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Die Verwaltungsstation im Referendariat

Schnarch? Oder doch ganz sinnvoll?


verfasst von Finn Holzky und veröffentlicht am 21.03.2018

 

Hört man sich unter jungen Absolventen und Referendaren um, erfreut sich die Verwaltungsstation während des Referendariats keiner besonders großen Beliebtheit. Andererseits gibt es aber auch immer wieder vereinzelt Referendare, die von einer spannenden Zeit berichten und insbesondere auf die hohe Examensrelevanz ihrer Aufgaben hinweisen. Es scheint so, als fehle die Mitte, die die Verwaltungsstation einfach nur "ganz ok, mehr aber auch nicht" findet. Entweder scheint es sich um eine langweilige und zumindest gefühlt verschenkte Zeit zu handeln oder aber um eine richtig gute Gelegenheit um das Gelernte in der Praxis zu erleben.

 

Was erwartet die Referendare in der Verwaltung?

Zielsetzung der Verwaltungsstation ist es, dass die Referendare die Arbeitsweisen einer Verwaltungsbehörde kennenlernen und auch ihren Aufbau verstehen. Die Aufgaben, die sie selbst dabei zu bewältigen haben, variieren zwar von Behörde zu Behörde, grundsätzlich liegt jedoch der Fokus auf dem Anfertigen von Gutachten und Stellungnahmen zu verschiedenen rechtlichen Aspekten, sowie die Übernahme von typischen Aufgaben in der Verwaltungspraxis. Insbesondere die Bearbeitung von Widerspruchsbescheiden und das Ausfertigen von Erstbescheiden ist dabei regelmäßig Aufgabengebiet der Referendare.

 

Die Dauer der Verwaltungsstation ist ebenfalls abhängig vom entsprechenden Bundesland und variiert zwischen drei und vier Monaten.

 

Der Grundstein: Die Bewerbung

Da die Verwaltungsstationen nicht automatisch vergeben werden, empfiehlt es sich, sich bereits frühzeitig zu bewerben. Die guten Plätze sind nämlich auch hier naturgemäß schnell vergeben. Wer insbesondere examensrelevante Themen bearbeiten möchte, der tut gut daran, sich bei einem Rechtsamt zu bewerben.

 

Erfahrungsbericht: Verwaltungsstation Rechtsamt

 

Hier werden in erster Linie Widerspruchsbescheide bearbeitet und Fälle mit Verbindung zum Kommunal-, Polizei- und Baurecht mit hoher Examensrelevanz sind an der Tagesordnung. Hier kann tatsächlich learning-by-doing betrieben werden - ein nicht zu unterschätzender Faktor während der Vorbereitung aufs zweite Examen.

Wer vor allem keine Lust auf Langeweile hat und richtig beschäftigt werden möchte, der sollte seine Bewerbung an eine Polizeidirektion senden. Hier ist in der Regel weitaus mehr Arbeit zu vergeben, als Mitarbeiter da sind, die sie erledigen könnten. Das muss aber nicht immer negativ sein, tatsächlich kann gerade diese Zeit besonders lehrreich und interessant sein.

In einigen Bundesländern ist es darüber hinaus sogar erlaubt, die Verwaltungsstation im Ausland zu absolvieren. Hier bietet sich das Auswärtige Amt oder die Europäische Union an. Bewerber hierfür müssen aber besonders auf die Bewerbungsfristen achten, da hier ein Vorlauf von mindestens sieben Monaten ansteht.

Eine Bewerbung sollte also unlängst nach der Ernennung zum Rechtsreferendar schriftlich bei den gewünschten Behörden erfolgen. Da vor allem die guten Plätze sehr beliebt sind, empfiehlt es sich immer, mehrere Eisen im Feuer zu haben und daher verschiedene Bewerbungen rauszuschicken.

 

Zum Überblick der Unternehmen im öffentlichen Sektor

 

Was erwartet die Referendare in der Verwaltung?

Zielsetzung der Verwaltungsstation ist es, dass die Referendare die Arbeitsweisen einer Verwaltungsbehörde kennenlernen und auch ihren Aufbau verstehen. Die Aufgaben, die sie selbst dabei zu bewältigen haben, variieren zwar von Behörde zu Behörde, grundsätzlich liegt jedoch der Fokus auf dem Anfertigen von Gutachten und Stellungnahmen zu verschiedenen rechtlichen Aspekten, sowie die Übernahme von typischen Aufgaben in der Verwaltungspraxis. Insbesondere die Bearbeitung von Widerspruchsbescheiden und das Ausfertigen von Erstbescheiden ist dabei regelmäßig Aufgabengebiet der Referendare.

 

Die Dauer der Verwaltungsstation ist ebenfalls abhängig vom entsprechenden Bundesland und variiert zwischen drei und vier Monaten.

 

Was macht die Verwaltungsstation so unbeliebt?

Die Kombination aus der Anwendung des per se unbeliebten Verwaltungsrechts aus dem Studium und die Anwesenheitspflicht auf der Dienststelle sind wahrscheinlich der Hauptgrund für den Verdruss vieler Referendare während ihrer Verwaltungsstation. Gerade dies sollte aber eigentlich ein Ansporn sein, die sowieso aufzubringende Zeit sinnvoll zu nutzen. Dass das Verwaltungsrecht nicht immer das spannendste Rechtsgebiet ist, bestreitet niemand. Jedoch gibt es die bereits aufgezählten Stationen in interessanten Behörden. Nur dafür muss sich früh genug bemüht werden. Wer zum Beispiel bei einem Rechtsamt gelandet ist, der hat zwar immer mit komplizierten Themen zu tun, dafür lernt er schon während der Arbeitszeit bei der Behörde direkt mit für sein zweites Staatsexamen und die AG.

 

Die Verwaltungsstation genießt also vielleicht einen zu schlechten Ruf, was viele dazu verleitet, sich erst spät darum zu kümmern. Doch genau das ist der falsche Weg, denn in Wahrheit kann die Zeit bei der Verwaltung durchaus interessant sein. Man kann sie sogar zum aktiven Lernen für das zweite Examen nutzen oder sogar einen Auslandsaufenthalt daraus machen.

 

Nur gilt hier eben das Windhundprinzip: Die Ersten kriegen die besten Plätze, die anderen bekommen die Reste. Sieh also früh genug zu, dass du zu den Ersten gehörst!

 


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Über den Autor

Finn Holzky

Schreibt neben seinem Jurastudium seit 2 Jahren für TalentRocket und hat gerade sein 1. Staatsexamen in Göttingen hinter sich gebracht.

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