Literaturverwaltungsprogramme im Vergleich

Verfasst von Laura Hörner. Veröffentlicht am 20.09.2021.

Literaturverwaltung: 4 Anbieter im Vergleich

Die besten Programme für deine Hausarbeit oder Dissertation

Quellen über Quellen: Wenn du als Jurist promovierst oder eine Masterarbeit schreibst, dann wirst du schnell lernen, wie leicht es ist, den Überblick über deine wissenschaftliche Literatur zu verlieren. Und das kann ernste Folgen haben: Denn wenn du Quellen falsch angibst oder sogar vergisst, dann kann das zu Plagiatsvorwürfen führen – und dann kann es passieren, dass du deinen Doktortitel oder deinen Master im Handumdrehen wieder los bist. Damit dich ein Formfehler nicht den hart erarbeiteten Titel kostet, gibt es zum Glück Literaturverwaltungsprogramme, mit denen du deine Quellen ordentlich organisieren kannst. Welche sich besonders gut eignen, erfährst du hier.

Citavi: Der Bewährte

Wenn du schon einmal wissenschaftlich gearbeitet hast, dann hast du bestimmt schon von Citavi gehört. Das Programm ist das wohl bekannteste Werkzeug, um Literatur zu verwalten. Du kannst darin deine Zitate und Literaturquellen erfassen, aus zahlreichen Zitationsstilen wählen und für deine Quellenangabe werden die Daten automatisch in deine Bibliografie übertragen. Citavi ist nicht nur praktisch, um den Überblick über deine Literatur zu behalten, du kannst darüber auch recherchieren und auf unterschiedliche Datenbanken zu greifen.

Mit diesem Programm fällt auch die Organisation leichter: So kannst du nicht nur Fremdliteratur verwalten, sondern auch deine eigenen Notizen und Ideen managen, Notizen hinzufügen oder Kategorien einführen. Deine angesammelten Materialien kannst du anschließend mit anderen teilen, sodass auch die Zusammenarbeit im Team ermöglicht wird. Citavi lässt sich ganz einfach mit Microsoft Word verbinden und ist bestens für umfangreiche Projekte wie eine Dissertation geeignet.

Preis: Kostenlos für bis zu 100 Quellen, 119 € für die Vollversion

Geeignet für: Windows

Zotero / Jurism: Der Übersichtliche

Wer es gerne überschaubar hat, der trifft mit Zotero eine gute Wahl. Hier gibt es nicht so viele Funktionen wie in Citavi und gerade wenn du „nur“ eine Masterarbeit oder Hauarbeit schreibst, stellt dieses Programm eine gute Alternative dar, da du nicht so viel Zeit damit verbringen musst, dich mit den Funktionen vertraut zu machen, die du vielleicht ohnehin nicht benötigst.

Zu den wichtigsten Funktionen von Zotero gehören die Literaturrecherche sowie die Zitation von Quellen. Dafür markierst du bei deiner Internetrecherche deine Quellen über ein Add-On im Browser und fügst sie so (inklusive Schlagwörter und Notizen, die du hinzufügen kannst) automatisch zu deiner Liste hinzu. Auch hier kannst du deine Literatur in Gruppen organisieren und aus unterschiedlichen Zitationsstilen wählen.

Wenn du eine juristische Arbeit schreibst, dann hält Zotero mit „Jurism“ sogar eine speziell auf juristische Quellen ausgelegte Version bereit, die ebenso wie Zotero selbst kostenlos ist. Ausprobieren lohnt sich also!

Preis: Kostenlos bis 300 MB

Geeignet für: Windows und Mac

Wenn du eine juristische Arbeit schreibst, dann hält Zotero mit „Jurism“ eine speziell auf juristische Quellen ausgelegte Version bereit, die ebenso wie Zotero selbst kostenlos ist.

EndNote: Der Internationale

Die Möglichkeiten, die EndNote bietet, sind vergleichbar mit denen von Citavi. Auch hier hast du eine Vielzahl an Funktionen: Dein Literaturverzeichnis wird während dem Schreiben automatisch erstellt („Cite while you write“), du kannst aus über 7.000 Zitierstilen wählen und wirst bei der Recherche und dem Zitieren unterstützt. Das Teilen deiner Recherche so wie eine Verknüpfung mit Word ist über EndNote ebenfalls möglich. Das Programm wird eher im englischsprachigen Raum verwendet und eignet sich deshalb besonders gut, wenn du eine englische Dissertation schreibst, internationale Forschungspartner hast oder im Ausland studierst.

Preis: Für Studenten 131 €, ansonsten 274 €

Geeignet für: Windows und Mac

Mendeley: Der Kollaborative

Eine interessante Alternative zu den gängigsten Programmen bietet Mendeley. Die Literaturrecherche über Bibliothekskataloge und Datenbanken, die automatische Übertragung von bibliographischen Daten in das eigene Literaturverzeichnis sowie der integrierte pdf-Viewer mit Möglichkeiten zum Markieren und Kommentieren der Texte gehören zu den wichtigsten Funktionen. Über eine Suggest-Funktion kannst du dir Artikel vorschlagen lassen, die zu deinem Leseverhalten passen und so aktuelle und relevante Forschung schneller entdecken.

Besonders spannend ist Mendeley für die langfristige wissenschaftliche Arbeit. Hier kannst du dir nämlich ein Netzwerk aufbauen, Gruppen erstellen und dich mit anderen Forschenden austauschen. Der Nachteil: Das Programm ist nicht auf deutsche Quellen ausgelegt, was die Übertragung von Literaturdaten erschweren kann.

Preis: Kostenlos in der Basisversion bis 2 GB

Geeignet für: Windows und Mac

Die altmodische Alternative: Die Literatur händisch pflegen

Von einem korrekten Literaturverzeichnis und dem richtigen Zitieren hängt bei deiner wissenschaftlichen Arbeit so einiges ab. Oft werden für Fehler in diesen Bereichen Punkte abgezogen oder sogar Plagiate vorgeworfen. Solltest du also mit dem Gedanken spielen, deine Literatur händisch zu verwalten, sollte dir das Risiko bewusst sein. Während das vielleicht bei einer wenig umfangreichen Bachelorarbeit noch problemlos möglich ist, solltest du angesichts der günstigen oder gar kostenlosen Literaturverwaltungsprogramme bei einer Dissertation oder Masterarbeit zumindest eine digitale Lösung in Betracht ziehen – hier können in Ausnahmefällen schon einmal deutlich über hundert Quellen zusammenkommen.

Möchtest du dennoch auf die Technik verzichten – schließlich ging es früher ja auch ohne! –, dann bieten sich Karteikarten für das Erfassen der Bibliografie als Alternative an. Auf diesen kannst du alle relevanten Daten notieren, Notizen hinzufügen und sie alphabetisch ordnen.

 

Das richtige Literaturverwaltungsprogramm spart dir viel Zeit und Mühe. Informiere dich deshalb gut, bevor du dich für einen Anbieter entscheidest. Prinzipiell machst du mit den gängigen auf deutsche Literatur ausgelegten Programmen wie Citavi oder Zotero keinen Fehler. Für englischsprachige Arbeiten kannst du auf EndNote oder Mendeley zurückgreifen. Übrigens: Wusstest du schon, dass du deine Literatur auch direkt auf Word verwalten kannst? Dieser Quellenmanager eignet sich gut für Master- und Bachelorarbeiten, welche keine extensive Literaturrecherche benötigen.