So verkaufst du dich richtig – Tipps, um Schwächen im Lebenslauf zu erklären

Lücken, Kündigung und Studiumswechsel? Kein Problem!


veröffentlicht am 23.12.2015

Bewerbungsgespräche sind Stresssituationen. Das ist so und wird sich leider auch nicht ändern. Wirklich brisant wird es aber dann, wenn offenkundige Schwächen deiner Bewerbung bzw. deines Lebenslaufs zum Gesprächsthema werden. So gerätst du nicht unvorbereitet in diese Situation und kannst vielleicht sogar mit deinen Schwächen punkten!

Fangen wir mit der guten Nachricht an: Niemand ist perfekt. Auch nicht die Bewerber, gegen die du dich durchsetzen musst und möchtest. Noch etwas Gutes: Gerade die Personaler wissen das. Sie suchen nämlich nicht nach dem "Supermenschen", sondern nach jemandem, der gut ins Team und das Unternehmen passt. 
Schwächen im Lebenslauf oder in deinen Zeugnissen sind kein Beinbruch. Du musst dir aber genau überlegen, wie du dich ihnen gegenüber positionieren möchtest, denn im Normalfall kommen diese Themen auf den Tisch. Ständig im Gespräch zu hoffen, dass das nicht passiert, macht nicht nur feuchte Hände, sondern ist auch kontraproduktiv für ein entspanntes Gespräch!

 

Du hast mal etwas Anderes studiert? – Kein Problem. 

Hier kannst du argumentieren, dass du in deinem ersten Studium durch bestimmte Vorlesungen auf den Geschmack eines anderen Fachbereichs gekommen bist, und dich so umorientiert hast. 
Egal wie du zu deiner Entscheidung kamst - du hast über den Tellerrand hinausgeblickt und warst dann bereit, eine mutige Entscheidung zu treffen, indem du einen Wechsel ins Unbekannte vorgenommen hast. Außerdem kann der Arbeitgeber so sicher sein, dass du dein aktuelles Studium ernst nimmst, da du offensichtlich eine kritische Entscheidung getroffen hast. 
So wurden ganz schnell aus einem Studienabbruch bzw. einem Studienfachwechsel zwei bis drei positive Eigenschaften.

 

Du hattest phasenweise schlechte Noten? – Noch lange kein Grund, aufzugeben! 

Natürlich spielen Noten, gerade bei uns Juristen, eine entscheidende Rolle. Trotzdem gibt es Soft Skills, Auslandserfahrungen, besondere Fähigkeiten oder Zusatzqualifikationen, die über die eine oder andere schlechte Note hinweghelfen können. Auch frühere Tätigkeiten können dein Bewerberprofil so aufbessern, sodass du einige schlechtere Noten wieder wettmachen kannst. Wenn deine Noten deine Chancen zu sehr verschlechtern? Informiere dich, welche Möglichkeiten es für Wiederholungsklausuren gibt oder welche alternativen Prüfungen angeboten werden! Meistens gibt es einen Ausweg. 

 

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Berufseinstieg, der etwas länger dauert - Kein Drama 

Wenn es nach dem Studium etwas gedauert hat deinen Traumjob in Jura zu finden solltest du versuchen die Zeit so sinnvoll wie möglich mit relevanten Praktika zu überbrücken. Gleichzeitig kannst du dir so schon ein Netzwerk aufbauen. Bis zu sechs Monate Überbrückungszeit sind für die meisten Personaler nichts außergewöhnliches.

 

Lücke wegen Kündigung - Wenn du länger nicht gearbeitet hast 

Kündigungen werden aus den unterschiedlichsten Gründen ausgesprochen, und viele davon liegen nicht in deinem Einflussbereich! Wenn etwa dein Arbeitgeber in die Insolvenz gegangen ist und du im Anschluss länger gebraucht hast, um wieder den Einstieg in die Berufswelt zu finden, ist das auch für Personalverantwortliche verständlich. Es empfiehlt sich in diesem Fall, die entsprechende Position im Lebenslauf mit der Ergänzung “Kündigung wegen Insolvenz” zu versehen.  
Wenn du aus einem anderen Grund gekündigt wurdest, der eventuell in deinem Einflussbereich lag, musst du im Lebenslauf keine Anmerkung machen, weshalb du die Firma verlassen hast. Rechtfertigungen oder Erklärungen lässt du hier bewusst weg, sie wirken oft wie Verteidigungsversuche. 
 
Hast du länger nicht gearbeitet, so solltest du diese Zeit nicht einfach als lange Lücke zwischen verschiedenen Positionen stehen lassen. Gib stattdessen wie bei einem Job die Dauer an, während der du nicht gearbeitet hast und füge statt einem Job-Titel “arbeitsuchend” bei. Bitte nicht “arbeitslos” verwenden, das klingt weniger aktiv als “arbeitsuchend”.  
Im Idealfall hast du deine freie Zeit sinnvoll genutzt: Ob es sich z.B. um Freiwilligenarbeit oder Fortbildungen handelt - beides zeigt, dass du nicht auf der faulen Haut gelegen hast, was du im Bewerbungsgespräch auch kommunizieren darfst. 

 

Es heißt also Schwächen zu kaschieren oder sogar als Stärken zu präsentieren. Ansonsten: einfach offen und ehrlich mit sich selbst sein – Nobody is perfect! Entscheidend für jeden Job sind deine Stärken und Fähigkeiten, nicht deine Schwächen!

 

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