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Erfolgreich, weiblich & Anwältin – „Women in Law“

Kirkland & Ellis-Partnerin und Schirmherrin Dr. Anna Schwander im Interview über die Veranstaltung „Women in Law“

Seit vielen Jahren veranstaltet Kirkland & Ellis im Herbst einen Workshop für junge Juristinnen – „Women in Law“. Da es mir sehr am Herzen liegt, junge Menschen für eine Karriere in der Kanzlei zu begeistern, freue ich mich immer enorm über die geballte „Women Power“, die wir an diesem Tag bei uns im Büro vereinen. Jedes Jahr laden wir eine weibliche Guest Speakerin dazu, die uns allen etwas Inspirierendes und Motivierendes mit auf den Weg gibt. Auch mir. Außerdem gibt es ausreichend Zeit zum gegenseitigen Kennenlernen, Austauschen und Networken, was alle eifrig nutzen.


Dr. Anna Schwander

Frau Dr. Schwander, wie würden Sie die Atmosphäre des Karriereevents beschreiben?

Neugierde, Interesse und Dynamik – ich blicke in wache und offene Gesichter, wenn ich vorne stehe und die Teilnehmerinnen begrüße und unsere Kanzlei vorstelle. Das prägt den Tag. Dieses Jahr hat uns zudem Marion Knaths mit ihrem sehr inspirierenden und interaktiven Workshop „Spiele mit der Macht – wie Sie erfolgreich kommunizieren“ die Unterschiede männlicher und weiblicher Kommunikation verdeutlicht. Nicht zuletzt ist der Tag natürlich bestimmt von Networking. Es geht nicht nur darum, dass die Teilnehmerinnen uns kennenzulernen, es ist mir auch wichtig, dass sie sich untereinander kennenlernen und vernetzen. Letzteres machen Frauen viel zu wenig, weshalb ich mich freue, wenn wir mit unserer Veranstaltung dazu beitragen können. 

 

Apropos Highlights – wie ist die Resonanz bezüglich der Gäste auf diesem Event, und wie unterscheiden sich die allgemeinen Inhalte von denen der Gastrednerinnen, wie beispielsweise Marion Knaths von Sheboss?

Die Resonanz der Teilnehmerinnen auf unser Event ist immer sehr positiv. Jede nimmt ganz unterschiedliche Eindrücke, Tipps und Erfahrungen mit nach Hause. Die einen haben durch Marion Knaths den entscheidenden Aha-Moment erlebt, andere sind begeistert vom „Kirkland-Spirit“. Und wieder andere haben sich so gut mit der einen oder anderen Kollegin aus unserem Team verstanden, dass daraus eine langjährige Verbundenheit entstanden ist. 

Durch unsere Erzählungen über Kirkland und die vielen positiven persönlichen Gespräche mit uns wecken wir bei vielen Teilnehmerinnen das Interesse an unserer Kanzlei. Im Nachgang kommen zahlreiche Teilnehmerinnen als juristische Mitarbeiterinnen oder Referendarinnen zu uns. Das freut uns immer ganz besonders. 

Sie hielten unter anderem eine Präsentation mit einer Partnerin aus dem Londoner Office. Steht das Event dadurch auch stellvertretend für sämtliche Standorte der Kanzlei weltweit?

Kirkland & Ellis ist eine weltweit agierende Kanzlei. Wir denken nicht in einer Standortstruktur, sondern es gibt eine Kultur, eine Philosophie und global agierende Mandanten, die wir mit international besetzten Teams weltweit über die Standorte hinweg betreuen. Es ist mir sehr wichtig, den Teilnehmerinnen diesen internationalen Ansatz nahe zu bringen. Und daher finde ich es immer sehr bereichernd, wenn auch eine Kollegin aus einem anderen Büro, über ihre Erfahrungen und ihren Alltag berichtet.

Unser Standort in München zeichnet sich auch dadurch aus, dass wir an unserer Größe gemessen eher Boutique-Charakter haben. Das hat den Vorteil, dass wir einen sehr familiären und vertrauten Umgang pflegen und über alle Praxisgruppen hinweg in einem sehr engen Austausch miteinander stehen. Gleichwohl sind wir Teil eines weltweit agierenden Powerhouses und beraten hochkarätige Mandanten im Team mit unseren Kollegen der anderen Standorte.

     

Wie bereichern Frauen aus Ihrer Perspektive die Kanzleiwelt und weshalb ist es so wichtig, Anwältinnen im Team zu haben?

Frauen bilden 50 % des Talentpools der juristischen Absolventen/innen. Es gingen Kanzleien also 50 % der juristischen Expertise verloren, wenn sie diese außen vor lassen würden. Ein ausgewogenes Verhältnis von Männern und Frauen im Team halte ich außerdem für essentiell, da beide oft unterschiedliche Herangehensweisen und Verhandlungstaktiken einbringen. Und auch für die Stimmung im Büro ist es wichtig, beide Geschlechter in einem ausgewogenen Verhältnis vertreten zu haben. Der Anteil an weiblichen Associates in unserem Münchener Büro beträgt fast 50 %, weshalb wir uns zum Glück keine Gedanken darüber machen müssen, ob wir hinreichend Frauen im Team haben. Nur an der Quote der weiblichen Partnerinnen müssen wir noch arbeiten, die entspricht noch nicht dem weltweiten Kirkland-Niveau. 

Wie sehen Sie Ihre Position als „Woman in Law“? Was tut Kirkland & Ellis abseits von Events, um Frauen zu fördern und gleiche Karrierechancen zu schaffen?

Meine Position als „Woman in Law“ verstehe ich dahingehend, Role Model für andere Frauen zu sein. Es ist wichtig zu zeigen, dass Familie und Karriere vereinbar sind – auch in einer Großkanzlei. Weltweit gibt es sehr viele tolle Frauen bei Kirkland & Ellis, die exzellente Juristinnen und Partnerinnen sind, Kinder und Familie haben – und zudem Frau geblieben sind. Diese Vorbilder fördern automatisch das gleichberechtigte Denken bei Kirkland & Ellis; wir differenzieren in den Karrieremöglichkeiten nicht zwischen Mann und Frau. Zusätzlich versuchen wir durch unsere Women-Leadership-Initiative, die bereits eine Institution bei Kirkland ist, Frauen weiter zu fördern und Männer für etwaige Genderthemen zu sensibilisieren. 
 

Das Münchner Büro von Kirkland & Ellis sagt über sich selbst, es sei eine „dynamische Transaktionsboutique“ – aber dennoch ein „Global Player“ im Stil einer Großkanzlei. Wie passt das zusammen?

In München haben wir mit 40 Anwälten die Größe einer Transaktionsboutique, der Umgang ist sehr familiär und der Austausch über die Praxisgruppen hinweg sehr eng. Gleichwohl sind wir Teil des internationalen Powerhouses Kirkland und arbeiten tagtäglich mit unseren Kollegen an anderen Standorten und über Zeitzonen hinweg zusammen. Die Mandanten, die wir beraten, sind oft genauso global aufgestellt wie wir; die Mandate entsprechen meist denen eines Global Players. So vereinen wir in München letztlich das Beste aus zwei Welten.
 

Zurück zum Karriereevent – weshalb wurde „Women in Law“ ins Leben gerufen?

Karriereevents wie „Women in Law“ dienen zum einen natürlich dem Recruiting. Wir möchten uns den besten Talenten vorstellen, ihr Interesse an Kirkland & Ellis wecken und gleichzeitig qualifizierte, ambitionierte, aufgeweckte Juristinnen kennenlernen. Zum anderen dient das Event dazu, die Teilnehmerinnen zu ermutigen, den Schritt in die Großkanzlei zu wagen. Viele junge Frauen trauen sich immer noch nicht, als Anwältin in einer Großkanzlei einzusteigen, obwohl sie bestens ausgebildet sind und aufgrund ihrer Fähigkeiten und Interessen perfekt in eine Großkanzlei passen würden. Viele hält die Sorge ab, Familie und Karriere nicht vereinen zu können. Diese Sorge wollen wir den jungen Juristinnen mit Events wie „Women in Law“ nehmen.

      
Erfolgreich kommunizieren: Anna Schwander links mit Marion Knaths, rechts mit Teilnehmerinnen des Events 2019

Sie sind selbst Mutter, haben in Teilzeit gearbeitet und sind zugleich Partnerin bei Kirkland & Ellis. Sehen Sie dies als positives Beispiel, dass sich heutzutage Familie und Karriere nicht notwendig ausschließen?

Familie und Karriere schließen sich keinesfalls aus. Es ist wichtig, der Familienplanung einen entsprechenden Stellenwert einzuräumen. Gleichwohl darf die Familienplanung die Karriereplanung nicht bereits im Keim ersticken. Man sollte nicht auf den Berufsweg verzichten, der einem Spaß macht, der einen herausfordert und die eigenen Fähigkeiten fördert, „nur“ weil man Familie haben möchte. Richtig gut wird man nur in dem, was einen wirklich interessiert. Es finden sich immer Wege, Beruf und Familie zu vereinen, es ist nichts in Stein gemeißelt. Natürlich bedarf es oft eines Spagats zwischen Familie und Beruf und man muss darauf achten, dass man nicht selbst zu kurz kommt, wenn man versucht, es allen Recht zu machen. Aber es ist auch enorm bereichernd, beides, Familie und Karriere, erleben zu dürfen.      

 

Welcher Moment oder welche Begegnung ist Ihnen in besonders guter Erinnerung geblieben?

Besonders gefreut hat mich ein Gespräch mit einer Teilnehmerin, die sagte, dass sie eine Mutter habe, die immer zuhause gewesen sei und sie sich nicht habe vorstellen können, dass Familie und Karriere vereinbar seien, sie es jetzt aber an mir gesehen habe. Dafür hat sie sich bedankt und mir gezeigt, wie wichtig es ist, seine Erfahrungen zu teilen und junge Frauen zu ermutigen, ihren Fähigkeiten und Interessen nachzugehen – und eben solche Veranstaltungen wie „Women in Law“ zu organisieren.

 

Ihr Fazit?

Unser Event ist jedes Mal eine große Bereicherung, nicht nur für unsere Teilnehmerinnen, sondern auch für uns. Ich freue mich daher bereits auf unser nächstes Event im November, das wieder zahlreiche interessante und talentierte junge Frauen zusammenbringen wird. Mein Rat an die Teilnehmerinnen – und auch unsere Associates – lautet: „Go for it –(ver)traut euch und folgt euren Interessen.“ Ich möchte all diejenigen, für die eine Tätigkeit in einer Großkanzlei eine Option ist, ermutigen, sich bereits im Rahmen der Ausbildung eine Großkanzlei anzuschauen und sich in der Lebensplanung nicht davon abhalten zu lassen, den Weg einzuschlagen, der einen interessiert, fordert und fördert. 

 

Vielen Dank, Frau Dr. Schwander!

Kirkland & Ellis International LLP
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