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Knapp durchgefallen im Staatsexamen?

Studium, Examen & Zusatzqualifikationen

Knapp durchgefallen im Staatsexamen?

5 Tipps für einen erfolgreichen zweiten Versuch...

 

Es ist der Alptraum eines jeden Jurastudenten, der Misserfolg im Jura Staatsexamen. Selbstverständlich ist dies an sich noch kein Beinbruch, da schließlich ein zweiter Versuch möglich ist. Die Enttäuschung und der Frust sind dennoch groß und die damit einhergehenden Fragen zahlreich:

  • Wie finde ich neue Motivation?
  • Schreibe ich schon in einem halben Jahr erneut, oder doch erst in einem Jahr?
  • Wie bereite ich mich nun besser vor? ​

Der folgende kleine Ratgeber beleuchtet diese und weitere Fragen, damit der zweite Versuch erfolgreich(er) verläuft und der Alptraum sein Ende nimmt.

 

Tipp 1: „Keine Panik auf der Titanic“

Dieser Ratschlag wird nicht nur von Fans von Jürgen Drews erteilt, sondern von jedem rationalen Menschen.

Wer sich wegen des ersten erfolglosen Versuchs zu verrückt macht, schadet sich nur selbst,

da dadurch Motivation und Konzentration auf der Strecke bleiben. Es ist immer daran zu denken, dass noch kein Meister vom Himmel gefallen ist und schon vermeintlich schlechtere Studenten das Examen geschafft haben. Und immer dran denken: "18 Punkte bekommt eh nur Gott ;)."

Selbstverständlich erwartet niemand, dass man sich bereits am Tag nach der Hiobsbotschaft wieder voll motiviert an die Arbeit setzt. Das Verdauen dieser Nachricht braucht natürlich etwas Zeit. Sinnvoll ist es diese Zeit mit positiven Momenten zu füllen, sei es ein Kurzurlaub, Sport etc. Die damit verbundene Auszeit darf auch gerne bis zu einem Monat anhalten, danach sollte das Lernen aber wieder im Vordergrund stehen.

 

Tipp 2: Die Fehleranalyse

„Man lernt aus seinen Fehlern.“

Eine Weisheit, die sich auch in der Vorbereitung zum zweiten Versuch mehr als bewährt.
Bei der Fehleranalyse sind insbesondere die erste Vorbereitung sowie die Prüfungen an sich kritisch zu begutachten: Welche Lernmethoden haben retrospektiv mehr geholfen, welche weniger? Wo lagen die Probleme bei den Prüfungen? Gab es Schwierigkeiten beim Aufbau des Gutachtens oder doch eher inhaltliche Probleme? Bestehen darüber hinaus etwaige Lücken? Lag der Fehlschlag vielleicht (auch) an Prüfungsangst?

Wer besonders kritisch und ehrlich zu sich selbst ist, sollte nun einige Baustellen aufzählen können. Dementsprechend richtet sich dann natürlich auch das weitere Vorgehen. Darüber hinaus lässt sich nur so realistisch abschätzen, wieviel Zeit man für die weitere Vorbereitung benötigt, was wiederum für die Anmeldung des zweiten Versuchs elementar ist: dieser Nachversuch ist nämlich nur an zwei Zeitpunkten möglich, entweder direkt in der nächsten Kampagne, also ein halbes Jahr später, oder in der Kampagne danach, also ein Jahr später.

 

 

Tipp 3: Lernen, Lernen, Lernen

Der wohl wichtigste Schlüssel zum Erfolg ist selbstverständlich das Lernen – logisch! Dabei kann aber, je nach Ergebnis der Fehleranalyse, auch das „Wie“ des Lernens eine sehr große Rolle spielen. Hierbei muss sich zunächst klar gemacht werden, dass es drei Methoden gibt, um sich Wissen einzuprägen: Lesen, Hören, Schreiben. Welche dieser Lernarten am vielversprechendsten ist, hängt maßgeblich vom eigenen Lerntyp ab. Eine Kombination ist in allen Fällen aber sinnvoll.

Sodann sind insbesondere folgende Gedanken anzustellen:

  • Wurde ein Repetitorium besucht?
    Falls ja, war das Repetitorium an sich lehrreich, die Materialien hilfreich? Falls nein, wieso wurde kein Repetitorium besucht? Könnte das Repetitorium die bestehenden Lücken schließen? Oftmals werden Repetitorien aus finanziellen Gründen nicht besucht, wäre hier – nach einer gründlichen Abwägung – ein Studentenkredit eine Lösung?

  • Lernen mit Skripten oder anhand von Fällen?
    Skripte sind natürlich durchaus hilfreich, sollte in aller Regel aber nicht das Hauptlernwerkzeug sein. Im Examen selbst ist schließlich auch Falllösung gefragt. Wie ist das Lernen anhand von Fällen am geschicktesten umzusetzen, also eher lesen und dabei gründlich durcharbeiten oder unter Examenskonditionen lösen? Hierbei handelt es sich klar auch um Vorlieben, es sollte jedoch versucht werden, eine ausgewogene Mischung zu finden – auch unter Beachtung der Ergebnisse der Fehleranalyse. Wer massig Probleme beim Aufbau oder allgemeine Zeitprobleme hatte, sollte lieber die Fälle unter Examenskonditionen lösen. Wer hingegen mehr inhaltliche Probleme hatte, sollte die Fälle besser gründlich inhaltlich beleuchten und sich dabei auch erweitertes Wissen mit den Skripten (oder auch mit anderweitiger Lektüre) erarbeiten.

  • Lernen alleine oder in der Gruppe?
    Hierbei handelt es sich selbstverständlich auch sehr um eine Geschmacksache, dennoch ist auch hier die gesunde Mischung ratsam. In beiden Fällen ist die Gefahr der Prokrastination sicherlich groß, mit der richtigen Gruppe ist die Wahrscheinlichkeit aber größer, dass man aus dieser Spirale herausgerissen wird. Das Lernen in der Gruppe hat darüber hinaus den Vorteil, dass ein Gedankenaustausch stattfindet. Dieser Gedankenaustausch hat jedoch auch seine Schattenseiten, denn wer sich zu sehr auf die Gedanken der Anderen verlässt, schult weniger seine eigenen Fähigkeiten.

 

Tipp 4: Der Lernplan

Nachdem die Schwächen, Lerntyp sowie Umfang und Inhalt des Lernens ermittelt sind, sollte dementsprechend ein Lernplan erstellt werden. Dabei ist es stets ratsam, dass der Lernplan nicht zu statisch ist, sondern durchaus auch Puffer für ungeplante freie Tage erhält. Ein häufiges Problem in der Examensvorbereitung ist nämlich die so genannte Examensdepression, die für negative Gefühle und wenig hilfreiche Gedankengänge sorgt.

Dadurch leiden letztendlich unter anderem auch die Konzentration und die Motivation, mit der Folge, dass der Lernerfolg bzw. das Lernpensum geschmälert wird.

Besteht kein ordentlicher Puffer, entsteht ein Teufelskreis, wodurch die Examensdepression nur verstärkt wird!

Ein weiteres Mittel gegen die Examensdepression sind auch fest geplante Auszeiten, die genutzt werden sollten, um einen Ausgleich zu schaffen, etwa durch Sport, Freunde etc. Ist die psychische Belastung zu stark, ist dringend ein Gang zum Arzt zu empfehlen – im Examen sollte man durchaus physisch und psychisch voll belastbar sein, um dem zusätzlichen Druck vor Ort standzuhalten.

Vielen Studierenden hilft es ferner, dass sie eine Routine bzw. eine Gewohnheit beim Lernen haben, etwa der immer gleiche Ablauf der Tage, der gleiche Arbeitsplatz etc.

 

Tipp 5: Prüfungsängste bekämpfen

Einige Studierende leiden unter Prüfungsangst. In diesen Fällen ist ein Besuch beim Arzt oder ein Coaching ebenso mehr als ratsam. In vielen Fällen stellt die Prüfungsangst nämlich den Hauptgrund für ein Scheitern im Examen dar.

Mit der richtigen Hilfe können aber Techniken erlernt werden, die den Umgang mit den Ängsten erleichtern, wodurch schließlich eine erfolgreiche Prüfung greifbar wird.

Wichtig ist aber auch, sich klar zu machen, dass man beim zweiten Versuch in aller Regel deutlich entspannter ist als beim ersten. Zwar besteht das Risiko des Scheiterns im gleichen Umfang wie beim ersten Versuch, doch hat man schon einmal alles erlebt - Ablauf etc. sind bekannt. Das beruhigt nicht nur, sondern kann auch dazu beitragen dass die unterschwellige Panik überwunden wird.

 

Ein Scheitern im Staatsexamen ist zwar ein Alptraum, aber keiner, wegen dem das Handtuch geworfen werden sollte. Wer sich klar macht, dass die Teilnahme am zweiten Versuch lediglich ein kleiner Rückschritt ist, kann mit voller Kraft in die Wiederholung starten. Mit einer ordentlichen Fehleranalyse, kombiniert mit dem eigenen Lerntyp, lässt sich ein Lernplan erstellen, mit dem ein erfolgreiches Staatsexamen möglich ist.

Im Übrigen können die oben genannten Tipps größtenteils auch entsprechend bei der ersten Vorbereitung herangezogen werden.

 

 


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04. Juli 2017


Sebastian M. Klingenberg

Autor:

Sebastian M. Klingenberg

hat an der JGU in Mainz Jura studiert, wo er derzeit auch promoviert (Jugend-/Strafrecht & Kriminologie). Nebenbei schreibt er freiberuflich diverse Artikel, die auch auf seinem Blog zu finden sind.

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