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Optimales Lernen - Wirtschaftspsychologin Susanne Winkelmann verrät wie!

Studium, Examen & Zusatzqualifikationen

Optimales Lernen - Wirtschaftspsychologin Susanne Winkelmann verrät wie!

Welche „Knöpfe“ muss man drücken damit das Gehirn Wissen für das Examen optimal abspeichert?

 

Susanne Winkelmann hat Wirtschaftspsychologie in Freiburg studiert. Nebenan war damals die juristische Fakultät und da gab es einige Berührungspunkte mit den Juristen. Anfangs mit ein paar gegenseitigen Vorurteilen, die sich dann relativ schnell gelegt haben. Nun bietet Sie unter Jura-Prüfungscoach Kurse für Juristen an. Schließlich haben viele interessante Kriminalfälle ja auch unheimlich viel mit Psychologie zu tun. Da gibt es schon einige Überschneidungspunkte. Gemeinsame Schnittpunkte sind sicherlich auch in der Arbeit als Mediator zu finden.​

 

Was hat Sie dazu bewegt Coachings für Juristen anzubieten?

Die besten Ideen entstehen ja bekanntermaßen in ungezwungener Atmosphäre, im Café oder in der Kneipe. So auch diese. Ich saß mit der Tochter einer langjährigen Studienfreundin aus Freiburg bei einem Cappuccino in einem Münchner Straßencafé und wir sprachen über alte Freiburger Zeiten und Ihr Jurastudium, das Sie in München sehr erfolgreich mit Prädikat abgeschlossen hatte. Ich fragte Verena, wie es ihr gelungen sei, so einen hervorragenden Abschluss hinzulegen. Sie schmunzelte und meinte, dass sie sehr früh durch uns - also Ihre Mutter und mich – mitbekommen habe, wie man optimal lernt und sich professionell auf Prüfungen vorbereiten kann. Dieses Wissen habe ihr sehr geholfen bei Ihrem Staatsexamen optimal zu punkten. Nur so sei das immense Lernpensum so gut zu bewältigen gewesen. Für andere Jurastudenten wäre das sicherlich auch eine große Hilfe...  Wir schauten uns an und mussten lachen – Verena meinte nur, dass musst Du unbedingt anbieten als Coachingkurs oder so. Die Idee war geboren, jetzt galt es „nur“ noch, sie mit Leben zu füllen.

 

Übrigens unterstützt Verena die Workshops als Gastdozentin. Mit Ihrer Hilfe habe ich das Lernkonzept optimal auf das Jurastudium zuschneiden können.

 

Warum sind manche Menschen ängstlicher als andere? Woran liegt dies?

Grundsätzlich ist es ganz normal, Angst zu haben. Angst warnt uns vor Gefahren und schützt uns vor Verletzungen oder Überforderung.  Wie bei allem ist hier das Maß der Gefühle entscheidend. Jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Probleme oder Konflikte, das lernen wir einerseits in der Erziehung, andererseits ist das aber auch schon genetisch angelegt.

Werden Ängste verdrängt, kann das sogar dazu führen, dass Blockaden im Gehirn entstehen. Angst will uns ja zeigen, dass es etwas zu tun gibt, nämlich einer Herausforderung mutig zu begegnen oder einen Konflikt zu lösen. Ignorieren wir die Angst, wird man nichts tun um das Problem zu meistern und der Angstpegel bleibt bestehen oder steigt sogar noch an.  

Angstempfinden hängt u.a. auch vom Selbstvertrauen ab. Menschen, die sich eher wenig zutrauen, reagieren häufiger ängstlicher als solche, die über ein gesundes Selbstvertrauen verfügen. Wer nicht an seine Fähigkeiten glaubt oder seine Stärken nicht kennt, traut sich eben weniger zu und das wirkt sich negativ auf die Motivation aus. Jetzt kann man sich vorstellen, wie sich das aufs Lernen auswirkt. Der innere Schweinehund lässt grüßen.

Gehirnforscher haben herausgefunden, dass jedes Gehirn ganz individuell arbeitet. Dopamin scheint ein wichtiger Botenstoff im Gehirn zu sein, der unser Angstempfinden maßgeblich mitsteuert. Die Konzentration dieses Botenstoffes ist bei Menschen sehr unterschiedlich. Je höher die Dopaminkonzentration im Gehirn ist, desto ängstlicher reagiert ein Mensch. Mit einer niedrigeren Konzentration zeigen Menschen eher mehr Gelassenheit.

 

Was sind typische Anzeichen von Stress?

In der Steinzeit waren es die Säbelzahntiger, heute ist es die allgemeine Reizüberflutung, berufliche Dauerbelastung oder komplexe Lerninhalte und anspruchsvolle Prüfungssituationen, die uns stressen. Als Jurastudent sollten Sie sich einen gut strukturierten, wohl dosierten Lernplan erstellen, damit Sie in der langen Phase der Prüfungsvorbereitung ausreichend Zeit haben sich zu erholen. Die meisten haben das nicht, dadurch kann es zu einer Vielzahl von Stressreaktionen kommen, z.B. Konzentrationsstörungen, Angstgefühle, Nervosität, Magenprobleme oder Migräne bis hin zu Schlafstörungen.

Wenn Sie sich beim Lernen überfordert fühlen und gestresst sind, schüttet der Körper eine zu hohe Dosis Adrenalin aus und blockiert die Synapsen im Gehirn. Wichtige Botenstoffe, die für den Informationsfluss im Gehirn zuständig sind, können nicht mehr produziert werden. Deshalb wird die Kommunikation zwischen den Gehirnzellen eingestellt und Gelerntes nicht mehr gespeichert. Das nehmen wir dann als sog. Black-out wahr.

 

Hatten Sie während Ihres Studiums auch Prüfungsangst? Wie sind Sie damit umgegangen? 

Ich habe mit Prüfungsangst während meiner Abizeit zu kämpfen gehabt und konnte insbesondere Physik und Mathe einfach nicht in meinen Kopf reinkriegen. Ich habe gepaukt und gepaukt und gepaukt - und nichts ist hängengeblieben. Ich war frustriert. Die Physik Abschlussprüfung habe ich deshalb auch komplett versemmelt, ich hatte eine richtige Blockade. Mathe habe ich mit Ach und Krach bestanden. Von da an habe ich geglaubt, dass ich einfach zu blöd für diese beiden Fächer bin.

Im Studium hatte ich dann einen tollen Mentor, der mir beigebracht hat,  wie man richtig lernt – also gehirngerecht. Da sind einige Knoten geplatzt! Ich war sehr erleichtert. Mit den richtigen Methoden, der positiven inneren Einstellung und einem guten Lernstrukturplan habe ich sogar in Statistik und Methodenlehre hervorragend abgeschnitten. Statistik hat mir dann sogar Spaß gemacht und ich habe einen wesentlichen Teil meines Studiums mit Nachhilfe in Statistik finanziert. Wenn mir das jemand während meiner Abizeit erzählt hätte, ich hätte es nicht geglaubt.

 

Jetzt mal ehrlich: Wie viel Prozent denken Sie, spielt die Angst bei einer guten Note im Staatsexamen mit rein? 

Das ist schwierig in Prozent anzugeben, der Angstpegel ist ja individuell sehr unterschiedlich bei den Studenten. Wenn er jedoch zu hoch ist, kann dies zu Blockaden im Gehirn führen und schlimmstenfalls ist das Gelernte dann im Staatsexamen nicht mehr abrufbar und das kann sogar bis zum Nichtbestehen führen. Mit unseren praxiserprobten, mentalen Lernmethoden, die punktgenau auf das Lernen und die Anwendung von juristischem Fachwissen zugeschnitten sind, geht der Angstpegel runter und das Lernen fällt dann viel leichter. Aber lernen muss man natürlich trotzdem noch! Im Grunde bekommen die Jurastudenten in den Workshops mentale Leichter-Lerntechniken an die Hand.

 

Was machen Ihre Kurse so besonders und einzigartig gegenüber anderen?

Die ideale Mischung aus Lernpsychologie, Zeitmanagement und juristischer Fachexpertise machen den Unterschied.

In die Konzeption der Workshops ist nicht nur lernpsychologisches fundiertes Wissen eingeflossen, sondern das Coaching ist untermauert mit dem exzellenten juristischen Fachwissen von Frau Dr. Verena Nosch. Sie weiß, was in der Prüfung erwartete wird und hat selbst mit diesen Methoden ein Prädikatsexamen erreicht. Außerdem ergänzen die Kurse die Repetitorien ideal.

 

Lernt man nach ihren Coachings anders?

Auf jeden Fall. Die Studenten bekommen nicht nur wissenschaftlich fundierte, mentale Lernmethoden an die Hand, die auf den komplexen juristischen Lernstoff zugeschnitten sind. Sie lernen u.a. mit smarten Zielen zu arbeiten, Zeitmanagementtools anzuwenden und bekommen viele Tipps, wie man sein Gehirn beim Lernen optimal einsetzt. Letztendlich wirkt sich das positiv auf die Konzentration und die Motivation aus. Das sind ja wesentliche Grundvoraussetzungen für erfolgreiches Lernen sowie fürs Merken und Abrufen.
 

 

Gehen Sie in Ihren Workshops auch auf den Grund der Ängste ein? Z.B. erhöhter Erfolgsdruck, Versagensängste?

Das Lerncoaching soll ja keine therapeutische Maßnahme sein, deshalb gebe ich soviel Wissen mit, wie nötig, damit die Teilnehmer verstehen, was da im Gehirn bei Ihnen los ist. Feedback eines Teilnehmers: „Psychologisches Wissen wurde optimal und nicht zu ausführlich eingesetzt.”

 

Mit welchen Methoden arbeiten Sie und was bewirken diese?

Die Coachings und Workshops sind deshalb so wirkungsvoll, weil wissenschaftlich fundierte Methoden aus Lernpsychologie, Neurobiologie und der aktuellsten Gehirnforschung angewendet werden. Ihre Wirkung ist u.a. im Leistungssport, Stress- und Zeitmanagement oder Führungskräftecoaching vielfach erfolgreich erprobt.

Die Studenten bekommen außerdem praktische Tipps und Tricks, wie sie ihr Studium leichter meistern und sie ihre Konzentration und Motivation mit einfachen Gehirntrainings steigern können. Mentale Lernmethoden, wie Mnemotechniken, typgerechte Lernstrategien, Strategiepläne kombiniert mit smarten Zielen oder Entstressungstechniken  und vieles mehr runden das Ganze ab.

Die mentalen Lernmethoden sind einfach anzuwenden und lassen sich prima in den Lernalltag integrieren. Das Gehirn wird trainiert, sich leichter zu konzentrieren, so dass es in einen positiven Lernzustand gelangt und verschiedene Perspektiven beim Problemlösen einzunehmen lernt. Das ist ja gerade bei den Juristen eine sehr wichtige Fähigkeit, nicht nur für die Studienzeit sondern auch für eine erfolgreiche spätere Berufsausübung.

Sie können sich das ähnlich vorstellen wie beim Muskeltraining im Fitnessstudio. Es werden neue synaptische Verbindungen angelegt, die durch die mentalen Lernmethoden lebenslang aktiv bleiben können. Beim Lernen ist es ein enormer Vorteil zu wissen, welche „Knöpfe“ man drücken muss, damit das Gehirn die Wissensinhalte optimal abspeichert und das Gelernte abrufen kann.  

Prof. Gerald Hüther von der Göttinger Universität hat es provokant auf den Punkt gebracht: „Die meisten Menschen sind nur Gehirnbesitzer, benutzen tun es die wenigsten.“

In unseren Coachings bekommen die Jurastudenten sozusagen eine Gebrauchsanweisung für ihr Gehirn. Wenn sie sich dann den Lernstoff leichter merken können, macht es ab einem bestimmten Wissenslevel richtig Spaß, das juristische Fachwissen aktiv abzurufen und am Fall anzuwenden.

 

Wie lange im Voraus sollte man idealerweise mit der Stressbewältigung/ den Methoden beginnen? Ist Last-Minute überhaupt möglich? Wie schnell ist die Verbesserung?

Natürlich ist es am optimalsten, wenn man den Stressmanagement Kurs nicht Last-Minute bucht. Trotzdem können die Studenten auch noch kurz vor der Prüfung einige wichtige Tipps mitnehmen. Im Grunde genommen kann der Kurs jederzeit während der Prüfungsvorbereitung gebucht werden. Je früher desto mehr profitieren die angehenden Juristen davon. Man kann auch für den Umgang mit Prüfungsängsten oder Lösen von Lernblockaden ein Einzelcoaching buchen.

 

Können Sie uns schon einmal drei Tipps geben, wie man seine Ängste “auf die Schnelle” in den Griff bekommt?

Tipp 1:  Verändern Sie Ihren Platz: Stehen Sie auf und bewegen Sie sich, gehen Sie kurz an die frische Luft,  vielleicht einmal um den Block, atmen Sie bewusst fünf mal tief ein und aus.

Tipp 2: Wenn Sie ein Glas Wasser (ohne Kohlensäure) in kleinen Schlucken langsam trinken wirkt sich das positiv auf Ihre Atmung und Ihren Puls aus. Das ist ein altes Hausmittel, was beruhigend wirkt.

Tipp 3: Richten Sie Ihre Aufmerksamkeit woanders hin. Bringen Sie sich gezielt auf andere Gedanken: verändern Sie Ihren Platz, stehen Sie auf und stellen Sie sich selbst ein bis zwei (nicht so leichte, aber lösbare) Rechenaufgaben, die Sie im Kopf lösen. Schon sind Sie in anderen Arealen Ihres Gehirns unterwegs und der Angstpegel sinkt.

Glauben Sie nicht? Probieren Sie es einfach mal aus. Funktioniert!

 

Können Sie einmal aus dem Nähkästchen plaudern und eine Erfolgsgeschichte eines Juristen, der Ihre Workshops besucht hat, erzählen?

Eine junge Studentin war nach der xten Klausur, die mal wieder nicht gut gelaufen war, total frustriert. Sie konnte sich einfach nicht mehr aufraffen, noch irgendwas fürs Jurastudium zu tun. Sie fing an zu glauben, dass sie einfach nicht intelligent genug sei, um Jura zu studieren.

Lia nach dem Lerncoaching: „Das hätte ich nicht gedacht, dass ich mich wieder so gut aufraffen und konzentriert lernen kann. Ich weiß jetzt welcher Lerntyp ich bin und welche Lernmethoden am besten zu mir passen. Außerdem habe ich meinen negativen Glaubenssatz geknackt und weiß jetzt endlich, wie ich mich motivieren kann. Wichtig war es auch für mich, einen konkreten Lernplan zu haben, der hat mir Orientierung gegeben. Mir war auch nicht bewusst, wie wichtig regelmäßige Pausen sind. Ich hatte einfach immer durchgelernt und konnte mir nichts merken. Ach ja, das allerbeste, ich weiß jetzt was ich später nach dem Jurastudium machte möchte, ich möchte Familienrichterin werden. Und das spornt mich unheimlich an. Danke für das tolle Lerncoaching.

 

Mal angenommen, ich stehe kurz vor dem Staatsexamen und fühle mich überfordert, welchen Ihrer Kurse würden Sie mir als erstes empfehlen und warum?

Kurz vor der Prüfung würde ich Workshop II (Prüfungsstress) oder Workshop III (Maximal im Examen punkten) empfehlen. Ggf. macht auch ein Einzelcoaching Sinn, da kann ich ganz gezielt auf die Knackpunkte eingehen.

 

Herzlichen Dank, Frau Winkelmann, für diesen Einblick in die Stressbewältigung!

 


Tags: #Staatsexamen  #Studium  #Universität  


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31. Mai 2017

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