Linklaters Stipendienprogramm Gipfelstürmer | Lisa Bauer

 Veröffentlicht am 03.01.2022.

Ein Stipendium für Jurastudierende, die etwas zu erzählen haben

Anwältin & Mentorin Lisa Bauer stellt das Linklaters-Stipendienprogramm "Gipfelstürmer" vor

Lisa Bauer ist Rechtsanwältin im Gewerblichen Rechtsschutz („IP Dispute Resolution“) und seit ihrem Berufseinstieg im Jahr 2018 Teil des Linklaters Teams. Die Förderung des juristischen Nachwuchses ist für sie eine Herzensangelegenheit. Sie engagiert sich als Mentorin in dem Stipendienprogramm „Gipfelstürmer“, um Jurastudierenden als Ansprechpartnerin und Vertrauensperson für sämtliche Fragen rund um das Studium und darüber hinaus zur Verfügung zu stehen. 
 

Frau Bauer, das Stipendienprogramm „Gipfelstürmer“ von Linklaters unterstützt Nachwuchsjurist*innen auf dem Weg zu ihrem Ziel. Wie ist dieses Programm aufgebaut und welche besonderen Benefits erwarten die Stipendiat*innen?

Das Programm läuft 12 Monate und startet immer im April eines Jahres. Es richtet sich an Studierende der Rechtswissenschaften ab erfolgreich bestandener Zwischenprüfung. Neben einem Büchergutschein für Fachliteratur im Wert von 200€ und einem Online Repetitorium, bieten vor allem die Fachvorträge, Workshops und Networking-Veranstaltungen einen Mehrwert für die Stipendiat*innen.

Die Aufnahme in unsere sog. Talent Community für die gesamte Dauer des Programms ermöglicht den Stipendiat*innen sich auch untereinander zu vernetzen. Der meiner Meinung wertvollste Benefit des Programms ist aber die persönliche und individuelle Betreuung durch eine*n Mentor*in. Alle interessierten Stipendiat*innen bekommen für die gesamte Laufzeit des Programms eine*n Anwalt*in unserer Kanzlei zur Seite gestellt.

Bei regelmäßig stattfindenden Treffen, egal ob persönlich oder auch virtuell, erhalten die Stipendiat*innen nicht nur einen Einblick in die Welt der Großkanzlei aus erster Hand, sondern profitieren auch von den persönlichen Erfahrungen der Mentor*innen.

Sie engagieren sich im Rahmen des Programms als Mentorin. Worauf achten Sie und die Kanzlei bei der Auswahl der Stipendiat*innen und was hat Sie dazu bewogen, als Mentorin tätig zu werden?

Wir möchten mit unserem Stipendienprogramm interessierte Jurastudierende fördern, die etwas zu erzählen haben. Sei es, dass sie besondere Herausforderungen oder Hürden gemeistert haben, um ihre Ziele zu erreichen, sich in besonderem Maße (außer-) universitär engagieren oder neben dem Studium Interessen haben, die ihnen besonders am Herzen liegen. Wir möchten die Person hinter dem Lebenslauf kennenlernen.

Diversity bedeutet für uns, die Individualität unserer Mitarbeiter*innen zu fördern. Wir möchten eine Kultur schaffen und erhalten, in der Unterschiedlichkeit als Bereicherung erlebt wird und in der sich alle wohlfühlen – ganz unabhängig von Herkunft, religiöser Zugehörigkeit, Weltanschauung, sexueller Orientierung oder Lebenssituation. Da uns das Thema sehr wichtig ist, möchten wir es bereits mit dem Stipendienprogramm umsetzen und fördern.

Während meiner juristischen Ausbildung habe ich häufiger Situationen erlebt, in denen mir Vorbilder oder Ansprechpartner*innen mit fachlicher Erfahrung gefehlt haben – erst recht weibliche. Das Jurastudium bietet so viele Chancen und Herausforderungen, dass man leicht den Kopf verlieren kann, sei es z.B. bei der Wahl des „richtigen“ Schwerpunktes, Praktika oder der Examensvorbereitung. Von den anschließenden Möglichkeiten wie Promotion, LL.M. oder Referendariat und letztlich der Berufswahl ganz zu schweigen.

Ich möchte unseren Stipendiat*innen darum bereits in einem frühen Ausbildungsstadium, in dem vieles noch unbekannt ist und sich sortieren muss, aber auch im „echten Leben“ mit Rat und Tat zur Seite stehen und sie bei ihren Entscheidungsfindungen bestmöglich unterstützen. 
 

Das Stipendium richtet sich unter anderem an Studierende, die bereits einige Herausforderungen und Hürden gemeistert haben. Welche Herausforderungen können das zum Beispiel sein?

Wir möchten insbesondere Studierende fördern, die Motivation und Engagement mitbringen, deshalb geht es uns nicht um ganz bestimmte Herausforderungen oder Hürden. Vielmehr können das ganz individuelle Themen sein. Klassische Beispiele sind sicher Studierende, die als Erste in ihrer Familie studieren und nicht von Vorerfahrungen ihrer Familienangehörigen profitieren oder Studierende mit Migrationserfahrung, die zu Beginn ihrer Ausbildung das deutsche Bildungssystem nicht kannten.

Aber auch Personen, die neben dem Studium privaten Verpflichtungen nachgehen (z.B. selbständiges Verdienen des Lebensunterhalts, Betreuung von Kindern oder Angehörigen) oder andere zusätzliche zeitintensive Tätigkeiten ausüben (z.B. Leistungssport oder Engagement in einem Verein).
 

Stichwort „Gipfelstürmer“. Wie hat sich Ihr Karriereweg gestaltet und welche Eigenschaften sind Ihrer Ansicht besonders wichtig, um erfolgreich am Gipfel der beruflichen Laufbahn anzukommen?

Oh, ich würde mich jetzt nicht am „Gipfel der beruflichen Laufbahn“ sehen und hoffe, dass der auch noch lange auf sich warten lässt, bevor es wieder bergab geht (lacht). Mit dem Jurastudium und Referendariat gehen verschiedene Unsicherheiten und Herausforderungen einher. Um sie bestmöglich zu meistern, finde ich neben den „Klassiker-Eigenschaften“ wie einem guten Durchhaltevermögen und Selbstvertrauen auch Organisationstalent sehr wichtig.

Egal ob bei der Ausbildung oder später im Berufsleben: Es geht leichter, wenn man Aufgaben strukturiert abarbeitet. Organisationstalent meint übrigens nicht, alles alleine meistern zu müssen – ganz im Gegenteil! Nicht nur wir Mentor*innen helfen immer gerne weiter.

Du bist auf der Suche nach neuen Herausforderungen?

Inwiefern können die Mentor*innen ihre eigenen Erfahrungen in das Stipendienprogramm einfließen lassen und wie funktioniert Ihrer Ansicht nach die Zusammenarbeit zwischen den Anwält*innen und den Stipendiat*innen?

Das Stipendienprogramm lebt von den persönlichen Erfahrungen der Mentor*innen. Es ist unsere Aufgabe den Stipendiat*innen nicht nur ein guter Ratgeber zu sein, sondern mit unseren persönlichen Erlebnissen aufzuzeigen, dass auch bei uns nicht immer alles glatt lief. Gleichzeitig baut der offene Austausch Ängste oder Vorurteile ab. Die Zusammenarbeit während des Programms hängt dann von den persönlichen Bedürfnissen des/der jeweiligen Stipendiat*in ab. 
 

Sie sind auf Konfliktlösung im nationalen und internationalen Recht des geistigen Eigentums sowie auf die Beratung im Rahmen komplexer nationaler und internationaler Transaktionen spezialisiert und haben ein hohes Arbeitspensum zu bewältigen. Wie lässt sich die anwaltliche Tätigkeit mit den Aufgaben als Mentorin vereinbaren und gibt es festgelegte Treffen mit den Studierenden, um einen regelmäßigen Austausch zu gewährleisten?

Die Betreuung unseres juristischen Nachwuchses ist fester Bestandteil meiner Arbeit bei Linklaters. Dafür ist immer Zeit! Fest vereinbarte Treffen erleichtern die Planung für beide Seiten. Und kommt doch mal ein dringendes Mandat dazwischen, holen wir die Treffen immer zeitnah nach. Unabhängig davon, ermutige ich die Stipendiat*innen aber auch, sich immer spontan zu melden, wenn sie Gesprächsbedarf haben. Gerade für akute Fragestellungen sind wir Mentor*innen des Stipendienprogramms da. 
 

Welche Fähigkeiten, persönlichen Merkmale und Eigenschaften sollten Anwält*innen Ihrer Auffassung nach mitbringen, um als Mentor*in mit den Stipendiat*innen erfolgreich zusammenzuarbeiten?

Auf jeden Fall sollte man Spaß daran haben, sich auszutauschen und junge Kolleg*innen auf ihrem Weg zu begleiten! Als Mentor*in sollte man sich auch proaktiv engagieren und andere unterstützen wollen. Es schadet auch nicht, wenn man sich selbst nicht zu ernst nimmt und auch mal mit einem Augenzwinkern von eigenen (vermeintlichen) Rückschlägen und deren tatsächlichen Auswirkungen auf die Karriere berichten kann.

Es ist unsere Aufgabe den Stipendiat*innen nicht nur ein guter Ratgeber zu sein, sondern mit unseren persönlichen Erlebnissen aufzuzeigen, dass auch bei uns nicht immer alles glatt lief.
Lisa Bauer

Durch das Stipendienprogramm werden die Studierenden Teil der Linklaters Talent Community und können sich hierdurch ein eigenes Netzwerk aufbauen. Wie wichtig ist es Ihrer Meinung nach für Nachwuchsjurist*innen, bereits vor dem Ersten Staatsexamen zu netzwerken und berufliche Kontakte zu knüpfen?

Ein gutes Netzwerk ist immens wichtig und man kann nicht früh genug anfangen es sich aufzubauen. Unser Stipendienprogramm bietet den perfekten Einstieg, um Kontakte zu anderen Studierenden in einem ähnlichen Ausbildungsstadium sowie zu ihren Mentor*innen und weiteren Linklaters Rechtsanwält*innen aufzubauen und zu vertiefen.

Durch die Verknüpfung mit Gleichgesinnten lernen die Stipendiat*innen nicht nur viel voneinander, sondern sind oft auch überrascht, wie häufig sich ihre Wege im Rahmen ihrer weiteren Karriere kreuzen. Mit meinen ersten Praktikumskolleg*innen, die ich vor mittlerweile fast 10 Jahren kennenlernen durfte, bin ich heute noch in engem Austausch und es ist immer spannend, wenn man sich auf Veranstaltungen oder auch mal auf der Gegenseite eines Verfahrens wieder trifft.
 

Neben der Beratung durch eigene Mentor*innen werden den Stipendiat*innen auch Workshops und Info-Veranstaltungen angeboten. Was beinhalten diese Workshops und inwiefern können diese Studierende bei dem Jurastudium unterstützen?

Während des Stipendienprogramms haben die Stipendiat*innen die Möglichkeit, an unserem Talent Programm „Colleagues of Tomorrow“ teilzunehmen. Sie erhalten Einladungen zu Fachvorträgen und Workshops, in denen die verschiedenen Facetten einer internationalen Kanzlei beleuchtet sowie komplexe Sachverhalte gemeinsam analysiert und bearbeitet werden.

Daneben legen wir viel Wert auf die Vermittlung weiterer für das spätere Berufsleben hilfreicher Kompetenzen. Dazu zählen insbesondere Präsentations- und Verhandlungstechniken, die für eine erfolgreiche Karriere als Wirtschaftsanwält*in ebenso wichtig sind wie das fachliche Know-how. Da Networking im heutigen Arbeitsalltag nicht mehr wegzudenken ist, gibt es hierzu ebenfalls ein spannendes Training und viele Möglichkeiten zum Austausch mit Kolleg*innen. 
 

Sie beraten Mandanten in den Fachbereichen Gewerblicher Rechtsschutz, Patent-, Marken- und Urheberrecht. Sind Sie der Auffassung, dass es vorteilhaft ist, sich bereits im Rahmen des Studiums, etwa im Schwerpunkt, auf einen Fachbereich zu konzentrieren? 

Wir sehen Vorkenntnisse in einem bestimmten Fachbereich, etwa durch das Schwerpunktstudium, immer gerne. Sie sind aber keine Voraussetzung, um bei uns z.B. ein Praktikum zu absolvieren. Viel wichtiger sind uns Neugierde und ein ehrliches Interesse an der Arbeit. Sich zu früh ausschließlich auf einen Fachbereich festzulegen, halte ich nicht für förderlich.

Das Jurastudium und auch das Referendariat bieten so viele Möglichkeiten, sodass es schade wäre, zu früh Scheuklappen aufzusetzen und nicht mehr offen zu schauen, was interessiert mich persönlich mehr oder auch weniger. Um einen Rundumblick zu ermöglichen, bieten wir im Rahmen des Stipendienprogramms auch immer wieder Vorträge und Workshops von Kolleg*innen aus den unterschiedlichsten Fachbereichen an.

Gab es während Ihres Studiums die Möglichkeit von solchen Stipendienprogrammen durch Kanzleien und ist Linklaters ein „Vorreiter” in Sachen Ausbildung und Weiterbildung von Nachwuchsjurist*innen?

Nein, leider nicht. Zumindest wusste ich davon nichts. Darum ist es mir auch persönlich wichtig, dass unser Stipendienprogramm noch bekannter an den Universitäten wird und sich noch mehr Studierende trauen, mit uns in Kontakt zu treten.

Linklaters ist die Ausbildung von Nachwuchsjurist*innen ein großes Anliegen. Das bezieht sich nicht nur auf das Stipendienprogramm oder die Förderung unserer Referendar*innen, sondern auch auf die Aus- und Weiterbildung unserer Anwält*innen auf allen Karrierestufen. Gerade in den ersten Berufsjahren ist eine gezielte Aus- und Weiterbildung wichtig, um sich in dem Arbeitsalltag der Wirtschaftsanwält*innen zurecht zu finden. Dafür wird man dann auch mit einer sehr steilen Lernkurve belohnt. 
 

Wie sind Ihre Erfahrungen mit dem Stipendienprogramm bis jetzt und wann ist Ihrer Meinung nach der beste Zeitpunkt, sich auf das Programm bei Linklaters zu bewerben?

Ich habe bisher nur positive Erfahrungen mit dem Stipendienprogramm gemacht und auch das Feedback der Teilnehmer*innen war immer sehr gut. Das liegt sicher auch daran, dass die Stipendiat*innen das Programm selbst mitgestalten können und wir die individuelle Betreuung dadurch an die Wünsche des Einzelnen anpassen können.

Das Programm startet immer im April und läuft für 12 Monate. Der offizielle Bewerbungszeitraum beginnt Anfang Dezember und endet im Februar des Folgejahres. Wir berücksichtigen aber natürlich auch Bewerbungen, die uns außerhalb dieses Zeitraums erreichen.
 

Das Jurastudium ist bekannt für den hohen Druck und die starke Fixierung auf Noten. Inwiefern können Sie Studierende durch das Stipendienprogramm hierbei unterstützen und welche Tipps möchten Sie jungen Nachwuchsjurist*innen mit auf den Weg geben?

Wir Mentor*innen werden den Studierenden den Druck nie ganz nehmen können, aber wir können ihnen Tipps geben, um leichter mit ihm umzugehen. Das Juraexamen wird im Kopf entschieden und für ein gutes Ergebnis ist es essenziell, sich vorher nicht zu sehr unter Druck zu setzen und auf das eigene Wissen zu vertrauen. Das musste ich während meines ersten Staatsexamens zwar auch selbst erst lernen, ich hatte aber auch keine*n Mentor*in zur Hand, die/der mir ein paar entscheidende Tipps geben konnte.

Umso mehr freut es mich heute, wenn mich Stipendiat*innen nach bestandenem ersten Staatsexamen glücklich und erleichtert anrufen und sich für die hilfreiche Unterstützung im Rahmen des Stipendienprogramms bedanken. 

Ihr Fazit?

Das Linklaters Stipendienprogramm „Gipfelstürmer“ bietet einen wertvollen und bereichernden Austausch, für die Stipendiat*innen genauso wie für die Mentor*innen und ich freue mich, noch viele weitere Stipendiat*innen dabei unterstützen zu dürfen Herausforderungen nicht als Hindernisse, sondern als Chance zu sehen. 
 

Vielen Dank, Frau Bauer!

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Gipfelstürmer: Das Linklaters-Stipendienprogramm in der Übersicht


Wer: Jurastudierende ab dem 4. Fachsemester nach erfolgreich abgelegter Zwischenprüfung oder erfolgreich bestandener Schwerpunktprüfung

Wann: Das Programm startet im April eines jeden Jahres und dauert 12 Monate

Diese Benefits erwarten dich: 

  • Persönliche und individuelle Betreuung durch einen Mentoren/eine Mentorin
  • Büchergutschein für Fachlitertur in Höhe von 200 Euro
  • Online Repetitorium
  • Exklusive Einladungen zu Workshops und Veranstaltungen
  • Stipendiatentreffen

Bewerbung: Die Bewerbungszeitraum läuft vom 01. Dezember 2021 bis zum 27. Februar 2022. Sende deine Bewerbung (Anschreiben, tabellarischer Lebenslauf, relevante Zeugnisse) an recruitment.germany@linklaters.com. Zusätzliche Infos findest du hier.

Die Teilnahme am Stipendienprogramm "Gipfelstürmer" ist einmalig möglich.

 

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