Master of Comparative Law und Master of Business Law

Verfasst von Laura Hörner. Veröffentlicht am 09.06.2021.

Der Master of Comparative Law und der Master of Business Law

Wirkliche Alternativen zum LL.M.?

Der LL.M ist „der“ Abschluss für alle Juristen, die sich zusätzlich zum Jurastudium fachlich weiterbilden und internationale Erfahrung sammeln möchten. Viele wissen allerdings nicht, dass es noch weitere Möglichkeiten gibt, als Jurist einen universitären Abschluss ergänzend zum Staatsexamen zu machen. Der Master of Comparative Law und der Master of Business Law sind solche Möglichkeiten – statt eines LL.M kann der Absolvent dabei einen MCL oder einen MBL im Titel tragen. Neben dem LL.M, der bei der Jobsuche als Alleinstellungsmerkmal gilt, bieten auch diese beiden Studiengänge eine weitere Möglichkeit, sich von anderen Bewerbern abzusetzen. Beide Abschlüsse lassen sich allerdings auch als LL.M absolvieren! Wir stellen euch den Master of Comparative Law und den Master of Business Law im Detail vor.

 

Der Master of Comparative Law: Vergleichende Rechtswissenschaften

 

In aller Kürze

Der Master of Comparative Law ist, wie der Name schon sagt, eine vergleichende Wissenschaft. Das bedeutet, dass hier die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zweier oder mehrerer Rechtssysteme im Fokus stehen. Deshalb bietet es sich auch besonders an, diesen Abschluss zumindest teilweise an einer ausländischen Universität zu absolvieren. Deutsche Hochschulen haben in der Regel Kooperationen mit Partneruniversitäten, um dies zu ermöglichen. Normalerweise dauert der Studiengang zwei Semester, also 12 Monate, kann aber bis zu 4 Semester umfassen. Angeboten werden auch auf spezielle Fachbereiche spezialisierte Studiengänge wie der Master of Comparative Business Law. Möglich ist ebenfalls der Abschluss eines LL.M. in Comparative Law.

 

Wer kann sich bewerben?

Generell steht der Master of Comparative Law jedem Juristen offen. Voraussetzung ist ein abgeschlossenes (erstes) Staatsexamen oder ein juristischer Bachelor, also ein LL.B. In der Regel ist dieser Master nicht auf Juristen beschränkt. Je nach Universität haben zum Beispiel auch Bachelor-Absolventen einer anderen Fachrichtung Zugang zu diesem Studiengang. Oft ist dann ein bestimmter Anteil an juristischen Fächern im Bachelor oder eine juristische inhaltliche Orientierung gewünscht. Eine weitere Voraussetzung sind sehr gute Englisch- beziehungsweise Sprachkenntnisse, da das Masterstudium nicht nur im Ausland, sondern auch in Deutschland in aller Regel auf Englisch oder in der jeweiligen Landessprache unterrichtet wird. Die Sprachkenntnisse müssen mit einem TOEFL-, IELTS- oder einem vergleichbaren Test nachgewiesen werden.

Hier kannst du Comparative Law studieren

Deinen Master in Comparative Law kannst du zum Beispiel hier absolvieren:

  • Die Berliner Humboldt-Universität bietet die LL.M-Studiengänge „Europäisches Recht und Rechtsvergleich“ mit Partneruniversitäten in Frankreich, Großbritannien, den Niederlanden, Portugal und Griechenland an. In Zusammenarbeit mit der Universität Konstanz kannst du hier zudem den Doppelmaster „Rechtsvergleichende Studien zum Deutschen, Europäischen und Chinesischen Recht“ in Kooperation mit der Tongji Universität Shanghai belegen.
  • An der Universität Mannheim kannst du den Studiengang „Master of Comparative Business Law“ belegen.
  • Die Universität Göttingen bietet den Studiengang Chinesisches Recht und Rechtsvergleichung sowohl als LL.M als auch als M.A. an.
  • Auch an vielen ausländischen Universitäten kannst du vergleichende Rechtswissenschaften studieren. Zum Beispiel an der University of San Diego, der Edinburgh Law School, der Indiana University Maurer School of Law und vielen mehr!
Du hast dein Staatsexamen bestanden und möchtest nun einen LL.M absolvieren?

Der Master of Business Law: Wirtschaftsrecht

 

In aller Kürze

Im Master of Business Law setzt du dich mit wirtschaftsrechtlichen Themen wie dem Steuerrecht, dem Recht der Unternehmensfinanzierung oder dem Wettbewerbs- und Kartellrecht auseinander. Zudem gehören methodische, aber auch rein wirtschaftliche Themen zu dem Masterstudiengang. Der Master soll dich darauf vorbereiten, an der Schnittstelle zwischen Wirtschaft und Recht zu arbeiten – oder auch auf eine Arbeit in der Selbständigkeit. So unterstützt dich dieser Abschluss auf dem Weg zum klassischen Unternehmensjuristen, du kannst aber auch in nicht rein juristischen Berufen wie zum Beispiel in der Personalabteilung eines Unternehmens tätig werden. Das Business Law Studium ist oft sehr international ausgerichtet, weshalb Kurse in der Regel auf Englisch unterrichtet werden und Auslandssemester keine Seltenheit sind.

 

Wer kann sich bewerben?

Besonders richtet sich der Master of Business Law an Studenten mit juristischem oder wirtschaftswissenschaftlichem Abschluss. In der Regel können Juristen mit Staatsexamen den Master entweder mit einem LL.M oder einem MBL abschließen, wer kein juristisches Studium vorweisen kann, erhält einen MBL. Auch hier gelten Zugangsvoraussetzungen wie (je nach Studiengang) sehr gute Englischkenntnisse, eine bestimmte Note im vorherigen Abschluss und teilweise muss ein Eignungstest abgeschlossen werden.

 

Hier kannst du Business Law studieren

Der Master of Business Law wird an vielen Hochschulen angeboten. Unter anderem kannst du hier deinen Abschluss machen:

  • An der Bucerius Law School kannst du den Studiengang „Master of Law and Business“ belegen, den du entweder mit einem MBL oder einem LL.M abschließen kannst.
  • An der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin kannst du einen LL.M in Wirtschaftsrecht absolvieren.
  • Die Dresden International University bietet den Master Wirtschaft und Recht im berufsbegleitenden Studium als LL.M oder MBA (Master of Business Administration) an.
  • Selbstverständlich kannst du auch deinen Master of Business Law an zahlreichen Hochschulen im Ausland absolvieren. Darunter sind zum Beispiel die Vrije Universiteit Amsterdam, die Erasmus School of Law in Rotterdam oder die University of Michigan Law School.

Solltest du einen LL.M oder einen MBL / MCL absolvieren?

Die Auswahl an Studiengängen in ist groß – wenn du dich nicht entscheiden kannst, dann solltest du dir gut überlegen, woher du kommst und wohin du möchtest. Generell lässt sich sagen, dass ein LL.M, also ein Master of Laws, mehr auf Juristen ausgerichtet ist und sich deshalb vor allem für Juristen mit Staatsexamen eignet, die sich weiter spezialisieren möchten – oder für Studenten mit LL.B, die ihren Bachelor mit einem passenden Master ergänzen möchten. Natürlich ist beides auch mit einem MBL oder einem MCL möglich. Dadurch, dass dieser nicht speziell auf Juristen, sondern zum Beispiel auch auf Wirtschaftswissenschaftler oder Sozialwissenschaftler ausgelegt ist, können dir jedoch bei der Jobsuche im Gegensatz zu einem LL.M Nachteile entstehen.

Aber: Das bedeutet nicht, dass du nach dem Staatsexamen einen bestimmten Abschluss kategorisch ausschließen solltest! Denn findest du einen entsprechenden Master, der perfekt zu dir und deiner Karriereplanung passt, aber keinen LL.M-Abschluss zulässt, dann solltest du die Chance auf jeden Fall nutzen. Denn sowohl ein LL.M als auch ein MCL oder MBL sollen dir die Möglichkeit geben, dich in deinen Fachbereich zu vertiefen. Möchtest du etwa in einer Wirtschaftskanzlei oder einem Unternehmen arbeiten, kann dir ein MBL vielleicht mehr helfen als ein LL.M. in Völkerrecht. Da die Masterstudiengänge nicht selten recht teuer sind, solltest du dir sicher sein, dass dich dieser zusätzliche Abschluss in deiner Karriere auch weiterbringt.