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Das Studium Wirtschaftsrecht mit Abschluss Bachelor of Laws (LL.B.)

Studium, Examen & Zusatzqualifikationen

Das Studium Wirtschaftsrecht mit Abschluss Bachelor of Laws (LL.B.)

Der Bachelor of Laws - innovativer Studiengang oder Ausbildung zum Juristen zweiter Klasse?

 

Der Bachelor of Laws (LL.B.) ist in Deutschland noch relativ wenig verbreitet, stellt aber für viele dennoch einen interessanten juristischen Ausbildungsweg dar. Aus diesem Grund werden im Folgenden die Vor- und Nachteile des Studiengangs Wirtschaftsrecht mit dem Abschluss LL.B. beleuchtet.

 

Bologna Prozess: So ist das Studium Wirtschaftsrecht mit Abschluss Bachelor of Laws aufgebaut

Ein Bachelor of Laws hat im Normalfall eine Regelstudienzeit von sechs Semestern und dem Bologna-Prozess entsprechend einen Umfang von 180 ECTS-Punkten. Thematische Schwerpunkte können je nach Institution gesetzt werden. Wirtschaftsrecht wird oft als „Schnittstellenstudium“ bezeichnet, da meist Kompetenzen aus dem Bereich Rechtswissenschaften, Betriebswirtschaft und in Einzelfällen auch Sprachen gelehrt werden. Auch Praxissemester sind, je nach gewählter Institution, im Studium inbegriffen. Auf den Bachelor of Laws folgt für die meisten Studenten der konsekutive Studiengang LL.M., Master of Laws, um die Berufschancen zu verbessern.

 

Gehalt und mehr: Die Antworten zu deinen Fragen

Berechtigt ein Studium zum Ablegen des ersten Staatsexamens, des Referendariats oder des zweiten Staatsexamens?

Nein. Um die Staatsexamen abzulegen, musst du der traditionellen Ausbildung zum Volljuristen folgen. Mit einem LL.B. kannst du also nicht Richter, Staatsanwalt oder Notar werden.

Für wen ist ein Studium des Wirtschaftsrechts mit Abschluss Bachelor of Laws (LL.B.) geeignet?

Das Studium ist als „Schnittstellenstudium“ konzipiert, das Absolventen dazu befähigt, in Bereichen tätig zu sein, wo sowohl rechtswissenschaftliche als auch betriebswirtschaftliche Kompetenzen vonnöten sind.

Besonders nützlich ist das Studium für solche Studenten, die später gerne im Steuerbereich oder Vertragswesen tätig sein möchten. Eine Möglichkeit wäre etwa eine Karriere als Steuerberater. Auch, wenn eine Karriere im Unternehmen angestrebt wird, kann ein Studium des Wirtschaftsrechts eine gute Wahl sein.

Welche Einschränkungen gibt es?

Man muss sich darüber im Klaren sein, dass man als Wirtschaftsjurist keine Mandanten betreuen darf und diese auch vor Gericht nicht vertreten darf. In dieser Hinsicht ist man also einem Volljuristen unterlegen und leistet oft unterstützende Aufgaben für Volljuristen. Als Wirtschaftsjurist sollte es einen daher nicht stören, vor allem im Hintergrund zu agieren und nicht vor Gericht vertreten zu können. Außerdem sollte man sich auch bewusst sein, dass Wirtschaftsjuristen im Normalfall weniger verdienen als Volljuristen.

Was für ein Einstiegsgehalt darf man erwarten?

In Großkanzleien kann ein Wirtschaftsjurist durchaus mit 50.000€ plus Boni einsteigen, in kleineren und Mittelstandskanzleien ist mit einem Einstiegsgehalt ab 45.000€ zu rechnen. Einstiegsgehälter variieren jedoch mit Arbeitgeber und Branche.

 

Erfahrungsbericht: Studiengang Wirtschaft und Recht LL.B.

Mark-Kristopher Schulze studiert Wirtschaft und Recht LL.B. an der Fachhochschule Westküste in Schleswig-Holstein.Er befindet sich im sechsten Semester und erzählt uns hier von seinen Erfahrungen.

Was sind die wichtigsten Lerninhalte deines Studiums?

„Für mich als Student im sechsten Semester mit der Schwerpunktausrichtung Taxation & Finance, also der grundlegenden Steuerlehre, sowie der Lehre über ein erfolgreiches Unternehmertum, stehen die Inhalte des Studiums in einem sinnvollen Zusammenhang. Einerseits lernen wir die Strukturen einer Unternehmung aus betriebswirtschaftlicher Sicht, also die notwendigen Rahmenbedingungen und die kosteneffiziente Planung, Führung und Kontrolle des wirtschaftlichen Handelns. Andererseits lernen wir aber auch immer ein Auge auf die rechtlichen Begebenheiten zu haben, um somit zivil- und öffentlich rechtliche Risiken zu erkennen und zu vermeiden.“

Was fasziniert dich an deinem Studium?

„Die Kombination von Wirtschaft und Recht finde ich deshalb besonders spannend, weil man tagtäglich im privaten sowie beruflichen Umfeld damit konfrontiert wird. Die Faszination für erfolgreich aufgestellte Unternehmen wird in diesem Studium mit dem dafür notwendigen Grundwissen untermauert.“

Wie hast du dein Praxissemester verbracht?

„Besonders deutlich wurde mir die Relevanz der Inhalte in dem obligatorischen Praxissemester, welches ich in einer mittelständischen Wirtschaftsprüfungssozietät in Kiel sowie in einer Insolvenzverwaltung in Hamburg absolvierte. Als Prüfungsassistent unterstützte ich hauptsächlich bei der Prüfung der Jahresabschlüsse nach HGB und profitierte dabei besonders von Kenntnissen aus dem industriellen Rechnungswesen, die mir in diesem Studium auch grundlegend vermittelt wurden. Es ist also vorwiegend ein Arbeiten mit Zahlen unter Beachtung der korrekten handelsrechtlichen Vorschriften gewesen.

In der Insolvenzverwaltung hingegen hatte ich die Möglichkeit in vielen Rechtsgebieten zu arbeiten. Hier hatte ich neben handelsrechtlichen Fragestellungen auch Sachverhalte aus dem bürgerlichen Schuld- und Sachenrecht oder Haftungsproblematiken auf gesellschaftsrechtlichen Grundlagen, sowie steuerrechtliche Fragen zu klären. Mir hat das juristische Arbeiten dabei besonders viel Freude bereitet, denn ich konnte aus vielen Veranstaltungen meines Studiums Kenntnisse einbringen und einen positiven Beitrag für das Unternehmen leisten. Die Insolvenzordnung, die sich an bestimmten Schnittstellen über die außerhalb der Insolvenz geltenden Vorschriften erhebt, empfinde ich als sehr interessantes Rechtsgebiet.“

Wie stellst du dir deinen weiteren Karriereweg vor?

„Für meinen weiteren Weg wünsche ich mir eine Möglichkeit im steuerrechtlichen Bereich Fuß zu fassen und es wäre toll, wenn es ein Umfeld wird, wo ich auch mit zivilrechtlichen Inhalten konfrontiert werde. Beispielsweise in der Kombination von Steuer- und Sanierungsberatung. Berufsbegleitend soll dann noch der LL.M. des Wirtschaftsrechts folgen. Ebenfalls möchte ich mir die Chance auf das Steuerberaterexamen erarbeiten.“

 

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Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung männlicher und weiblicher Sprachformen verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten aber für beiderlei Geschlecht.

 

22. September 2014

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