PANDA Initiative - "Mehr Frauen in Führung!"

PANDA: Ein Netzwerk für Frauen, die führen wollen

Interview mit der Chefin, Co-Gründerin und PANDA-Organisatorin Isabelle Hoyer

Liebe Isabelle, erzähle uns von dir. Wie war dein Werdegang und was war dein Beweggrund für PANDA?

Ich bin neben dem Studium in einem Netzwerk für Führungskräfte in den Beruf eingestiegen. Dort habe ich sechs Jahre die Mitglieder eng betreut und zuletzt zwei Jahre lang den Recruiting-Bereich geleitet. Von den Frauen – der weitaus größere Teil der Mitglieder waren allerdings Männer – habe ich teilweise abenteuerliche Geschichten über ihren Alltag im Job zu hören bekommen.

Mir ist eigentlich erst in dieser Zeit bewusst geworden, wie viel sich noch tun muss, bis wirklich gleiche Chancen für Männer und Frauen im Arbeitsleben realisiert sind. Dass ich meine beiden Kinder im Studium bekommen und den Berufseinstieg mit Familie kombiniert habe, trug natürlich auch seinen Teil zu meinem Wunsch bei, mich auf das Thema Frauen im Arbeitsleben zu fokussieren. PANDA richtet sich insbesondere an Führungsfrauen – denn wir finden, es müsste entschieden mehr davon geben!


Wie habt ihr eure Idee für PANDA umgesetzt? Was macht euer Team aus? Und woher kommt der Name PANDA?

Frauen in Führung sind so selten wie Pandas – wenn auch Gottseidank nicht vom Aussterben bedroht. Total schlüssige Namensgebung, oder? ;)

Aber im Ernst: Wir wollten einen Namen, der sich einerseits vom Allerlei der „Female-Leadership-Women-Career“-Terminologie abhebt und im Gedächtnis bleibt und andererseits transportiert, dass wir sympathische Veranstaltungen machen, auf denen man Spaß hat, wo es nicht dröge zugeht. Das hat mit PANDA bisher ganz gut funktioniert.

Was ist das Ziel der PANDA Initiative?

Ganz klar: Mehr Frauen in Führung! Dafür setzen wir an, indem wir einerseits Frauen zusammen bringen, damit sie Erfahrungen austauschen, Netzwerke bilden, sich gegenseitig voranbringen können.

Andererseits bringen wir sie mit Unternehmen zusammen, die gezielt nach Frauen suchen. Und bieten so auch den Unternehmen die Möglichkeit, dazuzulernen und zu guten Orten für Frauen und Männer gleichermaßen zu werden.


Du kommst ursprünglich aus dem HR-Bereich. Gab es hier auf Seiten der Arbeitgeber Themen, die dir “gefehlt” haben?

Ja, sehr viele: Das fängt doch schon an bei der grundsätzlichen Haltung gegenüber Frauen in Führung oder auch bestimmten Arbeitsbereichen (z.B. sehr technischen): Es ist alles andere als Schnee von gestern, dass Frauen Fähigkeiten oder die Eignung für solche Rollen schlichtweg abgesprochen wird, so unglaublich das klingt.

Dann die Unternehmenskultur: Es fehlt das Bewusstsein dafür, dass insbesondere Führungsetagen häufig männlich geprägt sind, dass dort männliche Spielregeln und Codes gelten, die Frauen ausgrenzen – und dass sich diese Kulturen ändern müssen, wenn alle Talente im Unternehmen eingebracht werden sollen.

Schließlich das Vereinbarkeitsthema: Ich liste es hier ungern auf, denn eigentlich sollte das längst kein „Frauenthema“ mehr sein. De facto hemmt es Frauen aber nach wie vor ungleich mehr als Männer, wenn sie Familie haben. Da muss Bewegung reinkommen – und zwar schneller und nach meiner Überzeugung definitiv zum Wohle aller, nicht nur der Frauen.

PANDA richtet sich insbesondere an Führungsfrauen – denn wir finden, es müsste entschieden mehr davon geben!
Isabelle Hoyer

Mit welchen Unternehmen / Kanzleien steht ihr in Kontakt und wie sieht eure Zusammenarbeit aus?

Bisher arbeiten wir vor allem mit großen Unternehmen zusammen, bei denen das Thema angekommen ist, die Handlungsbedarf sehen und etwas verändern wollen. IBM, Continental, PAYBACK, ProSieben oder Bosch etwa. Für unser Jura-Format PANDA University Law kooperieren für z.B. mit der Boston Consulting Group, der Bundesagentur für Arbeit, großen Kanzleien wie Linklaters oder BakerMcKenzie, aber auch mit Founders Box, einer auf Venture Capital fokussierten Initiative einer mittelständischen Kanzlei.

Wir versuchen immer, ein Spektrum möglicher Wege zu präsentieren. VertreterInnen der Partnerunternehmen sind bei unseren Events vor Ort und erleben das Programm gemeinsam mit den Teilnehmerinnen. Über den gesamten Tag schaffen wir Möglichkeiten, ins Gespräch zu kommen und Kontakte zu knüpfen. Mit einigen Unternehmen gibt es engere Partnerschaften – sie richten z.B. eigene Events für unser mittlerweile entstandenes PANDA Netzwerk aus oder sind Gastgeber für ein Event.

 

Wann und wo kann man euch treffen und kennenlernen? Und welche Zielgruppe sprecht ihr an?

Noch im Herbst sind wir mit PANDA Digital (für Frauen aus digitalen Bereichen) und PANDA University Law  in München. PANDA University Law ist unser Format für Jura-Studentinnen und Berufseinsteigerinnen. Mit dem ersten Staatsexamen in der Tasche kann frau sich für die Teilnahme bewerben. Obergrenze sind ca. drei Jahre erste Berufserfahrung. Referendarinnen, Promotionsstudentinnen sind ebenso angesprochen wie Frauen, die ihre Laufbahn gerade in einer Behörde, im Unternehmen oder einer Kanzlei begonnen haben – oder die in ganz anderen Feldern als Juristin tätig sind.

Grundsätzlich sind unsere Zielgruppe die Frauen, die sich für eine spätere Führungsaufgabe interessieren – ob in Kanzlei, Unternehmen, Behörde oder mit einem eigenen Projekt ist dabei weniger wichtig. Entscheidend ist, dass es motivierte, ambitionierte Frauen sind, die gestalten wollen.
 

Wie werdet ihr euer Event gestalten? Welche Programmpunkte plant ihr? Was ist das Ziel eurer Veranstaltung?

Das Event ist sehr interaktiv: Es gibt Team-Situationen mit Feedback-Runden und eine Wahl unter den Teilnehmerinnen (es ist ja ein Contest und es gibt ein tolles Prämienpaket zu gewinnen). Es gibt Networking-Sessions unter den Teilnehmerinnen wie auch mit Unternehmen und viele Möglichkeiten zum persönlichen Austausch mit Juristinnen, die ganz unterschiedliche Laufbahnen gewählt haben.

Dazu haben wir uns unseren neuen Programmpunkt „Lunch & Learn“ ausgedacht: Fünf spannende Frauen - Juristin im Unternehmen, Start-Up-Gründerin, Kanzlei-Partnerin, selbständige Rechtsanwältin und Unternehmensberaterin – sind dabei und freuen sich schon darauf, ihre Erfahrungen zwanglos beim gemeinsamen Mittagessen zu teilen.

Außerdem sind wir sehr stolz, dass uns mit Ramona Pisal die Präsidentin des Deutschen Juristinnenbundes als Keynote Speakerin beehrt. Und schließlich haben wir vom CV-Check über Euren One-Click-Apply bis hin zum Finden der persönlichen Superhelden-Kräfte viel Support für die persönliche Entwicklung und den Job-Einstieg im Programm.

Wie kann man sonst mit dem Netzwerk in Kontakt treten? Habt ihr besondere Voraussetzungen um beitreten/teilnehmen zu können?

Mit der Einladung zu einem unserer Events wird man automatisch auch Teil des PANDA Netzwerks. Seit einiger Zeit kann frau sich aber auch direkt für das Netzwerk bewerben und bekommt damit Zugang zu unseren Networking-Treffen oder auch den Trainings, die wir mittlerweile anbieten.

Wir empfehlen natürlich, zum Auftakt an einem Event teilzunehmen – das ist eine ganz andere Energie, um direkt Kontakte zu knüpfen. Voraussetzung ist die tatsächliche Führungserfahrung bzw. für diejenigen, die noch keine Führungskräfte sind, das Interesse an dieser Entwicklung und erste Berührung mit dem Thema.


Wieso sollte man als (angehende) Juristin euer Event auf keinen Fall verpassen?

Weil der ganze Tag Gelegenheit bietet, sich persönlich weiterzuentwickeln: Im Team arbeiten, Rückmeldung zur eigenen Wirkung bekommen, persönliche Stärken einsetzen, kommunikative Fähigkeiten ausbauen – alles Dinge, die für die Jura-Karriere und den Umgang mit Menschen essentiell sind, aber (zumindest ist das die Rückmeldung, die wir erhalten haben) im Jurastudium wenig Raum bekommen.

Weil die Teilnehmerinnen tolle Kontakte knüpfen werden und breite Einblicke in verschiedene Karrierepfade als Juristin bekommen werden. Und nicht zuletzt: Weil wir alles tun, damit der Tag auch viel Spaß macht – und das bisher immer geschafft haben. 

Vielen Dank!

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