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Als Jurist den Jobwechsel begründen - Teil 2!

Das solltet ihr beim Vorstellungsgespräch beachten


verfasst von Finn Holzky und veröffentlicht am 20.04.2020


Ein Jobwechsel ist stets ein heikles Thema und daher eine der wirklich schwierigen Fragen während eines Bewerbungsgesprächs. Warum willst du deinen Job wechseln und warum hast du dich gerade für diesen als neuen Job beworben? Alleine diese Frage birgt einige Gefahren und Fettnäpfchen. Damit du diesen erfolgreich ausweichen kannst, haben wir für dich die richtigen Taktiken zusammengestellt!

 

Die Hintergründe sind immer wichtig

Völlig egal aus welchen Gründen oder in welcher Situation sich ein Bewerber auf einen Job bewirbt, der Personaler oder potentielle Arbeitgeber wird sich immer für dessen Situation interessieren. Du kannst daher im Voraus immer davon ausgehen, dass hierzu Fragen auf dich zukommen werden und dich natürlich dementsprechend gut vorbereiten. Ist ein Arbeitnehmer länger arbeitslos, stellt sich zum Beispiel die Frage, weshalb er das ist und was er vorher gemacht hat. Bewirbt sich ein Kandidat aus dem laufenden Job, stellt sich die Frage, weshalb er das tut. Bei Berufseinsteigern werden Praktika oder Nebenjobs von Interesse sein und natürlich der Grund, weshalb gerade dieser Job interessant genug für eine Bewerbung war. 

 

Die Sachlage ist also denkbar einfach: Es werden Fragen bezüglich der eigenen Situation kommen und weil das so klar ist, müssen hier auch sinnvolle und verständliche Antworten parat sein.

 

Lügen empfehlen sich natürlich nicht, denn diese haben bekanntermaßen kurze Beine. Die Wahrheit hingegen ins rechte Licht zu rücken ist nicht nur in Ordnung, sondern fast schon eine Selbstverständlichkeit.

 


Teil 1 verpasst? 

Hier erfahrt ihr mehr darüber, wie man als Jurist seinen Jobwechsel begründet



Die alles entscheidende Frage: „Warum möchten Sie den Job wechseln?“

Die Beantwortung dieser Frage ist gravierend bei der Entscheidung für oder gegen dich als Bewerber. Gründe für einen Jobwechsel gibt es viele und es gibt einige besonders häufig genannte.

 

Mehr Gehalt ist ein Klassiker und laut verschiedenen Umfragen für ungefähr die Hälfte aller Jobwechsler das Hauptmotiv für die berufliche Veränderung.

 

Doch auch Fortbildungsmöglichkeiten, eine bessere Work-Life-Balance oder mehr Wertschätzung von Vorgesetzten sind häufig genannte Gründe für den Jobwechsel. Auch Langeweile im Beruf oder Unzufriedenheit mit den eigenen Aufgaben sind ein häufiger Grund. In der Tat sind hierfür insbesondere Juristen anfällig, die ihre Berufe in Umfragen regelmäßig als langweiliger empfinden als vergleichbare Arbeitnehmer in anderen Branchen. Entscheidend ist für die Beantwortung der Eingangs genannten Frage natürlich die eigene Situation. 

 


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Bewerben aus der Komfortzone: Selbst gekündigt oder sogar noch angestellt

Dabei ist es für den Bewerber natürlich immer angenehmer, wenn er entweder selbst seinen letzten Job gekündigt hat oder sogar noch im Angestelltenverhältnis ist. So bleiben unerwünschte Fragen nach dem Kündigungsgrund von Seiten des Betriebs oder des Arbeitgebers aus. Doch auch hier heißt es natürlich, die richtigen Antworten zu finden. Nicht jede Begründung stößt bei neuen Arbeitgebern auf Wohlwollen bzw. einige Gründe machen offensichtlich keinen Sinn.

 

Wer sich zum Beispiel bei einer Großkanzlei bewirbt und als Grund hierfür angibt, dass in der Vergangenheit bei einer kleineren Kanzlei die Arbeitsbelastung zu hoch war, der wird hierfür wenig Verständnis erfahren. 

 

Auch das grundsätzlich völlig berechtigte Verlangen nach einer guten Work-Life-Balance sollte gut moderiert werden, denn allzu schnell entsteht sonst der Eindruck, man würde den Job wechseln, um sich bei einem anderen Arbeitgeber auszuruhen. Wie immer heißt es auch hier: Der Ton macht die Musik.

Wer aufgrund von Differenzen mit Vorgesetzten oder eines schlechten Arbeitsklimas gekündigt hat, der darf und sollte dies natürlich auch so sagen, allerdings dabei dennoch darauf achten, dass es zu keinem unnötigen Nachtreten kommt. Das wirkt immer unprofessionell und wirft beim Gegenüber nicht selten die Frage auf, ob sich dabei nicht möglicherweise beiden Seiten etwas zuschulden haben kommen lassen. 

Nichtsdestotrotz ist diese Situation deutlich angenehmer für dich als Jobsuchenden und dein Gegenüber hat den Nachteil, dass du nicht so sehr auf den Job angewiesen bist bzw. offensichtlich als Arbeitskraft umworben bist bzw. warst.

 


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Bewerben nach längerer Arbeitslosigkeit oder einer Kündigung durch den vorherigen Arbeitgeber: Unangenehm aber immer noch kein Weltuntergang!

Weniger komfortabel ist die Situation natürlich dann, wenn man sich aus einer längeren Phase der Arbeitslosigkeit heraus bewirbt oder von dem ehemaligen Arbeitgeber gekündigt wurde. Ganz besonders unangenehm wird es, wenn die Kündigung noch außerordentlich war oder eine Schlammschlacht vorausging, aus der ein unangenehmes Arbeitszeugnis entstanden ist. 

Die Verhandlungsposition ist also denkbar schlechter, was zur Folge hat, dass insbesondere in Sachen Gehalt, Zusatzleistungen und ähnlichem zunächst Abstriche gemacht werden sollten. Auch das Selbstvertrauen und die damit einhergehende Leichtigkeit fehlen oft, was dazu führt, dass es sich häufig lohnt, die eigene Situation realitätsnah, aber natürlich auch nicht zu verzweifelt darzustellen. Diese Authentizität ist wichtig und sollte daher unbedingt gewahrt werden.

 

Der Personaler sieht sowieso, in welcher Situation du dich befindest, und hat offensichtlich dennoch entschieden, dich einzuladen. Du solltest also nun zeigen, warum es in Zukunft anders laufen wird.

 

Das funktioniert allerdings nicht mit negativen Geschichten aus der Vergangenheit. Weder über alte Kollegen noch über den Arbeitgeber sollte hergezogen werden und etwaige Meinungsverschiedenheiten über den gemeinsamen Umgang oder die Arbeitsleistung in der Vergangenheit sollten nicht weiter vertieft werden.

Ganz im Gegenteil. Denn das, was in der Vergangenheit falsch lief oder eine Schwäche war, sollte nun umgekehrt als positives Motiv für den Wechsel genutzt werden. Wenn die alten Aufgaben langweilig waren oder nicht den eigenen Vorstellungen entsprachen, sind dies umformuliert neue Herausforderungen, die du bei deinem neuen Arbeitgeber suchst. Genauso kann ein gutes Arbeitsklima bei neuen Arbeitgebern erwartet werden oder ein interessanterer Job mit mehr Verantwortung und damit einhergehend mit einer attraktiveren Vergütung.

 

Egal aus welchem Grund der Wechsel also erfolgt, es soll nicht gelogen werden, die Wahrheit sollte allerdings positiv ausformuliert und als Motiv für den Wechsel genutzt werden!

 


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Veränderung aus privaten Gründen

Eine letzte und ganz eigene Gruppe von Gründen für den Jobwechsel sind die rein privater Natur. Der Klassiker ist hier natürlich die Liebe. Der Partner wechselt den Job und du selber möchtest unbedingt bei ihm bleiben oder das, was lange aufgrund der Berufe als Fernbeziehung funktionieren musste, soll nun zusammenkommen. 

Was zunächst unproblematisch klingt, bringt dennoch einige kleine Probleme mit sich. Erstens ist es immer schwierig bei ersten Kontaktaufnahmen auf professioneller Ebene so private Lebensinhalte zu teilen und zweitens birgt ein Wechsel von Job und Wohnort aufgrund von Liebe und ähnlichem immer das Risiko für den Personaler, dass dieser Grund prinzipiell schnell wieder entfallen kann. 

Doch auch hier ist die Lüge keine gute Wahl. Vielmehr sollte das positive nach vorne gestellt werden. Floskeln wie „Zeit für eine Veränderung“ deuten den Hintergrund bereits an und wer möchte, kann die privaten Verbindungen natürlich auch als noch fester darstellen als sie sind, um sie so statt als ein Risiko als einen Grund für Stabilität dastehen zu lassen. Auch ein Ausweichen auf das Verlangen nach neuen Herausforderungen oder einer Veränderung im Leben ist natürlich legitim, sollte allerdings im angemessenen Rahmen bleiben. Wer bereit ist, sehr offen zu reden und dazu noch das Gefühl hat, sein Gegenüber ist hierfür empfänglich, kann natürlich auch einfach die echten Gründe nennen. Diese sind schließlich weder peinlich noch in irgendeiner Art verwerflich.

 

Die Wahrheit ist stets der Freund des Kandidaten für einen neuen Job. Lügen lohnen sich nicht, werden oft sowieso ertappt oder führen zu Unsicherheiten im Gespräch, die von den geschulten Personalern sofort registriert werden. Dennoch ist es legitim und auch wichtig, die Wahrheit richtig darzustellen und vor allem immer in positive Motive umzuwerten. Wer einen positiven Ausblick geben und stimmige Motive für den Jobwechsel nennen kann, der wird auf jeden Fall in den nächsten Bewerbungsgesprächen punkten und schon bald seinen Traumjob an Land ziehen!

 


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Über den Autor

Finn Holzky

Schreibt neben seinem Jurastudium seit 2 Jahren für TalentRocket und hat gerade sein 1. Staatsexamen in Göttingen hinter sich gebracht.

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