Die Vergütungsstrukturen im Umweltvölkerrecht variieren je nach Arbeitgeber teils erheblich. Im Gegensatz zu klassischen juristischen Karrierepfaden – etwa in der Justiz oder in Großkanzleien – hängt deine Bezahlung hier stark von der Institution, der Funktionsebene, dem Arbeitsort und dem Erfahrungsniveau ab. Die Bandbreite reicht von NGO-Stellen mit eher moderaten Gehältern bis zu sehr gut dotierten Positionen in internationalen Organisationen oder spezialisierten Kanzleien.
Gehälter in internationalen Organisationen
Internationale Organisationen verfügen meist über klar strukturierte Vergütungssysteme. Die UN nutzt das sogenannte Common System, welches die Gehälter ihrer Mitarbeiter festlegt. Als Jurist:in wirst du je nach Erfahrung ab der Ebene P- 2 eingeordnet werden. Das Einstiegs-Bruttogehalt dort liegt gemäß Tabelle vom Januar 2026 bei 69.139 $ im Jahr. Auf der P-4-Ebene startet das Bruttojahresgehalt bei 109.324 $ im Jahr. Zulagen können das Gesamteinkommen noch erhöhen. Jurist:innen auf Direktionsebene (D-1, D-2) erzielen Spitzengehälter von rund 155.232 $ bis 209.614 $ im Jahr.
Vergütung im öffentlichen Dienst und diplomatischen Bereich
Juristinnen und Juristen, die im deutschen öffentlichen Dienst in völkerrechtlichen Bereichen arbeiten – etwa im Auswärtigen Amt oder im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit – sind in der Regel nach der Besoldungsordnung A eingruppiert.
- Auf Bundesebene liegt das Bruttojahreseinstiegsgehalt bei ca. 60.000 Euro, kann aber je nach Erfahrung und Funktion auch darüber liegen.
- Leitende Funktionen im diplomatischen Dienst können – inklusive Auslandszulagen – mit Besoldungsgruppe B auch deutlich darüber liegen.
Gehälter bei NGOs und Think Tanks
Nichtregierungsorganisationen, Umweltstiftungen und Think Tanks zahlen im internationalen Vergleich eher moderat, können aber häufig ein hohes Maß an Gestaltungsspielraum, Themennähe und flexiblere Arbeitsmodelle bieten.
- Laut des Greenpeace Gehaltmodells werden Referent:innen mit einem Einstiegsgehalt von ca. 55.000 € jährlich vergütet. Das absolute Spitzengehalt in der höchsten Stufe des Modells liegt bei ca. 102.000 € jährlich.
- Die Vergütungsstruktur von WWF sieht für eine Stelle als Referent:in ein jährliches Gehalt ab ca. 46.000 € vor. Fachbereichsleiter können Spitzengehälter von bis zu ca. 109.000 € erzielen.
Privatwirtschaft und Kanzleien
In der Privatwirtschaft und in spezialisierten Kanzleien können die Gehälter deutlich volatiler ausfallen. Oft fallen diese jedoch höher aus – insbesondere bei Positionen mit strategischem oder regulatorischem Schwerpunkt. Großkanzleien bieten im Vergleich meist die höchsten Gehälter. Gemäß des Talent Rocket Gehaltsreport 2025, in dem die Gehälter in 50 Großkanzleien verglichen wurden, verdienen Anwält:innen dort im ersten Jahr etwa 72.000 € bis 180.000 €. Je nach Position und Kanzlei steigt der Verdienst dort teils erheblich.
Die Vergütung im Umweltvölkerrecht folgt keinem einheitlichen Muster, sondern spiegelt die institutionelle Vielfalt des Feldes wider. Wenn du über einen Wechsel in dieses Rechtsgebiet nachdenkst, solltest du neben dem Gehalt auch Faktoren wie Gestaltungsmöglichkeiten, internationale Mobilität und fachliche Profilierung berücksichtigen.