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Kostenüberblick für einen Master of Laws

Ist ein LL.M. bezahlbar oder doch nur etwas für Privilegierte?


verfasst von Finn Holzky und veröffentlicht am 12.12.2018

Ein LL.M. hat viele Vorteile und kann echten Nutzen mit sich bringen. Doch er benötigt auch Zeit und vor allem Geld. Tatsächlich ist der Master of Laws fast untrennbar mit der Frage nach der Finanzierung verbunden. Doch was kostet ein LL.M. denn nun wirklich und wie könnte eine Finanzierung aussehen?

 

Die Kosten: Pauschal geht nicht!

Eine pauschale Bezifferung der Kosten eines LL.M. ist gänzlich unmöglich. Zu unterschiedlich sind bereits die Fixkosten, die maßgeblich von Land und Universität des gewählten LL.M. Studiengangs abhängen. Je nach Wahl des Studienortes machen diese Kosten bereits den größten Teil aus. Doch mindestens genauso unterschiedlich sind die Kosten für den Lebensunterhalt, die natürlich von täglichen Gewohnheiten und dem Anspruch an den Lebensstandard abhängen.

Doch der Reihe nach. Die Studiengebühren für einen durchschnittlich einjährigen Master of Laws lassen sich noch halbwegs vernünftig kategorisieren. An der Spitze der Kostenpyramide stehen die Eliteuniversitäten in den USA.

 

Wer in Yale, Harvard und Co. studieren möchte, der muss tief in die Tasche greifen und zahlt zwischen 50.000 - 60.000 US-Dollar nur für die Studiengebühren.

 

Wer dieses Geld nicht aufbringen kann oder möchte, jedoch auch nicht auf das Prädikat „Elite-Universität“ verzichten mag, der sollte sein Glück in England versuchen. Cambridge und Oxford sind für verhältnismäßig günstige ca. 10.000 Euro Studiengebühren zu haben. Der Bewerbungsprozess ist dabei natürlich nicht minder hart und schwierig.

Allerdings bedarf es nun einer ehrlichen Feststellung. Denn obwohl sowohl die Berichterstattung als die Diskussion sich hauptsächlich auf die Elite-Universitäten beschränkt, spielen diese nur für einen marginalen Bruchteil der Studenten eine ernstzunehmende Rolle. Der Großteil aller LL.M. Titel wird an Nicht-Elite-Universitäten absolviert. In den USA sind die Kosten für einen LL.M. dennoch auch an weniger elitären Universitäten recht hoch. 20.000 US-Dollar aufwärts sind eigentlich immer aufzubringen.

 

Der Dekan der Washington University erzählt mehr zu:
LL.M. in the USA? Why it is possible! 

 

In Großbritannien sind die durchschnittlichen Gebühren weitaus günstiger, zwischen 4.000 und 10.000 britische Pfund kostet ein Master of Laws hier. Richtig sparen kann man in einigen europäischen Ländern.

 

Bulgarien, Ungarn oder Polen bieten LL.M. Studiengänge an, die nur rund 1.000 bis 3.000 Euro an Studiengebühren verschlingen.

 

Auch Deutschland selbst darf hier nicht unerwähnt bleiben, denn die hier durchschnittlich verlangten 4.500 Euro sind im internationalen Vergleich noch recht erschwinglich. 

Doch auch die Kosten für die Lebenshaltungskosten dürfen nicht unterschätzt werden. Wer zum Beispiel einen Studiengang an der NYU, der New York University, ergattern konnte, der muss sich auf durchschnittliche 1.500 US-Dollar Miete pro Monat im Studentenheim einstellen. Selbst Zimmer in Wohngemeinschaften, die über eine halbe Stunde entfernt von der Universität liegen, kosten zumeist über 700 US-Dollar monatlich. Die Kosten für Unterkünfte in anderen Städten der USA sind in der Regel geringer als in New York, jedoch höher als bei uns. In England sieht es nicht viel besser aus. Die monatlichen Kosten werden auf rund 1.500 Euro beziffert. 

 

Hier geht's zum internationalen LL.M. Ranking

 

Offensichtlich sind jedoch gerade die Lebenshaltungskosten sehr von der eigenen Person abhängig. Wer von sich weiß, dass er im Verhältnis zu seiner Umwelt immer eher sparsam ist, der braucht auch im Ausland nicht mit dem Höchstsatz zu rechnen. Dennoch sollte der finanzielle Rahmen jedenfalls so weit geklärt sein, dass ein Studium ohne Störgeräusche möglich ist. Insgesamt sollten die Kosten daher bereits im Vorfeld berechnet und eine solide Finanzierung auf die Beine gestellt werden. Ist der finanzielle Rahmen einmal abgesteckt, geht es an die Planung, woher das Geld für den LL.M. denn kommen sollte.

 

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Hier sind unsere Favoriten in:

 

Kostenüberblick -  Law Schools

 

Law Schools - Kostenüberblick

Law School

Cost of living Tuition fees

Northwestern Pritzker School of Law  

12.600 $

67.066 $

Washington University School of Law

21.500 $

56.810 $

Dresden International University (DIU)

k.A.

12.000 - 20.000 €         

University of Connecticut School of Law

22.216 $

28.560 - 31.824 $

Westfälische Wilhelms Universität Münster / JurGrad gGmbH

k.A.

9.900 - 14.700 €

Peter A. Allard School of Law - University of British Columbia (UBC)

26.000 $ 31.986 - 36.358 $ 

Frankfurt School of Finance & Management

k.A. 20.000 - 24.800 €

Technische Universität Dresden

k.A. 2.500 €

Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg

600 - 880 € / Monat 500 € pro Semester
IE Law School 1.200 - 2.000 € / Monat 31.700 - 39.700 €

IUBH Fernstudium

k.A. 11.983 €

Erasmus School of Law

300 - 970 € / Monat

2.078 - 5.500 € 

Institute for Law and Finance, Goethe University Frankfurt am Main

800 - 1.000 € /Monat

18.000 - 20.000 €

Boston University School of Law

17.500 $

52.000 $ 

University of San Diego School of Law

26.500 $

1.820 $ per credit

LL.M. in International Business Law Université libre de Bruxelles

k.A. 4.900 €

Ruhr-Universität Bochum

k.A. 3.500 €

 

Alle weiteren Infos und noch mehr findest du in unserem "Law School Finder"

 

Eigene Ersparnisse aufbauen

Umso früher eine Planung beginnt, desto besser wird sie sein. Wer also bereits früh weiß, dass er möglicherweise einen Master of Laws machen möchte, der ist gut damit beraten eigene Ersparnisse aufzubauen. Das ist natürlich einfacher gesagt als getan, doch mit einem Studentenjob und einer monatlichen Überweisung zu Beginn des Monats auf ein extra eingerichtetes Sparkonto tut hier Wunder. Ansonsten kann es ratsam sein, Gelder die man über die Zeit erhält, ob zum Geburtstag, von den Großeltern oder woher auch immer, ebenfalls größtenteils zur Seite zu legen. Auch die vorlesungsfreie Zeit eignet sich übrigens wunderbar dazu, in kurzer Zeit viel Geld zu verdienen. Dem Steuerfreibetrag für Studenten sei Dank.

 

Lies hier Erfahrungsberichte zum Master of Laws in Chicago und London!

 

Familie und Verwandte

Klingt trivial, macht aber einen Großteil der Finanzierung von vielen Studenten aus: Die Familie. Ob die eigenen Eltern, die Großeltern oder andere gönnerische Verwandte, ein Geldhahn in der Familie ist stets ein Vorteil. Oft ist hier das offene Gespräch am Besten geeignet um eigene Wünsche zu präsentieren und auch den Nutzen eines LL.M. zu offenbaren. Wenn Geld vorhanden ist, gibt es aktuell deutlich schlechtere Investitionsmöglichkeiten als die Bildung des eigenen Nachwuchses. Gerade erfolgreiche Familienmitglieder verstehen übrigens, dass die Bildung das Grundgerüst für eine erfolgreiche Karriere ist und sind bereit zu helfen. Wie immer kommt es auf die Art und Weise an, wie finanzielle Hilfen angefragt werden. Der Ton macht eben auch hier die Musik. Doch natürlich sind bei Weitem nicht alle Familien in der Lage finanzielle Unterstützung zu gewährleisten und schon gar nicht in jeder Höhe.

 

Finanzierungstipps für deinen LL.M.

 

Stipendien

Der schönste Weg, um an externe Geldquellen zu kommen, ist ein Stipendium. Es gibt grundsätzlich zwei verschiedene Arten von Stipendien. Die einen kommen direkt von der angesteuerten Universität selbst und sind eine Art Werbung um gute Studenten. Sie sind jedoch ausgesprochen selten und schwer zu bekommen. Die viel häufiger vergebenen Stipendien sind daher solche, die von externer Stelle und weitestgehend unabhängig von dem entsprechenden Studienziel vergeben werden. Erste Anlaufstelle für Stipendien dieser Art ist für deutsche Studierende die Stipendiensuche des Deutschen Akademischen Austauschdienstes, dem DAAD. Hier können bereits eine Vielzahl von Stipendien direkt angesteuert und der Bewerbungsprozess begonnen werden.

Weitere Stipendien, auch von religiösen, politischen oder ganz privaten Stiftungen lassen sich mit einer kurzen Recherche finden. Wichtig ist in erster Linie, dass die Bewerbungsprozesse recht langwierig sind und die Bewerbung daher früh erfolgen sollte. Ansonsten ist die Wahrscheinlichkeit, ein Stipendium zu bekommen, oft höher als die meisten Studenten es denken. Stipendien gibt es viele und teilweise fehlen sogar Bewerbungen. Wer jedoch Zeit und Fleiß für Bewerbungen aufwendet, der hat eine gute Chance auf finanzielle Unterstützung bis hin zum Vollstipendium, dass alle entstehenden Kosten abdeckt.

 

Kosten klein halten und im Zweifel lieber einen LL.M. an einer kleineren Universität wählen, als gar keinen LL.M. zu haben oder Schulden zu machen

 

Schließlich wird sich für nicht wenige Studenten die Frage stellen, ob sie ihre Ansprüche an den LL.M. nicht herunterschrauben müssen. Ist zum Beispiel nur wenig Geld da und auch die Stipendiensuche war nicht besonders ergiebig, dann sollte darüber nachgedacht werden, ob ein LL.M. in Osteuropa ohne die Aufnahme von Schulden nicht mehr Sinn macht, als ein LL.M. in den Vereinigten Staaten, der nur auf Pump möglich wäre.

 


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Über den Autor

Finn Holzky

Schreibt neben seinem Jurastudium seit 2 Jahren für TalentRocket und hat gerade sein 1. Staatsexamen in Göttingen hinter sich gebracht.

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