In die Ivy League als Jurist?

Überblick LL.M. Programme in Yale, Harvard, Oxford, Princeton etc.


verfasst von Maryam Kamil Abdulsalam und veröffentlicht am 03.09.2018

 

Der Name Ivy League bezeichnet ursprünglich eigentlich die Liga des amerikanischen Hochschulsports, wird heute aber nicht mehr so verstanden.

Landläufig werden unter diesem Namen die 8 anerkanntesten Elite-Universitäten der USA bezeichnet.

Diese Universitäten gelten als die Ausbildungsstätten in den USA mit dem größten Prestige und haben extrem hohe Ansprüche an Studierende, sowohl im Hinblick auf die Bewerbung als auch die Abschlüsse an diesen Universitäten.

 

Ivy League – wer gehört dazu?

Alle der Elite Universitäten befinden sind im Nordosten der USA. Zu den begehrten Hochschulen gehören selbstverständlich die berühmten Namen

  • Columbia University in New York City,
  • die Brown University in Providence,
  • das Dartmouth College in Hanover.
  • Auch die drei bekanntesten Namen
  • Harvard (Cambridge),
  • Princeton und Yale (New Haven)

gehören natürlich zu der Crème de la Crème der amerikanischen Ausbildungslandschaft. Aber auch die vielleicht weniger bekannteren Namen wie die

  • University of Pennsylvania in Philadelphia sowie
  • die Cornell University in Ithaca

haben ihren festen Platz in der Ivy League.

Hier findest du alle Unis für Juristen in den USA im Überblick

 

Die Geschichte der Ivy League

Der Zusammenhang zwischen der amerikanischen Hochschulsport-Liga und dem Elite-Universitäten-Ranking ist nicht zufällig: Als der Name der Ivy League im Jahre 1954 begründet wurde, definierten amerikanische Colleges und Universitäten ihren Ruf über ihren sportlichen Erfolg. Damals gehörte zur Ivy League, wer sportliche Höchstleistungen erbringen konnte. Heute richtet sich die Einordnung vielmehr nach den wissenschaftlichen Leistungen.  Die älteste der Elite-Hochschulen ist die Harvard University und wurde 1636 von John Harvard in Boston gegründet. Yale wurde 1702 von Elihu Yale ins Leben gerufen und Princeton, früher College of New Jersey genannt, entstand im Jahr 1754. In den späteren Jahren und Jahrhunderten gesellten sich die weiteren 5 Universitäten dazu, bis 1865 die Cornell University begann ihren Lehrbetrieb aufzunehmen.
Noch immer ranken sich zwischen den beteiligten Universitäten Rivalitäten in den unterschiedlichen Sportarten: Princeton und die University of Pennsylvania haben einen dauerhaften Kampf um den Basketballtitel, währen Cornell und Harvard seit Jahrzehnten um die Hockeymeisterschaften buhlen.

 

Juristen an den Elite-Universitäten

Ein Pendent zur Ivy League gibt es trotz immer aktuell erscheinender Uni-Rankings in Deutschland noch lange nicht. Deshalb zieht es viele Studierende, insbesondere Juristen nach dem Studium noch in die USA an eine der Ivy League Universitäten. Viele der deutschen Absolventen schließen an das erste oder auch zweite Staatsexamen einen Master of Law (LL.M.) an. Die Programme sind ebenso beliebt, wie sie teuer sind. Allerdings zahlen sie sich für viele im späteren Berufsweg aus, da ein LL.M. an einer der Eliteuniversitäten viele Türen in jegliche Kanzlei öffnet.

LL.M. in den USA oder Kanada?

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Welche Programme gibt es?

Das LL.M. Programm der Harvard Law School dauert 1 Jahr, effektiv eigentlich nur 9 Monate und bietet den Studierenden eine Auswahl von 500 Kursen und Seminaren zur Auswahl an. Den LL.M.-Kandidaten steht es offen, sich ein buntes Curriculum aus unterschiedlichen Rechtsgebieten zusammen zu stellen,  oder sich auf einen der angebotenen Schwerpunkte zu konzentrieren: Verfassungsrecht, „business organization and finance“ , Rechtstheorie oder Menschenrechte. Ungewöhnlich an dem Masterprogramm dieser Ivy League Universität ist die Vielfalt der Studierenden: Von knapp 188 Teilnehmenden, sind 98% internationale Studierende. Dadurch entsteht ein besonders wertvoller Austausch und ein internationales Klima auf dem ältesten Universitätscampus der USA.

Das LL.M. Programm der Yale University richtet sich ausdrücklich an Kandidaten, die eine Karriere in der juristischen Lehre anstreben. Auch hier gibt es keine Spezialisierungen im LL.M.-Programm, sondern die Studierenden können sich ein individuelles Programm zusammenstellen. Yale ist aber bekannt und beliebt für seinen Wahlschwerpunkt im Human Rights Law.

Die Princeton University dagegen hat kein eigenes LL.M. Programm für Juristen, da es keine eigene Law School gibt. Allerdings bietet die Princeton University ein postgraduales Programm in „Law and Public Affairs“, welches sich gut für Juristen eignet. 

Wer sich etwas speziellere Rechtskenntnisse während des Masterstudiums aneignen möchte, der kann sich an der Brown University bewerben: Das LL.M. Programm dort, soll die Studierenden auf einem bestimmten Rechtsgebiet spezialisierend ausbilden. Auch hier dauert der Master 1 Jahr und ist als Vollzeitstudium ausgelegt. Neben dem LL.M. gibt es an der Brown University auch noch den Doctor of Juridicial Science. Dies ist kein Doktoranden Programm, wie wir es in Deutschland kennen, sondern ist ein forschungsorientierter Studiengang, der auf eine Wissenschaftskarriere vorbereiten und den Weg zum Jura-Professor ebnen soll.

Neben dem herkömmlichen LL.M. Programm, bietet die University of Columbia ein „Human Rights Fellowship“ für Interessenten an, die ein vertieftes Interesse in diesem Rechtsgebiet und besonderes Talent mitbringen. Das Programm ist zusammengestellt aus praktischen Ausbildungsinhalten, akademischen Schulungen und Karrierementoring.

 

Kosten

Wer meint studieren in Deutschland sei teuer, der hat amerikanische Studiengebühren noch nicht kennengelernt: Ein Jahr Masterprogramm in Harvard, Yale oder einer der anderen Ivy League Universitäten kostet zwischen 35.000 und 65.000 Dollar. Privat lässt sich ein solches Studium kaum finanzieren. Deshalb gibt es weitreichende Finanzierungsmöglichkeiten, wie Stipendien oder Kredite. Hier schließt sich auch wieder der Kreis zu der Hochschulsport-Liga: Mit sportlichen Bestleistungen lässt es sich immer noch leichter ein Stipendium für eine der Eliteuniversitäten bekommen. Hier lohnt sich sportlich sein allemal!

LL.M. – Kosten und Finanzierungsmöglichkeiten

 

Den Titel Ivy League haben die Elite Universitäten mehr als verdient, nicht nur in finanzieller Hinsicht. Trotz allem ist es für deutsche Jura-Absolventen durchaus realistisch und lohnenswert ein LL.M. Programm an das Jura-Studium anzuschließen. Eine Bewerbung an den Ivy-League Universitäten ist einen Versuch wert um den internationalen Blick zu weiten und wer würde nicht gerne einmal als Student am Campus einer Ivy-League Uni schlendern.

 


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Über den Autor

Maryam Kamil Abdulsalam - Autorin TalentRocket

Maryam Kamil Abdulsalam

Hat im vergangenen Jahr ihr 1.Staatsexamen abgelegt. War bereits tätig als studentische Hilfskraft an der Uni Bonn am Lehrstuhl für Staats- und Verwaltungsrecht sowie als Wissenschaftliche Mitarbeiterin in einer Bonner Kanzlei. Aktuell arbeitet sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Öffentliches Rech an der Uni Bonn.

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