Anahita Thoms: Mit einer zukunftsrelevanten Spezialisierung an die Kanzleispitze
Anahita Thoms zeigt, wie eine Karriere in einer internationalen Wirtschaftskanzlei aussehen kann, wenn fachliche Spezialisierung mit gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklungen zusammenkommt. Sie berät insbesondere zu Außenwirtschaftsrecht, Sanktionen, Exportkontrollen, Compliance und nachhaltigen Lieferketten. Seit Juli 2026 ist sie Country Managing Partner von Baker McKenzie Deutschland.
Damit bewegt sich ihre Arbeit an einer Schnittstelle, an der juristische Fragen kaum isoliert betrachtet werden können. Internationale Konflikte, Menschenrechte, globale Lieferketten und wirtschaftliche Interessen greifen unmittelbar ineinander. Thoms beschäftigt sich deshalb nicht nur mit geltendem Recht, sondern auch mit geopolitischen und unternehmerischen Risiken.
Was du daraus mitnehmen kannst: Eine Spezialisierung kann besonders wertvoll sein, wenn sie zu Themen passt, die wirtschaftlich und gesellschaftlich an Bedeutung gewinnen. Du musst dich deshalb nicht allein fragen, welches Rechtsgebiet dir im Studium am meisten liegt. Ebenso wichtig ist die Frage: Mit welchen Entwicklungen möchte ich mich langfristig beschäftigen?
Brigitte Zypries: Von der Verwaltung über die Politik in die Start-up-Welt
Brigitte Zypries begann ihre juristische Karriere nach dem Zweiten Staatsexamen zunächst in der Rechtsabteilung der Hessischen Staatskanzlei. Später wechselte sie in verschiedene politische und administrative Funktionen. Von 2002 bis 2009 war sie Bundesministerin der Justiz, danach, 2017 Bundesministerin für Wirtschaft und Energie.
Nach ihrer politischen Karriere orientierte sie sich erneut um und engagiert sich unter anderem als Business Angel für Start-ups. Damit verbindet ihr Berufsweg Recht, Verwaltung, Gesetzgebung, Wirtschaft und Unternehmertum. Die einzelnen Stationen wirken auf den ersten Blick sehr unterschiedlich, bauen aber auf ähnlichen Fähigkeiten auf: komplexe Interessen abwägen, regulatorische Folgen verstehen, Entscheidungen treffen und zwischen verschiedenen Beteiligten vermitteln. Ihre eigene Vita zeigt, wie breit juristische Kompetenzen außerhalb klassischer Rechtsberufe eingesetzt werden können.
Was du daraus mitnehmen kannst: Ein Jurastudium qualifiziert dich nicht nur für die Anwendung von Gesetzen. Es trainiert dich darin, unterschiedliche Interessen zu erfassen, Risiken einzuschätzen und Entscheidungen nachvollziehbar zu begründen. Diese Fähigkeiten sind auch in der Politik, in Ministerien, Verbänden, Unternehmen und Start-ups gefragt.