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Die Examensvorbereitung – Repetitorium oder auf eigene Faust?

Eine Entscheidungshilfe, um deinen Weg zu finden

Die Zwischenprüfung ist lange bestanden, die Zusatzscheine erledigt und jetzt sind auch die großen Scheine fertig. Was für „Nicht – Juristen“ wie ein schlechter Witz klingt, ist für die meisten Jurastudenten Realität: Du stehst zwar am Ende des Hauptstudiums, auf das Examen bist du aber dadurch noch lange nicht vorbereitet. Damit du hier bestehst, ist in der Regel einiges an Fließarbeit notwendig. Um die Examensvorbereitung so umfangreich und effizient wie möglich zu gestalten, schwört ein Großteil der Jurastudenten auf Repetitorien. Doch muss es wirklich sein, so viel Geld für die Kurse auszugeben? Und geht es nicht vielleicht doch ganz ohne? Wir haben uns die Alternativen angesehen.

 

Es lässt sich leider nicht ändern: Das Studium, das du bis jetzt (hoffentlich) gut gemeistert hast, hat dich nicht auf das Examen vorbereitet. Dafür brauchst du viel spezielleres, genaueres Wissen und Klausurenroutine - das merkst du spätestens, wenn du einmal eine Examensklausur mit denen vergleichst, die du bisher geschrieben hast. Nicht umsonst dauert das Examen fünf Stunden und die Prüfungen in der Universität allerhöchstens drei, meistens zwei. Was von diesem zugegebenermaßen etwas realitätsfernen System zu halten ist, sei einmal dahingestellt. Jetzt gibt es wichtigere Entscheidungen zu treffen: Welche Vorbereitung wählst du für dein Examen? Zur Auswahl stehen eigentlich nur drei Optionen: der kommerzielle Repetitor, das universitäre Repetitorium - oder du bereitest dich selbst auf das Examen vor!

Der klassische Weg zur Examensvorbereitung

Kommerzielle Anbieter von Repetitorien gibt es viele und oftmals sind die ortsansässigen aufgrund von Gratiskursen vor großen Scheinen bereits bekannt. Zudem kennen die meisten Studenten die Skripte, die es in den Fachbuchhandlung und den Bibliotheken oftmals angeboten werden. Die Vorteile eines klassischen Repetitoriums liegen auf der Hand: Dort wirst du wie in der Schule unterrichtet und an die Hand genommen - von Leuten mit langjähriger Erfahrung bei der Vorbereitung von Studenten auf das Examen.

Je nach Anbieter gibt es weitere Angebote wie Präsenzklausurenkurse, Crashkurse und besondere Schulungen. Der große Haken an der Sache: Diese Art der Vorbereitung ist nicht gerade günstig. Durchschnittlich liegt eine zwölfmonatige Examensvorbereitung bei rund 1.500 € bis 2.000 €. Bei längerer Vorbereitungszeit oder bestimmten Zubuchungen kann es sogar noch deutlich teurer werden. Gleichzeitig zahlst du aber weiterhin deinen Studierendenbeitrag an die Universität, da du dort eingeschrieben bleiben musst.

Online-Repetitorien lohnen nicht nur finanziell

Ein privates Repetitorium zur Examensvorbereitung zu besuchen, bedeutet nicht, dass du an einer Präsenzveranstaltung teilnehmen musst. Es gibt mittlerweile auch viele Online-Anbieter, die Kurse rein digital zur Verfügung stellen. Auch bekannte Präsenzrepetitorien gibt es seit Beginn der Pandemie teilweise online zu schauen. Ob das Onlineangebot zu dir passt, hängt von deiner Selbständigkeit ab: Schließlich ist es so einfacher, Kurse ausfallen zu lassen und die Betreuung ist weniger intensiv. Der große Vorteil: Online-Repetitorien sind oft günstiger als Präsenzkurse.

Die Alternative: Examensvorbereitung an der Uni

Die zweite Möglichkeit ist, das universitäre Repetitorium zu besuchen. Im Prinzip wird hier ähnlich vorgegangen wie beim kommerziellen Repetitorium. Die Qualität der universitären Repetitorien unterscheidet sich aber sehr, so dass eine allgemeine Bewertung nicht möglich ist. Grundsätzlich ist es aber so, dass hier häufig die gleichen Professoren den Vorsitz haben wie in den Vorlesungen. Häufig verändern diese ihren Lehrstil leider kaum oder gar nicht, so dass das tatsächliche examensrelevante Lernen und Klausuren schreiben zu kurz kommt.

Auch die Dauer und die Qualität der Korrektur von Probeklausuren sind sehr unterschiedlich und umstritten. Jeder, der erwägt das universitäre Repetitorium zu besuchen, sollte daher möglichst ein paar Probetermine machen und selbst beurteilen, wie es um das Repetitorium an der eigenen Universität bestellt ist. Hier gibt es erfahrungsgemäß einige lokale Unterschiede. Auch Gespräche mit Teilnehmern aus dem „Uni-Rep“ können helfen! Ausgeschlossen ist ein erfolgreiches Bestehen mithilfe eines Uni-Reps nämlich nicht. Gerade in den letzten Jahren hat die Qualität des Unterrichts an einigen Hochschulen stark zugenommen.

Geht es auch ganz ohne Repetitorium?

Die dritte Möglichkeit ist die Vorbereitung selbst und eigenständig in die Hand zu nehmen. Das bietet einerseits Vorteile, birgt aber gleichzeitig Gefahren. Während bei den beiden Formen der Repetitorien kein hundertprozentig individueller Lehrplan für dich erstellt wird, hast du so die Möglichkeit, deine Vorbereitung nach deinen eigenen Anforderungen perfekt anzupassen.

Andererseits kannst du dich bei den Repetitorien darauf verlassen, dass du alles, was du kennen musst, einmal zu hören bekommst. Beim selbstständigen Lernen kann leicht ein wichtiger Punkt vergessen werden, was schwerwiegende Folgen haben könnte. Allerdings sind die Materialien, die es im Fachhandel zur Examensvorbereitung gibt, auf einem sehr hohen Niveau und werden häufig von den Repetitorien selbst herausgegeben oder empfohlen! 

Du brauchst noch mehr Entscheidungshilfen für dein Repetitorium?

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Fazit: Die Examensvorbereitung ist individuell

Eine klare Empfehlung für oder gegen das Repetitorium kann es praktisch gar nicht geben - schließlich ist jeder Jurastudent anders. Am Ende ist es nicht entscheidend, ob du ein Repetitorium besucht hast oder nicht, sondern wie effizient deine Vorbereitung ausfiel.

Hast du Probleme selbst strukturiert zu arbeiten und gewinnt der innere Schweinehund öfter als es dir lieb ist, dann solltest du zumindest ein Repetitorium in Betracht ziehen. Schließlich setzen nicht ohne Grund rund 90% der Studierenden darauf. Worauf dabei deine Wahl fällt, solltest du anhand der örtlichen und deiner finanziellen Gegebenheiten entscheiden. Bist du selbst sehr ordentlich, hast keine Disziplinprobleme und dazu vielleicht noch eine exzellente Arbeitsgruppe? Dann ist es gut möglich, dass du dich allein genauso gut oder vielleicht sogar besser auf das Examen vorbereiten kannst.

Auf keinen Fall solltest du auf den „Rat“ von anderen hören, die nur eine Möglichkeit für die richtige halten und blind dem Strom folgen. Alle drei Varianten haben schon erfolgreiche Juristen hervorgebracht und auch jede der drei Möglichkeiten wurde schon von Durchfallern besucht. Finde für dich den richtigen Weg, dann wirst du auch dein Examen mit Erfolg bestehen!