JavaScript ist nicht aktiviert!
Ansprüche junger Juristen - Gehalt vs. Work-Life-Balance?

Lifestyle & Fun Facts Jura  |  Karrierewege & Fachbereiche

Ansprüche junger Juristen - Gehalt vs. Work-Life-Balance?

LTO Young Professionals Survey 2016 mit Unterstützung von TalentRocket und ELSA Deutschland


#Gehalt 
 

Von Oktober 2015 bis März 2016 führte unser Partner LTO die bisher größte Umfrage unter jungen Juristen durch: Die LTO Young Professionals Survey 2016! Unterstützt wurde LTO dabei unter anderem von TalentRocket und ELSA Deutschland, sowie den juristischen Fakultäten des Landes. 


Wer wurde befragt?

Insgesamt wurden 5.439 Studierenden, Referendaren und jungen Absolventen 35 Fragen gestellt. Die größte Altersgruppe mit knapp über 46 % waren dabei die unter 25-Jährigen, dicht gefolgt von der Altersklasse 25 – 30-Jähriger. Lediglich gut 10 % der Befragten waren zum Zeitpunkt der Befragung älter als 30 Jahre alt. Beim Geschlecht setzt sich ein Trend der letzten Jahre fort. Mehr weibliche als männliche Juristen absolvieren das Studium. So waren auch über 56 % der Befragten weiblich. Zwar waren nicht nur Studierende der Rechtswissenschaften an Universitäten zu der Befragung zugelassen, dennoch bleibt Jura eine Bastion der Universitäten. Lediglich 1,22 % der Befragten studieren an Fachhochschulen.

 

Was wurde gefragt?

Der Fragenkatalog umfasst 35 Fragen, welche sich anfangs auf einige Daten der Befragten beziehen. Es werden die biologischen Daten wie Alter, Geschlecht etc. abgefragt aber auch fachspezifische Fragen wie Hochschulart, Noten oder Examensergebnisse. Der nächste Fragenblock geht bereits näher auf die Vorstellungen der Befragten bezüglich gewünschter Eigenschaften bei zukünftigen Arbeitgebern ein. Mit Punkten von 1 (für wenig) bis 5 (für sehr viel) sollten die Teilnehmer die Wichtigkeit von Faktoren wie Gehalt, Wertschätzung oder der Work-Life-Balance bei ihrer Arbeitgeberwahl bewerten.

Im nächsten Fragenkomplex wird es dann konkret: „Nenne drei bis fünf Unternehmen/Großkanzleien/mittelständische Kanzleien, für die du gerne arbeiten würdest“ heißt es hier. Die Fragen 14-16 beschäftigen sich mit den Praktika und deren Funktion für die Befragten. Im weiteren Verlauf geht es um die Art und Weise wie sich über Karrieremöglichkeiten informiert wird, wie und welche Social Media genutzt werden und auch auf welchen Plattformen explizit nach Stellenangeboten gesucht wird. Hier findet man neben klassischen Vertretern wie Xing, Stepstone oder Monster zu unserer großen Freude auch Talentrocket.de!

Zum Abschluss der Umfrage geht es noch einmal um die Karrierevorstellungen der Befragten. Wie sollte das Verhältnis zwischen Gehalt und Work-Life-Balance sein, wo sollte der Arbeitsplatz liegen (Aus- oder Inland), wieviel wäre der Befragte bereit für die Karriere zu tun (Stichwort Ellbogen-Gesellschaft) und in welcher deutschen Großstadt soll bevorzugt gearbeitet werden?

 

 

Work-Life-Balance vor Gehalt und alle ab nach Hamburg oder München?!

Oder anders gefragt: Was sagt die Umfrage aus? Die Auswertung der Umfrage fällt nicht ganz leicht, das Ergebnis erscheint wie ein Hybrid.
Auf der einen Seite lässt sich die klare Tendenz der hier befragten Generation Y erkennen. Die Work-Life-Balance wird von über 75 % der Befragten mit vier von fünf möglichen Punkten oder sogar mit der vollen Punktzahl bei der Wichtigkeit bewertet, bei der Wertschätzung sind es sogar über 80 %. Die volle Punktzahl für Wichtigkeit beim Gehalt vergaben hingegen lediglich 13 % der Teilnehmer. Von sieben verschiedenen Faktoren schaffte es das „Gehalt“ lediglich auf Platz sechs! Nur die „Internationalität“ spielte für die Befragten eine kleinere Rolle.

Auf der Seite von LTO wird von den „drei großen W“ als Sieger gesprochen:
 

Wertschätzung, Weiterbildung und Work-Life-Balance.
 

Bei der Frage nach dem Wunschgehalt geht es sogar noch weiter. Rund ein Viertel gab an sich darüber noch gar keine Gedanken gemacht zu haben.
 

Der größte Anteil der Befragten wünscht sich ein Gehalt zwischen 40.000 und 60.000 Euro im Jahr.
 

Wieso nun aber ein Hybrid mag man sich fragen? Fakt ist, die oben genannten Vorstellungen und Wünsche wurden alle auf abstrakt gestellte Fragen à la „Wie wichtig ist Ihnen das Gehalt/die Work-Life-Balance/die Wertschätzung von 1 – 5?“ genannt. Wurden die Fragen aber konkret bezüglich potentieller Arbeitgeber gestellt, waren die Antworten im Hinblick auf die vorhergegangenen durchaus überraschend.

Freshfields, Linklaters, CMS Hasche Sigle, Baker + McKenzie und Clifford Chance sind die meistgenannten Kanzleien auf die Frage, bei welchen großen Sozietäten die Teilnehmer gerne arbeiten würden. Bei den mittelständischen Kanzleien sind es Graf von Westphalen, Deloitte Legal, Oppenhoff & Partner sowie Ashurst und bei den Unternehmen stehen das Auswärtige Amt, die Automobilhersteller BMW und Audi, die Deutsche Lufthansa und die ProSiebenSat. 1 Media SE besonders hoch im Kurs.

 

In welcher Stadt würdest du gerne arbeiten?

Auf die Frage, wo der gewünschte Arbeitsplatz denn sein sollte, lauteten die ersten fünf Antworten Hamburg, München, Berlin, Frankfurt am Main und Köln. Die Generation Y scheint also in einer Zwickmühle zu stecken. Auf der einen Seite soll das Gehalt nicht mehr die größte Priorität haben, stattdessen steht Ausgleich zwischen Arbeit und Freizeit im Vordergrund. Auf der anderen Seite ist jedoch der Wunsch da, bei einem der größten Arbeitgeber beschäftigt zu sein, am Besten auch noch in einer der teuersten Städte Deutschlands. Obwohl auch hier die hohe Arbeitsbelastung mit dem entsprechenden Gehalt entschädigt wird.

Das Durchschnittsgehalt bei den genannten Arbeitgebern liegt um die 100.000 Euro brutto, das von den gleichen Befragten selbstgenannte aber abstrakte „Wunschgehalt“ wiederum lag nur zwischen 40.000 und 60.000 Euro brutto.
 

Es wird also spannend bleiben und noch spannender wird es, langfristig zu sehen, welchen Einfluss diese Generation auf den juristischen Arbeitsmarkt in Zukunft haben wird. Werden sich die Kanzleien bzw. die Arbeitgeber oder die potentielle Arbeitnehmer mehr anpassen müssen und steckt dann vielleicht doch gar nicht die Generation Y, sondern vielmehr der Arbeitgeber in einer Zwickmühle?

Wenn du dir alle Fragen und Ergebnisse im Detail ansehen möchtest, findest du die Umfrage HIER auf der Seite von LTO.

 

28. Oktober 2016


Finn Holzky

Autor:

Finn Holzky

Schreibt neben seinem Jurastudium seit 2 Jahren für TalentRocket und hat gerade sein 1. Staatsexamen in Göttingen hinter sich gebracht.

Ähnliche Themen


Die meiste gesuchten jurstischen Fachbereiche bei TalentRocket

Top 4 Fachbereiche bei TalentRocket

Arbeitsrecht, Gesellschaftsrecht und M&A, Gewerblicher Rechtsschutz & Geistiges Eigentum (IP), Allgemeines Wirtschaftsrecht...

weiterlesen
Steuerspürnasen - Arbeiten am Finanzgericht

Richter/-in am Finanzgericht

Ein spannender Beruf für steuerliche Spürnasen - Erfahrungen von Andrea Gold*

weiterlesen
PANDA Law - Networking Event für Juristinnen - 21.10. Frankfurt
Wie bekommt man den Titel

Fachanwalt werden?

Vorteile, Voraussetzungen und Wege zum Titel sowie Potential-Fachbereiche...

weiterlesen
Vertrag kündigen - was es zu beachten gilt - TalentRocket Karrieremagazin

Gefahrenspot Kündigung Arbeitsvertrag!

Worauf muss geachtet werden und wie das Arbeitsverhältnis richtig beendet wird...

weiterlesen
Erfahrungsbericht -Jurist Heiner Pippig  - 100 Tage als Sachgebietsleiter - Finanzamt München

"Meine ersten 100 Tage als Chef"

Erfahrungsbericht von Jurist Heiner Pippig über seine ersten Tage als Sachgebietsleiter am Finanzamt München...

weiterlesen