Gehalt Verwaltungsjurist

Was verdienen Juristen im öffentlichen Dienst?

Als Jurist im öffentlichen Dienst

Wer als Jurist nach dem Ersten oder Zweiten Staatsexamen über eine Tätigkeit im öffentlichen Dienst nachdenkt, dem stehen viele verschiedene Türen offen. Insbesondere für Volljuristen bedeutet eine Karriere beim Staat nicht zwangläufig der Weg in die Justiz und eine damit verbundene Stelle als Richter oder Staatsanwalt.

Sowohl auf Bundes- als auch auf Landesebene werden zahlreiche Juristen in den Ministerien und Verwaltungen gebraucht. Die Berufsfelder können dabei sehr unterschiedlich sein und auch im internationalen Umfeld (zum Beispiel bei der EU oder bei der NATO) werden Verwaltungsjuristen gebraucht.

Als Jurist im öffentlichen Dienst wird man verbeamtet und erhält dementsprechend kein Gehalt im klassischen Sinn, dass individuell verhandelt wird, sondern wird ein eine Besoldungsgruppe eingruppiert. Während Richter und Staatsanwälte mit der Besoldungsgruppe R ihre eigene Besoldungsgruppe haben, werden Verwaltungsjuristen den Besoldungsgruppe A und B zugeordnet. Die Besoldungsgruppe A richtet sich an reguläre Beamte, in die Besoldungsgruppe B werden sogenannte Spitzenbeamte und Soldaten eingruppiert.

Seit der Förderalismusreform 2006 obliegt die Höhe der monatlichen Besoldung den Ländern. Bundesbeamte (zum Beispiel beim BKA oder in Bundesministerien) werden nach der Besoldungsordnung des Bundes bezahlt. 

Wie sind die Besoldungsgruppen gegliedert?

Die Besoldungsgruppe A unterteilt sich in verschiedene Gruppen. Für Juristen bedeutet dies, dass sie nach dem 1. Staatsexamen bei einem Job in der Verwaltung in die Gruppen A9 bis A13 eingruppiert werden. Dieser Bereich bezeichnet den gehobenen Dienst, in welchem ein Diplom oder Bachelorabschluss vorausgesetzt wird. 

Volljuristen hingegen werden direkt in den höheren Dienst eingeteilt, welcher einen Master-Abschluss oder einen gleichwertigen Abschluss von einer Universität oder Fachhochschule voraussetzt – oder zwei Staatsexamina. Zum Start erfolgt die Eingruppierung in die Besoldungsgruppe A13. Der höhere Dienst bezeichnet die Gruppen A13 bis A16.

Zudem gliedern sich die einzelnen Besoldungsgruppen in unterschiedliche Stufen. Abhängig von der Berufserfahrung können Verwaltungsjuristen regelmäßig innerhalb einer Besoldungsgruppe in eine höhere Stufe eingruppiert werden und erhalten dadurch ein höheres Gehalt. Zwischen A13, Stufe 5 und A13 Stufe 9 finden die Sprünge im 3-Jahres-Rythmus statt. Ab A13, Stufe 9 erfolgen die Aufstiege alle 4 Jahre. Die Sprünge zwischen den jeweiligen Stufen können sich von Land zu Land unterscheiden.

Ebenso sind Beförderungen in die nächst höhere Besoldungsgruppe und in einzelnen Fällen Entwicklungen bis zur Besoldungsgruppe B4 möglich.

 

Besoldung als Verwaltungsjurist auf Landesebene

Wer als Jurist in einer der Landes- oder Kommunalbehörde arbeitet, wird nach dem Landesbesoldungsgesetz (LBesG) bezahlt. Mit welchem Verdienst man im höheren Dienst (A13 bis A16) rechnen kann, ist hier am Beispiel Bayern dargestellt:

Besoldungsgruppe Stufe 5 Stufe 6 Stufe 7 Stufe 8 Stufe 9 Stufe 10 Stufe 11
A13 4643,98 € 4839,85 € 4970,45 € 5101,05 € 5231,67 € 5362,27 € 5492,88 €
A14 4980,67 € 5234,68 € 5404,07 € 5573,43 € 5742,77 € 5912,15 € 6081,51 €
A15   5748,93 € 5972,40 € 6195,82 € 6419,27 € 6642,72 € 6866,14 €
A16   6356,19 € 6614,64 € 6873,08 € 7131,49 € 7389,90 € 7648,32 €


Stand: November 2021

 

Juristen in Bundesbehörden

Das Auswärtige Amt (AA) oder das Bundeskriminialamt (BKA) zählen seit jeher zu den beliebtesten Arbeitgebern unter Juristen. Auch hier sind Volljuristen klar im Vorteil und durch beide Examina für eine Tätigkeit im höheren Dienst qualifiziert. Die Vergütung in Bundesbehörden erfolgt nach dem Bundesbesoldungsgesetz (BBesG). In einigen Behörden oder Positionen erhalten Arbeitnehmer zudem monatliche Zuschläge, beispielsweise auf Grund eines Auslandsaufenthalts.
 

Besoldungsgruppe Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3 Stufe 4 Stufe 5 Stufe 6 Stufe 7 Stufe 8
A13 4511,11 € 4735,60 € 4958,76 € 5183,27 € 5337,78 € 5493,62 € 5648,10 € 5799,96 €
A14 4639,19 € 4928,39 € 5218,93 € 5508,12 € 5707,52 € 5908,28 € 6107,66 € 6308,41 €
A15 5670,55 € 5932,04 € 6131,43 € 6330,86 € 6530,27 € 6728,35 € 6926,44 € 7123,18 €
A16 6255,58 € 6559,33 € 6789,09 € 7018,88 € 7247,34 € 7478,46 € 7708,22 € 7935,38 €

 

Stand: November 2021

Spitzenbeamte: Verwaltungsjuristen in der Besoldungsgruppe B

Die Besoldungsgruppe B steht nur wenigen Beamten offen und regelt die Dienstbezüge von Spitzenbeamten und Soldaten. Eine Besonderheit der Besoldungsgruppe B ist das Festgehalt: Die Dienstbezüge steigen nicht in regelmäßigen Schritten und sind unabhängig von der Diensterfahrung.

In der Besoldungsgruppe B sind zum Beispiel Beamte wie Postdirektoren, Flottenärzte oder Leiter staatlicher Museen. Aber auch hochrangige Positionen wie Ministerialdirektoren, Staatssekretäre oder Leiter bedeutender Abteilungen werden der Besoldungsgruppe B zugeordnet, welche oftmals durch Juristen besetzt sind. Abhängig vom Arbeitgeber gilt die Besoldungsordnung des Bundes oder des Landes. In seltenen Fällen können Verwaltungsjuristen auf Landesebene bis in die Besoldungsgruppe B4 aufsteigen. Dies bedeutet in Bayern ein monatliches Gehalt von 8936,57 Euro.


 

Verwaltungsjuristen: Einstiegsgehalt A13 im Ländervergleich

Wer nach dem zweiten Examen als Volljurist in der Landesverwaltung oder einer Landesbehörde startet, wird in der Besoldungsgruppe A13 eingruppiert, die entsprechende Stufe hängt vom eigenen Alter ab. Von Bundesland zu Bundesland unterscheiden sind die Besoldungsordnungen, sodass ein Verwaltungsjurist in Bayern einen anderen Verdienst erhält, als ein Kollege in Hessen. 

Spitzenreiter hinsichtlich des Einstiegsgehalts ist Bayern mit einem monatlichen Brutto-Lohn von 4643,98 Euro. Im Vergleich am wenigsten verdienen Beamte in Mecklenburg-Vorpommern. Dort beträgt das Einstiegsgehalt für Verwaltungsjuristen auf der niedrigsten Stufe 3940,22 Euro.

 

Bundesland Besoldungsgruppe Niedrigste Stufe Höchste Stufe
Bayern A13 4643,98 € 5492,88 €
Baden-Würtemberg A13 4587,09 € 5665,33 €
Berlin A13 4193,05 € 5452,31 €
Brandenburg A13 4269,23 € 5494,14 €
Bremen A13 4388,64 € 5406,20 €
Hamburg A13 4359,67 € 5444,27 €
Hessen A13 4108,66 € 5247,32 €
Mecklenburg-Vorpommern A13 3940,22 € 5329,72 €
Niedersachsen A13 4233,67 € 5476,94 €
NRW A13 4463,4 € 5498,22 €
Rheinland-Pfalz A13 4107,31 € 5562,27 €
Saarland A13 4179,79 € 5380,91 €
Sachsen A13 4258,76 € 5794,61 €
Sachsen-Anhalt A13 4247,79 € 5487,31 €
Schleswig-Holstein A13 4317,11 € 5403,24 €
Thüringen A13 4268,47 € 5514,32 €


Stand: November 2021


Häufig gestellte Fragen
💰Was verdient ein Verwaltungsjurist netto?

Das Netto-Gehalt von verwaltungsjuristen lässt sich nicht pauschalisieren. Alter, Steuerklasse und Kirchenzugehörigkeit sind einige Faktoren, die den monatlichen Verdienst beeinflussen.

Als Beamte zahlen Verwaltungjuristen jedoch keine Sozialabgaben, was sich positiv auf ihr Gehalt auswirkt.

Nehmen wir beispielhaft einen 30-jährigen Verwaltungsjuristen aus Bayern, Steuerklasse 1, kein Mitglied der Kirche, der 2021 nach A13, Stufe 6 besoldet wird. Sein monatlicher Brutto-Lohn liegt aktuell bei 4839,85 Euro. Nach Abzug der Lohnsteuer bleiben ihm netto 3669,94 Euro, das entspricht 75,8% des Brutto-Einkommens. Abhängig von der Besoldungsgruppe und der Stufe variiert die Höhe der Lohnsteuer.

Für Beamte entfallen die Beiträge zur Krankenversicherung, Rentenversicherung und Arbeitslosenversicherung. Beamte müssen sich jedoch privat krankenversichern.