Vorbereitung auf das Jura Praktikum im Studium

Verfasst von Finn Holzky. Veröffentlicht am 05.10.2020.

Der perfekte Start ins Jura Praktikum

So beginnt die Karriere richtig

Für die meisten Studenten ist ein Praktikum während des Studiums der erste Berührungspunkt mit der Branche, in der man später einmal regelmäßig arbeiten möchte und wird. Je nach Prüfungsordnung sind bestimmte Praktika vorgegeben und auch unter Juristen sind freiwillige Praktika beliebte Möglichkeiten, um einen ersten Blick in Unternehmen, Kanzleien oder die Justiz werfen zu können. Da dieser Einstieg ins Unbekannte sowohl aufregend als auch wichtig ist, soll er natürlich gelingen. Wie auch du das schaffst, erfährst du jetzt!

 

Die Bewerbung: Früh informieren und so einen Platz sichern

Nun soll es in diesem Artikel nicht um das Erstellen einer guten Bewerbung gehen und daher haken wir diesen Punkt auch möglichst schnell ab. Fakt ist nämlich, dass das frühe Bewerben mit guten Bewerbungsunterlagen Gold wert ist. Insbesondere gefragte Anlaufstellen und Anbieter von Praktikumsstellen planen bereits weit im Voraus und suchen sich ihre Praktikanten durchaus genau aus.

 

Es macht also mehr als Sinn, früh im Studium einen Plan zu erstellen, wann welche Art von Praktikum stattfinden soll.

 

Das hängt natürlich auch von der Prüfungsordnung ab, denn in manchen Bundesländern werden bestimmte Praktika vorgeschrieben, so zum Beispiel in Niedersachsen, wo ein Praktikum in der Justiz, eines in einer Kanzlei und eines in der Verwaltung auf dem Plan stehen. Andere Bundesländer lassen ihre Studenten freier wählen und schreiben nur eine bestimmte Dauer, eine Wochenstundenzahl und bestimmte weitere Voraussetzungen vor. In der Regel muss zum Beispiel ein Volljurist in leitender Position gewährleistet sein. Nach einem Blick in die Prüfungsordnung sollte also möglichst schnell ein Plan erstellt werden und dementsprechend auch zeitlich mit den Bewerbungen begonnen werden.

 


Du weißt noch nicht so recht, wo du dein Praktikum absolvieren sollst? 

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Keine Angst vor großen Namen oder unbekannten Rechtsgebieten

Leider schrecken immer wieder Studenten davor zurück, sich bei bestimmten Kanzleien oder Unternehmen zu bewerben oder Rechtsgebiete auszuwählen, die sie nicht aus der Universität kennen. Das ist zwar grundsätzlich nicht verwerflich, allerdings auch nicht begründet. Zum einen sind Praktika genau dafür da und es sollen Einblicke in Arbeitsweisen und Rechtsgebiete ermöglicht werden, die zum Beispiel an der Universität nicht geboten werden können.

 

Zum anderen sind Unternehmen und Kanzleien auf Nachwuchs und gerade auf Praktikanten, wissenschaftliche Mitarbeiter und Referendare angewiesen.

 

Wer sich in der Wirtschaft bei Unternehmen und bei Anwälten umhört, merkt schnell: es ist kein Überschuss an juristischen Bewerbern zu beklagen, sondern es fehlen entsprechende Fachkräfte, wo man nur hinsieht.

Gerade zu Beginn des Studiums sollte daher an möglichst viele Türen geklopft werden und Angst ist völlig fehl am Platz. Vor allem die Sorge, bestimmte Aufgaben mangels entsprechenden Wissens nicht bewältigen zu können, ist fast immer unbegründet, denn selbstverständlich wissen die Kanzleien, dass die meisten in der Praxis relevanten Rechtsgebiete an den Universitäten gar nicht oder nur aus einem anderen Blickwinkel bearbeitet werden.

 

Gerade junge Jurastudenten brauchen also auch vor Rechtsgebieten wie Kapitalmarktrecht, Medienrecht, IT-Recht oder M&A keine Angst zu haben!

 


Mehr zur Planung eures Jura Praktikums erfährt ihr in diesen Artikeln:


 

Die Noten und ihr Einfluss auf die Chancen

In der Tat sind insbesondere die Großkanzleien recht wählerisch bei ihren Praktikanten, sie können es sich schließlich auch aussuchen. Das heißt aber noch lange nicht, dass es unmöglich ist, einen entsprechenden Platz zu finden. Es bedeutet lediglich, dass entweder viele Bewerbungen nötig sind oder die Noten entsprechend gut sein müssen. Gerade am Anfang des Studiums kann man diese noch recht einfach verbessern, wenn man zum Beispiel Klausuren zur Verbesserung wiederholt. Auch die Wahl der Klausuren oder Hausarbeiten kann häufig so erfolgen, dass bessere Noten dabei herauskommen.

 

Denn die Kanzleien schauen zwar häufig auf den Schnitt, weniger aber auf die einzelnen Noten selbst.

 

Gute Noten in den Grundfächern und im Notfall eine wiederholte Klausur sollten also ausreichen, um einen Praktikumsplatz bei einer renommierten Kanzlei zu finden. Gerade Kanzleien aus der zweiten Reihe, also die großen Mittelständischen, haben nicht ganz so hohe Ansprüche und bieten häufig sehr gute Programme für Praktikanten.

 

Die Vorbereitung auf den ersten Tag

Ist die Bewerbung erst einmal erfolgreich gewesen, steht nun der erste Tag in der Kanzlei oder dem Unternehmen an. Aufregung ist für die meisten Studenten daher vorprogrammiert und auch diese ist zwar verständlich, aber zumeist unbegründet. Fast alle Praktika beginnen mit einer entspannten Einführungsphase, es werden Mitarbeiter und das Gebäude vorgestellt oder aber es gibt ein richtiges Event zu Beginn. Inhaltlich kommt also noch nicht viel auf die Praktikanten zu - eine Prüfungssituation schon gar nicht.

Dennoch gibt es einige Vorbereitungen, mit denen der erste Tag besonders entspannt verlaufen sollte. Das beginnt schon mit der Kleidung und dem Erscheinen vor Ort und endet bei der grundsätzlichen Vorbereitung auf das Unternehmen bzw. die Kanzlei und die gewählten Aufgaben und Rechtsgebiete.

 


Sommer, Sonne, Sommerpraktikum?!

Hier liest du in einem Interview von einer ganz besonderen Praktikumserfahrung


 

Äußerliches Auftreten und rechtzeitiges Erscheinen

Einen richtigen Dresscode für Praktikanten gibt es eigentlich nicht. Da es sich bei juristischen Praktika jedoch zumindest in Kanzleien und Wirtschaft zumeist um ein Umfeld mit bestimmten Dresscodes handelt, macht es Sinn sich diesen einfach anzupassen. Für Herren bedeutet das, dass ein Anzug grundsätzlich immer die richtige Wahl ist.

 

Mit einem dunklen Anzug und einer seriösen Krawatte sowie dunklen Schuhen ist man immer auf der sicheren Seite.

 

Es gibt selbstverständlich auch Kanzleien, die einen weniger strikten Dresscode haben, es empfiehlt sich jedoch, dies im Anzug herauszufinden und nicht als einziger Jeansträger in der Menge der Anwälte im Anzug aufzufallen. Für Frauen bedeutet dies in der Regel das Tragen eines Kostüms oder eines Hosenanzugs. Auch hier empfehlen sich dunkle Farben, die Auswahlmöglichkeiten sind jedoch ein bisschen größer als zum Beispiel für den Mann beim Anzug.

 

Juristisches Praktikum - lästige Verpflichtung oder wertvolle Erfahrung?

 

Rechtzeitiges Erscheinen sollte zwar eine Selbstverständlichkeit sein, stellt sich jedoch vor allem in einer fremden Stadt oftmals als gar nicht so einfach dar. Überraschend volle Straßen in den Morgenstunden oder unregelmäßig verkehrende öffentliche Verkehrsmittel machen schnell einen Strich durch die Rechnung und bei der Praktikumsstelle einen schlechten Eindruck. Ein großer Zeitpuffer ist also zwingend einzuplanen und wenn es möglich ist, empfiehlt sich ein Test des Arbeitsweges am Vortag. Auch das genaue Erkunden vor Ort hat seine Vorteile und nimmt zugleich die Aufregung. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, sucht sich ein Café oder ähnliches in der Nähe, nimmt sich ordentlich Zeit und frühstückt sicher in der Nähe, um einen zeitlich perfekten ersten Auftritt hinzulegen.

 

Oftmals sind es die kleinen Dinge, die Sicherheit geben und für einen erfolgreichen ersten Tag sorgen. Wer zum Beispiel Probleme damit hat, sich viele Namen zu merken, der sollte im Voraus die Website genauer studieren und wird in den meisten Fällen Porträts finden, anhand deren er bestimmte Personen wiedererkennen wird. Wenigstens die wichtigsten Personen, also Betreuer, Abteilungsleiter oder Chef, kann man so „dingfest“ machen. Eine Flasche Wasser und ein paar Euro für das Mittagessen sollte man ebenfalls dabei haben und es kann eigentlich kaum noch etwas schiefgehen. Sowohl für Frauen als auch für Männer gilt übrigens, dass neue Schuhe, vor allem wenn es Business Schuhe aus Leder sind, am besten bereits vorher eingelaufen werden sollten, sonst wird es schnell schmerzhaft. Auch die Krawatte kann man am Vortag binden, so dass es zu keinen Panikattacken vor dem Spiegel am nächsten Morgen kommt. Also ruhig Blut, keine Panik und einfach gut vorbereiten. Am ersten Praktikumstag wird es schon nicht scheitern!


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