Angst vor der Absage? Deshalb sind die Sorgen unbegründet!

Warum du dich jetzt auf deinen Jura-Traumjob bewerben solltest


verfasst von Julian Wagner und veröffentlicht am 22.07.2019

 

Der Wunsch eines jeden Arbeitnehmers: Ein angenehmes Betriebsklima, Spaß an der abwechslungsreichen und herausfordernden Tätigkeit, adäquate Bezahlung und eine ausgeglichene „Work-Life-Balance“. So oder so ähnlich sehen wohl die (vielleicht utopischen) Wünsche und Vorstellungen vieler Berufseinsteiger aus, die jedes Jahr den (juristischen) Arbeitsmarkt erobern wollen. Doch auf dem Weg zum perfekten Arbeitsplatz – egal ob Unternehmen, (Groß-)Kanzlei oder Gericht – müssen nicht nur Staatsexamina bewältigt, sondern auch teils langwierige Bewerbungsverfahren erfolgreich überstanden werden. Für viele sind mit diesem manchmal zähen Auswahlprozess zum einen unangenehme Assoziationen sowie (irrationale) Ängste und zum anderen auch negative Erfahrungen verbunden. Wie man Bewerbungsverfahren dennoch halbwegs entspannt übersteht und wie man sich auch bei zahlreichen Absagen eine konstruktive Einstellung bewahrt, wollen wir dir in diesem Artikel zeigen.

 

Absagen gekonnt ertragen

„Vielen Dank für Ihr Vertrauen und Interesse an unserer Sozietät. Wir haben ihre Bewerbungsunterlagen eingehend geprüft und sind zu dem Entschluss gelangt, dass wir Sie im weiteren Bewerbungsverfahren leider nicht berücksichtigen können. Für Ihre berufliche Zukunft wünschen wir Ihnen dennoch alles Gute und viel Erfolg.“

Ablehnung kann, auch wenn sie diplomatisch formuliert ist, wehtun.

 

Schließlich lässt sich eine solche Absage durchaus mit einem Korb vergleichen, der eben nur auf beruflicher Ebene stattfindet, aber deshalb sicherlich nicht weniger schmerzhaft ist.

 

Die erste Erkenntnis, die solche Absagen jedoch erträglicher machen kann, ist, zu verstehen, dass das Scheitern wie in allen Lebensbereichen obligatorischer Teil des Entwicklungsprozesses, hin zum Erfolg, ist. Wer sich seine Chance, das angestrebte Ziel tatsächlich zu erreichen, also bewahren will, muss auch eine Absage in Kauf nehmen können – ganz nach dem Motto „Wer nicht wagt, der nicht gewinnt.“ Dass Binsenweisheiten nur selten über handfeste Probleme hinweghelfen, ist jedoch selbstverständlich, weshalb sich ein genauerer Blick auf die Materie lohnt.

 


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Absagen? Statistisch gesehen der Normalfall!

Zunächst sollte man sich einmal vergegenwärtigen, dass das Erhalten einer Absage rein statistisch gesehen schon um ein Vielfaches wahrscheinlicher ist als eine Einladung zum Bewerbungsgespräch oder sogar eine Zusage. Im neuesten zurzeit verfügbaren „Jobtrend“ des Staufenbiel Instituts – im Rahmen dessen 297 Unternehmen befragt wurden – wurde festgestellt, dass nur auf ca. 24 Prozent aller Bewerbungen ein Vorstellungsgespräch folgt. Von diesen Vorstellungsgesprächen waren wiederum lediglich 28 Prozent erfolgreich und führten zum Abschluss eines Arbeitsvertrages.

 

Konkret bedeutet dies, dass weniger als 7 Prozent aller Bewerber final eine Zusage erhielten und tatsächlich ein Angebot ihres Wunsch-Arbeitgebers vorgelegt bekamen.

 


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Betrachtet man jeden Auswahlprozess aus Sicht des Bewerbers also isoliert, so liegt die Wahrscheinlichkeit einer Absage jedes Mal bei 93 Prozent! Sich über berufliche Ablehnung zu ärgern oder vor ihr sogar Angst zu haben, macht somit zumindest bei einer rationalen Betrachtungsweise keinen Sinn.

Bewirbt man sich aufgrund von Versagensängsten, Bequemlichkeit oder grundsätzlicher Frustration anschließend noch weniger, legt man sich nur selbst Steine in den Weg. Das wird zumindest durch dieses Rechenbeispiel deutlich: Fasst man sämtliche Bewerbungsbemühungen nämlich zusammen, so steigt die Gesamtwahrscheinlichkeit, eine einzige Zusage zu erhalten, nämlich von 7 auf 98 Prozent, wenn man sich insgesamt 14 Mal bewirbt. Fleiß und Durchhaltevermögen helfen also auch im Bewerbungsprozess weiter – zumindest, wenn man den Zahlen und Fakten des Arbeitsmarktes Glauben schenken möchte.

 


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Bloß nichts persönlich nehmen

Natürlich stellt sich in diesem Zusammenhang schnell die Frage, wie man bei einer solchen – statistisch wahrscheinlichen – Welle an Absagen, den Glauben an die persönliche Eignung und berufliche Qualifikation nicht verlieren soll.

 

Diesbezüglich kann es beispielsweise helfen, sich zu vergegenwärtigen, dass Absagen niemals die Ablehnung der eigenen Person bzw. Persönlichkeit bedeuten und daher auch keinesfalls dahingehend aufgenommen werden dürfen.

 

Schließlich kennt keiner der Recruiter auch nach dem Bewerbungsgespräch den jeweiligen Bewerber privat oder weiß, was für ein Mensch hinter einem Lebenslauf steckt. Im Vordergrund steht vielmehr das für das Unternehmen relevante, professionelle Gesamterscheinungsbild des Bewerbers und dessen Kompatibilität mit der entsprechenden Stellenausschreibung, also den Ansprüchen und Vorstellungen des Unternehmens. Dass man als Individuum nicht jedem dieser Stellenprofile genügen und entsprechen kann, ist eigentlich selbstverständlich.

 


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Wer regelmäßig reflektiert, sich weiterentwickelt und seine Bewerbung stetig optimiert, darf im Übrigen auch durchaus mal davon ausgehen, dass eine Absage hin und wieder auch in gar keinem unmittelbaren Zusammenhang mit der eigenen Bewerbung steht.

 

Manchmal ist die Stelle beispielsweise längst an jemand anderen vergeben und die eigene Bewerbung läuft – unabhängig ihrer Güte – ins Leere.

 

Gelegentlich spielen auch sachfremde Faktoren, wie beispielsweise das gänzlich subjektive Sympathie-Empfinden des Personalverantwortlichen, eine entscheidende Rolle. Sich bei jeder Absage im Hinblick auf die eigene Persönlichkeit oder sein berufliches Profil also immer gleich kritisch zu hinterfragen, grenzt folglich, zumindest im Anbetracht von solchen unkontrollierbaren Faktoren, an Selbstsabotage und sollte daher dringend vermieden werden.

Tipp: Antworte unbedingt auch auf Absagen, um dich und deine Bewerbung durch das Feedback des Recruiters weiter zu verbessern. Immer wieder werden Personalverantwortliche nämlich gerne bereit sein, dir im Rahmen eines kurzen Telefongesprächs die Gründe der Absage zu erläutern. So kannst du die Entscheidung besser nachvollziehen, aus der Absage etwas lernen und gleichzeitig einen guten und professionellen Eindruck hinterlassen.

 

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Anspruchsdenken – Den Spieß auch mal umdrehen

Anstatt sich immer nur Gedanken darüber zu machen, wie man selbst auf den Arbeitgeber (z. B. während eines Bewerbungsgespräches) wirkt, sollte man auch mal an sich selbst denken. Schließlich geht es bei der Auswahl des richtigen Arbeitsplatzes um nichts Geringeres als das eigene Berufsleben, welches einen erheblichen Teil der persönlichen Lebenszeit – im Zweifel über Jahrzehnte hinweg – einnehmen wird. Dementsprechend macht es auch Sinn gerade bei Bewerbungsgesprächen den Arbeitgeber und die Menschen, die schon bald Kollegen sein könnten, genau zu betrachten und zu bewerten. Dabei können folgende Fragen, die man für sich beantworten sollte, helfen:

 

  • Passen die Menschen, mit denen ich von nun an zusammenarbeiten soll, wirklich zu mir? Wirken sie auf mich sympathisch und kann ich mir ernsthaft vorstellen, mit ihnen produktiv zusammenzuwirken?
  • Besteht an diesem Arbeitsplatz für mich die realistische Chance, langfristig zufrieden zu sein? Sagt mir insbesondere die hier herrschende Arbeitsatmosphäre zu?
  • Bietet mir dieser Arbeitgeber nun im Wesentlichen das, was ich mir von ihm erwartet habe?
  • Bin ich von meiner potenziellen neuen Stelle tatsächlich überzeugt oder möchte ich sie nur deshalb annehmen, weil ich keine gleichwertigen Alternativen in Aussicht habe?

 

Behalte die Tatsache im Hinterkopf, dass Absagen statistisch gesehen der Regelfall sind und sich gerade bei begehrten Stellen auch mal mehrere Hundert Menschen um einen einzigen Arbeitsplatz bewerben. Bewahre dir des Weiteren – genauso wie beim Privat- und Berufsleben – eine gewisse professionelle Distanz zu deinen Bewerbungen. Nehme deshalb Absagen niemals persönlich und verstehe sie keinesfalls als Ablehnung deiner Person. Abgesehen davon sollest du in Folge kleinerer Rückschläge nicht gleich den Mut verlieren, sondern Absagen durch Rückfragen nutzen, um dich weiterzuentwickeln. Behalte außerdem deine eigenen Wünsche hinsichtlich deines zukünftigen Arbeitsplatzes im Blick und entwickle ein gewisses Anspruchsdenken. Schließlich musst nicht nur du dem Arbeitgeber, sondern der Arbeitgeber auch dir gefallen! Und vergiss am Ende eines nicht: Egal wie viele Absagen du letztlich erhältst, es ist die eine Zusage, die am Ende zählt und alles verändern kann! 

 


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Über den Autor

Julian Wagner - Autor TalentRocket

Julian Wagner

studiert im 7. Semester Jura in Würzburg und ist seit Dezember 2017 als Autor für TalentRocket tätig. Nebenbei schreibt er auch für seinen Blog „Studi-Tipps: Jura“

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