Rechtsanwalt Sascha Münch im New Lawyers Podcast von TalentRocket

Verfasst von Laura Hörner. Veröffentlicht am 04.05.2022.

rightmart: Legal Tech für Verbraucher

Rechtsanwalt Sascha Münch im New Lawyers Podcast

Vom Pferderecht über den Notar bis zu Legal Tech: Sascha Münch, Rechtsanwalt und Managing Partner von rightmart, hat einen beeindruckenden Karriereweg vorzuweisen. Warum er Legal Tech seinen anderen beiden Berufungen vorzieht, was seine Kanzlei so besonders macht und wie der Rechtsmarkt in zehn Jahren aussehen könnte, diskutiert er mit Alisha Andert in dieser Folge des New Lawyers Podcast von TalentRocket.

 

Sascha Münch war eine Karriere im Pferderecht praktisch vorbestimmt: Er reitet selbst, kommt aus einer für Pferdezucht und -handel bekannten Region und arbeitete dann während seines Studiums in einer Kanzlei in der Stadt Verden an der Aller, welche auch den Beinamen „die Pferdestadt“ trägt. Einer der Seniorpartner konnte ihn dort von seinem Fachbereich, dem Pferderecht, überzeugen – das es streng genommen gar nicht gibt, wie Münch klarstellt. Stattdessen sei es eine Kombination aus Kaufrecht, Tierarzthaftung und auch Forensik.

Vom Pferderecht wurde Münch dann mit 34 Jahren zum Notar bestellt. Zwar wusste er das vielseitige und verantwortungsvolle Amt zu schätzen, es tat sich ihm aber zu dieser Zeit eine noch spannendere Chance auf: Mit rightmart hatte er die Möglichkeit, eine wachsende Kanzlei aktiv mitzugestalten und dabei auch einen Einfluss auf die Entwicklung des Rechtsmarktes an sich zu haben. Diese Chance ergriff Münch und musste seinen Amtsgerichtsbezirk wechseln – die Karriere als Notar war damit erst einmal zu Ende, stattdessen begann ein neuer Weg als geschäftsführender Partner in der B2C Legal Tech Kanzlei.

rightmart unterstützt Verbraucher:innen ohne Rechtsversicherung

Automatisiert, prozessorientiert und datenorientiert: So beschreibt Münch das Konzept der Kanzlei rightmart. Diese möchte mit neu entwickelten Geschäftsmodellen den Zugang zum Recht vor allem für nicht rechtsversicherte Verbraucher:innen vereinfachen. Wie das funktionieren soll? Vor allem durch Skalierung und der Standardisierung von Abläufen. Auf diese Weise können die Mitarbeiter:innen der Kanzlei mehr Fälle qualitativ hochwertig bearbeiten und so auch mehr Menschen helfen. „Das, was uns trägt, was uns antreibt, ist tatsächlich Zugang zum Recht für Verbraucher zu gewährleisten, zu erleichtern“, sagt Münch.

Das, was uns trägt, was uns antreibt, ist tatsächlich Zugang zum Recht für Verbraucher zu gewährleisten, zu erleichtern
Sascha Münch

Eine falsche Wahrnehmung in Bezug auf Legal Tech ist es laut Münch, dass der individuelle Fall nicht mehr betrachtet werde. Das treffe so nicht zu: Bei rightmart arbeiten 70 bis 80 Mitarbeiter:innen in der Rechtsabteilung und setzen sich mit den Fällen auseinander. Das Berufsbild des Rechtsanwalts verändere sich laut Münch bei Legal Tech nicht – allein der Fokus sei ein anderer. So gehe es nun darum, Gemeinsamkeiten in den Fällen zu suchen. Funktioniere der standardisierte Ablauf einmal nicht und falle eine Rechtsfrage aus dem Muster, müsse die Anwältin oder der Anwalt nachsteuern, den Einzelfall analysieren und gegebenenfalls auch dort nach einem Schema suchen, das in den Prozess aufgenommen werden kann.

Alles nur digital? Auch die Beratung vor Ort hat Zukunft

130 bis 140 Mitarbeiter:innen sind bereits bei rightmart beschäftigt, die gemeinsam in fallgruppenbezogenen Teams arbeiten: Dazu gehören nicht nur Rechtsanwält:innen, sondern zum Beispiel auch Wirtschaftsjurist:innen, Referendar:innen und Student:innen. Gemeinsam bearbeiten diese Fälle aus allen größeren Verbraucherthemen, die sich leicht standardisieren lassen. Dazu gehören zum Beispiel Fälle im Arbeitsrecht, Verkehrsrecht, Mietrecht und auch Massenschäden wie Beitragsrückforderungen bei der privaten Krankenversicherung.

Auch wenn rightmart eine Legal Tech Kanzlei ist, testet sie nun auch ein Angebot von Kanzleien vor Ort. Viele Verbraucher:innen wünschten sich gerade bei persönlichen Streitigkeiten den direkten Kontakt zu Anwält:innen. Münch sieht dabei für rightmart einen Vorteil: Die Kanzleien vor Ort könnten sich aus einer zentralen, digitalen Struktur entwickeln und so ein einheitliches Angebot bieten. Das Ziel hat rightmart hoch gesteckt: Sie streben an, in zehn Jahren die größte B2C-Kanzlei in Deutschland zu sein.

 

Wenn dich interessiert, wie Münch die Entwicklung des Rechtsmarkts in der Zukunft einschätzt und welche spannenden Fälle das Pferderecht bereithält, dann hör doch mal rein in diese Folge des New Lawyers Podcasts!

Die Themen dieser Folge im Überblick

 

  • Ab 01:57: Icebreaker-Frage: Mit welchem Vorurteil wurdest du schon öfters konfrontiert?
  • Ab 05:52: Wie bist du zum Pferderecht gekommen?
  • Ab 07:10 Womit beschäftigt sich das Pferderecht?
  • Ab 08:48: Hast du im Pferderecht einen absurden Fall miterlebt?
  • Ab 11:39: Wie wird man so jung zum Notar a.D.?
  • Ab 13:55: Was macht die Kanzlei rightmart aus?
  • Ab 14:42: Wie sieht die Arbeit in einer Legal Tech Kanzlei aus?
  • Ab 17:45: Was ist deine Rolle als geschäftsführender Partner?
  • Ab 18:39: Wie entscheidet ihr, in welchen Bereichen ihr tätig werdet?
  • Ab 21:33: Wie sieht euer Team aus?
  • Ab 23:23: Was ist eure Zukunftsvision?
  • Ab 26:41: Werdet ihr immer digital bleiben?
  • Ab 27:50: Wird es „traditionelle“ Kanzleien in der Zukunft noch geben?
  • Ab 29:56: Traditionelle Kanzlei vs. Legal Tech: Was gefällt dir besser?