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Die Hürde des ersten juristischen Staatsexamens: Notenverteilung nach Bundesländern

Die Hürde des ersten juristischen Staatsexamens: Notenverteilung nach Bundesländern

In wahrscheinlich keinem anderen Studium sind die Noten ein so heißes Thema wie bei den Jurastudenten. Die berufliche Zukunft steht und fällt mit den Ergebnissen des ersten und zweiten juristischen Staatsexamens. Mit einem, oder besser zwei, vollbefriedigenden Examina von ≥ 9 Punkten sind den Nachwuchsjuristen in beruflicher Sicht alle Türen offen. Bewerber mit unter 6 Punkten hingegen haben es oft schwer einen attraktiven Job zu finden.

Dabei hängen die Examensnoten neben den persönlichen Fähigkeiten und der Tagesform vor allem von drei wesentlichen Punkten ab:

  1. Stoffmenge. Die Anforderungen an die Kandidaten schwanken beträchtlich zwischen den jeweiligen Universitäten und Bundesländern. Ist zum Beispiel im zweiten juristischen Staatsexamen Steuerrecht und Wasserrecht Pflicht, müssen diese Rechtsgebiete zusätzlich zu dem anderen Stoff vor den Prüfungsterminen wiederholt werden.
  2. Prüfungsart. Ebenfalls spielt die Art das erste und zweite Staatsexamen in Jura zu schreiben eine große Rolle. Handelt es sich dabei um Hausarbeiten oder Blockexamen? Gibt es freie Tage zwischen den Prüfungen? Ist bekannt, welche Fachgebiete abgeprüft werden oder nicht? Diese verschiedenen Examensformen stellen unterschiedliche Anforderungen an die Jurastudenten, die sich je nach persönlichen Präferenzen positiv oder negativ auf die Examensnote auswirken.
  3. Notenverteilung. Seitens der Universitäten und Bundesländer wird oftmals darauf geachtet einen einigermaßen konstanten Notenschnitt über die Jahre zu halten. So bemühen sich die Prüfungsverantwortlichen einen gewissen Prozentsatz eines Jahrgangs über 9,0 / 6,5 Punkten zu benoten. Obwohl diese Praktik innerhalb einer Prüfungsregion die Chancengleichheit der Juraabsolventen erhöht, erschwert sie die Vergleichbarkeit von Bewerbern aus unterschiedlichen Bundesländern erheblich.

Diese markanten Unterschiede zwischen den einzelnen Universitäten und Bundesländern führen bei den Jurastudenten oft zu der Annahme, dass die Wahrscheinlichkeit positive oder gute Noten beim ersten juristischen Staatsexamen zu schreiben nicht unbedeutend von dem jeweiligen Bundesland abhängt. Ein Blick auf die Notenstatistiken der ersten juristischen Staatsexamen der letzten 10 Jahre zeigt, dass dies jedoch nicht zwingend der Fall sein muss. Während in Bayern die Durchfallquoten und Prädikatsexamen über die Jahre relativ konstant geblieben sind, zeigt sich unter anderem in Baden-Württemberg, Berlin und Brandenburg ein positiver Trend zu sowohl mehr positiv bestandenen ersten juristischen Staatsexamen als auch zu einem höheren Prozentsatz an Prädikatsexamen. Im Bundesland Hessen ist genau das Gegenteil der Fall und die Anzahl an positiv abgelegten Prüfungen sowie Prädikatsexamen ist im Zeitverlauf stark gesunken. Interessant ist auch die Notenstatistik in Nordrhein-Westfalen. Während die positiv bestandenen Staatsexamen im Zeitverlauf gesunken sind, ist jedoch der Prozentsatz an Prädikatsexamen über den gleichen Zeitraum gestiegen. In Sachsen-Anhalt zeigt die Statistik ein regelrechtes Auf- und Ab in beiden Kriterien. Konstant positiv hat sich nur Hamburg entwickelt. Hier scheint es den Jurastudenten am leichtesten zu fallen positive oder sehr gute Prüfungsergebnisse im ersten juristischen Staatsexamen zu erzielen.

Was lässt sich aus der Analyse der Notenverteilung des ersten juristischen Staatsexamens schließen? Es gibt keine Garantie, dass Jurastudenten eines bestimmten Bundeslandes die erste Staatsprüfung besser bestehen oder gar mit Prädikat meistern. Genauso wenig lässt sich vorhersehen, in welchem deutschen Bundesland die erste juristische Staatsprüfung besonders schwer ausfallen wird. Letztlich liegt es an den persönlichen Präferenzen und Stärken, ob eine Prüfungsregion tendenziell besser zum eigenen Lern- und Prüfungsstil passt. Ohne viel Fleiß und harte Arbeit wird aber in keinem Bundesland eine Prädikatsnote beim ersten juristischen Staatsexamen zu erreichen sein.

Die genaue Notenverteilung für die ersten juristischen Staatsexamen im Jahr 2012 nach Bundesländern kannst du hier einsehen.

 

22. April 2014

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