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Juristischer Erfolg zu jedem Preis?

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Juristischer Erfolg zu jedem Preis?

Wann droht der Burnout und liegt dieser nur am Beruf?

 

Ein Thema, das es mittlerweile zwar in die Mitte der Gesellschaft geschafft hat, allerdings oft nicht gerne angesprochen wird. Was sind die Nebenwirkungen von Karriere und Erfolg? Vor allem Juristen haben oft mit einer hohen Arbeitsbelastung und langen Arbeitszeiten in Kanzleien zu kämpfen und gerade deshalb ist dieses Thema auch für Juristen besonders interessant. Medizinisch gesehen bestehen die verschiedensten Gefahren und Krankheitsbilder, für den Laien gesprochen: Es droht der Burnout!
 

Doch worauf muss man achten? Welche Gefahren drohen konkret und woran erkennen wir, dass es wirklich ernst wird?

Was genau ein Burnout ist, ist allerding in der Medizin noch umstritten. Fakt ist aber der Burnout äußert sich durch einen chronischen körperlichen und emotionalen Erschöpfungszustand und ist eine sowohl reale als auch ernstzunehmende Krankheit. Zudem weisen Burnout Patienten große Übereinstimmungen zu Betroffenen von Depressionen auf. Motivations- und Lustlosigkeit sind häufig gepaart mit Müdigkeit und einem Gefühl der Leere bzw. Sinnlosigkeit. Genauso umstritten wie das genaue Krankheitsbild sind die Ursachen für den Burnout.

Bekannt geworden, ist die Krankheit einerseits durch die Publikmachung einiger prominenter Betroffener, wie beispielsweise dem Skispringer Sven Hannawald, Fernsehkoch Tim Mälzer oder dem Fußballtrainer Ralf Rangnick und andererseits auch als typische „Managerkrankheit“ unter beruflich extrem geforderten Verantwortungsträgern worunter man heutzutage auch Anwälte zählen. Nun könnte man diskutieren ob die betroffenen Genannten nicht dem Profil eines Managers oder Anwalt entsprechen, doch aktuell würde diese Diskussion ins Leere führen. Es wurde nämlich wissenschaftlich nachgewiesen, dass die gleichen Symptome auch bei Rentnern und sogar bei Arbeitslosen auftauchen können.

Allgemein anerkannt ist daher mittlerweile, dass die Ursache für das Ausgebranntsein sowohl beruflicher als auch privater Stress sein kann.

Genauso geeignet für einen Ausbruch der Symptome sind ungelöste Konflikte im nahen Umfeld oder aber mit sich selbst. Denn auch die eigene Persönlichkeit spielt nach aktuellem Kenntnisstand eine entscheidende Rolle für den Ausbruchs eines Burnouts.

 

 

Was kann ich zur Vorbeugung tun?

Die Prävention beginnt bestenfalls bereits in der Kindheit. Denn mittlerweile gilt es als erwiesen, dass auch Kinder zunehmend Burnout gefährdet sind. Bewegung spielt eine wichtige Rolle. Freizeit und Ausgleich zum steigenden Stress und der Erwartungshaltung sollten immer gegeben sein. In der Praxis findet die richtige Prävention jedoch erst im gestiegenen Alter statt und daher sollte auch hierauf der Fokus liegen. In erster Linie ist Burnout eine stressbedingte Krankheit und daher ist die Lokalisierung von Stressquellen die erste und wichtigste Maßnahme um der Krankheit entgegenzutreten.

Der hier zu besprechende Fall ist der gestiegene berufliche Stress im Verlauf der Karriere als Gesundheitsrisiko.
 

Die gänzliche Vermeidung von beruflichem Stress ist zumindest in Positionen mit Verantwortung kaum möglich, dessen Kanalisierung dagegen sehr wohl.


Ein funktionierendes Zeitmanagement kann dabei bereits wahre Wunder bewirken. Wer sich in einem von sich selbst vorgegebenen Zeitplan bewegt erlangt Sicherheit und innerliche Ruhe. Wichtig ist dabei natürlich die Umsetzbarkeit des Plans. Es muss kein in die letzte Sekunde optimierter und durchgetakteter Zeitplan sein -  aber effizient und unter gesunden Umständen immer noch umsetzbar sein.

Mit dem Thema Zeitmanagement eng verbunden ist die Fähigkeit des „Nein – Sagens“.


Wenn der Chef abends um 20 Uhr einen riesen Stapel Papier auf ihren Schreibtisch wirft und sie diesen bis zum nächsten morgen abgearbeitet haben sollen ist dies je nach persönlicher Einstellung zum Beruf und abhängig von der Position ausnahmsweise "vielleicht" in Ordnung, zur Regel werden darf es jedoch nicht. Genauso wenig forderlich ist es, immer mehr Aufgaben zu übernehmen, die dann im Ergebnis nicht alle die entsprechend notwendige Sorgfalt und Konzentration aufweisen. Dies verstärkt negative Gefühle exponentiell.

Schließlich ist ein sozial eingebundener Mensch weniger gefährdet als andere.  Soziale Unterstützung findet dabei sowohl durch zwischenmenschliche Beziehungen als auch durch freizeitliche Aktivitäten wie Sport oder Musik statt. Genauso kann eine gute Ernährung auch die geistliche Gesundheit fördern.

 

Wie erkenne ich einen Burnout?

Hat keine Prävention stattgefunden oder hat diese versagt, gilt es nun die Symptome wenigstens frühzeitig zu erkennen.

Dabei muss vorweg zumindest erwähnt werden, dass das Wort Burnout in jüngerer Vergangenheit sehr an Popularität gewonnen hat und bisweilen auch inflationär benutzt wird. Nicht jede Phase der Erschöpfung und nicht jedes Motivationstief ist ein Burnout! Wer aber Symptome bei sich erkennt oder von anderen darauf angesprochen wird, der sollte diese genau beobachten und auf jeden Fall ernst nehmen.

Diese Symptome können in drei Kategorien aufgeteilt werden, wobei sich einzelne Symptome auch über mehrere hinweg auswirken können. Da sind zum einen die psychischen Symptome auf emotionaler Ebene wie z.B. ein Gefühl des chronischen Versagens, des Widerwillens zur Arbeit zu gehen oder extreme Entmutigung. In die zweite Kategorie fallen psychische Symptome auf kognitiver Ebene, wie Konzentrationsstörungen oder einer großen Hilflosigkeit bei kleinsten Veränderungen. Schließlich gibt es auch pysische Symptome auf motorischer Ebene wie Ticks, Kratzen oder Nägelkauen und im schlimmsten Fall sogar der Selbstverletzung.

Für die Diagnose solcher Symptome hat sich eine ganze Branche entwickelt, die mit Ratgebern, Selbsttests und ähnlichem aufwartet. Dies kann hinzugezogen werden, darf jedoch niemals einen Arztbesuch ersetzen.

 

Wer sich eines Burnouts gefährdet oder sogar bereits betroffen sieht, benötigt dringend ärztliche Hilfe. Insbesondere Scham ist völlig fehl am Platz, schließlich handelt es sich um eine ernsthafte - und mittlerweile zum Glück auch anerkannte - Krankheit.

Die Therapie wird dann an die persönlichen Bedürfnisse angepasst und kann sowohl stationär als auch ambulant stattfinden. Es gibt sogar „berufsbegleitende“ Therapien und natürlich zahlreiche Wiedereingliederungsverfahren nach einer Therapie in den Beruf. Durch die Präsenz des Themas Burnout sind heutzutage die Therapieaussichten besser denn je.

 


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30. Juni 2017


Finn Holzky

Autor:

Finn Holzky

Schreibt neben seinem Jurastudium seit 2 Jahren für TalentRocket und hat gerade sein 1. Staatsexamen in Göttingen hinter sich gebracht.

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