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Provinz auf Weltniveau! - Jura in Würzburg

Studium, Examen & Zusatzqualifikationen

Provinz auf Weltniveau!- Jura in Würzburg

Examen, Europarecht und mehr als nur Englisch bei den Fachsprachen...

 

Auf diesem Blog wurde bereits über das Studium der Rechtswissenschaft in Bayreuth – und damit an einer anderen Universität in Bayern, genauer genommen in Franken – berichtet.

 

Würzburg muss sich, von lokalen Rivalitäten einmal ganz abgesehen, nicht hinter Bayreuth, dem „Harvard Oberfrankens“ verstecken. Denn wie Bayreuth bietet Würzburg nicht nur einen ganz eigenen Charme als Stadt, sondern setzt ganz eigene Akzente im Jurastudium.

Sieht man von der Tradition der Julius-Maximilians-Universität ab, wie sie mit vollem Namen heißt, welche immerhin erstmalig 1402 als eine der ältesten Universitäten Europas gegründet wurde, so sprechen zahlreiche gegenwärtige und fachliche Gründe für das Jurastudium Würzburg.

 

Das Hauptfachstudium: Fördern und Fordern in Würzburg

Das Hauptfach „Rechtswissenschaft“ ist, wie üblich, in das Grund-, das Haupt- sowie das Schwerpunktbereichsstudium gegliedert. Bereits im Grundstudium unterscheidet sich die Uni Würzburg von zahlreichen Universitäten, indem sie nämlich den Studenten ein „kleines“ Examen abverlangt.

In den drei Hauptfächern muss eine abschließende Zwischenprüfung abgelegt werden, die sich über das zu erlernende Wissen des Grundstudiums erstreckt.

An vielen anderen Fakultäten Deutschlands müssen seit einigen Jahrzehnten bloß diverse Scheine gesammelt werden. In Würzburg jedoch wird dem Studenten früh – und zurecht – ein dem Stand der Ausbildung angemessenes Bild von den Bedingungen der beiden juristischen Examina vermittelt.

Im Hauptstudium sind dann die üblichen drei großen Übungen mit jeweils einer Klausur und einer Hausarbeit nachzuweisen, was sie erneut von einigen Universitäten unterscheidet. 

Im Schwerpunktstudium überzeugt die Uni durch eine breite Fächerung von insgesamt 13 Schwerpunktbereiche. Darunter fallen die Grundlagen des Rechts, diverse europarechtliche und internationale Schwerpunktbereiche insbesondere im Wirtschaftsrecht, aber auch im Arbeitsrecht oder im Europäischen und internationalen Menschenrechtsschutz. Mit Staat und Verwaltung oder den Kriminalwissenschaften kommen die anderen Rechtsgebiete indes auch nicht zu kurz.

Besonders hervorzuheben ist die Examensvorbereitung des UniReps. Hier wird von Professoren und wissenschaftlichen Mitarbeitern, die allesamt als Prüfer und/oder selbst ehemalige Teilnehmer dem bayerischen Staatsexamen nah sind, das gesamte Examenswissen in verschiedenen Kursen nahegebracht.

Dies geschieht in den Stoff wiederholenden Vorbereitungs- und Examenskursen, praktischen Arbeitsgemeinschaften und auch Kleingruppen. Daneben bietet die Uni Würzburg zwei Mal pro Jahr ein Probeexamen unter möglichst realen Bedingungen an.

Die Mitarbeiter der Examenskoordinierungsstelle gelten unter Studenten als motiviert und versiert, sodass das Angebot immer größeren Anklang findet; gerade auch als Konkurrenz gegenüber den in der Stadt Würzburg besonders heimischen privaten Repetitorien.

 

Freischussverlängerung durch Fachsprachen und Europarecht: Common Law Certificate und Europajurist

Die zwei hervorstechenden Alleinstellungsmerkmale von Jura Würzburg sind definitiv das ausgefeilte Fachsprachenprogramm und das Begleitstudium im Europäischen Recht.

Während andere Fakultäten oftmals nur den für das Examen obligatorischen Schein in Rechtsenglisch und/oder -französisch anbieten, stehen den Würzburger Jurastudenten ein bunter Strauß an Fremdsprachen zur Verfügung: Englisch, Französisch, Spanisch, Polnisch, Türkisch und Russisch.

Unter der Leitung von Frau Dr. Karin Linhart, LL.M. (Autorin des im C.H. Beck Verlag erschienen Arbeitsbuchs „Englische Rechtssprache“) und mit zahlreichen Dozenten, die – oftmals ausländisch qualifizierte – Juristen und jeweilige Muttersprachler sind, dient das Fachsprachenprogramm mehr als nur der Vermittlung von juristischer Fachterminologie.

Mit Vorlesungen zum jeweiligen nationalen Recht, vom englischen und US-amerikanischen bis hin zum indischen Recht, dem Recht in Subsahara-Afrika und dem Europarecht vermittelt das Programm die perfekten Einstiege für ein späteres LL.M.-Studium oder den Auslandsaufenthalt vor dem Examen.

Gerade im Bereich des anglo-amerikanischen Rechtskreises kann die Uni Würzburg mit dem Certificate in Common Law Studies aufwarten, das zudem die Teilnahme an einem Mock-Case-Programm mit internationalen Kanzleien in München und Frankfurt und die Vorbereitung auf international anerkannte Englischsprachtests umfasst.  

 

 

Beim Begleitstudium im Europäischen Recht können teilweise Kurse vom Fachsprachenprogramm (z.B. Einführung in das englische/französische Recht) anerkannt werden.

Das Begleitstudium selbst verfügt über ein ebenso großes Vorlesungsverzeichnis wie das Hauptstudium aus allen Teilen des europäischen Gemeinschaftsrechts und anderer europäischer Rechtsordnungen.

Veranstaltungen werden von der eigenen Professorenschaft und von anerkannten Experten aus dem In- und Ausland angeboten. Unter letztere Fallen Gastprofessoren diverser europäischer Universitäten und Praktiker, etwa Diplomaten oder EU-Kommissionsmitarbeitern.

Neben erforderlichen Grundkenntnissen über das Europarecht, die europäische Gerichtsbarkeit und den Binnenmarkt sind die weiteren Veranstaltungen frei wählbar, umfassen Seminare, Tagungen und regelmäßige Vorlesungen.

Insgesamt müssen über die neun Semester rund 10-12 Leistungen erbracht werden, darunter eine Seminararbeit (wobei diese zugleich Seminararbeit im Schwerpunkt sein kann).

Mit erfolgreichem Abschluss erhält man den Titel des „Europajuristen“. Dieser Abschluss kann anschließend nach dem ersten Examen durch den Würzburger LL.M. im Europäischen Recht erweitert werden, wobei einige Veranstaltungen angerechnet werden können.

Das Beste zuletzt: für beide Zusatzqualifikationen, das Begleitstudium und das Common Law Certificate gilt, dass bei erfolgreichem Abschluss vor Erreichen der Freiversuchsfrist, je ein Semester Verlängerung durch das Bayerische JPA erteilt wird.

 

Auslandsaufenthalte: Erasmusprogramm und Anrechnung auf die beiden Zusatzqualifikationen
 

Wie es sich für eine moderne Universität gehört nimmt auch die Juristische Fakultät Würzburg am Erasmusprogramm teil. Partneruniversitäten gibt es insgesamt 46, darunter etwa Barcelona, Bristol, Dublin, Istanbul, Leuven, Paris oder Warschau.

Hierfür können die Fachsprachenangebote eine perfekte Vorbereitung bieten. Außerdem können Scheine aus dem Ausland für das Erreichen der nötigen Anzahl von Scheinen im Begleitstudium verwendet werden.

Letztlich können sogar die Freiversuchsverlängerungen durch Erasmus (max. zwei Semester) mit denen der beiden obigen Zusatzprogramme kombiniert werden.

 

Fazit: Es muss nicht immer München sein. Fachsprachen und Europarecht gehen auch bei Uniwechsel
 

Wie schon im Beitrag über Bayreuth dargelegt, gibt es in Bayern zahlreiche gute Universitäten in gleichsam attraktiven Städten, wenn diese allesamt auch nicht mit München als Millionenstadt vergleichbar sind.

Wer sich mit dem Gedanken trägt ein Jurastudium zu beginnen oder nach dem Auslandssemester die Stadt zu wechseln, sollte Jura Würzburg in Betracht ziehen. Denn auch im letzteren Falle lassen sich das Begleitstudium und das Fachsprachenprogramm noch beginnen und sogar Veranstaltungen von vorigen Universitäten anrechnen.

 

Angenehm an der Juristischen Fakiltät in Würzburg ist, dass man so – oder wenn man gleich in Würzburg mit dem Studium beginnt – Sonderqualifikationen erwerben kann, die andere deutsche Juraabsolventen nicht ohne Weiteres vorweisen können.
 

 

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06. September 2017


Johannes Jäger - Autor bei TalentRocket

Autor:

Johannes Jäger

Johannes hat in Bonn, Lausanne und Würzburg Jura studiert. Nach dem ersten Staatsexamen promoviert er derzeit in Würzburg mit Forschungsaufenthalt in Exeter/UK und ist Rechtsreferendar in Frankfurt.

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