Gehalt in der Großkanzlei

Das verdienen Juristinnen und Juristen 2021

Nach dem Staatsexamen endlich Karriere machen: Der Traum vieler Juristinnen und Juristen von der Großkanzlei geht oftmals mit der Vorstellung eines sehr guten Gehalts einher. Nicht ohne Grund zählen hier tätige Anwältinnen und Anwälte zu den Spitzenverdienern in Deutschland.

Insbesondere amerikanische und britische Kanzleien fallen durch ihre hohen Einstiegsgehälter auf und werben um talentierte Juristinnen und Juristen mit Gehältern jenseits der 100.000 Euro Marke. Das Gehalt wird häufig durch einen leistungsbezogenen Bonus ergänzt und auch Signing Bonus wird mittlerweile von verschiedenen Kanzleien angeboten und erhöht das Gehalt im ersten Jahr noch einmal zusätzlich.

Die Vergütung in der Großkanzlei

Die Arbeit und der damit verbundene Aufwand in einer Großkanzlei wird sehr gut entlohnt: Einstiegsgehälter über 100.000 Euro sind für Anwältinnen und Anwälte mit Prädikatsexamen mittlerweile keine Seltenheit mehr. Mit einer entsprechenden Zusatzqualifikationen (beispielsweise einem LL.M. oder einer Promotion), kann das Gehalt im ersten Jahr als Associate noch einmal höher ausfallen. Welcher Arbeitgeber lohnt sich finanziell für Juristinnen und Juristen?

Diese 10 Großkanzleien zahlen das höchste Einstiegsgehalt

 

Kanzlei Einstiegsgehalt (pro Jahr) Standorte Deutschland
Kirkland & Ellis 160.000 € München
Skadden, Arps, Slate, Meagher & Flom 160.000 € Frankfurt am Main, München
Milbank 160.000 € Frankfurt am Main, München
Willkie Farr & Gallagher*

155.000 €

Frankfurt am Main
Sidley Austin 150.000 € München
Gibson, Dunn & Crutcher 145.000 € Frankfurt am Main, München
Latham & Watkins 145.000 € Frankfurt am Main, Hamburg, Köln, München
White & Case 145.000 € Berlin, Frankfurt am Main, Hamburg, Köln
Sullivan & Cromwell 145.000 € Frankfurt am Main
Quinn Emanuel Urquhart & Sullivan**

135.000 €

Hamburg, Mannheim, München Stuttgart

 

* Das Einstiegsgehalt von Wilkie Farr & Gallagher beinhaltet einen Bonus in Höhe von 15.000 Euro

** Quinn Emanuel Urquhart & Sullivan zahlen im ersten Jahr einen Bonus von bis zu 33.750 Euro

Das Einstiegsgehalt in der Großkanzlei

Nach verschiedenen Praktika, dem Referendariat und eventuellen Nebenjobs nun der erste richtige Job – und das erste richtige Gehalt. Dass der Verdienst in der Großkanzlei entsprechend hoch ausfällt, ist unter Juristinnen und Juristen kein Geheimnis. Eine Vorstellung, in welchen Dimensionen man sich hier bewegt, existiert bereits bei den meisten.

Ein nicht zu unterschätzender Faktor bei der Arbeitgeberwahl ist das Einstiegsgehalt. Wer möchte nicht im Vorfeld wissen, was man nach dem Zweiten Staatsexamen bei seinem potenziellen Arbeitgeber verdienen kann?
In ihren Profilen setzen "unsere" Kanzleien auf Transparenz und zahlreiche Großkanzleien geben einen Überblick über die zu erwartenden Gehälter, die weitere Gehaltsentwicklung und Zusatzleistungen, die künftige Anwältinnen und Anwälte bei ihnen erwarten können.

Das Gehalt liegt zwischen

75.000 € und 160.000 € pro Jahr

Die ersten 2–3 Jahre als Associate in der Großkanzlei

Während die Einstiegsgehälter in den Großkanzleien sehr beeindruckend sind, fällt das Wachstum dazu vergleichsweise gering aus. In vielen Großkanzleien wächst das Gehalt für Associates im zweiten und dritten Berufsjahr um jeweils 5.000–10.000 €. Somit beträgt das Gehalt vieler Associates in der Großkanzlei bereits kurz nach dem Berufseinstieg bis zu 165.000 €. Der Verlauf der Gehaltsentwicklung wird vor allem von der Performance und dem individuellen Verhandlungsgeschick bestimmt. Ebenso besteht in vielen Großkanzleien die Möglichkeit, leistungsorientierte Bonuszahlungen zu vereinbaren. 

Durchschnittlich steigen die Gehälter in der Großkanzlei bis zum achten Berufsjahr, Bonuszahlungen sind von dieser Drosselung jedoch nicht betroffen. Ebenso sollten weitere Benefits wie Fortbildungen, die Übernahme von Mitgliedschaftsbeiträgen der Rechtsanwaltskammer (RAK) oder vermögenswirksame Zusatzleistungen des Arbeitgebers nicht außer Acht gelassen werden. Dazu zählt beispielsweise die betriebliche Altersvorsorge, die viele Arbeitgeber anbieten.

Das Gehalt liegt zwischen

90.000 € und 165.000 € pro Jahr

ab dem 3. Jahr

Das Gehalt liegt zwischen

95.000 € und 170.000 € pro Jahr

Das Gehalt nach 5 Jahren als (Senior) Associate in der Großkanzlei

Anwältinnen und Anwälte mit einigen Jahren Berufserfahrung können auch als Managing oder Senior Associate ihre Vergütung in der Großkanzlei erhöhen. Während es in den ersten Berufsjahren in der Regel einen festgesteckten Gehaltsrahmen für Associates in der Großkanzlei gibt, wird mit fortschreitender Berufserfahrung das eigene Geschick in der Gehaltsverhandlung gefordert. So kann das Gehalt bereits auf dieser Karrierestufe 200.000 Euro und mehr betragen. Ergänzt wird das feste Gehalt zudem durch einen Bonus, der individuell verhandelt wird oder anhand des Kanzleiumsatzes bemessen wird. 

Das Gehalt als Counsel in der Großkanzlei

Als Counsel hat man bereits einige Jahre an Berufserfahrung in der Großkanzlei gesammelt. Dies spiegelt sich auch im Gehalt wieder. Je nach Karriereweg und Entwicklung kann der Counsel-Status in Großkanzleien nach 6-7 Jahren erlangt werden. In einigen Kanzleien gehört der Counsel übrigens zum Partnertrack und ist alles andere als ein Abstellgleis.

Das jährliche Gehalt als Counsel kann sich durchaus sehen lassen: Hier sind Jahresgehälter von 200.000–400.000 Euro pro Jahr realistisch. Beeinflussende Faktoren sind neben der Berufserfahrung der Kanzleiumsatz und vor allem die eigene Performance. Ebenso liegt das Gehalt von US Großkanzleien meist über der Vergütung von UK Großkanzleien.

Das Gehalt als Partnerin oder Partner in der Großkanzlei

Das Gehalt in der Partnerschaft einer Großkanzlei lässt sich nur schwer genau beziffern. Bekannt ist jedoch, dass US Großkanzleien voranschreiten und Equity Partnerinnen und Equity Partner mit einem Gehalt von mehr als 500.000 Euro rechnen können. UK Großkanzleien folgen mit 400.00 Euro und mehr.

Das Gehalt in der Partnerschaft einer Großkanzlei richtet sich nach dem Vergütungsmodell der Kanzlei. Zwischen einem Lockstep-Modell und einem Merit-based-Modell können große Unterschiede in dem Gehalt liegen. Neben der rechtlicher Expertise ist vor allem die unternehmerische Kompetenz der Partnerinnen und Partner gefragt: Der Jahresumsatz der Kanzlei beeinflusst ihr Gehalt und Bonuszahlungen unmittelbar.

 

Benefits in der Großkanzlei

Zahlreiche Großkanzleien bieten äußerst attraktive Zusatzleistungen an, um ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fachlich wie persönlich zu fördern und in ihrem Alltag zu unterstützen.

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