Unterschätzter Nebenjob: Arbeiten als Jurastudent an der Uni!

Wie dich der Job als HiWi oder WiMi weiterbringt


verfasst von Carolina Harbs und veröffentlicht am 30.01.2019

 

Ob während des Studiums oder während der Promotion: Universitäten bieten eine Vielzahl an Jobmöglichkeiten. Egal, ob man nur sein BaFög aufstocken möchte oder hier vorübergehend seinen Lebensunterhalt verdient, eine Stelle an der Uni macht sich nicht nur auf dem Lebenslauf gut. Warum es sich lohnt, die Alma Mater als Arbeitgeber in Betracht zu ziehen. Wer sich einen Nebenjob an der Uni vorstellt, denkt meist als erstes an strebsame Studenten, die in der Gunst des Professors stehen wollen. Doch das Arbeiten an der Uni hat weit mehr zu bieten, als Stellen für hechelnde Hiwis. Wer sich neben Studium oder Promotion daher etwas dazuverdienen will, sollte sich nicht scheuen, die folgenden Optionen in Betracht zu ziehen.

 

Was macht ein HiWi?

Der Titel Hiwi steht für Hilfswissenschaftler und wird synonym für die Jobs der Studentischen Hilfskraft oder Wissenschaftlichen Hilfskraft verwendet. Diese bezeichnen Nebentätigkeiten für Studenten, also solche Hilfskräfte, die noch keinen Abschluss haben. Das Aufgabenspektrum von Hiwis ist breit. Es kann von simplen Aufgaben wie dem bloßen Kopieren von Aufsätzen über administrative Unterstützung des jeweiligen Lehrstuhls bis hin zu umfassender Recherche von Literatur und Rechtsprechung reichen. Arbeiten an der Uni ist somit vielfältiger als der Ruf zunächst vermuten lässt.

 

Was macht ein Wissenschaftlicher Mitarbeiter?

Anspruchsvoller wird es, wenn man nach dem 1. Examen als Wissenschaftlicher Mitarbeiter an einem Lehrstuhl tätig wird.

 

Dieser Job wird meist von Doktoranden ausgeübt, da er sich gut mit dem Verfassen einer Dissertation kombinieren lässt.

 

Das Tätigkeitsfeld eines Wissenschaftlichen Mitarbeiters ist vielseitig und hängt sehr von der Ausrichtung und den Bedürfnissen des jeweiligen Lehrstuhls ab. Schwerpunkt ist meist die Unterstützung des Lehrstuhlinhabers in dessen Forschungs- und Lehrtätigkeit. Dazu gehört das (Mit)Verfassen von Aufsätzen oder die Aktualisierung von Kommentaren. Neben der Konzeption und Korrektur von Klausuren ist es nicht unüblich, dass während des Semesters auch Arbeitsgemeinschaften geplant und geleitet, sowie Skripte verfasst werden müssen. Besonders beliebt ist es, an dem Lehrstuhl des eigenen Doktorvaters tätig zu werden. Dies liegt vor allem an den Synergieffekten zwischen der Doktorarbeit und den typischen Aufgaben, die mit dem Job einhergehen. Fachbezogene Recherchen kommen meist auch der eignen Forschung zugute. Gleichzeitig können die Erkenntnisse der Dissertation in Publikationen eingebaut werden, die im Rahmen der Lehrstuhlarbeit angefertigt werden müssen.

 

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Vorteile der Arbeit an der Uni

Offensichtlich ist für die meisten, dass Lehrstuhljobs sehr prestigebehaftet sind und sich sehr gut im Lebenslauf machen. Die Arbeit an der Uni bringt darüber hinaus oft Vorteile mit sich, die sich eher mittelbar bemerkbar machen.

 

So bietet die Tätigkeit am Lehrstuhl oft die Möglichkeit an der Entwicklung der Forschung und Lehre aktiv teilzunehmen.

 

Dies zeigt sich nicht nur in der Mitwirkung oder des Verfassens von Fachaufsätzen, sondern insbesondere auch in der Teilnahme an Fachtagungen. Im Rahmen der Anstellung an der Uni werden die oft hohen Teilnahmegebühren hierfür regelmäßig subventioniert oder teilweise sogar ganz übernommen. Wer Konferenzen nicht nur passiv erleben will, sondern als WiMi schon seinen Weg in die Forschung ebnen möchte, kann dies durch die Anbindung an den Lehrstuhl stark vereinfacht tun. Das Präsentieren eigener Vorträge lässt sich über die Kontakte des Doktorvaters viel leichter in die Wege leiten, als es auf eigene Faust möglich wäre.

Mehr Geld verdient man, wie immer, in der freien Wirtschaft. Sowohl die Stundenlöhne von studentischen Hilfskräften, als auch die Monatsgehälter von wissenschaftlichen Mitarbeitern sind in mittelständischen und Großkanzleien meist höher. Allerdings hat dieser Nachteil auch eine positive Kehrseite. Wer für die Uni tätig ist, hat die öffentliche Verwaltung als Arbeitgeber. Dies führt naturgemäß dazu, dass die Arbeitszeiten transparent und unbezahlte Überstunden die Ausnahme sind. Auch wer in Studium oder Promotion einer schwankenden Arbeitsbelastung ausgesetzt ist, kann seine Arbeitszeiten und Stundenzahlen flexibel semesterweise ändern.

 

Ein nicht zu unterschätzender Vorteil ist darüber hinaus, dass der Arbeitsplatz unmittelbar an der Uni ist. So kann man unmittelbar nach Vorlesungen oder vor dem Bibliotheksbesuch arbeiten gehen, ohne wertvolle Zeit auf einem langen Arbeitsweg zu verlieren.

 

Lieber ehrenamtlich arbeiten? Lies hier, ob es sich lohnt!

 

Jobs abseits vom juristischen Mainstream

Als Jurastudent muss man nicht zwangsläufig nebenher in einer Kanzlei arbeiten. Und wer seinen Job an der Uni neben dem anstrengenden Studium nicht auch noch mit wissenschaftlicher Recherche zubringen will, hat andere Möglichkeiten. So suchen Bibliotheken ebenfalls stets studentische Mitarbeiter. Zu den typischen Aufgaben gehört hier das Einsortieren von Büchern, die Erteilung von Auskünften oder die Unterstützung des Fachpersonals.

Auch in der Technik werden laufend studentische Hilfskräfte gesucht, etwa um die Aufzeichnung von Vorlesungen zu planen, oder das Lehrpersonal bei technischen Problemen im Hörsaal zu unterstützen. In der Verwaltung gibt es ebenfalls Tätigkeiten, die gern auf studentische Mitarbeiter ausgelagert werden. So gibt es häufig die Möglichkeit für den Empfangstresen oder das Prüfungsamt aushilfsweise tätig zu sein.

 

Hier geht's zu den Stellen für Werkstudenten...

 

Wie komme ich an den Job?

Wer an der Uni arbeiten will, hat diverse Möglichkeiten an einen der genannten Jobs zu kommen. Insgesamt aber ist Eigeninitiative gefragt. Alle hier dargestellten Stellen sind fast immer am schwarzen Brett der Fakultät ausgeschrieben. Ferner bieten die meisten Fachbereiche auf ihrem Online-Auftritt eine aktuelle Seite mit Stellenangeboten. Ansonsten heißt es Augen und Ohren auf: HiWi- und WiMi-Stellen werden häufig in den Vorlesungen der entsprechenden Professoren beworben oder durch Mund-zu-Mund Propaganda durch die Fakultätsflure getragen.

 

Die Bewerbungsvoraussetzungen unterscheiden sich meist je nach Stelle und Lehrstuhl. Wer im 1. Semester als Hiwi beginnt muss meist nicht viel Erfahrung oder Wissen mitbringen. Ansonsten setzen die meisten Lehrstühle zumindest Interesse für das jeweilige Fachgebiet, sowie überdurchschnittlich gute Noten voraus.

 

Arbeiten an der Uni lohnt sich nicht nur wegen der prestigebehafteten Tätigkeit, sondern auch wegen der transparenten und flexiblen Arbeitsbedingungen. Durch die breiten Einsatzmöglichkeiten finden sich interessante Nebenjobs auch für diejenigen, die ihre Zukunft nicht in Wissenschaft und Forschung sehen. Insgesamt sollte man diese Beschäftigungsmöglichkeit daher nicht zu voreilig abstempeln und von den unterschiedlichen Angeboten der rechtswissenschaftlichen Fakultäten Gebrauch machen.

 


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Über den Autor

Carolina Harbs

Carolina Harbs

Hat ihr 1. Staatsexamen in Hamburg absolviert und beendet derzeit ihren LL.M. in Kapstadt.

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