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Praktika, Ref. & Berufseinstieg

"Gehalt" Referendariat Jura

Wie viel "verdienen" Referendare 2018 in welchem Bundesland?

 

Nach der hauptsächlich theoretischen Ausbildung an der Universität geht es für angehende Juristen und Juristinnen mit bestandenem ersten Staatsexamen in das Referendariat. Zivilgericht, Strafgericht und Staatsanwaltschaft, Verwaltung, Rechtsanwaltsstation und die Wahlstation müssen nacheinander - innerhalb der Bundesländer in variierender Reihenfolge - abgeklappert werden und am Ende des Referendariats heißt es einmal mehr: Auf ins Staatsexamen. Doch anders als zuvor an der Universität, arbeitet der Referendar nun tatsächlich mit und dementsprechend bekommt er auch ein "Gehalt" gezahlt. Dieses variiert ebenfalls zwischen den Bundesländern. Wie viel also verdienen Rechtsreferendare eigentlich in welchen Bundesländern?

 

Doch bekommen Rechtsreferendare überhaupt wirklich ein Gehalt?

Leider muss die klare Antwort hier „Nein“ lauten, denn bei den Zahlungen, die Referendare erhalten, handelt es sich vielmehr um eine sogenannte Unterhaltsbeihilfe. Wer nun denkt, dass es ihm doch egal sei, ob er ein Gehalt bekommt oder eine Unterhaltsbeihilfe, solange es Geld gäbe, der hat leider einige Probleme übersehen.

Da es sich bei dem Geld für Referendare nicht um ein Gehalt handelt, gilt freilich auch der Mindestlohn nicht. Im Ergebnis bedeutet das leider, dass die meisten Rechtsreferendare auch deutlich unter dem Mindestlohn verdienen.

Zudem ergibt sich aus der Natur der Unterhaltsbeihilfe, die de facto eine Sozialleistung des Staates zur Unterstützung des Juristen in Ausbildung zu dessen Lebenshaltungskosten ist, dass etwaige Nebeneinkünfte auf die Höhe der Unterhaltsbeihilfe angerechnet werden können und diese somit gekürzt wird. Je nach Bundesland gibt es jedoch eine Freigrenze, bis zu der Referendare ohne Kürzungen ein Nebeneinkommen haben dürfen.

 

 

Familien werden unterstützt, Beamter wird man nicht mehr

Wer bereits Kinder hat oder in Ehe lebt, der kann sich in den meisten Bundesländern noch über eine kleine Sonderunterstützung in Form eines Familienzuschlags freuen, dessen Höhe wiederum abhängig vom entsprechenden Bundesland ist.

Entgegen des Trends, Familien und Kinder auch finanziell während des Referendariats zu unterstützen, hat leider eine andere Entwicklung ihren Abschluss gefunden. Seit dem 16. März 2016 gibt es kein Bundesland mehr, dass die Rechtsreferendare noch als Beamte auf Widerruf mit all den damit verbundenen Vorteilen eingestellt werden. Als letztes aller Bundesländer, hatte noch Thüringen diese Art der Anstellung beibehalten.

 

Wo bekommt man nun wie viel?

 

Baden-Württemberg

 

1.217,51 € brutto + 119,66 € pro Kind

 

Bayern

 

1.302,08 € brutto + 110,38 € pro Kind

 

Berlin

 

1.245,38 € brutto + 120,30 € pro Kind

 

Brandenburg

 

1.358,89 € brutto + 145,66 € pro Kind

 

Bremen

 

1.198,61 € brutto + 128,96 € pro Kind

 

Hamburg

 

Rückwirkend zum 01.01.2017 erhöht auf 1.027,80 € + 126,68 € pro Kind

 

Hessen

 

1.085,60 € brutto + 105,28 € pro Kind + ab 01.01.2018 Landesticket für ÖPNV frei für Referendare

 

Mecklenburg-Vorpommern

 

1.144,69 € brutto + 123,94 € pro Kind

 

Niedersachsen

 

1.168,27 € brutto + 129,20 € pro Kind

 

​Nordrhein-Westfalen

 

1.190,17 € brutto + 128,46 € pro Kind

 

Rheinland-Pfalz

 

1.203,23 € brutto + 179,93 € pro Kind

 

Saarland

 

1.091,26 € brutto + 112,92 € pro Kind

 

Sachsen

 

1.265,20 € brutto + 128,96 € pro Kind

 

Sachsen-Anhalt

 

1.081,75 € brutto + 128,96 € pro Kind

 

Schleswig-Holstein

 

1.164,79 € brutto + 109,20 € pro Kind

 

Thüringen

 

1.100,00 € brutto + 121,12 € pro Kind

 

Noch mehr Infos zum Referendariat im jeweiligen Bundesland findest du auf unseren Referendariats-Seiten

Die Unterhaltsbeihilfe variiert offensichtlich stark zwischen den verschiedenen Bundesländern. In der Spitze liegt die Bruttosumme bei 1.323,89 € in Brandenburg und die geringste Unterstützung beträgt gerade einmal 1006,17 € brutto in Hamburg. Doch nicht nur die Höhe der Unterstützung sollte entscheidend für die Wahl des Ort des Referendariats sein, sondern zum Beispiel auch die Notenstatistik. Wer mehr über das Referendariat mit all seinen Zahlen und Fakten erfahren möchte, der ist hier genau richtig!

 

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09. Februar 2018


Finn Holzky

Autor:

Finn Holzky

Schreibt neben seinem Jurastudium seit 2 Jahren für TalentRocket und hat gerade sein 1. Staatsexamen in Göttingen hinter sich gebracht.

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