Seitenwechsel - als Anwältin zum Staat

Kerstin Reckenthäler berichtet über ihre Erfahrungen bei dem Wechsel von einer Kanzlei zum Staat


veröffentlicht am 11.11.2016

 

- Ein Gastbeitrag des Bayerischen Staatsministeriums der Finanzen -

 

Meinungsumschwung und Einstellung

Auch wenn mir die Tätigkeit als Anwältin Spaß gemacht hat, vor allem weil sich oft interessante Rechtsprobleme auftaten und ich gerne vor Gericht stand, so zeigten sich doch nach einiger Zeit auch die Kehrseiten der Medaille. Oft blieb nur sehr wenig Zeit, ein Rechtsproblem zu bearbeiten, und schnell wurde mir klar, dass der Wille des Mandanten oft über dem stand, was ich für richtig hielt. Daher überdachte ich meinen Entschluss zur Anwaltschaft und erinnerte mich an einen Dozenten aus dem Referendariat. Dieser hatte mich auf die Möglichkeit hingewiesen, als Juristin in der Bayerischen Finanzverwaltung zu arbeiten. Damals hatte ich diesen Gedanken ad acta gelegt, weil ich dachte „aus mir wird niemals eine Beamtin“.

Doch was heißt das - „Beamtin werden“? Braucht es dazu eine Kaffeetasse und ein paar Sandalen einer namhaften deutschen Firma?

Bereits in der Einstellungsphase und im Strukturierten Interview war klar: Alle sind sehr nett und aufgeschlossen. Von Anfang an hatte ich eher ein Gefühl des „miteinander“ anstatt des „gegeneinander“. Dieser Eindruck setzte sich mit der Einstellung fort. Die Personalabteilung war bemüht, mir mein Wunsch-Finanzamt zuzuweisen (was dann auch funktionierte). Auch auf Besonderheiten wie einen bereits seit langem geplanten Urlaub, nahmen sie Rücksicht.


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Bayerisches Staatsministerium der Finanzen und für Heimat

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Die weitere Tätigkeit

Das erste Jahr bietet vielfältige Einblicke in das Finanzamt.  Ergänzt wird es durch Lehrgänge an der Bundesfinanzakademie. Insgesamt drei Monate hat man im Einweisungsjahr Zeit, sich komplett dem Steuerrecht zu widmen, ohne Prüfungsdruck. Außerdem lassen sich während der Lehrgänge sehr gut Kontakte zu „Gleichgesinnten“ aus dem gesamten Bundesgebiet knüpfen. Dies ist ein großer Pluspunkt. Zudem gibt es Schulungen in Personalführung. Dies ist ein weiterer Aspekt, der die Tätigkeit in der Finanzverwaltung von der Anwaltschaft unterscheidet: Neben einem juristischen Experten ist man auch Führungskraft und verantwortlich für seine Mitarbeiter. Nach dem Einweisungsjahr erfolgt der erste Einsatz in der Regel als Sachgebietsleiter in einem Finanzamt.
 

Geld und Leben

Die Arbeitszeiten können als Gleitzeit flexibel und familienfreundlich gestaltet werden. Eine Teilzeitbeschäftigung ist ohne Einbußen für die Karriere möglich. Gewisse Abstriche muss man dafür beim Verdienst machen – leistungsbezogene Gehaltssprünge wie in mancher Großkanzlei gibt es nicht. Auch sollte man offen für Veränderungen sein, seien sie örtlich oder fachlich. Dafür erhält man umfangreiche Einsatz- und Weiterentwicklungsmöglichkeiten und von Beginn an eine Menge fachliche und personelle Verantwortung.

 

War der Wechsel in die Bayerische Finanzverwaltung die richtige Entscheidung? Die Antwort lautet für mich „Ja!“. Wer spannende juristische Probleme und Personalverantwortung sucht, keine Angst vor Veränderungen hat und mehr Wert auf eine freundliche Atmosphäre als auf designermäßig eingerichtete Büros legt, der ist hier genau richtig.

 

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