Ina vom Feld und Stefanie Herkert,

 Veröffentlicht am 13.01.2021.

Kompetent, fokussiert und weiblich

Ina vom Feld und Stefanie Herkert über ihre Wege in die Partnerschaft von Herbert Smith Freehills

Ina vom Feld (oben links): Meine Anwaltstätigkeit habe ich 2002 in einer internationalen Kanzlei im Patentrecht begonnen. Dort habe relativ schnell Verantwortung übernehmen dürfen und bin 2008 in dieser Kanzlei zur Partnerin ernannt worden. Seit Mai 2020 bin ich als Partnerin bei HSF.

Stefanie Herkert (oben rechts): Seit 2006 bin ich als Rechtsanwältin tätig und auf Immobilienfinanzierungen spezialisiert. Zu HSF bin ich vor sieben Jahren gekommen – damals war ich die erste Anwältin bei HSF in Deutschland. Zum 1. Mai dieses Jahres bin ich zur Partnerin ernannt worden. 
 

Frau Herkert, wie läuft eine Aufnahme in die Partnerschaft? 

Stefanie Herkert: Potentielle Partnerkandidatinnen und -kandidaten in unserer Kanzlei werden zunächst in das Potential Partner Development Center (PPDC) aufgenommen. Das PPDC ist eine Art Assessment Center, das zwei Jahre dauert und die Kandidatinnen und Kandidaten auf ihre zukünftige Partnerrolle vorbereiten soll. Daran schließt sich der eigentliche Partner Promotion Process an. Hier geht es dann konkret um die Beurteilung der Eignung einer Kandidatin oder eines Kandidaten für die Partnerschaft und für die Kandidatinnen und Kandidaten selbst um die Verteidigung des eigenen Business Case. Am Ende dieses Prozesses steht ein letztes Interview in London gefolgt von der Abstimmung über die Aufnahme in die Partnerschaft in der internationalen Partnerversammlung.
 

Während dieses gesamten, äußerst strukturierten Prozesses hat mich HSF eng begleitet. Großartige Unterstützung aus Deutschland und international bekam ich etwa beim Erstellen der doch recht umfassenden Paperwork.


Parallel besteht für Anwältinnen und Anwälte auf dem Partnertrack auch die Möglichkeit, bei Bedarf an einem Coaching-Programm teilzunehmen.


Wie verstehen Sie für sich die Position der Partnerin? Und hat Sie diese Position bereits zu Beginn Ihrer Karriere gereizt?

Stefanie Herkert: Die Position der Partnerin ist für mich ein Mix aus unternehmerischer Verantwortung, Gestaltungskraft, Vorbildfunktion im Team – und natürlich viel Arbeit, die mir aber sehr viel Spaß macht. 
Zu Beginn meiner Karriere hatte ich das Ziel Partnerschaft noch nicht vor Augen. Ich wollte eigentlich lediglich zwei bis drei Jahre in die Welt einer internationalen Großkanzlei hineinschnuppern und dann in die Rechtsabteilung eines Unternehmens gehen. 


Frau vom Feld, Sie sind im Mai 2020 direkt als Partnerin bei Herbert Smith Freehills eingestiegen, nachdem Sie bereits in Ihrer vorherigen Kanzlei einige Jahre Partnerin waren. Haben Sie mit Blick auf die Partnerschaft in Ihren ersten Monaten bereits Unterschiede festgestellt? 

Ina vom Feld: Für mich besteht ein wesentlicher Unterschied darin, dass wir mit meinem Eintritt bei HSF nun erstmals den Bereich gewerblichen Rechtsschutz in Deutschland anbieten. Das hat eine ganz besondere Aufbruchsstimmung mit sich gebracht. Zudem gibt mir dies die Möglichkeit, den Bereich von Anfang an stark selbst gestalten zu können, was ich als besonders befriedigend empfinde. 
 

Und wie haben Sie den Wechsel als Partnerin gegenüber einer Partnerernennung aus den eigenen Reihen erlebt?

Ina vom Feld: Man hätte meinen können, dass man sich als Lateral – anders als ein „Eigengewächs“ – erst noch einleben muss, weil man die Kanzlei noch nicht kennt und die Zusammenarbeit nicht so eingespielt ist. So habe ich es bei HSF aber nicht erlebt. Zum einen kenne ich die internationalen Patentrechtskolleginnen und -kollegen seit Jahren aus gemeinsamen Projekten bzw. als Kolleginnen und Kollegen aus vorheriger Kanzlei. Zum anderen bin auch außerhalb der Patentrechtsfamilie wunderbar aufgenommen worden und ich habe jetzt nach wenigen Monaten schon das Gefühl angekommen zu sein. 


Ihr Start bei Herbert Smith Freehills fiel mitten in den Corona-bedingten Lockdown. Wie verliefen Ihre ersten Tage? Wie haben Sie die Willkommenskultur bei HSF erlebt?

Ina vom Feld: Der Start war in der Tat insofern ungewöhnlich, als dass die ersten ca. sechs Wochen im Home Office stattfanden. Ich hatte aber sofort die Gelegenheit, bei gemeinsamen Mandantenprojekten und Webinaren für Mandanten mitzuwirken.
 

Von Anfang an habe ich mich sehr wohl gefühlt und kann der Willkommenskultur bei HSF auch unter dem Ausnahmezustand der Corona-Pandemie die besten Noten ausstellen. 


Frau Herkert, wie viel Verantwortung geht für Sie mit der Position als Partnerin einher und wie wurden Sie von älteren Kolleginnen und Kollegen in Ihrer Anfangszeit als Partnerin unterstützt?

Stefanie Herkert: Als Partnerin trage ich natürlich in erster Linie Mandatsverantwortung. Das Vertrauensverhältnis zwischen Mandant und mir als Partnerin ist sehr entscheidend für eine langfristige, erfolgreiche Mandatsbeziehung. Gleichzeitig bin ich Mitunternehmerin und stehe sowohl den jüngeren Kolleginnen und Kollegen als auch den Mitpartnern gegenüber in der Verantwortung, dass der eigene Business Case zum Gesamterfolg der Kanzlei beiträgt. 

Die Unterstützung durch ältere Kolleginnen und Kollegen ist weit größer als ich es erwartet hätte, das gilt vor allem für die in EMEA ansässigen Partnerinnen und Partner meiner eigenen Praxisgruppe. Wir sind in regelmäßigem Austausch sowohl über Business Development als auch über interne Themen. Zudem habe ich einen offiziellen Mentor, der mir jederzeit mit Rat und Tat zur Seite steht. 

Ist die Partnerschaft Ihrer Meinung nach eine Typ-Frage? Wer eignet sich hierzu am besten?

Ina vom Feld: Ich glaube, letztlich gibt es nicht den einen Partner-Typ, sondern ganz unterschiedliche Charaktere sind erfolgreiche Partnerinnen und Partner. Wesentliche Eigenschaften, die man braucht, sind sicherlich unternehmerisches Denken, der Wille und das Können, in einem Team Verantwortung für das Gelingen des Ganzen zu übernehmen, und der Spaß an der Dienstleistung für den Mandanten.  


Inwiefern kann sich die Mehrbelastung durch die Partnerschaft auf das Privatleben auswirken, welche Aspekte werden vielleicht manchmal unterschätzt?

Ina vom Feld: Auch in der Partnerschaft bleibt man natürlich Dienstleister. Dies bringt es mit sich, dass man die Woche nicht am Wochenanfang oder gar noch länger im Voraus fest planen kann, sondern es häufig spontan und unverhofft Handlungsbedarf gibt. Das finde ich einerseits gerade einen der abwechslungsreichen und reizvollsten Aspekte der Anwaltstätigkeit. Andererseits bringt dies mit sich, dass man auch schon einmal private Termine umplanen muss, was dann gegebenenfalls die Geduld des persönlichen Umfeldes strapaziert. 


Frau Herkert, Sie sind seit sieben Jahren bei Herbert Smith Freehills. Wie haben Sie diese Zeit mit Blick auf die Frauenförderung erlebt, und welche Maßnahmen sind hier für die Zukunft geplant?

Stefanie Herkert: 2014 hat HSF damit begonnen, sich ein „Gender Target“ innerhalb der Partnerschaft zu setzen. Damals betrug der Anteil der Partnerinnen 18%. Bis Mai 2023 soll der Anteil bei 35% liegen.

Aktuell sind wir bereits bei 27% (das heißt, wir haben 131 Partnerinnen statt 81 im Jahr 2014), was uns im direkten Vergleich mit anderen internationalen Großkanzleien derzeit weltweit den Spitzenplatz einbringt. 

Parallel haben wir global wie national eine ganze Reihe Initiativen aufgesetzt, deren Fokus es ist, das Thema Frauenförderung bei HSF noch weiter zu etablieren. So haben wir z.B. an einem Forschungsprojekt der Universität Cambridge teilgenommen, das sich mit der Untersuchung der besseren Zusammenarbeit zwischen Männern und Frauen und etwaigen kulturellen Hürden befasst.
 

Referendare & wissenschaftliche Mitarbeiter (...
Herbert Smith Freehills LLP

Wie fördert Herbert Smith Freehills die Chancengleichheit in der Kanzlei? 

Stefanie Herkert: Das Thema Chancengleichheit ist essentieller Teil unserer Unternehmenskultur, die wir durch unternehmensweite Netzwerke fördern. Diversity and Inclusion spielen dabei eine wichtige Rolle. 
 

HSF hat sich zum Ziel gesetzt, weltweiter Vorreiter unter den internationalen Großkanzleien zu werden, da wir überzeugt sind, dass eine diverse Kanzleikultur unseren Erfolg ganz entscheidend beeinflusst. Dazu haben wir eine globale Strategie entwickelt, die das Thema Chancengleichheit in allen Bereichen adressiert, in Bewerbungsprozessen genauso wie in der eigentlichen Mandatsarbeit.


Beispielhaft nennen möchte ich hier etwa unsere „10 actions for change“-Initiative.
In Deutschland haben wir zudem eine eigene „D&I-Arbeitsgruppe“, in die jeder seine Ideen einbringen kann. Ich persönlich empfinde die tägliche Zusammenarbeit mit den Kolleginnen und Kollegen unterschiedlichster Herkunft und Hintergründe innerhalb des weltweiten HSF-Netzwerkes als einen der schönsten Aspekte meines Berufes. 

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Welche Vorsätze und Ziele haben Sie sich für die nächsten Jahre als Partnerin gesetzt, Frau Herkert?

Stefanie Herkert: Ein wesentliches Ziel ist es, unser noch vergleichsweise kleines Finance-Team kontinuierlich und nachhaltig auszubauen und das Team und HSF insgesamt im Markt weiter zu etablieren. Und natürlich möchten wir immer die Freude an der Arbeit beibehalten und mit positivem Spirit vorangehen. 


Welchen Tipp können Sie jungen Juristinnen geben, die einen ähnlichen Karriereweg wie Sie einschlagen wollen?

Ina vom Feld: Den Mut haben, immer wieder neue Dinge ein erstes Mal zu tun. Sich Dinge zutrauen, der Rest der Welt kocht auch nur mit Wasser. Verantwortung übernehmen und Aufgaben gestalten. Spaß an der Zusammenarbeit mit Menschen haben. Bei schwierigen Aufgaben alle Kräfte mobilisieren, um die Dinge zum Erfolg zu bringen. Man wundert sich dann gelegentlich, wie viele Kräfte man hat. Und egal was passiert: Nicht den Humor verlieren.

Stefanie Herkert: Die Verantwortung nicht scheuen, sondern Selbstvertrauen haben und den Mut, in einem Team Führung zu übernehmen. Bereit sein, aus der eigenen Komfortzone herauszukommen und auch unbekannte Aufgaben zu übernehmen, nicht warten, dass einem die Dinge einfach so zufallen, sondern aktiv daran mitwirken. Früh anfangen, das eigene Netzwerk aufzubauen, und sich sowohl intern als auch extern sichtbar machen. Und wenn einmal etwas nicht so läuft wie geplant, bloß nicht zu lange mit Jammern aufhalten, denn das bringt einen nicht weiter. 


Ihr Fazit?

Ina vom Feld: Ich bin vor fast 20 Jahren über die Anzeige „Associate m/w Patentrecht“ gestolpert und bin genau in dem Bereich gelandet, der meinem Interesse nach einem Arbeiten in internationalem Umfeld und mit möglichst viel Abwechslung (jedes Patent ist anders) entgegenkommt. Dusel, Karma? Auf jeden Fall ein großes Glück. 

Stefanie Herkert: Der interne Weg in die Partnerschaft ist sehr anspruchsvoll und man braucht mitunter einen langen Atem, aber ich hatte zum Glück großartige Unterstützung. Im Zuge meiner Partnerernennung hat mich die Reaktion meiner Kolleginnen mit am meisten gefreut. Alle haben sich unheimlich gefreut, dass es „eine von uns“ in die Partnerschaft geschafft hat. 


Vielen Dank, Frau vom Feld und Frau Herkert!

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