altText

Jobs & Gehalt als Diplomjurist/in?

Wege und Möglichkeiten nach dem 1. Staatsexamen und wo die Gehälter am höchsten sind...


verfasst von Hüveyda Asenger und veröffentlicht am 05.06.2018

 

Auch mit dem ersten Staatsexamen könnte sofort ins Berufsleben gestartet werden. Somit lohnt sich Berufserfahrung auch schon nach dem ersten Staatsexamen.

 

Außerdem haben viele Absolventinnen und Absolventen nach den Strapazen des ersten Staatsexamens das Bedürfnis, eine mehr oder weniger lange Pause vom Lernen einzulegen und erst einmal wichtige Berufserfahrung zu sammeln, unabhängig von einer möglichen Promotion oder einem Master. Unklar ist dann anfangs, wie hoch der Verdienst in welchem Bereich konkret ist. Pauschale Richtwerte gibt es in Bezug auf die konkreten Verdienstmöglichkeiten jedoch nicht – vieles kann auch auf guter Verhandlungsbasis geklärt werden. Wie sieht es aber darüber hinaus in anderen Bereichen aus? Und welche regionalen Unterschiede gibt es? Dieser Artikel soll einen kurzen Überblick über diese Fragen geben.

Zum Vergleich:

 

Ein Überblick über das Einstiegsgehalt von Juristen mit zweitem Staatsexamen

 

Gehalt in Kanzleien als Diplomjurist

Kanzleien stellen Juristen mit erstem Staatsexamen in der Regel als wissenschaftliche Mitarbeiter ein. Ob überbrückend bis zum Referendariat oder promotionsbegleitend – die Möglichkeiten sind hier vielfältig und von Kanzlei zu Kanzlei unterschiedlich ausgestaltet.

Die Verdienstmöglichkeiten sind ebenfalls je nach Kanzlei sehr unterschiedlich. In Großkanzleien ist der Verdienst deutlich am höchsten zu verzeichnen. Je nach dem wie viel in der Woche gearbeitet wird (von ein bis zu vier oder sogar fünf Wochentagen ist alles vertreten) wird auch eine ausreichende Vergütung gewährt. So wird in Großkanzleien ca. 500 – 800 Euro (in einigen Fällen sogar mehr als 800 Euro) pro Wochenarbeitstag gezahlt. Teilweise zahlen auch mittelständische Kanzleien ähnliche Beträge, überwiegend ist der Verdienst jedoch geringer als in Großkanzleien einzuschätzen (ca. 200 – 600 Euro pro Wochenarbeitstag).

Der Verdienst in Kanzleiboutiquen für wissenschaftliche Mitarbeiter ist sehr unterschiedlich und kaum einheitlich festzumachen. Es gibt etwa Beträge, die eher dem Verdienst in mittelständischen Kanzleien gleichen aber auch Gehälter, die auf Großkanzleiniveau sind. Von 350 Euro pro Wochenarbeitstag bis hin zu 850 Euro ist vieles vertreten und stark davon abhängig, welche Boutique Arbeitgeber ist.

 

Großkanzlei
BLANKE MEIER EVERS Rechtsanwälte in Partnerschaft mbB

BLANKE MEIER EVERS Rechtsanwälte in Partnerschaft mbB


Erfahre mehr über diesen Arbeitgeber und finde heraus, was ihn ausmacht.

Gehalt in der Wirtschaft

Juristen mit erstem Staatsexamen sind auch bei verschiedenen Unternehmen in der freien Wirtschaft sehr willkommen. Insbesondere wenn wenig Interesse an einer juristischen Tätigkeit besteht, kann Unternehmensberatung eine gute Alternative darstellen. Zwar stellen die großen Unternehmensberatungen in der Regel keine wissenschaftlichen Mitarbeiter ein und es erfolgt somit eine Einstellung in Vollzeit.

 

 

Dementsprechend ist jedoch der Verdienst auch deutlich höher. Das Gehalt an sich ist stark davon abhängig, bei welcher Beratungsfirma eine Anstellung erfolgt und wie groß die Firma ist. Somit ist das Gehalt zu den anderen aufgezeigten Verdienstmöglichkeiten wesentlich höher – vor allem weil in Vollzeit gearbeitet wird. Oft werden die konkreten Zahlen aufgrund von verschiedensten Faktoren, die mit in die Berechnung einfließen (wie Boni etc.), nicht transparent gemacht und individuell bestimmt. Je nach Branche liegt das Einstiegsgehalt etwa bei einer Range von ungefähr 39.000 - 60.000 Euro.

 

Verdienst an der Universität

Die Universität als Arbeitgeber bietet sich vor allem für diejenigen an, die eine Karriere im wissenschaftlichen Bereich anstreben und direkt nach dem ersten Staatsexamen noch nicht in die „Praxis“ möchten. Im Gegensatz zur freien Wirtschaft sind hier die Verdienstmöglichkeiten dagegen erheblich geringer und somit schneiden Universitäten in punkto Verdienst deutlich schlechter ab. Die Vergütung folgt nach dem öffentlichen Tarifdienst.

Bei der Einteilung in die Entgeltgruppen bei wissenschaftlichen Mitarbeitern bzw. Doktoranden in die Entgeltgruppe 13 spielen auch verschiedene Faktoren, wie etwa vorhandene Berufserfahrung, eine Rolle. Jährlich gibt es dann außerdem eine kleine Gehaltserhöhung wegen gesammelter Berufserfahrung.  

Abhängig vom konkreten Verdienst sind natürlich auch die Zeiteinteilung und das Arbeitsmodell. Einige Lehrstühle bieten an, in Vollzeit als wissenschaftliche Mitarbeiter zu arbeiten, was sich in finanzieller Hinsicht mehr lohnt. In der Regel wird jedoch im Rahmen einer Viertelstelle bzw. Teilzeitstelle angestellt.

 

Promotionsstipendium

Wer nach dem ersten Staatsexamen in Vollzeit promovieren möchte, ohne einer anderen beruflichen Tätigkeit nachzugehen (Nebentätigkeiten sind mit einem Promotionsstipendium nur eingeschränkt, also maximal eine Viertelstelle, möglich), kann auch ein Promotionsstipendium anstreben. Bei diesem wird ein Grundgehalt gezahlt, das unabhängig vom Promotionsgeber ist und einheitlich gezahlt wird. Es gibt ein monatliches Grundstipendium in Höhe von 1.050 Euro plus Forschungspauschale in Höhe von 100 Euro. Hier fällt im Vergleich zu den oben aufgezeigten Verdienstmöglichkeiten in Kanzleien das Gehalt magerer aus, vor allem weil das Gehalt nur bedingt durch Nebentätigkeiten aufgestockt werden kann.

 

Regionale Unterschiede

Wie beim Einstiegsgehalt bei Juristen mit zweitem Staatsexamen gibt es auch bei Absolventinnen und Absolventen mit erstem Staatsexamen bestimmte regionale Unterschiede bezogen auf das gezahlte Gehalt.

In Unternehmen und in der Wirtschaft wird beispielsweise in Frankfurt mehr gezahlt – nah gefolgt von München. In Berlin etwa sind die Gehälter insgesamt geringer als in Frankfurt oder München, in Hamburg hingegen tendenziell besser. Bei regionalen Unterschieden ist jedoch zu beachten, dass sie sich teilweise an die Lebenserhaltungskosten in dem jeweiligen Gebiet angleichen bzw. angleichen sollten. Nichtsdestotrotz ist insgesamt das Gehalt dennoch oft eine Frage der geschickten Verhandlung – auch für Juristen mit erstem Staatsexamen. Es lohnt sich also, auch bei regionalen Unterschieden, in der freien Wirtschaft zu versuchen, auf ein höheres Gehalt in einem Vorstellungsgespräch hinzuwirken.

 

Fazit
Es gibt viele Möglichkeiten, einen gut vergüteten Berufseinstieg auch bereits mit dem ersten Staatsexamen zu erreichen. Ist ein hoher Verdienst beabsichtigt und vordergründig, lohnt es sich, sich auf die freie Wirtschaft zu fokussieren.

 


Andere Leser dieses Artikels fanden ebenfalls interessant:

 

Über den Autor

Hüveyda Asenger

hat Jura an der Freien Universität Berlin studiert und arbeitet derzeit als wissenschaftliche Mitarbeiterin in einer Kanzlei.

Juristische Arbeitgeber, Jobs oder Events. Exklusiv für Mitglieder!

Mit der 1-Klick Bewerbung kannst du dich in Sekundenschnelle bei den Arbeitgebern bewerben.

Hat dir der Artikel gefallen? Feedback geben


Talente haben sich auch diese Artikel durchgelesen:

Fachbereiche und Karrierewege

„Irgendwas mit Medien“: Mit Jurastudium in den Journalismus

Juristische Karrierewege abseits des Staatsdienstes & Kanzleialltag

Fachbereiche und Karrierewege

Notariat: Der lange Weg zum Traumjob

Wie du zum Notar oder Anwaltsnotar wirst

Fachbereiche und Karrierewege

Venture Capital & Private Equity

Das solltest du als (angehende*r) Finanzrechtler*in wissen