Traumberuf Syndikusanwalt?

Verfasst von Finn Holzky. 

Traumberuf Syndikusanwalt?

Eine Alternative zum Unternehmensjuristen

 

Für die meisten Jura-Absolventen stellt sich spätestens nach Abschluss des zweiten Staatsexamens die Frage nach dem ersten Job.
Die geläufigsten Optionen sind:

 

→ Als Anwalt in eine Kanzlei einsteigen oder sich selbstständig machen?

→ Eine Anstellung beim Staat oder vielleicht doch lieber in einem Unternehmen?

 

Für diejenigen, die sich für die freie Wirtschaft entscheiden konnten, nicht aber zwischen Kanzlei oder einem Unternehmen, könnte eine Tätigkeit als Syndikus der goldene Mittelweg sein!

Was ist ein Syndikusanwalt - Definition

Auch bekannt unter den Begriffen "Inhouse Jurist" oder "Unternehmensjurist". Ein Syndikusanwalt ist ein bei einer Rechtsanwaltskammer zugelassener Rechtsanwalt, der in einem dauerhaften Beschäftigungsverhältnis seine Arbeitskraft einem "nichtanwaltlichen Arbeitgeber"unabhängig zur Verfügung stellt. Beispielsweise einer Stiftung, einem Verband oder eben einem Unternehmen. 

 

Voraussetzungen und Aufgaben

Voraussetzung für eine solche Tätigkeit ist dabei - als gravierender Unterschied zum gewöhnlichen Unternehmensjuristen - das Unterhalten einer eigenen Kanzlei. Dies geschieht allerdings häufig nur noch formell und hat zu sogenannten „Wohnzimmerkanzleien“ geführt. Der Syndikus meldet hierbei seinen eigenen Wohnsitz als Kanzlei bei der entsprechenden Rechtsanwaltskammer an, obwohl er dort freilich keine betreibt.

Die Aufgaben eines Syndikusanwalts sind sehr breit gefächert und gleichzeitig deutlich begrenzt. Er fungiert in beratender Funktion für alle erdenklichen wirtschaftsrechtlichen Fragestellungen, wie zum Beispiel bei Haftungs- und Versicherungsfällen, Marken- und Urheberrechtliche Problemen oder bei solchen Vertragsabschlüssen. Allerdings darf der Syndikusanwalt nicht vor Gericht für seinen Arbeitgeber tätig werden.
Seine Aufgaben umfassen somit nahezu alle rechtlich relevanten Problemfelder eines entsprechenden Unternehmens oder Verbandes, untypischerweise aber gerade nicht die Vertretung derer Interessen vor Gericht.


Erfahre mehr zu Unternehmen, in welchen du als Syndikusanwalt tätig werden könntest

→ Daimler, AUDI, Volkswagen und Co.

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Worin liegt also nun der Vorteil einer solchen Tätigkeit gegenüber einem klassischen Unternehmensjuristen?

Die Unterschiede und somit auch die Vorteile sind natürlich von Fall zu Fall unterschiedlich, können jedoch grundsätzlich unter der Überschrift „Geld“ zusammengefasst werden.
Zum einen kann der Syndikus natürlich selbst mit dem Unternehmen abrechnen, da er in erster Linie einmal Rechtsanwalt und eben nicht ein normaler Angestellter des Unternehmens ist.
Zum anderen steht ihm die Möglichkeit offen, neben seiner Tätigkeit als beratender Syndikus auch als praktizierender Rechtsanwalt zu arbeiten und somit noch nebenher zu verdienen.
 

Schließlich wurde die Stellung des Syndikusanwalts gerade noch zusätzlich vom Gesetzgeber gestärkt.


Mit Wirkung vom 1. Januar 2016 können Unternehmensjuristen nun als Syndikusanwälte zugelassen werden und somit von der gesetzlichen Rentenversicherungspflich befreit werden. So können sich auch diese in das berufsständische Versorgungswerk der Juristen einfügen.
Obendrei kann sich ein Syndikus einige Freiheiten einräumen, da der Arbeitgeber durch Gesetz gezwungen ist, ihm für seine Berufsausübung bestimmte Freiräume zu gewähren. Wie er diese nutzt ist dabei natürlich auch dem Anwalt selbst überlassen.

 

Was verdient man?

Über das Gehalt lässt sich kaum etwas sagen. Zu abhängig ist dieses von Branche, Arbeitserfahrung, Größe des Unternehmens oder Verbandes und dem Aufgabenbereich des Anwalts. Es sind jedoch Einstiegsgehälter oberhalb derer beim Staat, jedoch noch deutlich unterhalb der von Großkanzleien zu erwarten. Dabei steigt die Höhe des Gehalts gewöhnlich mit Größe der zu beratenden Körperschaft und einer traditionell gut zahlenden Branchenzugehörigkeit, wie beispielsweise der Chemie-, Auto- oder Finanzbranche.
 

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