Was ist die Ivy League und wie kommt man als deutscher Jurist rein?

Verfasst von Laura Hörner. 

Jurastudium in der Ivy League: LL.M bei den Besten!

Alles zu den Unis, Kosten und Bewerbung

Jurastudium in der Ivy League: LL.M bei den Besten! Alles zu den Unis, Kosten und Bewerbung Den Begriff Ivy League kennt auch in Deutschland fast jeder Student: Gemeint sind damit acht der Top Universitäten in den USA, die sich alle im Nordosten des Landes befinden. Ursprünglich bezog sich der Begriff „Ivy League“ ausschließlich auf die Sportmannschaften dieser Unis, welche untereinander konkurrieren. Mittlerweile sind damit auch die Universitäten als Ganzes gemeint – allesamt unter den besten 20 der Vereinigten Staaten und damit unter den besten der Welt. Auch wenn dir Gesetzestexte wichtiger sind als Football-Matches: Als Jurist an einer Universität der Ivy League zu studieren, ist eine einzigartige Erfahrung. Wir geben dir einen Überblick über die acht Universitäten von Brown bis Yale, wie du dich bewerben kannst und was dich das (zugegebenermaßen teure) Studium kostet.

Brown University

Bereits 1764 wurde die Brown University gegründet und gehört damit zu den ältesten Unis in den USA. Sie ist bekannt dafür, bei der Auswahl ihrer Studentinnen und Studenten besonders wählerisch zu sein: Gerade einmal 7,7% der Bewerber wurden im Jahr 2020 angenommen. Durch das strenge Aufnahmeverfahren sind zum Beispiel Emma Watson oder John F. Kennedy Jr. gekommen, die zu den bekanntesten Alumni der Hochschule gehören. Bekannt ist die Uni unter anderem für ihre renommierte Medical School und ihre School of Engineering. Juristen suchen hier vergeblich nach Programmen: Die Brown University hat keine Law School und bietet deshalb leider auch keinen LL.M. an.

Kosten: $59,254 (52.462 €)

Columbia University

Nur einen Katzensprung vom Central Park entfernt und damit mitten im Manhattan befindet sich der Campus der berühmten New Yorker Columbia University. Genauso bekannt wie die Columbia Law School sind auch ihre Alumni: Dazu gehören zum Beispiel die ehemaligen Präsidenten Theodore Roosevelt und Franklin D. Roosevelt, sowie die berühmte Supreme Court Richterin Ruth Bader Ginsberg, die alle hier studierten. Wenn du an der Columbia University aufgenommen wirst, studierst du an einer der besten Law Schools der Welt: Im THE Ranking Law von 2021 landet sie im weltweiten Vergleich auf Platz 20.

Bekannt ist die Law School nicht nur für ihren besonders renommierten Schwerpunkt auf Corporate Law, sondern auch für ihre Law Clinics, die zum Beispiel in den Bereichen Environmental Law oder Sexuality and Gender Law Klienten pro bono beraten. Du kannst hier entweder ein Executive LL.M.-Programm in Global Business Law belegen oder ein General LL.M.-Programm mit folgenden Schwerpunkten:

  • Constitutional Law, Regulation, and Public Policy
  • Corporate, Business, and Transactional Law
  • Criminal Justice Data Analytics
  • Environment and Energy Law
  • Family, Gender, and Sexuality Law
  • Intellectual Property and Technology Law
  • International and Comparative Law
  • Law of the Workplace
  • Leadership
  • Legal History
  • Litigation and Dispute Resolution Law
  • National Security and Privacy Law
  • Social Justice and Human Rights Law

Bewerbung:

Um hier aufgenommen zu werden, solltest du in der Regel mindestens ein Vollbefriedigend vorweisen können. Zudem gehören eine persönliche Stellungsnahme, zwei Empfehlungsschreiben (vorzugsweise von einem Juraprofessor oder -professorin und eines Vorgesetzten) sowie ein Sprachnachweis anhand eines TOEFL-Tests zur Bewerbung.

Kosten: 64.945 € (70.590 € inklusive zusätzlicher Kosten wie Versicherungen, Gebühren, Campus Housing, Bücher etc.)

Cornell University

Während Namen wie Harvard oder Columbia auch in Deutschland vielen ein Begriff sind, ist die Cornell University trotz ihres Ivy League Status etwas weniger bekannt – zu unrecht, denn die Uni mit dem malerischen Campus bietet für Juristinnen und Juristen, die sich mit einem LL.M. spezialisieren möchten, beste Möglichkeiten. Interessant kann ein Master of Laws an der Cornell University vor allem für deutsche Studenten sein, die sich auf Gesellschafts- und Wirtschaftsrecht konzentrieren oder speziell auf den amerikanischen Anwaltsberuf zugeschnittene Kurse wie Principles of American Legal Writing oder Legal Research for LL.M Students besuchen möchten. An der Cornell University kannst du einen General LL.M. sowie einen LL.M. in Laws, Technology and Entrepreneurship abschließen. Auch ein Master of Science in Legal Studies wird angeboten – sowie ein J.D. oder LL.M. in Austausch mit der Universität Heidelberg.

Bewerbung:

Möchtest du hier deinen LL.M. absolvieren, solltest du zwei Empfehlungsschreiben, eine persönliche Stellungnahme sowie einen TOEFL-Test vorlegen können. Es wird eine Note im oberen Bereich (vermutlich mindestens Vollbefriedigend) aus dem ersten Staatsexamen erwartet.

Kosten: 63.125 € (82.290 € inklusive Zusatzkosten)

Dartmouth College

Das Dartmouth College ist auch unter dem Namen „Big Green“ bekannt (die Sportteams der Uni treten unter einem grünen Logo auf) und befindet sich in der Stadt Hanover in New Hampshire. Das College fokussiert sich auf sogenannte Undergraduates, also Studentinnen und Studenten, welche sich in der ersten Ausbildungsphase befinden und ihren Bachelor erlangen möchten. Für Juristen ist diese Hochschule deshalb nur wenig interessant: Einen LL.M. kannst du hier nicht absolvieren.

Kosten: 51.887 € (71.733 € inklusive Zusatzkosten)

Law Schools in den USA

Auch abseits der Ivy League gibt es in den USA Top Law Schools!

→ Alle Law Schools in der Übersicht

Harvard University

Weltberühmt und nicht nur für Juristinnen und Juristen eine der Top-Adressen weltweit ist die Harvard University. Ein Jurastudium an der Universität in Cambridge im Lebenslauf kann dir praktisch überall Türen öffnen: Die Universität ist die älteste in den USA und kann auf fast 400 Jahre reiche Geschichte zurückblicken.

Die berühmten Alumni fanden hier nicht nur exzellente Forschung und Lehre, sondern im besten Fall auch die große Liebe: So haben sich an der Harvard Law School zum Beispiel Michelle und Barack Obama kennengelernt. Bücherwürmer können sich in Harvard über die größte rechtswissenschaftliche Bibliothek der Welt freuen. Der General LL.M. in Harvard dauert nur ein Jahr, überzeugt mit einer Auswahl von mehr als 400 Seminaren, Kursen und Arbeitsgruppen und ermöglicht eine Spezialisierung in den folgenden Rechtsgebieten:

  • Criminal Law and Policy
  • International and Comparative Law
  • Law and Business
  • Law and Government
  • Law and History
  • Law and Social Change
  • Law, Science, and Technology

 

Bewerbung:

Um in Harvard eine Chance zu haben, solltest du zwei Empfehlungsschreiben von jeweils einem Professor und einem Vorgesetzten einreichen. Auch eine persönliche Stellungnahme sowie ein TOEFL-Test gehören zu den Voraussetzungen.

Kosten: 59.958 € (92.567 € inklusive zusätzlicher Kosten)

Princeton University

Die Princeton University gilt als eine der reichsten Universitäten der Welt (was sich auch in ihrem campuseigenen Kunstmuseum mit Werken von Andy Warhol und Claude Monet zeigt) und kann unter ihren Alumni und (ehemaligen) Professoren zahlreiche bekannte Namen vorweisen: So zum Beispiel Albert Einstein, Jeff Bezos, F. Scott Fitzgerald oder Brooke Shields.

Nach einer Law School suchen Jurastudierende hier jedoch vergeblich – die Princeton Law School existierte lediglich von 1847 bis 1852. Dennoch gibt es eine Möglichkeit, hier deine Rechtskenntnisse im weiteren Sinne zu vertiefen: Du kannst an der Princeton University das Program in Law and Public Affairs besuchen und dort lernen, welche Rolle das Recht in der Gesellschaft, der Politik und der Wirtschaft sowohl in den USA als auch in der ganzen Welt spielt. Das Programm richtet sich an Postgraduates, also Juristen und Rechtsinteressierte, die bereits einen Doktortitel erlangt haben.

Kosten: 49.590 € (68.785 € inklusive zusätzlicher Kosten)

Die Princeton University gilt als eine der reichsten Universitäten der Welt.

University of Pennsylvania

Mit einer Aufnahmerate von 5,9 % (2021) ist ein Studienplatz an der University of Pennsylvania noch vergleichsweise einfach zu ergattern – zumindest im Vergleich zu anderen Ivy League Universitäten. Mit einer Rate von 3,9 % führt die Columbia 2021 das Ranking der wählerischsten Unis an. In Pennsylvania kannst du nicht nur einen General LL.M. absolvieren, sondern in Partnerschaft mit Wharton Executive Education auch ein Zertifikat für Wirtschaft und Recht erwerben.

An der sogenannten „Penn“ haben eine ganze Reihe an wichtigen und erfolgreichen Persönlichkeiten studiert: So zum Beispiel Elon Musk, Warren Buffet, John Legend sowie Donald Trump – wohl einer der kontroversesten Absolventen der Uni. Entscheidest du dich für einen General LL.M an der University of Pennsylvania, kannst du dich in den Schwerpunkten Intellectual Property & Technology Law sowie Global Security, Sustainability, and Human Rights spezialisieren.

Bewerbung:

Die University of Pennsylvania setzt bei der Bewerbung ein Empfehlungsschreiben von dem Professor oder der Professorin sowie von einem Vorgesetzten voraus. Auch eine persönliche Stellungnahme sowie ein TOEFL-Test müssen eingereicht werden.

Kosten: 57.897 € (90.966 € mit zusätzlichen Kosten)

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Yale University

Hillary und Bill Clinton, Gerald Ford, George W. Bush, Meryl Streep… In Yale, der drittältesten Universität der USA haben schon so einige kluge Köpfe ihren Abschluss gemacht. Von der Qualität der juristischen Ausbildung zeugt auch die hohe Position in zahlreichen Rankings – so findet sich die Yale University im THE Ranking Law 2021 auf dem 5. Platz wieder und muss sich nur von zwei US-amerikanischen Hochschulen geschlagen geben: Der Standford University und der University of Chicago.

Der General LL.M in Yale lässt sich flexibel auf die Wünsche der Studentinnen und Studenten zuschneiden und bietet mit seinen Studentenorganisationen und dem aktiven Leben auf dem Campus eine herausragende Möglichkeit für ein typisches amerikanisches Studentenleben. Auch für sozial engagierte Juristen gibt es hier mit mehr als 20 Law Clinics zahlreiche Möglichkeiten, Berufserfahrung in Amerika zu sammeln. Zugegeben: Besonders einfach ist es nicht, in Yale einen Studienplatz zu bekommen. Die Uni hat eine Aufnahmerate von 6,5 % und nimmt etwa 25 Studierende im Jahr in ihrer Law School auf.

Bewerbung:

Für einen Platz in Yale musst du zwei bis vier akademische und berufliche Empfehlungsschreiben, zwei Essays (eine kritische Betrachtung eines akademischen Inhaltes sowie ein Essay über deine Ziele und Wünsche bezüglich des LL.M.s) sowie einen TOEFL-Test vorweisen.

Kosten: 59.453 € (83.209 € inklusive Zusatzkosten)

 

Das Studium an einer Ivy League Universität kann eine wichtige Investition in deine Zukunft sein und dir bei juristischen Arbeitgebern einen großen Vorteil verschaffen – Voraussetzung für die Aufnahme sind in jedem Fall hervorragende Examensnoten. Vergiss dabei nicht, dass es in den USA auch andere Unis gibt, die genauso prestigeträchtig sind und eine gute Lehre anbieten, allerdings nicht der Ivy League angehören: Allen voran die Stanford University, die je nach Ranking sogar vor den Ivy League Unis landet. Eines haben alle amerikanischen Unis gemeinsam: Sie sind besonders teuer. Wenn du dich für deinen LL.M nicht verschulden möchtest, dann gibt es zahlreiche andere Möglichkeiten – nicht zuletzt in Deutschland, wo der Master of Laws um ein vielfaches günstiger ist.

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Cardozo School of Law - New York City

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