wissenschaftliche Mitarbeiterin Universität Jura

Verfasst von Finn Holzky. 

Was machen eigentlich (Hilfs-) Wissenschaftliche Mitarbeiter?

Karrieresprungbrett mit niedrigem Gehalt?

Gerade für Juristen und Jurastudenten ist die Universität lange wie ein zu Hause. Aufgrund der Bibliothek, der Lerngruppen, der Vorlesungen und der Seminare, verbringen Jurastudenten so viel Zeit vor Ort wie kaum ein anderer Student. Für einige stellt sich daher sinnvoller Weise die Frage, ob man nicht das Lernen mit dem Geld verdienen verbinden könnte und auch direkt an der Universität einen Job annehmen sollte. Was für Jobs dort in Frage kommen und was diese so mit sich bringen, erfährst du hier!

Unterschätzter Nebenjob:

Der Einstieg während des Studiums

Wer bereits früh Arbeitserfahrungen sammeln und natürlich auch ein paar eigene Euro verdienen möchte, der kann an der Universität regelmäßig als hilfswissenschaftlicher Mitarbeiter, kurz HiWi anfangen. Inwiefern und in welchem Umfang diese Anstellung erfolgt, ist dabei von Fall zu Fall sehr unterschiedlich.

Einerseits suchen die Verwaltungen der Universitäten stets nach studentischer Unterstützung und andererseits sind es Lehrstühle, Professoren und Doktoranden, die studentische Hilfe benötigen. Ersteres ist zum Beispiel die Aufsicht in Bibliotheken, EDV Unterstützung für neue Studenten oder eine Mitarbeit in der Studentenberatung. Einen Großteil der Aufgaben in diesem Bereich macht die Pflege und Erweiterung von Online-Datenbanken aus.

Die interessanteren Jobs für Jurastudenten werden allerdings häufiger an den Lehrstühlen zu finden oder direkt an ein bestimmtes Projekt geknüpft sein.

So gibt es an vielen Lehrstühlen Jobs zur Unterstützung der Professoren durch kleinere Hilfsarbeiten wie drucken, kopieren und recherchieren, aber gerade bei fortgeschrittenem Studium auch interessantere Aufgaben wie zum Beispiel das Korrigieren von Hausarbeiten oder Klausuren, das Mitentwickeln von Klausuren oder das Vorbereiten von Unterlagen und Vorlesungen. Das Korrigieren ist jedoch oft bereits an ein bestandenes 1. Staatsexamen gebunden, wobei hier jedoch regelmäßig auch Ausnahmen gemacht werden können.

Auch die direkte Mitarbeit an einem Projekt kann vielversprechend sein. In Frage kommen zum Beispiel unterstützende Aufgaben bei der Erstellung eines Buches oder die Begleitung von Projekten wie Law Kliniken an der Universität. Zudem hat natürlich auch die Digitalisierung an den Universitäten Einzug erhalten und immer mehr Inhalte werden digital verarbeitet. Dafür können die Fakultäten häufig das Know How der jungen Generation gebrauchen und nutzen dieses auch zunehmend.

Die Aufgaben als hilfswissenschaftlicher Mitarbeiter können also sehr verschieden und dementsprechend auch sehr interessant sein.

Zudem ist ein solcher Job natürlich nur vorteilhaft für den Lebenslauf und kann gerade für eine akademische Karriere oder einer späteren Anstellung als wissenschaftlicher Mitarbeiter zum Beispiel während einer Dissertation dienlich sein.

Abstriche müssen Studenten in diesen Jobs allerdings regelmäßig in Sachen Gehalt machen. Der Stundenlohn ist gesetzlich festgelegt und zwar von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich, jedoch in der Regel geringer als in der „freien Wirtschaft“. Durchschnittlich verdienen hilfswissenschaftliche Mitarbeiter nämlich zwischen 9 und 13 Euro in der Stunde und die Stundenzahl pendelt zwischen einigen wenigen und höchstens 80 Stunden im Monat.

Die interessanteren Jobs für Jurastudenten werden allerdings häufiger an den Lehrstühlen zu finden oder direkt an ein bestimmtes Projekt geknüpft sein.

Der Aufstieg zum Wissenschaftlichen Mitarbeiter

Wer sein Examen in der Tasche hat und dennoch zumindest einige Zeit an der Universität bleiben möchte, der kann zunächst eine Zeit als Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität arbeiten. Diese Jobs sind oft als Teilzeitstellen, manchmal allerdings auch als Vollzeitstellen ausgeschrieben und bringen daher schon allein aufgrund der Stundenzahl, natürlich aber auch durch einen höheren Stundenlohn, mehr Geld ein.

Damit einher gehen natürlich auch schwierigere und wichtigere Aufgaben mit mehr Verantwortung. Für viele wissenschaftliche Mitarbeiter gehört zum Beispiel das Unterrichten jüngerer Studenten in AG's oder Tutorien zu den Aufgaben.

Zudem kommen nun auch reguläre Korrekturen und das Überwachen von Klausuren zu den Aufgaben hinzu. Durch das bestandene Examen können auch weitere Aufgaben wie zum Beispiel das Anfertigen oder Vorbereiten von Gutachten auf den wissenschaftlichen Mitarbeiter zukommen.

Besonders beliebt ist der Job des wissenschaftlichen Mitarbeiters als Ergänzung zu einer Promotion. Viele Jobs werden in der Praxis sogar nur in dieser Kombination vergeben. Das hat auch mehrere Vorteile, denn zum einen ist man sowohl zum Arbeiten, als auch für die Dissertation stets am gleichen Ort und spart sich so Zeit. Zum anderen nehmen Professoren und andere Mitarbeiter der Universität in der Regel mehr Rücksicht auf die Anfertigung der Dissertation als zum Beispiel viele Vorgesetzte in Kanzleien, die natürlich vor allem das Tagesgeschäft im Auge haben. Zudem ist so natürlich auch die Finanzierung einer Dissertation leichter möglich und es können noch Vorteile wie zum Beispiel die günstige Mensa der Universität und ähnliches genutzt werden.

Die Gehälter für wissenschaftliche Mitarbeiter sind wiederum tariflich geregelt und daher hauptsächlich von der Berufserfahrung abhängig.

Ein Einsteiger mit Vollzeitstelle verdient knapp 3.500 Euro Brutto im Monat, wobei zu erwähnen ist, dass die meisten Jobs wie bereits erläutert nur für Teilzeit ausgeschrieben werden. Mit steigender Berufserfahrung kann dieses Gehalt deutlich ansteigen, so verdient zum Beispiel ein wissenschaftlicher Mitarbeiter der Stufe E13 in der höchsten Erfahrungsstufe bereits knapp 1000 Euro Brutto mehr im Monat. Die höchste Erfahrungsstufe der Gehaltsstufe E15 bringt sogar ganze 5.788 Euro Brutto pro Monat.

Zu viel Zeitverschwendung im Jurastudium?

Insbesondere der Job des wissenschaftlichen Mitarbeiters gilt als Sprungbrett für eine akademische Karriere. Hier werden bereits intensivere Kontakte zu Professoren und Doktoranden gepflegt und die Arbeit ist bereits deutlich anspruchsvoller. Zudem ist die Dissertation, die häufig mit diesen Jobs einhergeht, natürlich eine Grundlage für eine spätere Habilitation. Doch auch in der freien Wirtschaft, also vor allem in Kanzleien, werden diese Erfahrungen geschätzt. Gute Verbindungen zu Lehrpersonal und Professoren aber natürlich auch die entsprechenden Fähigkeiten in der Recherche und Rhetorik, sind durchaus Attribute, die hier gesucht werden. Betrachtet man die Lebensläufe wichtiger Juristen, egal ob von Professoren, Richtern oder Anwälten, ist es daher wenig überraschend, dass viele von ihnen ehemalige wissenschaftliche Mitarbeiter waren!

GÖRG Partnerschaft von Rechtsanwälten mbB
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