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Lohnt sich ein LL.M in Jura für mich?

Studium, Examen & Zusatzqualifikationen

Lohnt sich ein LL.M in Jura für mich?

#LL.M.

Diese Frage stellen sich mehr und mehr Studenten nach dem ersten oder auch zweiten Staatsexamen. Nicht weiter verwunderlich in Zeiten, in denen ein Auslandsaufenthalt keine Frage des ob, sondern eine Frage des wann geworden ist. Nur was genau bringt dir der LL.M außer den drei Buchstaben hinter deinem Namen? Und vor allem: Lohnt sich der LL.M für dich? Wir gehen der Sache auf den Grund.
 

Um eine eindeutige Entscheidung zu treffen, solltest du dir zunächst ein paar Fragen klären:
 

Was ist denn eigentlich der LL.M?

LL.M ist die Abkürzung für den „Master of Laws“. Es handelt sich dabei um einen sogenannten Postgraduierten-Abschluss. Das bedeutet, dass der LL.M nicht alleine erworben werden kann, sondern nur aufbauend auf ein abgeschlossenes Studium. Üblicherweise wird der LL.M im englischsprachigen Ausland erworben.
 

Was kostet ein LL.M?

Die Kosten eines LL.M kann man nicht pauschal angeben. Fakt ist aber, ein LL.M kostet viel Geld. Am teuersten ist er in den USA, wo man für ca. zwei Semester mit bis zu 75.000 US Dollar rechnen muss. Natürlich hängen die Kosten eng zusammen mit deinem persönlichen Anspruch und der Lebensgestaltung. In den USA beispielsweise ist der größte Kostenposten jedoch ein fixer Betrag: die Studiengebühren. Etwas weniger teuer ist England oder auch Australien. Deutlich günstiger sind LL.M Angebote in Osteuropa. Wer sich ernsthaft interessiert, für den ist die Finanzierung daher ein ernstzunehmendes und früh anzugehendes Thema.
 

Wie lange dauert ein LL.M?

Durchschnittlich dauert ein LL.M zwei bis vier Semester. Abhängig ist die Dauer zum einen vom Erfolg und Engagement desjenigen, der ihn erwerben will, aber auch von Universitätsvorgaben, Thema und Landesvorschriften.
 

Was bringt der LL.M?

Der LL.M ist an und für sich keine direkte Qualifikation. Weder kann man aufgrund dieser Zusatzqualifikation in dem Land, in dem er erworben wurde, nun als Anwalt tätig werden, noch befähigt er einen zum Richteramt oder ähnlichem, wie es das zweite Staatsexamen tut.
Der LL.M hat vielmehr seinen Wert darin, was er über denjenigen aussagt, der ihn absolviert hat. Da die Abschlussarbeit in der Regel in Englisch verfasst wird und auch die Gespräche mit den begleitenden Professoren in einer Fremdsprache ablaufen, gibt es wohl keinen besseren auf dem Markt erhältlichen Nachweis für Fremdsprachenkenntnisse. Gleichzeitig beweist der LL.M, dass man sich besonders für ein bestimmtes Thema interessiert, sich damit intensiv auseinandergesetzt und zielstrebig zu einem Ergebnis hingearbeitet hat. Dies sind ebenfalls gesuchte Qualitäten auf dem Arbeitsmarkt. Gleichzeitig darf gerade die „Tiefe der Thematik“ nicht überbewertet werden. Ein LL.M ist zumindest wissenschaftlich nicht auf Augenhöhe mit einer Doktorarbeit.
Eine weitere Qualität, die er nachweist, ist die Fähigkeit, eigenständig und flexibel zu sein und auch außerhalb der eigenen Wohlfühlzone effektiv arbeiten zu können.
Der LL.M bringt also weniger eine eigene Wirkung mit sich, als dass er der unwiderlegbare Nachweis für Qualifikationen des Trägers ist.

 

 

Nach dem diese Fragen geklärt sind, ist es nun an der Zeit, die Entscheidung abzuwägen:
 

Die Nachteile eines LL.M liegen klar auf der Hand. Er ist teuer und er kostet Zeit, obwohl das Jurastudium an sich schon zeitaufwendig ist.

Auf der anderen Seite hat ein LL.M für dich auch viele Vorteile. Zum einen kannst du so nochmal, bevor das Referendariat oder sogar schon der erste Job losgeht, ins Ausland gehen und dich in einer fremden Sprache und in einem bestimmten Rechtsgebiet beweisen. Darüber hinaus hat der LL.M für dich die bereits angesprochene Beweisfunktion bestimmter, sehr gefragter Qualifikationen. Er bessert deinen Lebenslauf also erheblich auf.
 

Welche Arbeitgeber legen Wert auf einen LL.M?

Zunächst einmal: ein LL.M schadet Niemandem auf der Jobsuche! Allerdings ist der Wert eines LL.M  insbesondere in der Justiz und der nicht allzu hoch anzusehen. Gute Noten und eventuell eine Doktorarbeit sind hier aber die größeren Faktoren. Ersteres ist für die Einstellung beim Staat eine Grundvoraussetzung, und wenn man sich dort zwischen LL.M und Doktorarbeit entscheiden muss, liegt die Doktorarbeit aufgrund des höheren wissenschaftlichen Gehalts in der Wertigkeit über einem LL.M.
Ähnliches gilt für kleine, insbesondere lokale Kanzleien. Auch hier ist der Bedarf an internationaler Erfahrung und besonderer Fremdsprachenkenntnisse begrenzt. Ein Einstellungskriterium ist der Titel hier nicht. Manchmal ist sogar das Gegenteil der Fall. Durch die zusätzliche Qualifikation wirst du als „teurer“ eingeschätzt und hast deswegen sogar vielleicht einen Nachteil. 
Wer seine Karriere hingegen in Großkanzleien, kleineren aber sehr spezialisierten Kanzleien mit Auslandsbezug oder in der internationalen Verwaltung sieht, dem sei unbedingt zu einem LL.M geraten. Hier werden gerade die oben beschriebenen Fähigkeiten gesucht. Der LL.M kann zudem nicht nur ein weiteres Argument für deine Einstellung in einer Kanzlei oder einem Großkonzern sein, er kann dir auch bei der Gehaltsverhandlung helfen. Bis zu 10.000 EURO mehr Grundgehalt bieten einige Kanzleien und Unternehmen Bewerbern mit Zusatztitel an.
 

Ob sich ein LL.M für dich selber lohnt, hängt also zum einen von deiner persönlichen und finanziellen Situation ab. 

  • Hast du noch die Zeit für einen LL.M und willst diese dafür nehmen? 
  • Kannst du eine Finanzierung auf die Beine stellen?
  • Ist dir der LL.M den Aufwand wert? 
  • Kannst du einen Nutzen aus dem Titel ziehen?

Viel Erfolg bei der Entscheidung!

 

 

07. Dezember 2015

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