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Alltagskatastrophen im Semesterverlauf - Womit Jurastudenten zu kämpfen haben

Studium, Examen & Zusatzqualifikationen

Alltagskatastrophen im Semesterverlauf

Womit Jurastudenten zu kämpfen haben

#Studium

 

Von Jurastudenten – für Jurastudenten. Katastrophen, mit denen wir Jurastudenten tagtäglich konfrontiert werden können, und andere Probleme, mit denen wir uns herumschlagen müssen.

Semesterzeit – Schönfelder und Sartorius

Die zwei wohl unbeliebtesten Bücher machen es uns Studenten wirklich nicht einfach. Nicht nur dass man sie selbst nachsortieren muss, zumindest gefühlt jede zweite Nachlieferung keinerlei Relevanz fürs Studium hat und die Kosten dafür auch noch regelmäßig ansteigen - nein, sie sehen auch noch gleich aus. Fast jeder von uns hatte doch schon diesen wunderbaren Moment, wenn man bewaffnet mit Verwaltungsrecht – Unterlagen und dem roten Gesetzesschinken um 8 Uhr morgens in die Bibliothek für öffentliches Recht geht und dann am hart erkämpften Platz feststellen muss, dass ebendieser rote Gesetzesschinken, den man mit sich geschleppt hat, in diesem Fall der Schönfelder und damit der Falsche unserer beiden Freunde ist. Abgesehen von genannten Komplikationen ist auch die obligatorische Gesetzes-Handtasche für die meisten von uns ein Graus.


Semesterferien? – Hausarbeiten und damit verbundene Dramen

Wir Juristen sind schon ein strebsames Völkchen. Kaum läutet es an der Universität zu den sogenannten „Semesterferien“, rennen wir entweder zum nächsten anstehenden Praktikum oder wir bleiben einfach in der Bibliothek sitzen und schreiben eine Hausarbeit. Von beidem wird glücklicherweise genug verlangt während des Grundstudiums, es reicht also für alle „Semesterferien“. Nun ist zumindest der durchschnittliche Jurastudent selten im „normalen Leben“ - manch ein Jurist mag schon bei dieser Wortwahl verwirrt das Lesen abbrechen - kein besonders technikaffiner Mensch. Das bedeutet, dass nicht gespeicherte, „irgendwie plötzlich verschwundene“ und vor allem mit einem Klick völlig verunstaltete Hausarbeiten jetzt Hochkonjuktur haben.

Das aber reicht uns natürlich noch lange nicht. Denn nur viel arbeiten und keine Ahnung von Technik haben sind ja nur zwei erfüllte Klischees. Jurastudenten können mehr, mindestens also noch ein Klischee muss herhalten. Denn ja, geschwärzte oder ausgerissene Seiten sind genauso wie versteckte Bücher und Zeitschriften - die Rede ist nicht von Comics und Co. - leider kein Gruselmärchen aus den juristischen Bibliotheken unseres Landes. Sowas kommt wirklich vor.


Klausurenphase – Wertvolle Tipps der Kommilitonen

Haben wir es dann doch geschafft und sind mit richtigem Gesetz zum mehr oder weniger erfolgreichen Abschluss unserer Hausarbeit gekommen, geht der Spaß gleich weiter. Denn auch wir Juristen haben natürlich eine Klausurenphase. Nun gibt es die Tendenz anderer Studienfächer zu behaupten wir Juristen hätten Glück, weil unsere Klausuren regelmäßig nicht über die ganzen „Semesterferien“ verteilt sind. Das Gewicht von Schönfelder und Sartorius können hier einmalig zum Vorteil werden, allerdings natürlich nur eingepackt, sonst gibt’s peinlich berührte Blicke von anderen Juristen, wenn das Gesetz danach nicht mehr aussieht wie neu. Abgesehen von diesen frechen Behauptungen anderer Studenten schaffen aber auch wir Juristen immer wieder uns gegenseitig die Klausurenphase zu versauen. Es gibt da drei Stereotypen von Jurastudenten, die so oder so ähnlich in jedem Semester und an jeder Universität zu finden sind.

Der Streb- und Mitteilsame

Nummer eins ist derjenige, der einem das Gewissen fast zerreißt. Er ist von morgens bis abends in der Uni, kennt jeden Streitstand vom Asylrecht bis in die Zivilprozessordnung und, freundlich wie er nun einmal ist, er nimmt sich mindestens den halben Tag Zeit, seinen Kommilitonen davon zu berichten. Gerüchten zufolge sind diese Personen zum Glück selten wirklich gut, erzählen meistens allen dasselbe und verbringen weniger Zeit über Büchern und Co. als diejenigen, die für ein paar Stunden in der Bibliothek auftauchen und sich danach wieder ihres Lebens erfreuen.

Der Vernetzte

Der nächste Stereotyp der uns die Klausurenphase versaut und uns wohl am meisten Zeit raubt, ist „der Experte mit den guten Verbindungen zum Lehrstuhl“. Das Tolle ist, er weiß immer ziemlich sicher was in der Klausur rankommt. Das schlimme daran, er hat fast nie Recht und trotzdem wagt man es aus irgendeinem Grund nie ihn zu ignorieren. Worst case scenario gefällig? Der Typ landet einen Treffer. Nicht nur das „Ich hab es dir ja gesagt“, dass den eigenen Kopf schönfelderrot werden lässt, tut weh. Besonders schlimm ist, dass man in näherer Zukunft keine Chance mehr hat sich selbst zur Vernunft zu bekommen und nichtmehr auf ihn zu hören. All das nur, weil er eine ungefähr 25 % Chance getroffen hat und das richtige Thema aus dem entsprechenden Rechtsgebiet erraten hat. Wehe demjenigen, der vier von dieser Art kennt.

Das Genie

Kommen wir zum dritten Vertreter unserer drei Stereotypen und damit auch schon zur letzten unserer kleinen alltäglichen Katastrophen. Er ist zugegebenermaßen kein rein juristisches Phänomen, kommt dafür aber gleich in zwei Varianten daher. Es ist der „Ich konnte gar nix.“ - Prädikatsnotenschreiber oder dessen „Ich habe fast gar nicht gelernt.“ - Ausführung. Je nach Umfeld und eigenen Noten gilt das natürlich auch für die gerade-so-bestehen-Variante.

 

Das war natürlich nur ein kleiner Ausschnitt aus dem Leben von uns Jurastudenten und jetzt drängt sich beim Leser möglichweise der Eindruck auf, die Herren Schönfelder und Sartorius sind bei dem Vergleich mit den Kommilitonen wahrlich die beste Begleitung oder wir würden uns gegenseitig schaden und uns das Leben schwer machen wollen. In Wahrheit jedoch - trainieren wir natürlich nur für den harten Berufsalltag und machen uns gegenseitig stärker.

Denn wie hat schon der Richter am Bundesgerichtshof und Verfasser der bekannten Zeit-Kolumne Thomas Fischer richtig festgestellt? Das Jurastudium wäre sonst einfach viel zu leicht für uns.

 

28. April 2016

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