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Die Examensvorbereitung – Repetitorium oder lieber auf eigene Faust?

Studium, Examen & Zusatzqualifikationen

Die Examensvorbereitung – Repetitorium oder lieber auf eigene Faust?

Eine Entscheidungshilfe, um deinen eigenen Weg zu finden

 

Die Zwischenprüfung lange bestanden, die Zusatzscheine erledigt und jetzt sind auch die großen Scheine fertig. Du stehst am Ende des Hauptstudiums vor dem Examen und fühlst dich nicht im Geringsten examenstauglich? Was für „Nicht – Juristen“ wie ein schlechter Witz klingt, ist die traurige Wahrheit: Du bist nicht für das Examen vorbereitet! Doch was bedeutet das und was kannst du jetzt tun? Wir klären dich auf!

 

Es ist leider so und daran kannst du nichts ändern. Das Studium, durch das du dich mehr oder weniger bis jetzt gequält hast, hat dich nicht auf das Examen vorbereitet. Dafür brauchst du viel spezielleres, genaueres Wissen und Klausurenroutine. Das merkst du spätestens, wenn du einmal eine Examensklausur mit denen vergleichst, die du bisher geschrieben hast. Nicht umsonst dauert das Examen fünf Stunden und die Prüfungen in der Universität allerhöchstens drei, meistens zwei. Was du nun von diesem System halten sollst, sei einmal dahingestellt, denn jetzt gilt es eine Entscheidung zu treffen. Zur Auswahl stehen eigentlich nur drei Optionen: der kommerzielle Repetitor, das universitäre Repetitorium oder du bereitest dich selbst auf das Examen vor!

 

Der klassische Weg

Kommerzielle Anbieter von Repetitorien gibt es viele und normalerweise sind die ortsansässigen bereits von Gratiskursen vor großen Scheinen oder auch schon vor kleinen Scheinen bekannt. Zudem sind die Skripte bekannt, die es auch in der Fachbuchhandlung und oft in den Bibliotheken gibt. Die Vorteile liegen auf der Hand: Dort wirst du wie in der Schule unterrichtet und an die Hand genommen - von Leuten mit langjähriger Erfahrung bei der Vorbereitung von Studenten auf das Examen. Je nach Anbieter gibt es weitere Angebote wie Präsenzklausurenkurse und besondere Schulungen. Der große Haken bei der Sache: Diese Art der Vorbereitung ist ziemlich teuer! Durchschnittlich liegt eine zwölfmonatige Examensvorbereitung bei ca. 1500 €. Es kann bei längerer Vorbereitungszeit oder bestimmten Zubuchungen folglich sogar noch deutlich teurer werden. Gleichzeitig zahlst du aber weiterhin deinen Studierendenbeitrag an die Universität, da du dort eingeschrieben bleiben musst.

 

Nächste Option: Uni

Die zweite Möglichkeit ist, das universitäre Repetitorium zu besuchen. Im Prinzip wird hier ähnlich vorgegangen wie beim kommerziellen Repetitorium. Die Qualität der universitären Repetitorien unterscheidet sich aber sehr, so dass eine allgemeine Bewertung nicht möglich ist. Grundsätzlich ist es aber so, dass hier häufig die gleichen Professoren den Vorsitz haben wie in den Vorlesungen. Häufig verändern diese ihren Lehrstil leider kaum oder gar nicht, so dass das tatsächliche examensrelevante Lernen und Klausuren schreiben zu kurz kommt. Auch die Dauer und die Qualität der Korrektur von Probeklausuren sind sehr unterschiedlich und umstritten. Jeder der erwägt das universitäre Repetitorium zu besuchen sollte daher möglichst ein paar Probetermine machen und schauen, wie es um das Repetitorium an der eigenen Universität bestellt ist. Hier gibt es erfahrungsgemäß einige lokale Unterschiede. Auch Gespräche mit Teilnehmern aus dem „Uni-Rep“ können helfen! Ausgeschlossen ist ein erfolgreiches Bestehen mithilfe eines Uni-Reps nämlich nicht. Gerade in den letzten Jahren hat die Qualität des Unterrichts an einigen Hochschulen stark zugenommen.

 

Oder doch nur alleine

Die dritte Möglichkeit ist die Vorbereitung selbst und eigenständig in die Hand zu nehmen. Das bietet natürlich Vorteile und birgt gleichzeitig Gefahren. Während bei den beiden Formen der Repetitorien kein hundertprozentig individueller Lehrplan für dich erstellt wird, hast du die Möglichkeit deine Vorbereitung nach deinen individuellen Anforderungen perfekt anzupassen. Andererseits kannst du dich bei den Repetitorien darauf verlassen, dass du alles, was du kennen musst, einmal zu hören bekommst. Beim selbstständigen Lernen kann leicht ein wichtiger Punkt vergessen werden, was große Folgen haben könnte. Allerdings sind die Materialien, die es im Fachhandel zur Examensvorbereitung gibt, auf einem sehr hohen Niveau und werden häufig von den Repetitorien selbst herausgegeben und / oder empfohlen!

 

Ein Fazit mit Empfehlung kann es eigentlich gar nicht geben. Über das Examen am Ende entscheidet nicht ob du ein Repetitorium besucht hast oder nicht, sondern wie effizient deine Vorbereitung ausfiel.

Hast du Probleme selbst strukturiert zu arbeiten und gewinnt der innere Schweinehund öfter als es dir lieb ist, dann solltest du zumindest ein Repetitorium in Betracht ziehen. Worauf dabei deine Wahl fällt, musst du anhand der örtlichen und deiner finanziellen Gegebenheiten entscheiden. Bist du selber sehr ordentlich, hast keine Disziplinprobleme und dazu vielleicht noch eine exzellente Arbeitsgruppe? Dann ist es gut möglich, dass du dich selber genauso gut oder vielleicht sogar besser auf das Examen vorbereiten kannst. Auf keinen Fall solltest du auf den „Rat“ von anderen hören, die nur eine Möglichkeit für die richtige halten und blind dem Strom folgen. Alle drei Varianten haben schon erfolgreiche Juristen hervorgebracht und auch jede der drei Möglichkeiten wurde schon von Durchfallern besucht.

Finde für dich den richtigen Weg, dann wirst du auch dein Examen mit Erfolg bestehen!

 

07. Oktober 2015

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