Gehalt in mittelständischen Kanzleien

Verdienstmöglichkeiten 2022 für Juristinnen und Juristen

Flache Hierarchien, direkter Mandantenkontakt und eine umfassende Betreuung von Mandaten – wer als Juristin und Jurist auf der Suche einem Arbeitgeber ist, wo ab Tag 1 Eigenverantwortung und Engagement gefragt sind, ist in einer mittelständischen Kanzlei richtig. 

Auch die Gehälter in mittelständischen Kanzleien können sich sehen lassen: Einige Kanzleien bieten ihren Associates bereits zum Einstieg 100.000 Euro oder mehr. Damit sind sie allerdings die Ausnahme: Das durchschnittliche Jahresgehalt in mittelständischen Kanzleien hängt stark von der Kanzleigröße und Ausrichtung der Kanzlei ab. Bei der Vielzahl an mit 20–200 Anwältinnen und Anwälten unterscheiden die Jahresgehälter sich teilweise sehr stark voneinander. 

Die folgenden Gehaltangaben beziehen sich auf TalentRocket vorliegende Gehaltsdaten.

1. Die Vergütung in mittelständischen Kanzleien

Die Zahl der Berufsträger in mittelständischen Kanzleien kann zwischen 20 und bis zu 200 Anwältinnen und Anwälten variieren. So stark die Unterschiede in der Kanzleigröße sein können, so sehr unterscheiden sich auch die Gehälter in mittelständischen Kanzleien. Wer neben zwei Staatsexamina einen Master of Laws oder eine abgeschlossene Promotion mitbringt, kann mit einem höheren Einstiegsgehalt rechnen. Ebenso sind Bonuszahlungen zu Beginn der Karriere in einer mittelständischen Kanzlei bereits bei einigen Arbeitgebern vorgesehen.

2. Das zahlen Kanzleien mit mehr als 50 Anwältinnen und Anwälten

 

Kanzlei Einstiegsgehalt (pro Jahr) Standorte Deutschland
POELLATH 165.000 € Berlin, Frankfurt am Main, München
GSK Stockmann 105.000 € Berlin, Frankfurt am Main, Hamburg, Heidelberg, München
Kapellmann und Partner 90.000 € Berlin, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, Mönchengladbach, München
ESCHE SCHÜMANN COMMICHAU

102.500 €

Hamburg
Arnecke Sibeth Dabelstein 85.000 € Berlin, Dresden, Frankfurt am Main, Hamburg, Leer, München
Redeker Sellner Dahs 85.000 € Berlin, Bonn, Leipzig, München
LPA-GGV 85.000 € Frankfurt am Main, Hamburg, München
Oppenhoff und Partner 100.000 € Frankfurt am Main, Hamburg, Köln
LUTZ | ABEL 85.000 € Berlin, Hamburg, München Stuttgart
Menold Bezler

100.000 €

Stuttgart

 

Stand: Januar 2022
 

Bedeuten im Umkehrschluss weniger Berufsträgerinnen und Berufsträger automatisch weniger Gehalt? Nicht unbedingt. Auch in kleineren Vertretern von mittelständischen Kanzleien wartet ein sehenswertes Einstiegsgehalt.

3. Einstiegsgehälter mit 50 und weniger Anwältinnen und Anwälten
 

Kanzlei Einstiegsgehalt (pro Jahr) Standorte Deutschland
MÖHRLE HAPP LUTHER 80.000 € Berlin, Hamburg, Schwerin
LOSCHELDER 100.000 € Köln
OPPENLÄNDER 100.000 € Stuttgart
Brock Müller Ziegenbein

90.000 €

Flensburg, Kaltenkirchen, Kiel, Lübeck
SCHMIDT, VON DER OSTEN & HUBER 105.000 € Essen
HAVER & MAILÄNDER 100.000 € Frankfurt am Main, Leipzig, Stuttgart
BMH BRÄUTIGAM 100.000 € Berlin
SPIEKER & JAEGER 75.000 € Dortmund
Dombert 72.000 € Düsseldorf, Potsdam
WEGNERPARTNER

95.000 €

Berlin

 

Stand: Januar 2022
 

Das Einstiegsgehalt in mittelständischen Kanzleien

Wer sich nach dem Referendariat für den Einstieg als Associate in einer mittelständischen Kanzlei entscheidet, dem stehen einige Türen offen. Viele mittelständische Kanzleien sind nicht auf ein Rechtsgebiert fokussiert, sondern arbeiten in verschiedenen Fachbereichen. Zudem verfügen einige mittelständische Kanzleien über mehrere Standort in Deutschland und sind mitunter auch international sehr gut vernetzt oder haben eine Niederlassung im Ausland.

 

Als Arbeitgeber überzeugen mittelständische Kanzleien nicht nur durch eine direkte Einbindung in die Mandatsarbeit, sondern auch durch das Gehalt. Nach dem Zweiten Staatsexamen erwarten Anwältinnen und Anwälte zum Einstieg in einer mittelständischen Kanzlei zum Teil bis zu 100.000 Euro und mehr. Faktoren, die das Gehalt entscheidend mitbestimmen, sind neben der eigenen juristischen Qualifikation auch Kanzleigröße und Kanzleiumsatz.

Das Gehalt liegt zwischen

60.000 € und 165.000 € pro Jahr

Die ersten 2–3 Jahre als Associate in einer mittelständischen Kanzlei

In den ersten Jahren nach dem Einstieg in eine mittelständische Kanzlei steigt der jährliche Verdienst in der Regel um 5.000–10.000 Euro pro Jahr. Je nach Kanzlei kann das Gehalt in dieser Zeit durch einen jährlichen Bonus ergänzt werden. Dieser wird von den Juristinnen und Juristen individuell verhandelt und hängt von der eigenen Leistung im Beruf ab. Neben einem höheren Gehalt bieten mittelständische Kanzleien in den ersten 2–3 Jahren ihren Associates weitere Zusatzleistungen, wie zum Beispiel Weiterbildungsangebote.

Das Gehalt in mittelständischen Kanzleien steigt durschnittlich bis zum 6–7. Berufsjahr. Bonuszahlungen werden weiterhin individuell vereinbart. Abhängig von der Größe der Kanzlei und dem Karrieremodell, welches in die Partnerschaft führt, werden schon früh die Weichen für eine Ernennung zu Partnerin oder zum Partner in den darauffolgenden Jahren gestellt.

Das Gehalt liegt zwischen

70.000 € und 170.000 € pro Jahr

ab dem 3. Jahr

Das Gehalt liegt zwischen

75.000 € und 175.000 € pro Jahr

4. Das Gehalt nach 5 Jahren in einer mittelständischen Kanzlei

Wer als Anwältin oder Anwalt bereits einige Jahre an Berufserfahrung in einer mittelständischen Kanzlei gesammelt hat, ist bereits mit verantwortungsvollen Aufgaben vertraut und für eigene Mandate verantwortlich. Mit Blick auf die Gehaltsentwicklung in dieser Zeit, ist zunehmend das eigene Talent in Gehaltsverhandlungen gefragt. Das Gehalt nach 5 Jahren hängt zudem von der Karrierestufe ab, auf der sich Anwältinnen und Anwälte  zu der Zeit befinden. Viele mittelständische Kanzleien ernennen ihre Anwältinnen und Anwälte schon nach dem dritten oder vierten Berufsjahr zum Counsel oder Junior Partner. Mit der neuen Verantwortung ist ein entsprechendes Gehalt verbunden.

5. Das Gehalt als Partnerin oder Partner in einer mittelständischen Kanzlei

Das Gehalt in der Partnerschaft einer mittelständischen Kanzlei hängt von verschiedenen Faktoren ab. Neben Kanzleiumsatz, Vergütungsmodell in der Partnerschaft und Ausrichtung der Kanzlei ist der Partner-Status eine wichtige Variable. Als Junior oder Salary Partner ist das Gehalt geringer als das eines Equity Partner. 

Das Gehalt in der Führungsetage einer mittelständischen Kanzlei lässt sich nur schwer pauschalisieren. Schätzungen zufolge kann das Gehalt eines Salary Partners bis zu 110.000 Euro pro Jahr + Bonus betragen. Als Equity Partner kann ein jährlicher Verdienst von bis zu 250.000 Euro inkl. Bonus erreicht werden. Abhängig von eigenen Akquise-Fähigkeiten kann das Jahresgehalt höher oder niedriger ausfallen.