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Wissenschaftlicher Mitarbeiter  im Jurastudium - Was macht man da und lohnt es sich?

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Wissenschaftlicher Mitarbeiter während des Jurastudiums

Was macht man da und lohnt es sich?



Später als Anwalt in einer Kanzlei zu arbeiten, ist für den Großteil aller Jurastudenten das erklärte Ziel. Da das Jurastudium lange dauert und der Stellenmarkt hart umkämpft ist, stellt sich für viele während des Studiums oder in der Wartezeit bis zum Referendariat die Frage, ob ein Job als wissenschaftlicher Mitarbeiter in einer Kanzlei nicht ratsam wäre. Was aber macht ein wissenschaftlicher Mitarbeiter überhaupt in einer Kanzlei und worin liegen die Vorteile abgesehen davon, dass man bezahlt wird?

 

Wo soll ich suchen?

Wissenschaftliche Mitarbeiter sind heutzutage zwar gefragt, aber auch nicht überall. Kleinere Kanzleien suchen beispielsweise seltener nach ihnen, da die Kosten hierfür häufig unverhältnismäßig zu den Einnahmen der Kanzlei sind. Am ehesten ergatterst du einen solch akademischen Job bei einer renommierten Großkanzlei. Hast du dich auf ein bestimmtes Rechtsgebiet bereits festgelegt, suchst du am besten nach einem entsprechenden Job in einer Boutique- oder mittelständischen Kanzlei. Zudem haben größere oder sehr spezialisierte Kanzleien auch häufig bessere Arbeitsbedingungen.Wie zum Beispiel die Zugriffsmöglichkeit auf eine eigene Bibliothek oder extra eingerichtete Arbeitsräume für wissenschaftliche Mitarbeiter und Referendare.

 

Was sind meine Aufgaben?

Die Aufgaben als wissenschaftlicher Mitarbeiter variieren natürlich je nach Kanzlei und Rechtsgebiet, es gibt allerdings typische Aufgabenfelder:

Normalerweise hat man keinen direkten Mandantenkontakt und auch keine Termine außerhalb der Kanzlei, die man wahrzunehmen hat. Die Aufgaben finden eher „hinter den Kulissen“ statt und bestehen aus der Zuarbeit für einen Anwalt oder auch ein ganzes Team. In der Regel wird ein wissenschaftlicher Mitarbeiter also zur Anfertigung sogenannter „Vermerke“ eingesetzt. Das sind Gutachten zu bestimmten Rechtsfragen, die anhand einer eigenhändigen Literaturrecherche angefertigt werden. Die Arbeit ist also tatsächlich sehr wissenschaftlich und grob mit der einer Hausarbeit an der Universität zu vergleichen. Zudem fallen die Mitarbeit an Vorträgen und Aufsätzen oder die Bearbeitungen von Schriftsätzen in das Aufgabengebiet. Da die Aufgabengebiete aber von Fall zu Fall variieren können, ist dies ein Punkt der unbedingt im Vorstellungsgespräch angesprochen werden sollte. Das verschafft Klarheit und bringt gleich ein interessantes Gesprächsthema mit sich.

 

Nutzen?

Stellt sich also noch die Frage worin der Nutzen einer solchen Tätigkeit liegt?

Als kleine Ernüchterung vorweg sei gesagt:

Das Geld sollte nicht der entscheidende Faktor sein! Gerade in Großkanzleien ist die Bezahlung zwar nicht schlecht, die Arbeitsbelastung aber auch nicht zu unterschätzen. Und wer seinen Stundenlohn betrachtet, ist vielleicht erst einmal enttäuscht.

Es gibt aber auch genügend Gründe, die dafür sprechen. Da sind zum einen die ersten Erfahrungen in der juristischen Arbeitswelt, die für einen selbst aber auch für Personaler bei späteren Bewerbungen nur positiv sein können. Dazu kommt natürlich das viel beschriebene „networking“. Wer schon früh Kontakte in der Branche knüpft, macht damit sicher nichts falsch und öffnet sich so möglicherweise schon zu einem frühen Zeitpunkt im Jurastudium Türen, die sonst verschlossen geblieben wären. Sehr häufig taucht die Kanzlei, die einst der frühere Arbeitgeber als wissenschaftlicher Mitarbeiter war, im Lebenslauf später erneut mit einer Referendariats-Station oder gar mehr auf.

 

Und zu guter Letzt...

Schließlich kann diese Zwischenstation auch über etwaige andere Schwächen hinweghelfen. Dass bei den Juristen die Noten den Takt angeben, ist natürlich genauso bekannt, wie richtig. Die erschwerte beruflich Entwicklung ohne ein VB kann durch einen frühen Einstieg schon während des Studiums kompensiert werden. Denn, wenn die Noten sich noch in einem akzeptablen Bereich befinden, kommt der Lebenslauf ins Spiel. Genau dann hilft die „erste Berufserfahrung“ auf jeden Fall weiter. Zudem werden in größeren Kanzleien häufig inhouse Fortbildungen bspw. zu Softskills angeboten oder es gibt gespielte Prozesse, bei denen mitgewirkt werden kann. 

 

Es sind also auch die Inhalte dieser Tätigkeit, die dem kleinen wissenschaftlichen Mitarbeiter auf dem Weg zum großen Anwalt behilflich sein können. Wer sich für eine solche Tätigkeit interessiert, sollte daher unbedingt den Sprung ins kalte Wasser wagen. Schaden kann dieser Einblick in die Arbeitswelt nicht und womöglich wird er sogar zum Karrieresprungbrett.
 

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17. Juni 2016

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