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Mein Job als Juristin in der Stadtplanung

"Das große Ganze im Blick" als stellvertretende Stabsstellenleiterin des Beteiligungsmanagements bei der Landeshauptstadt München


veröffentlicht am 28.11.2018

- Interview mit Frau Sandra Thim, Verwaltungsrätin im Referat für Stadtplanung und Bauordnung bei der Landeshauptstadt München -

Sandra Thim - Interview TalentRocket Landeshauptstadt München

 

Hallo Frau Thim, wie würden Sie das Referat für Stadtplanung und Bauordnung in einem Satz beschreiben?

Das Referat für Stadtplanung und Bauordnung, als wichtige Säule der Stadtverwaltung, setzt die Ziele für die planerische Gestaltung der Landeshauptstadt München und bietet so ein vielseitiges Aufgabenfeld.

 

Sie haben in Berlin studiert und Wahlstation in Südafrika gemacht. Was hat Sie denn dann nach München verschlagen?

Diese Frage höre ich oft, da Berlin eine tolle und facettenreiche Stadt ist. Aber auch München ist eine Stadt mit hoher Qualität.

Die Idee ist mir beim Reisen durch Länder wie Südafrika, Neuseeland und Indonesien gekommen.

Durch das Reisen habe ich das Interesse gewonnen, auch andere Städte in Deutschland kennenzulernen und mich beruflich sowie persönlich weiterzuentwickeln. Zudem gehe ich gerne wandern und genieße die Natur. Die Nähe zu den Bergen, Österreich, Schweiz und Italien machte die Entscheidung für München natürlich leichter.

 

Eine solche Freizeitgestaltung wird ja gern mal von der Arbeit torpediert ;-). Aber zunächst als Einstieg: Wie ist das Referat für Stadtplanung eigentlich aufgebaut?

Zum Glück gibt es ein paar mehr Feiertage in Bayern, die ideal für einen Kurztrip in die Berge sind ;-).

Das Dach des Referats bildet die Referentin, ihre Vertretung sowie die Referatsgeschäftsleitung. Das Referat selbst ist in vier Hauptabteilungen (HA) aufgeteilt – die Stadtentwicklungsplanung HA I, die Stadtplanung HA II, die Stadtsanierung und der Wohnungsbau HA III sowie die Lokalbaukommission HA IV.


Und für welche Hauptabteilungen haben Sie schon gearbeitet?

Ich bin seit Februar 2017 im Referat tätig und hatte mich zunächst für die Stadtentwicklungsplanung HA I entschieden. Dort war ich im Bereich Regionales als Juristin tätig – ein wichtiger Bereich, der die regionale Kooperation und die Interdisziplinarität weiter stärkt.

Seit März 2018 bin ich stellvertretende Stabsstellenleiterin des Beteiligungsmanagements der HA III. Ein anspruchsvolles Tätigkeitsfeld, welches die Verwaltungsleitung und die Entscheidungsträger in ihrer Steuerungsverantwortung unterstützt und eine Kooperation und Unterstützung der städtischen Wohnungsbaugesellschaften unter fachlichen, wirtschaftlichen und organisatorischen Gesichtspunkten sichert.


Unterscheiden sich die Abteilungen in den juristischen Aufgaben bzw. verschiebt sich die Gewichtung von juristischer und nicht-juristischer Tätigkeit?

 

Die Themenbereiche könnten nicht unterschiedlicher sein.

 

Während ich im Bereich Regionales viele Projekte, die auf mehrere Monate bzw. Jahre ausgerichtet sind, juristisch betreut habe und insbesondere die regionale Kooperation im Mittelpunkt stand, geht es im Beteiligungsmanagement oft um aktuelle, politisch kontroverse Themen. Insbesondere der Wohnungsbau, die Schaffung und der Erhalt von bezahlbaren Wohnungen vor dem Hintergrund des anhaltenden Bevölkerungswachstums in München stehen hierbei im Mittelpunkt der Diskussionen. Allerdings gibt es zwischen den Bereichen auch Verknüpfungen, bei denen ein enger Austausch zwischen den Hauptabteilungen erfolgt. Insgesamt ist in beiden Bereichen das Verhältnis zwischen juristischer und nicht-juristischer Tätigkeit sehr ausgewogen.


Wie kam es zu Ihrem Abteilungswechsel und wie wirkt sich ein solcher auf die Karriere aus?

Ich wurde von der Referatsleitung gefragt, ob ich eine neue Aufgabe in der Stabsstelle Beteiligungsmanagement übernehmen möchte. Durch den Wechsel in eine andere Abteilung erhalte ich einen weiteren interessanten Einblick in die Gesamtaufgaben des Referats für Stadtplanung und Bauordnung und kann darüber hinaus Führungserfahrungen sammeln. Diese Erfahrungen und die Vernetzung in der Stadt sind eine große Chance für die weitere berufliche Laufbahn.


Können Sie uns Ihren Aufgabenbereich allgemein erläutern?

Als Juristin im Referat für Stadtplanung und Bauordnung zu arbeiten, heißt, vielseitige Themen und Projekte zu betreuen.

 

Vom klassischen öffentlichen Recht bis hin zum Privatrecht begegnet einem eine große juristische Bandbreite.

 

Meine Tätigkeit in der HA III umfasst aktuell zum Beispiel die rechtliche Beratung bei Fragen zum Wohnungsbau und zur Stadtsanierung, aber auch die Kooperation zwischen den Wohnungsbaugesellschaften und anderen Referaten.   

 

Das klingt, als ob es mit den Anforderungen aus Studium und Referendariat nicht ganz so viel gemein hat. Wie gelingt da der Einstieg?

In nicht einmal 1 ½ Jahren zwei solch unterschiedliche Hauptabteilungen kennenzulernen, ist natürlich auch eine Herausforderung. Themenbereiche wie regionale Kooperationen, Vereinsbetreuung oder Münchner Wohnungsbau ähneln kaum den Themen des Studiums.

 

Aber irgendwie ist doch das auch der Reiz oder?

 

Ein so vielfältiges Aufgabenspektrum ermöglicht es einem, sich nach dem Studium in verschiedenste Themenbereiche einzuarbeiten, mit den fachlich aus ganz unterschiedlichen Richtung kommenden Kolleginnen und Kollegen in interdisziplinärem Austausch gemeinsam nach Lösungen zu suchen und sich dadurch weiterzuentwickeln. Gerade die Verbindung zwischen den juristischen Bewertungen und deren direkte Auswirkungen in den Projekten der Praxis macht den Beruf so interessant. Oft traut man sich frisch nach dem Studium die Bewältigung dieser Aufgaben gar nicht zu. Aber wir alle wachsen mit unseren Aufgaben.   

 

Begegnen Ihnen trotzdem noch manchmal sozusagen „Klausurfälle“ oder denken Sie sich manchmal, aus der Problematik könnte man auch eine Klausur erstellen?

In der HA I und der HA III eher selten. Im Gegensatz zum Studium ist man in der Stadtverwaltung mitten in der Gestaltung der Stadt. Es geht um aktuelle Themen, die oft nicht eine Lösung haben, sondern von uns im großen Ganzen betrachtet und diskutiert werden müssen. Ich empfinde das als sehr spannend. Man kann die Stadt wirklich selber mitgestalten.

 

Unsere Ideen und Projekte prägen die Stadt und ihren Charakter.  

 

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Im Studium war Ihr Schwerpunkt das Urheberrecht. Damit haben Sie wahrscheinlich nicht mehr so viel zu tun?

Das dachte ich eigentlich auch. Aber es ist umso schöner, dass ich mich in dem Punkt geirrt habe. Das Thema Urheberrecht ist meiner Ansicht nach für alle Referate wichtig. Meine Aufgabe ist es, die Sensibilität für dieses Thema in der Stadtverwaltung und damit auch die Zusammenarbeit zwischen den Referaten zu stärken. Ich darf Fortbildungen für Kolleginnen und Kollegen des Referats halten und berate sie in einzelnen Fragestellungen. Es geht darum, das Wissen weiterzutransportieren, was mir viel Freude bereitet.       

 

Kann man sich stets im Rahmen seiner Aufgaben so frei entfalten oder ist es eher ein glücklicher persönlicher Zufall?

Sowohl als auch. Die Stadt bietet viele Möglichkeiten, um sich beruflich, aber auch persönlich weiterzuentwickeln. Hat man wirklich den Willen, ein Projekt umzusetzen und setzt sich dafür ein, wird man bei der Verwirklichung durch die Stadt unterstützt. Das macht die Stadtverwaltung für mich attraktiv. Ich kann mich selber verwirklichen, kreativ werden und am großen Ganzen mitwirken.     

 

Neben der fachlichen Arbeit – welche Vorteile sehen Sie darin, sich als Juristin bei einer Landeshaupt- oder Großstadt in der Verwaltung zu bewerben?

Gerade in Bezug auf meine Arbeit sehe ich einen großen Vorteil in der Möglichkeit, die zukünftige Entwicklung der Großstadt, zumindest in kleinen Teilen, mitgestalten zu können. Darüber hinaus gibt es ein großes Angebot an Fortbildungsmöglichkeiten, von denen ich schon einige wahrnehmen durfte. Dadurch hat man die Möglichkeit, nicht nur neue fachliche Themen kennenzulernen, sondern sich auch persönlich gut aufzustellen. Auch schafft die Stadtverwaltung eine gute Work-Life-Balance: Sie setzt sich für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ein, Überstunden können als Gleittage in Anspruch genommen werden und es gibt zahlreiche Teilzeitmodelle.     

 

Und welche Nachteile müssen einem bewusst sein?

In einer Großkanzlei verdient man als Juristin beispielsweise mehr Geld. Jedoch bietet die Stadt, wie eben dargelegt, zahlreiche Vorteile.     
 

Zum Abschluss noch folgende Frage: Was schätzen Sie am meisten an ihrem Job bei der Landeshauptstadt München?

Ich persönlich finde die Kooperation und Vernetzung zwischen den einzelnen Abteilungen und Referaten unglaublich spannend. Man lernt immer wieder neue Kolleginnen und Kollegen kennen, mit denen man zusammen an Projekten arbeiten kann. Das macht das Arbeiten vielseitig und attraktiv.

 

Bei der Stadt zu arbeiten, heißt, das große Ganze im Blick zu haben und gemeinsam die Stadt mitgestalten zu können.

 

Als Teil dieses Teams begegne ich damit immer wieder beruflichen und persönlichen Herausforderungen, die die Vielseitigkeit und Interdisziplinarität weiter stärken.     

 

Aktuelle Jobangebote für Juristen/Juristinnen bei der Landeshauptstadt München

 

Vielen Dank, Frau Thim!

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