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Wie laufen Online-Repetitorien eigentlich ab?

Studium, Examen & Zusatzqualifikationen

Wie laufen Online-Repetitorien eigentlich ab?

Vorteile, Nachteile & wie diese funktionieren, erfahrt ihr hier!

 

Die Bologna-Reform ist an uns Juristen vorbeigegangen und das Ausbildungssystem ist so eingestaubt wie die Bücher in der hintersten Reihe in der Bibliothek. Was die Studenten anprangern, erfreut einen Anderen. Repetitorien erfreuen sich – nicht zuletzt aufgrund häufig schwacher Examenskurse an den Universitäten – einer Beliebtheit wie eh und je. Doch auch wenn die Digitalisierung an unserem Studium in großen Teilen vorbeigeht, macht sie im Bereich Examensvorbereitung keinen halt. Denn:

Online – Repetitorien sind auf dem Vormarsch!

 

Was genau sind Online-Repetitorien und wie funktionieren diese?

Man könnte nun sagen, sie sind eben das Pendant zu den Offline-Varianten wie Hemmer, Alpmann Schmidt, der KissAkademie und vielen mehr. Doch das wäre natürlich zu einfach. Die Online Varianten bieten im Kern aber die gleichen Dienstleistungen an. Das geht vom Komplettkurs über Einzelkurse in bestimmten Rechtsgebieten, Intensivkursen bis hin zu Klausurenkursen.

Selbst intensives Live-Coaching wird mittlerweile angeboten.

Wenn du dich bei einem Online-Repetitor anmeldest, erstellst du zunächst deinen Account und wählst dann entsprechende Produkte aus dem Angebot aus. Daraufhin erhältst du einen Zugang zu entsprechenden Lerninhalten bzw. Prüfungen.

Je nach Anbieter und Produkt ist es dabei unterschiedlich, ob du bereits zu Beginn Zugriff auf alle Materialien hast oder ob du diese, ähnlich wie bei einem Präsenzkurs, nach und nach bekommst.

 

Was sind die Vorteile von Online-Reps?

Ein ganz klarer Vorteil sind die Kosten. Präsenzkurse sind an fast allen Studienorten kaum für unter 100 € im Monat erhältlich, häufig sind sie teurer und wer noch einen Klausurenkurs oder andere Dinge hinzu bucht, der zahlt noch einmal richtig extra.

Online widerum ist fast ein kleiner Preiskampf ausgebrochen, von dem Studenten natürlich profitieren können.

Der Komplettkurs von Lecturio beispielsweise ist als eines der Premiumprodukte am Markt bereits für 79,99 € monatlich zu haben, der Konkurrent Jura-Online bietet einen Komplettkurs bereits ab 49,90 € an und erweitert diesen mit einem Klausurenkurs für 79,90 € im Monat und ein weiterer Mitstreiter, Juracademy bietet seinen Komplettkurs bereits ab 34,90 € im Monat an.

Diese Aufzählung ist bei Weitem nicht abschließend, vielmehr gibt es unzählige weitere Angebote am Markt. Ein weiterer Vorteil ist die Flexibilität und das sogar in vielfacher Hinsicht. Zum einen kann online gelernt werden wann und wo es gewünscht ist, einen Zugang zum Internet vorausgesetzt.

Doch selbst der ist teilweise abkömmlich, denn bestimmte Inhalte lassen sich downloaden und somit auch offline ansteuern. Zum anderen sind die Lerninhalte flexibel, soll heißen die Wahl der Produkte lässt eine Flexibilität zu, wie sie offline nur selten angeboten wird. Auch das Nachbuchen bestimmter Optionen ist immer möglich.

Schließlich nennen Befürworter der Onlineanbieter auch die Ruhe beim Lernen als Vorteil, da hier keine Mitmenschen stören können. Ob man dieser Logik folgt, hängt sicherlich in erster Linie von eigenen Befindlichkeiten ab, inwiefern einem andere Mitmenschen beim Lernen stören oder aber auch motivieren können.

Für den geselligen Lerner, der durch Pausen in denen er Gespräche führt seine allgemeine Lern- und Lebensqualität steigert und somit auch produktiver ist, greift dieses Argument natürlich weniger als für denjenigen, der sich in der Bibliothek trotz Ohrstöpseln von jedem Rascheln genervt fühlt.


Wo liegen die Nachteile in der Online Examensvorbereitung?

Nun wo Licht ist, ist auch Schatten. Kann man über den letzten Punkt noch diskutieren, so bleibt jedenfalls beim direkten Kontakt zum Lehrpersonal wenig Raum für solche Diskussionen.

Ja, es gibt hierfür extra eingerichtete Foren und ja, es gibt sogar Live-Coachings bei den Online Anbietern und nein, es ist trotzdem nicht dasselbe wie im gleichen Raum zu sitzen, nachzufragen und gegebenenfalls noch mit weiteren Personen Probleme zu erörtern.

Ein weiteres Problem der Onlineanbieter ist das spezielle Landesrecht. Hier besteht eindeutig Nachholbedarf. Einige Kurse bieten zwar bereits auch spezielles Landesrecht an, allerdings in der Regel nur für einige ausgewählte Länder oder auf sehr überschaubarem Niveau.

Hier sind die lokalen Präsenzkurse klar im Vorteil. Dies muss aber bei weitem kein Ausschlusskriterium gegen die Online Version des Repetitors sein, schließlich handelt es sich hierbei um ein überschaubar großes Problem, dass unproblematisch mit entsprechender Literatur abgedeckt werden kann.

Auch die Aktualität wird bei Online Anbietern hin und wieder angeprangert. So kann der Präsenzkurs natürlich spontan einen kurzen Exkurs zu Beginn einwerfen und ein aktuelles Thema besprechen, dem Online Repetitor ist das nicht so ohne weiteres möglich. Doch auch hier wird nachgerüstet - regelmäßige Newsletter gehören fast schon zum Standard.

Fehlende Motivationshilfen wiederum können kein Argument mehr gegen Online-Repetitorien sein, wird hier schließlich regelmäßig der Lernerfolg überprüft und stets ein Überblick auf das noch Anstehende gegeben. Mehr bietet ein Repetitor auch nicht an. Wer nicht mehr erscheint bzw. sich nicht beteiligen möchte oder kann, der fällt auch hier durchs Raster.

 

Wer sich die Liste der Vor- und Nachteile ansieht, merkt schnell, es kommt nicht auf das Angebot, sondern auf die Persönlichkeit bzw. die Lerngewohnheiten des Jurastudenten bei der Examensvorbereitung an, ob der Online-Repetitor eine Alternative zum Praxiskurs ist. Das Angebot ist mittlerweile sehr ausgereift und der Preis ist nicht zu schlagen.

Tipp: Wer sich für ein Online-Repetitorium interessiert, der muss tatsächlich gar kein Risiko eingehen. Fast alle Anbieter werben mit kostenlosen Probeabonnements und selbst wenn dies nicht ausreichen sollte, sind eigentlich alle Kurse monatlich kündbar bzw. der Vertrag kurzfristig widerrufbar.

 

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06. November 2017


Finn Holzky

Autor:

Finn Holzky

Schreibt neben seinem Jurastudium seit 2 Jahren für TalentRocket und hat gerade sein 1. Staatsexamen in Göttingen hinter sich gebracht.

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