht sagen.

 

Stress dürfte auch für Sie, Herr Dr. Brahmstaedt, präsent sein – Was ist Ihr Rezept im Umgang mit Stress- und Drucksituationen?

Robert Brahmstaedt: Stress entsteht häufig durch mangelnde Vorbereitung. Es ist daher wichtig, einen „Rundum-Blick“ für den Fall zu entwickeln und mögliche Konstellationen durchzuspielen. Dann kann man in der Situation richtig reagieren. Wenn es zu unvorhergesehenen Entwicklungen kommt, hilft es, häufiger mal eine Nacht über Dinge zu schlafen oder zumindest eine schöpferische Pause einzulegen, als vorschnell zu entscheiden. Meist zeigt sich, dass Probleme sich in den Arbeitsprozess einsteuern lassen. Zudem haben bei uns die Partner immer ein offenes Ohr, so dass man mit Problemen nie alleine gelassen wird. Darüber hinaus ist der Ausgleich mit der Familie und Sport für mich sehr wichtig.

 


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Strenger Ernst oder jung und dynamisch. Was kommt Ihnen hierzu, in Bezug auf Görg, als erstes in den Sinn und weshalb?

Robert Brahmstaedt: Unsere Arbeit erfordert ein hohes Maß an Konzentration. Häufig geht es um beträchtliche Summen, die bei den Mandanten „im Feuer“ stehen. Das bringt natürlich einen gewissen „Ernst“ mit sich. Trotzdem verbinde ich mit GÖRG eher das Prädikat „jung und dynamisch“. Das bezieht sich in erster Linie auf unsere Arbeitsweise. Diese passt sich immer den Anforderungen des konkreten Falls an und folgt nicht ausgetretenen Pfaden. Agile Thinking, Kanban und Scrum sind für uns keine Fremdwörter. Wir leben eine moderne Arbeitskultur, die Teilzeitmodelle (auch für Partner) und Homeoffice-Möglichkeiten beinhaltet und von Gleichberechtigung geprägt ist. Wir sind offen für Neues und investieren in unseren Nachwuchs. Das zeigt sich in Aus- und Weiterbildungsangeboten ebenso wie in eigenen Programmen für Praktikanten und wissenschaftliche Mitarbeiter

 

Vielen Dank für Ihre Einblicke, Herr Dr. Robert Brahmstaedt und Herr Dr. Jan-Henric M. Punte!

 

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