Einmal Rollentausch bitte – Wie werde ich Repetitor?


veröffentlicht am 18.09.2015

 

Die Repetitorien stellen sich und ihr Programm regelmäßig in Crashkursen für die großen Scheine, bei Lernhilfeveranstaltungen oder bei Schnuppertagen vor. Einige kennt man zudem noch aus der Bibliothek oder der Buchhandlung, wenn sie gleichzeitig kommerzielle Skripte herausgeben. Über die Person, die einem den Stoff am Ende tatsächlich beibringt, erfährt man erstmal nicht besonders viel. Wir wollen nun die Frage beantworten: Wie wird man denn eigentlich Repetitor?

Zunächst stellt sich die Frage, welche Voraussetzungen man für den Beruf des Repetitors braucht. Wenig überraschend ist, dass ein Repetitor Jura studiert haben muss und fast genauso wenig überraschend und für diejenigen die ein kommerzielles Repetitorium besuchen oder besucht haben auch beruhigend: Prädikatsexamina sind ebenfalls Pflicht. Zu diesen beiden Grundvoraussetzungen kommen aber noch einige unverzichtbare „Softskills“. Ein Repetitor muss rhetorisch gewandt sein und den Stoff, den er natürlich bereits verstanden hat, auch für andere verständlich rüberbringen und Probleme mit chirurgischer Präzision herausarbeiten und auflösen. Auch ein Gespür für die Probleme der Schüler, wo genau ihre Schwierigkeiten liegen und welche Fragen sie tatsächlich haben, ist von Nöten. Weiterhin muss ein Repetitor unbedingt teamfähig sein, da er bei den meisten Repetitorien einige Kollegen haben wird, so dass nur ein Miteinander zum tatsächlichen Erfolg führen kann. Wenn vorhanden, bedarf es auch der Zusammenarbeit mit dem Verlag, damit Skripte und Repetitorium Hand in Hand miteinander gehen und so die Studenten gezielt anleiten können.

Eine weitere wichtige Voraussetzung für einen Werdegang als Repetitor ist Flexibilität und die Bereitschaft viel zu reisen. Regelmäßiges Arbeiten an vielen verschiedenen Unistandorten zugleich bringt viel Zeit im Zug mit sich. Wer dazu nicht bereit ist oder aus anderen Gründen nicht dazu in der Lage ist, der wird als Repetitor weder glücklich noch erfolgreich werden.

Was sich anhand der Lebensläufe nahezu aller Repetitoren leicht erkennen lässt: Es sind alles Praktiker. Den Werdegang direkt vom Studium zum Repetitor gibt es selten bis nie. Das hat auch seinen Grund, denn insbesondere die Vorbereitung auf die mündliche Prüfung oder später das zweite Staatsexamen ist ohne praktische Erfahrungen nahezu unmöglich. Das tatsächliche Gespür für Jura und angewandtes Recht bekommt man eben nicht in der Uni oder im Referendariat, sondern erst später im Beruf. Und gerade darauf kommt es bei vielen Prüfungen an. Es bedarf im Repetitorium also eines Lehrers, der einem das praktische Gespür vermitteln kann, das man selber noch nicht haben kann. Einige Juristen werden dann später, nachdem sie als Anwälte, Staatsanwälte oder Richter gearbeitet haben "Vollzeit - Repetitoren", nie aber beginnt eine Karriere mit diesem Beruf.

Und wie ist das mit den Zukunftsaussichten?

Diese Frage lässt sich natürlich immer schwer beantworten. Fakt ist: Repetitorien gibt es schon sehr lange und der Beruf des Repetitors hat Tradition. Fakt ist aber auch, dass mittlerweile an vielen Unistandorten die Angebote der Universitäten besser werden und sich die Auswahl und die Qualität der Skripte rasant verbessert haben. Es ist auch zu beobachten, dass es durchaus auffällig gute Absolventen gibt, die ein sogenanntes Uni – Rep besucht haben oder sich gar ganz alleine auf das Examen vorbereitet haben. Nichts desto trotz ist das Repetitorium eine immer noch voll anerkannte Institution für das Jurastudium und auch in Zukunft wohl nicht in akuter Gefahr.

 

Wer also dem Anforderungsprofil entspricht, Interesse an der Arbeit mit Studenten und dem Vermitteln vom Lernstoff hat und bereit ist viel zu pendeln, der sollte unbedingt eine Karriere als Repetitor in Betracht ziehen!

 

Quellen:
https://www.lecturio.de/magazin/kommerzielles-repetitorium/
http://www.lto.de/recht/job-karriere/j/berufsperspektive-repetitor-examensvorbereitung-jura-karriere/
https://rsw.beck.de/rsw/upload/JuS/Schwemer.pdf
+ ein Repetitor von Hemmer

 

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