Nie wieder prokrastinieren im Jurastudium!

Diese Tipps und Tricks helfen dir, schriftliche Arbeiten sofort anzugehen!


verfasst von Piotr Snuszka und veröffentlicht am 29.07.2019

 

Unter Studenten befinden sich die meisten Prokrastinierenden: Sie verschieben nicht selten alles, was sofort erledigt werden sollte. Der Gruppe wird nachgesagt, dass sie gern chillen. Seit Kurzem gilt die Prokrastination jedoch sogar als eine psychische Störung. In diesem Beitrag kannst du erfahren, was du tun kannst, um nie wieder zu prokrastinieren.

 

Wie kannst du Prokrastination vom "Chillen" unterscheiden?

Eine chillende Person gibt sich dem Nichtstun hin und vernachlässigt ihre Pflichten. Das süße Nichtstun bereitet ihnen Vergnügen. Anders ist es mit Prokrastinierenden, die im Grunde genommen unter ihrer Störung leiden. Ihr Problem ist, mit der Arbeit überhaupt anzufangen, ihr Ziel ist keinesfalls das Nichtstun.

 

Ist das eine Krankheit des 21. Jahrhunderts?

Die Prokrastination kannten bereits die alten Babylonier, Griechen und Römer. Im Hammurabie-Kodex wurden die Menschen vor ihr gewarnt.

 

Hesiod, der lange vor Christus lebte, äußerte sich über die Prokrastination in Werke und Tage: „Vor das Gedeihen jedoch haben die ewigen Götter den Schweiß gesetzt. Lang und steil ist der Pfad dorthin und schwer zu gehen am Anfang.“

 

Zu einem gesellschaftlichen Problem wurden die Prokrastinierenden eigentlich erst mit der industriellen Revolution, weil durch die Verspätung einer Person negative Folgen für die Produktuktion und andere Menschen enstanden. Von den Wissenschaftlern wurde die Störung aber erst in den 1980er Jahren „entdeckt”, sie ist folglich keine Krankheit des modernen Menschen, allerdings können sich moderne Prokrastinierende selbst helfen. Am Anfang heißt es: Problem erkennen.

 



Du bist ein besonders harter Fall?

10 Tipps zu Thema Prokrastination findest du in diesem Artikel!



 

Wie verhalten sich die Prokrastinierenden?

Das Schema ist einfach: Der Betroffene entscheidet sich für eine Aufgabe, die er sowohl in Bezug auf seine Fähigkeiten als auch in Bezug auf seine Kenntnisse und die zur Verfügung stehende Zeit im Grunde genommen sehr gut bewältigen kann. Beispielsweise hat er sein Thema der akademischen Arbeit bereits gewählt, aber mit dem Schreiben fängt er gar nicht an. Tage vergehen, ohne dass eine Seite des Textes fertig ist. Der Anfang wird so lange weiter verschoben (wofür der Betroffene auch sehr viele Entschuldigungen findet), bis er den Text tatsächlich gar nicht mehr angehen kann. Dann beschließt er, endlich mit dem Prokrastinieren aufzuhören, was aber in der Tat nie passiert.

 

Die Prokrastinierenden haben eine Tendenz, alles auf später zu verschieben, obwohl sie sich sehr gut dessen bewusst sind, dass es sofort erledigt werden sollte.

 

Sie beherrschen das Zeitmanagement nicht, einige Wissenschaftler sind sogar überzeugt, dass es sich weniger um das Zeitmanagement als um das Emotionsmanagement handelt. Folglich sind die Prokrastinierenden nicht imstande zu gewährleisten, dass die Aufgaben termingemäß erledigt werden, was letztlich dazu führen kann, dass niemand mehr mit ihnen zusammenarbeiten will.

 

Prokrastinierst du?

Du prokrastinierst, wenn du:

  • die Bewältigung deiner Aufgaben verschiebst und mit dem Schreiben deiner akademischen Arbeit gar nicht anfängst
  • dafür keinen objektiven Grund hast, es ist deine freiwillige Entscheidung 
  • nur auf Aktivitäten verzichtest, die mit der Bewältigung der Aufgabe oder mit dem Schreiben des akademischen Textes verbunden sind
  • gut weißt, dass die Prokrastination negative Folgen haben wird

 



Aus dem Leben eines Jurastudenten:



 

Was tun gegen die Prokrastination?

 

1. Professionelle Hilfe holen

Besuche beim Psychologen sollten am Anfang vor allem dabei helfen, die Ursachen der Prokrastination bei dir zu bestimmen. Der Psychologe soll dir ermöglichen, die Ursache dafür zu finden, warum du immer wieder deine Aufgaben verschiebst und gar nicht anfangen kannst, deine akademische Arbeit zu schreiben. Danach kann er dir helfen, etwas dagegen zu unternehmen. Meistens erweist sich eine Therapie als sehr wirksam und den Betroff gelingt es, ihr Problem mit der Prakrastination zu lösen.
 

2. Neue Gewohnheiten bilden

Es ist aber auch möglich, diese falsche Gewohnheit, die die Prokrastination grundsätzlich ist, zu ändern:

 

Du musst einfach nur anfangen, jeden Tag kontinuierlich etwas zu machen.

 

Merkst du, dass du mit dem Schreiben auch nach vielen Tagen noch nicht angefangen hast, ändere das. Selbst ein kleiner Schritt, das Schreiben nur einer Seite, führt dich zum Ziel. Mit der Zeit lernst du, dich selbst zu überwinden und regelmäßig zu arbeiten. Je länger du durchhältst, desto wahrscheinlicher wirst du deine alte Gewohnheit ändern.

 



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3. Planen lernen

Vielleicht reicht es in deinem Fall sogar nur, das Zeitmanagement zu beherrschen. Deine Aufgabe teilst du in einzelne Schritte ein, die dann auch zeitlich geplant werden müssen. Du weißt, wie viele Seiten du verfassen musst. Überlege, wie viel Zeit du zur Verfügung hast und wie du alles einteilen kannst. Machst du eine empirische Untersuchung, bedenke, dass dabei sehr viele Schritte berücksichtigt werden müssen. Vergiss nicht dabei, Zeit für Korrekturen, für die Plagiatsprüfung sowie für die Formatierung einzuplanen. Dafür brauchst du auch mindestens eine Woche.

 

4. Freunde um Unterstützung bitten

Auch kannst du andere um Unterstützung bitten, um dir darüber bewusst zu werden, dass du nicht allein mit der Aufgabe bist. Sie könnten dir beispielsweise helfen, Interviews zu organisieren oder sie können auch deinen Text Korrektur lesen und dir Feedback geben.

 

5. Ablenkungen vermeiden

Wenn du Probleme mit der Konzentration hast, solltest du alles tun, um dich nicht ablenken zu lassen. 

 

Ordnung auf dem Schreibtisch oder gar in der nächsten Umgebung, ein bequemer Arbeitsplatz, keine Ablenkungen – das alles kann Wunder wirken.

 

Konzentriere dich nur auf den Text, das Smartphone schaltest du selbstverständlich aus oder lässt es im Spind, um gar nicht erst in Versuchung zu kommen. 

 

6. Motiviere dich selbst!

Auch die Selbstmotivation spielt eine Rolle. Eine Belohnung für die Bewältigung (selbst eines kleinen Teils der Aufgabe) kann bereits motivierend wirken. Verfasst du eine Seite, gönn dir ein kleines Vergnügen. Schaffst du mehr als geplant, belohne dich dafür entsprechend. Dadurch stärkst du auch die neue gute Gewohnheit.

 

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Wann ist eine Therapie notwendig?

Vor allem dann, wenn die Störung besonders intensive Symptome zeigt, ist eine Therapie nicht mehr zu vermeiden, damit die Prokrastination dein Leben nicht zu sehr einnimmt. Kannst du auch trotz der oben genannten Tipps nicht mit dem Schreiben beginnen, solltest du über Hilfe nachdenken.

 

Immer wenn du auf die Idee kommst, etwas zu verschieben, überlege kurz: Wann ist es das letzte Mal passiert? Warum eigentlich ist das passiert? Ist das ein Anzeichen der Prokrastination oder bist du einfach übermüdet? Und vielleicht interessiert dich das, worüber du schreibst, gar nicht? Finde dein Problem und löse es, bevor es zu spät ist.

 


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Über den Autor

Piotr Snuszka

Piotr Snuszka

Piotr Snuszka ist Geschäftsführer der BAS Business And Science GmbH, die Studenten, Unternehmer, Politiker sowie Hochschulen bei der Texterstellung, Lektorat und Qualitätsprüfung unterstützt.

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