JavaScript ist nicht aktiviert!
Alternative Wege für Juristen

Alternative Wege für Juristen

Welche Berufe gibt es außerhalb der Kanzlei für Juristen?

#Karriere 

 

Das zweite Staatsexamen ist erfolgreich bestanden und die Jobsuche beginnt. Nun stellt sich für die Meisten die Frage, wo es denn hingehen soll. Für Juristen gibt es zwar ein breites Angebot an Berufen, für viele Absolventen begrenzt sich die Abwägung allerdings auf vier Berufe: Die des Richters, des Staatsanwalts, des Anwalts oder den des Verwaltungsbeamten. Doch es gibt eben nicht nur die Berufsklassiker, sondern deutlich mehr, die man durchaus in Erwägung ziehen sollte. Ein paar Optionen:

 

Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaften

Wirtschaftsprüfungsgesellschaften stellen regelmäßig Juristen ein. Diese müssen sich mit Handels-, Kapitalmarkt-, Gesellschafts- und Wertpapierrecht auskennen. Sie überprüfen Jahresabschlussberichte, Neuemissionen oder andere Vorgänge im Banken- und Finanzsektor auf ihre juristische Richtigkeit. Gerade die großen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften liegen übrigens, was die gezahlten Gehälter angeht, häufig nicht weit von den Großkanzleien entfernt. Wer also am Wirtschaftsrecht interessiert ist, sollte unbedingt eine Karriere als Wirtschaftsprüfer in Erwägung ziehen!

 

Die Steuerberatungsgesellschaften

Auch Steuerberatungsgesellschaften stellen Juristen ein. Hierfür muss allerdings die relativ teure und zeitaufwendige Ausbildung zum Steuerberater abgelegt werden, da der Beruf des Steuerberaters gesetzlich geschützt ist. Wer aber ein Faible für Zahlen hat, nach Schlupflöchern suchen möchte und sich immer top aktuell über die Rechtslage informiert, der kann eine verheißungsvolle Karriere als Steuerberater beginnen!

 

Die Finanzdienstleister

Während die bisher genannten Tätigkeiten noch eng mit dem „normalen“ Arbeitsfeld anderer Juristen verbunden sind, ist das bei Finanzdienstleistern kaum noch der Fall. Hier werden auch Juristen eingestellt, doch regelmäßig als Verkäufer bzw. „Berater“. Hier bedarf es also nicht des juristischen Know-hows, sondern vielmehr der präzisen Arbeitsweise eines Juristen, seiner Beobachtungsgabe und den besonders ausgeprägten kommunikativen Fähigkeiten. Wer dies mitbringt, der kann auch fernab vom juristischen Geschehen gutes Geld in einem Job verdienen, der abwechslungsreicher kaum sein könnte und viel direkten Kundenkontakt garantiert.

 

Der Unternehmensjurist

Der Beruf in der Rechtsabteilung von großen Konzernen wird immer beliebter und damit auf lange Sicht vielleicht zu den „Berufsklassikern“ aufsteigen. Im Moment ist es dennoch kein ganz üblicher Beruf. Der Unternehmensjurist bearbeitet je nach Aufgabengebiet interne juristische Vorgänge wie bspw. Compliance oder ähnliches. Er kann aber auch im Vertragsrecht die Verträge mit Geschäftspartnern ausarbeiten oder prüfen. Als Vorteil ist häufig ein sehr gutes Gehalt bei niedrigerer Arbeitszeit im Verhältnis zu Kanzleien zu nennen. Zudem gilt die Arbeit als abwechslungsreich und es gibt häufig große Entgegenkommen der Unternehmen, was flexible und familienfreundliche Arbeitsbedingungen angeht. In leitenden Positionen ist eine vorangegangene Tätigkeit in einer Großkanzlei gerne gesehen.

 

Der Mediator

Eine weitere Alternative ist eine Ausbildung zum Mediator. Diese ist vom Gesetz vorgeschrieben und mit etwas Aufwand verbunden aber dennoch leichter zu absolvieren als die Ausbildung zum Steuerberater. Der Mediator vermittelt zwischen Parteien. Entweder um eine Streitigkeit bereits außergerichtlich beizulegen oder aber um bspw. im Täter-Opfer-Ausgleich nachträglich für einen geregelten Ablauf zu sorgen. Der Mediator steht nie auf einer Parteiseite sondern ist unabhängig und vermittelnd tätig. Mittlerweile hat sich der Einsatz von Mediationen an den Gerichten durchgesetzt. Der Beruf ist damit eine echte Alternative geworden!

 

Die Polizei

Auch bei der Polizei werden Juristen eingestellt. Häufig gibt es die Möglichkeit in den gehobenen Vollzugsdienst einzusteigen. So gibt es bereits als Einsteiger sehr interessante Aufgabengebiete zu bearbeiten. Teilweise ist sogar ein Einstieg nach dem 1. Staatsexamen  möglich. Ein strafrechtlicher Schwerpunkt im Studium ist zwar keine Grundvoraussetzung, verbessert die Aussicht auf Erfolg bei einer Bewerbung aber enorm!

 

Fazit

Es gibt nicht nur die klassischen Berufe und ein Blick über den Tellerrand lohnt sich auf jeden Fall! Wer sich noch nicht sicher ist, wohin sein Weg gehen wird, der sollte sich unbedingt auch nach „unkonventionellen“ Wegen umsehen, denn vielleicht wartet genau dort der Traumjob! 

 

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung männlicher und weiblicher Sprachformen verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten aber für beiderlei Geschlecht.

 

09. September 2015

Ähnliche Themen