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Rechtsformen von Kanzleien - Was LLP, GbR oder PartG bedeuten

Rechtsformen von Kanzleien

Was LLP, GbR oder PartG bedeuten

 

Jeder hat schon einmal die Worte „Sozietät“, „Kapitalgesellschaft“ und viele andere in Zusammenhang mit Anwaltskanzleien gehört. Doch was diese bedeuten und was sie voneinander unterscheidet wissen die wenigsten. Wir wollen euch einen Einblick in die verschiedenen Formen und Bedeutungen geben.  

 

Bürogemeinschaft

In einer Bürogemeinschaft teilen sich die Anwälte bzw. einzelne Kanzleien die Büroräume und häufig auch die Angestellten (Sekretäre, Rechtsanwaltsfachangestellte, etc). An sich arbeiten die einzelnen Rechtsanwälte bzw. die einzelnen Kanzleien aber selbstständig.

GbR – DieSozietät

Bei einer Sozietät schließen sich mindestens zwei Personen zu einer Gesellschaft („bürgerlichen Rechts“) zusammen um ein gemeinsames Projekt zu betreuen. Dies kann, muss aber nicht, die Ausübung des gleichen Berufs sein. Die GbR bedarf einerseits wenig bürokratischen Aufwands (man kann sie auch durch mündliche Absprache gründen), wodurch sie besonders beliebt ist  - andererseits ist sie gerade dadurch anfällig für Streitigkeiten. Charakteristisch sind für sie der gemeinsame Außenauftritt - und die gemeinsame Haftung (jedes Mitglied haftet mit dem gesamten Vermögen für jedes andere Mitglied). Mandate werden regelmäßig nicht einem einzelnen Anwalt, sondern der Sozietät als Ganzes überantwortet. Vorsicht: Es gibt einige Kanzleien, die von sich als „Sozietät“ sprechen, ohne eine GbR zu sein – Hinweis gibt immer das „GbR“ im offiziellen Name.

PartG – Die Partnerschaftsgesellschaft

Sie ist ebenfalls ein Zusammenschluss mehrerer (natürlicher) Personen. Diese sind Angehörige freier Berufe, Zweck der PartG ist die Ausübung dieser. Normalerweise sind alle Partner zur Geschäftsführung berechtigt und haften gegenüber Gläubigern der Partnerschaft als Gesamtschuldner persönlich – jedoch nicht wie bei der GbR unabhängig von der eigenen Verantwortung am Haftungsfall. So haften für berufliche Fehler nur die Partner, die auch mit der Bearbeitung des Mandats beauftragt waren. Ein schriftlicher Gründungsvertrag ist notwendig, im Namen müssen der Namen mindestens eines Partners, der Zusatz „& Partner“ oder „Partnerschaft“ sowie die Berufsbezeichnungen aller in der Partnerschaft vertretenen Berufe enthalten sein.

mbB – Die Partnerschaftsgesellschaft

Als Unterform der Partnerschaftsgesellschaft gibt es die mit beschränkter Berufshaftung. Sie dient als Alternative zur Limited Liability Partnership dazu, den freien Berufen eine generelle Beschränkung der Berufshaftung mit dem Privatvermögen zu verschaffen.

LLP – Die Limited Liability Partnership

Die Limited Liabilty Partnership folgt als Personengesellschaft dem britisch-amerikanischem Recht. Hierbei können alle Gesellschafter die Geschäftsführung direkt ausüben, ohne auf den umfassenden Haftungsschutz verzichten zu müssen. Viele international agierende Kanzleien bedienen sich dieser Rechtsform.

AG oder GmbH – Die Kapitalgesellschaft

Die Kapitalgesellschaft ist eine Körperschaft des privaten Rechts, somit eine juristische Person und eine vollrechtsfähige privatrechtliche Personenvereinigung. Auch hier schließen sich Anwälte zur gemeinsamen Berufsausübung zusammen. Diese Rechtsform der Anwaltskanzlei ist jedoch eher unüblich in Deutschland.

Als wohl bekannteste Variante der Kapitalgesellschaft ist die Gesellschaft mit beschränkter Haftung zu nennen, sog. Anwalts-GmbH. Hierbei haftet die Gesellschaft mit ihrem Gesellschaftsvermögen, wobei die Privatvermögen der Gesellschafter unberührt bleiben.

 

Die fünf genannten Rechtsformen sind wohl die gängigsten, in denen Kanzleien organisiert sind. Zu unterscheiden gilt in dem Zusammenhang zwischen denen, die sich zum Zwecke der gemeinsamen Berufsausübung zusammengeschlossen haben und denen, die sich lediglich die Büroräume und Angestellten teilen. Ansonsten gibt es Unterschiede in den Haftungsmodalitäten, sowie den landesspezifisch bevorzugten Rechtsformen.

 

17. Mai 2016

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